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12.12.2025
14:05 Uhr
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Der bayerische Löwe gilt als Symbol für Stärke und Tatkraft. Beim Emoji-Konsortium in Kalifornien allerdings hat er seine Wirkung gerade verfehlt.

Aus dem bayerischen Löwen wird doch kein Emoji. Die Entscheider in Kalifornien haben die Bedeutung des Tieres offensichtlich nicht erfasst. (Foto: Bayerisches Staatsministerium für Digitales)
Der Löwe ist zwar nicht in Bayern heimisch, ist aber dennoch das bedeutendste Tier im Freistaat. Neben dem Schwein vielleicht, weil sich daraus des Ministerpräsidenten Lieblingsspeisen zubereiten lassen, Bratwürste und Schäufele. Politisch jedoch ist das Schwein eher negativ besetzt, muss es doch sogar als Schimpfwort herhalten, nicht aber als Synonym für Durchsetzungskraft oder Tatendrang.
Der Löwe hingegen verkörpert all das. Der kann laut brüllen, gilt als König der Tiere und überhaupt als stolzer Anführer-Typ. Alles Eigenschaften, die sich CSU-Politiker gerne zuschreiben lassen.
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Dabei hat die CSU den Löwen gar nicht erfunden, der ist schon seit Jahrhunderten das Wappentier der Wittelsbacher. Aber weil die CSU ja auch das Königreich irgendwie von den Wittelsbachern übernommen hat, hat sie sich den Löwen gleich mit zu eigen gemacht.
Er wird bei offiziellen Anlässen als Porzellanfigur verschenkt, der bayerische Buchpreis wird in Form eines Löwen verliehen und überhaupt findet sich über Bayern verteilt eine ganze Herde von Löwen, wenn auch vor allem im südlichen Landesteil.
Der Löwe als Symbol der bayerischen Stärke lässt sich natürlich umgekehrt wunderbar zum Lästern verwenden. Wenn ein bayerischer Politiker recht große Sprüche macht und hernach nichts daraus wird, dann heißt es gerne, dass der bayerische Löwe als solcher abgesprungen, jedoch als Bettvorleger gelandet sei.
Auf den Vergleich könnte man kommen, wenn Bayerns Digitalminister Fabian Mehring jetzt verkündet, dass der bayerische Löwe ein Whatsapp-Sticker werden wird. Der soll „in Chats brüllen, grüßen und gute Laune verbreiten“. Doch eigentlich hatte der Minister, der zwar nicht der CSU angehört, aber vom Selbstverständnis her nah heranreicht, noch Größeres vor.
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Ein Emoji sollte der bayerische Löwe werden, also ein Piktogramm, das weltweit einheitlich in Chats und auf Webseiten verwendet wird. Mit großem Brimborium hatte das Digitalministerium die Bayern erst über das Motiv abstimmen lassen und den Vorschlag dann beim zuständigen Unicode-Konsortium in Kalifornien eingereicht. Zur Unterstützung kam der Minister gar als leibhaftiges Emoji zum Frankenfasching nach Veitshöchheim.
Nur, die Amerikaner hat all das offenbar nicht beeindruckt. Nun kam die Absage, Bayern bekommt kein eigenes Emoji. Und der Digitalminister von den Freien Wählern nichts zum Angeben. Vergebens gebrüllt. Zum Trost, das kommt in besten CSU-Kreisen vor.
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