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27.01.2026
16:00 Uhr
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Das Redmi Note 15 Pro 5G bietet einen starken Akku, eine 200-Megapixel-Kamera und ein großes, helles OLED-Display.

Stefan schrieb bereits während des Studiums Spieletests für ein Printmagazin im Ruhrgebiet. Durch einen glücklichen Zufall landete er in Berlin und arbeitete fast 15 Jahre bei Areamobile, zuletzt als leitender Testredakteur. Für Heise Bestenlisten testet er Smartphones, Saug- und Mähroboter, Lautsprecher, Modellflugzeuge und andere Technik-Gadgets.
Das Redmi Note 15 Pro 5G bietet einen starken Akku, eine 200-Megapixel-Kamera und ein großes, helles OLED-Display. Viel Technik zum fairen Preis?
Die Redmi-Note-Reihe steht seit Jahren für viel Ausstattung in der Mittelklasse. Das Redmi Note 15 Pro 5G bleibt dieser Linie treu. Der Fokus liegt auf dem Akku, Display und der Hauptkamera. Im Test erfüllt das Smartphone die hohen Erwartungen. Die Laufzeit ist sehr lang. Die 200-Megapixel-Hauptkamera liefert eine starke Bildqualität, auch bei Nacht.
Design und Display überzeugen ebenfalls. Bei den Materialien spart der Hersteller allerdings im Vergleich zum Vorgänger. Dafür gibt es an anderer Stelle Fortschritte. Sie machen das Gerät im Alltag noch praktischer. Welche das sind und wie gut das Gesamtpaket wirklich ist, zeigt der Test.
Das Redmi Note 15 Pro 5G ist ein großes Smartphone. Es misst rund 164 × 78 × 8 mm und wiegt etwa 210 g. Durch die kantige Form und die ausgeprägte Breite wirkt es in der Hand präsenter als andere Geräte mit ähnlich großem Display.
Beim Staub- und Wasserschutz bleibt Xiaomi beim bekannten IP68-Standard. Das Gerät ist damit auch kurzzeitig gegen Untertauchen geschützt. Bei den Materialien spart der Hersteller jedoch stärker als beim Vorgänger. Rückseite und Rahmen bestehen nun aus Kunststoff. Das wirkt weniger hochwertig als beim Note 14 Pro 5G mit Glasrückseite. Die Verarbeitung ist dennoch sauber. Positiv: Die passgenau integrierten Tasten im Rahmen bestehen aus Metall.
Optisch dominiert das zentrale Kameramodul die Rückseite. Es sitzt mittig am oberen Rand und ist sauber in eine Erhöhung mit 45-Grad-Schliffkante eingefasst. Auf dem Tisch kippelt das Smartphone kaum. Die gleich großen Linsen sind schwarz eingefasst und stehen rund 3 mm aus dem Gehäuse hervor.
Zur Auswahl stehen die Farben Black, Titanium und Glacier Blue. Das getestete Titanium wirkt eher silbern-golden als grau. Ein Netzteil liegt nicht bei. Xiaomi legt aber eine schwarze Schutzhülle und ein USB-Kabel bei.
Xiaomi verbaut ein großes OLED-Display mit 6,8 Zoll. Die Auflösung beträgt 2772 × 1280 Pixel. Mit 447 PPI wirkt die Darstellung sehr scharf. Die Bildwiederholrate erreicht 120 Hz und schaltet im Alltag auf Wunsch automatisch auf 60 Hz, um Strom zu sparen.
Der Bildschirm unterstützt HDR10+, Dolby Vision und HLG. Dazu kommt Widevine L1 für Streaming in hoher Qualität. Bei der Helligkeit nennt das Datenblatt bis zu 3200 cd/m². Im Test erreichten wir knapp 1480 cd/m². Der höhere Wert dürfte wie üblich punktuellen HDR-Inhalten vorbehalten sein.
Ein echter Kritikpunkt bleibt das Always-On-Display. Viele Smartphones mit OLED-Panel bieten diese Funktion standardmäßig. Bei Redmi ist es erneut nur ein „Sometimes-On-Display“. Uhrzeit und Symbole erscheinen nicht dauerhaft, sondern nur bei Bewegung oder nach Druck auf den Power-Button. Das ist enttäuschend. Gerade bei dem großen Akku dürfte der Stromverbrauch kaum der Grund sein.
Im Fokus steht wie beim Vorgänger die 200-Megapixel-Hauptkamera. Xiaomi setzt auf einen Samsung-S5KHPE-Sensor mit optischer Bildstabilisierung (OIS), Autofokus und einer Offenblende von f/1.7. Ergänzt wird das Setup durch eine 8-Megapixel-Weitwinkelkamera mit f/2.2 sowie eine Frontkamera mit 20 Megapixeln und f/2.2.
Bei Tageslicht nimmt die Hauptkamera standardmäßig Fotos mit 12,5 Megapixeln auf. Möglich macht das Pixel-Binning, bei dem jeweils 16 Pixel des Sensors zu einem Bildpunkt zusammengefasst werden. Das Ergebnis überzeugt: Die Fotos zeigen viele Details, natürliche Farben, guten Kontrast und einen großen Dynamikumfang. Xiaomi schärft allerdings recht aggressiv nach, was sich bei genauer Betrachtung zeigt. Trotzdem bleibt selbst ein zweifacher Digitalzoom mit der Hauptkamera brauchbar, solange man nicht zu stark hineinzoomt. Der 200-Megapixel-Modus erzeugt aber sehr große Dateien, liefert bei gutem Licht nur in der Detailansicht einen echten Mehrwert.
Die Weitwinkelkamera bleibt dagegen klar Mittelklasse. Details und Kontrast liegen deutlich unter dem Niveau der Hauptkamera. Bei Porträts funktioniert die Motiverkennung zuverlässig. Hauttöne und Hautstruktur wirken jedoch teils unnatürlich, das Bokeh fällt dafür angenehm weich aus.
Nachts spielt die Hauptkamera ihre Stärken aus. Die Bilder zeigen viele Details, wenig Rauschen, eine angenehme Sättigung und einen hohen Dynamikumfang. Helle Lichtquellen überstrahlen teilweise. Aufnahmen mit Stativ im 200-Megapixel-Modus sind für diese Preisklasse beeindruckend. Die Weitwinkelkamera fällt bei Nacht erwartungsgemäß ab. Fotos wirken weich, kontrastarm und zeigen deutliches Rauschen.
Selfies sind insgesamt schön scharf. Die Porträtfunktion der Frontkamera arbeitete im Test jedoch nicht immer zuverlässig. Videos nimmt die Hauptkamera mit bis zu 4K bei 30 Bildern pro Sekunde auf. Das Bild ist klar, solange das Smartphone ruhig gehalten wird. Schwenks sollten langsam erfolgen, sonst wirken sie schnell ruckelig. Die Frontkamera filmt stabilisiert in Full-HD (1080p) bei bis zu 60 Bildern pro Sekunde und reicht damit für Videochats problemlos aus.
Im Redmi Note 15 Pro 5G arbeitet ein Mediatek Dimensity 7400 Ultra. Die Achtkern-CPU bietet vier Kerne mit bis zu 2,5 GHz sowie vier Effizienzkerne mit bis zu 2,0 GHz. Die Leistung ist solide, ein großer Sprung gegenüber dem Vorgänger bleibt aber aus. Bei 3DMark Wild Life Extreme erreicht das Smartphone knapp 1000 Punkte, bei Wild Life (Standard) rund 3200 Punkte. PCMark Work 3.0 liefert etwa 13.100 Punkte.
Zur Wahl stehen 8 oder 12 GB RAM sowie 256 oder 512 GB interner Speicher. Eine microSD-Erweiterung fehlt – anders als bei der 4G-Version. Im Alltag läuft das Gerät mit dieser CPU-RAM-Kombination meist flott und flüssig. Anspruchsvolle 3D-Spiele bringen das Smartphone jedoch an seine Grenzen.
Bei Funk und Schnittstellen ist das Wichtigste an Bord, auch wenn nicht alles Premium ist. Das Gerät unterstützt Dual-SIM inklusive eSIM, Wi-Fi 6, Bluetooth 5.4, NFC und einen Infrarot-Port. Für die Ortung stehen GPS, Glonass, Galileo, Beidou und QZSS bereit. USB-C arbeitet weiterhin nur nach USB-2.0-Standard – selbst 2026 kein Ruhmesblatt für die Mittelklasse. Entsperrt wird per Fingerabdrucksensor im Display oder per Gesichtserkennung. Der Fingerabdrucksensor reagiert schnell und zuverlässig, sitzt aber recht weit unten im Display.
Eine Besonderheit ist die Sprachkommunikation ohne Mobilfunknetz über Entfernungen von bis zu 2,6 km. Xiaomi kombiniert dafür Bluetooth mit einem proprietären Protokoll sowie zusätzlicher Hardware wie dem Xiaomi-T1S-Tuner und Signalverstärkern. Voraussetzung sind eine eingelegte SIM-Karte, ein aktives Xiaomi-Konto und aktiviertes Bluetooth. Dieses Feature kennen wir bereits aus dem Xiaomi 15T und Xiaomi 15T Pro.
Auf dem Redmi Note 15 Pro 5G läuft Hyper OS 2 auf Basis von Android 15. Xiaomi verspricht vier Jahre System-Updates und sechs Jahre Sicherheits-Updates. Das ist ein starkes Ergebnis für die Mittelklasse.
Typisch für Xiaomi ist die große Zahl vorinstallierter Apps. Ein Großteil davon lässt sich bereits bei der Einrichtung abwählen, der Rest kann meist gelöscht werden. Auch systemweite Werbung lässt sich in den Einstellungen deaktivieren. Trotzdem gilt: Weniger wäre hier aus unserer Sicht mehr.
Der Akku ist eine der größten Stärken des Redmi Note 15 Pro 5G. Im flachen Gehäuse steckt dank Silizium-Kohlenstoff-Anode ein XXL-Akku mit üppigen 6580 mAh. Beim PCMark Battery Test erreicht das Smartphone rund 16 Stunden bei 120 Hz und etwa 22 Stunden bei 60 Hz. Das sind exzellente Werte, mit denen das Mobilgerät locker zwei Tage durchhalten sollte bei normalem Gebrauch.
Geladen wird mit bis zu 45 W. Von 0 auf 100 Prozent dauert es etwas mehr als 60 Minuten. Andere Geräte kann das Redmi per USB-OTG und Power Delivery mit bis zu 22,5 W laden.
Die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) startet bei knapp 400 Euro für die Version mit 8/256 GB. Für 8/512 GB ruft Xiaomi rund 430 Euro auf. Die Variante mit 12/512 GB liegt bei 450 Euro. Zur Auswahl stehen die Farben Titanium, Glacier Blue, Black und Mist Purple.
Im Handel ist das Redmi Note 15 Pro 5G bereits deutlich günstiger. So bekommt man das Redmi Note 15 Pro 5G mit 256 GB aktuell schon ab 309 Euro (Code: DE01NOTE1560). Mit 8/512 GB geht es bei 349 Euro (Code: DE01NOTE1560) los, mit 12/512 GB sind es 379 Euro.
Das Redmi Note 15 Pro 5G sieht trotz Kunststoffgehäuse schick aus und spielt seine technischen Stärken im Alltag konsequent aus. Die Akkulaufzeit ist hervorragend. Die 200-Megapixel-Hauptkamera überzeugt nicht nur bei Tag, sondern auch bei Nacht. Dazu kommen ein gutes Display und eine lange Update-Garantie mit vier Jahren System-Updates und sechs Jahren Sicherheits-Updates.
Das große Format ist allerdings nichts für kleine Hände. Schwächen zeigen sich beim fehlenden Always-On-Display, der nur mäßigen Weitwinkelkamera und dem bewusst moderat dimensionierten Chipsatz. Letztlich ist das Redmi Note 15 Pro 5G ein sehr pragmatisches Smartphone. Es richtet sich an Vielnutzer, die lange Laufzeit und eine starke Hauptkamera zu einem fairen Preis suchen.