Nerd, Vater, Tech-Junkie – Ich beschäftigte mich seit gut 20 Jahren fast ausschließlich mit Journalismus, überwiegend aus der Digital-Lifestyle-Ecke. Schwerpunkte: E-Scooter, Kopfhörer, Beamer, E-Bikes, Gadgets & Smart Home.
|
05.06.2026 16:00 Uhr |
Nerd, Vater, Tech-Junkie – Ich beschäftigte mich seit gut 20 Jahren fast ausschließlich mit Journalismus, überwiegend aus der Digital-Lifestyle-Ecke. Schwerpunkte: E-Scooter, Kopfhörer, Beamer, E-Bikes, Gadgets & Smart Home.
Der kompakte Laser-Beamer Wemax S5 bietet Full-HD-Auflösung, 500 ISO-Lumen und Netflix. Dabei ist er günstiger als der baugleiche Loewe We Beam.
Laser-Mini-Beamer waren lange teuer. Der Wemax S5 ändert das. Hinter der Marke steckt Fengmi, eine Tochter des chinesischen Herstellers Formovie. Spannend ist das vor allem aus einem Grund: Der Wemax S5 nutzt die exakt gleiche Geräteplattform wie der deutlich teurere Loewe We Beam (Testbericht). Maße, Gewicht, Bildqualität und Betriebssystem sind nahezu identisch. Auch die Helligkeit liegt bei beiden Geräten bei rund 500 ISO-Lumen.
Der Preisunterschied ist dafür enorm. Während der Loewe We Beam zum Start rund 1000 Euro kostete und mittlerweile auf 499 Euro (Amazon) gefallen ist, verlangt Wemax für den S5 nur 359 Euro (Banggood, Code: BG24ac5a). Technisch bietet der Loewe keine erkennbaren Vorteile gegenüber dem günstigeren Konkurrenten – einzig der deutsche Service spricht für das deutsche Traditionsunternehmen. Wir schauen uns im Test den von Banggood zur Verfügung gestellten Wemax S5 ganz genau an.
Der Wemax S5 passt in jeden Rucksack. Das flache, quadratische Gehäuse misst etwa 17 × 17 × 5 cm und wiegt nur 830 g. Damit ist er deutlich kompakter als klassische Heimkino-Beamer und problemlos transportabel.
Optisch setzt Wemax auf einen Stoffüberzug, der dem Beamer einen wohnlichen, gemütlichen Charakter verleiht. Die dunkelgrüne Gehäusevariante gefällt uns besser als das nüchterne Schwarz des Loewe We Beam. Die Verarbeitung wirkt hochwertig, sichtbare Spaltmaße gibt es nicht und der Stoff fühlt sich angenehm an.
Die optische Einheit ist geschlossen, was den Staubeintritt reduziert. Eine offizielle IP-Zertifizierung fehlt jedoch. Auf der Unterseite sitzt ein Stativgewinde.
Direkt am Gerät lässt sich der Beamer nicht bedienen. Es gibt lediglich einen Ein-/Aus-Taster. Alle weiteren Einstellungen erfolgen über die mitgelieferte Fernbedienung, die Schnelltasten für YouTube und Netflix bietet.
Im Inneren des Wemax S5 arbeitet ein DLP-Chip in Kombination mit einer ALPD-Laserlichtquelle. Die native Auflösung beträgt 1920 × 1080 px im 16:9-Format, HDR10 wird ebenfalls unterstützt. Die Helligkeit gibt der Hersteller mit 500 ISO-Lumen an, was etwa 600 Ansi-Lumen entspricht. Den Rec.709-Farbraum deckt der Beamer laut Wemax vollständig ab. Die Laserlebensdauer soll bis zu 30.000 h betragen.
Das Projektionsverhältnis liegt bei 1,2:1. Der minimale Wandabstand beträgt rund 30 cm, der maximale etwa 3,7 m. Ein Digitalzoom von 50 bis 100 % erlaubt zusätzliche Anpassungen.
Bei der internen Hardware setzt Wemax auf 1 GB Arbeitsspeicher und 8 GB eMMC-Speicher. Drahtlos verbindet sich der Beamer per WLAN auf 2,4 und 5 GHz sowie Bluetooth 5.x. An kabelgebundenen Anschlüssen stehen HDMI, USB-A, USB-C und eine 3,5-mm-Klinke bereit. Miracast und AirPlay ermöglichen kabellose Bildübertragung.
Einen Akku gibt es nicht. Dafür lässt sich der Beamer über USB-C mit Power Delivery betreiben. Eine Powerbank (Bestenliste) mit mindestens 65 W macht den S5 unabhängig vom Stromnetz. Das mitgelieferte Netzteil liefert 20 V / 3,25 A, die maximale Leistungsaufnahme liegt bei etwa 65 W.
Hier zeigt der Laser seine Stärken. Die native Full-HD-Darstellung ohne Pixelverschiebung liefert eine sehr gute Schärfe. Texte bleiben klar lesbar, feine Details kommen sauber heraus. Die Farbwiedergabe innerhalb des Rec.709-Farbraums wirkt natürlich und gefällt für die Geräteklasse durchweg gut.
Auch beim Schwarzwert macht der S5 für einen kompakten Single-DLP-Beamer eine ordentliche Figur. In abgedunkelten Räumen entsteht ein kontrastreiches Bild mit angenehmer Tiefe. Genau hier liegt aber auch die Grenze des Beamers: Sobald Tageslicht ins Spiel kommt, reduziert sich der Kontrast deutlich. Für ernsthaften Einsatz im hellen Wohnzimmer reichen die 500 ISO-Lumen nicht aus.
Ähnliches gilt für große Leinwände. Ab einer Diagonale von etwa 100 Zoll verschlechtert sich die Bildwirkung sichtbar, weil die Helligkeit auf einer größeren Fläche verteilt wird. Wer den S5 als klassischen Heimkino-Beamer für große Projektionen nutzen will, wird enttäuscht. Sein natürliches Einsatzgebiet sind moderate Bilddiagonalen in abgedunkelten Räumen.
Lobenswert sind die automatischen Bildanpassungen. Der Autofokus arbeitet zuverlässig und stellt das Bild innerhalb von rund drei Sekunden scharf. Die automatische Trapezkorrektur funktioniert im Test ebenfalls einwandfrei und gleicht schräge Aufstellungen sauber aus. Einen optischen Zoom besitzt der Beamer nicht. Im Vergleich zum baugleichen Loewe We Beam liegt die Bildqualität auf identischem Niveau – beide nutzen schließlich dieselbe Plattform.
Auf dem Wemax S5 läuft ein Linux-basiertes Betriebssystem. Die Bedienoberfläche ist schlicht aufgebaut und reagiert flüssig. Netflix, YouTube und Amazon Prime Video sind vorinstalliert. Eine offizielle Netflix-Lizenz ist vorhanden, sodass das Streaming in Full-HD-Qualität funktioniert. Ein Browser und Bildschirmspiegelung gehören ebenfalls zum Lieferumfang.
Die Plattform wirkt aber spürbar einfacher als Android TV oder Google TV. Das hat einen klaren Nachteil: Die App-Auswahl bleibt viel kleiner als bei etablierten Smart-TV-Systemen. Dienste wie Disney+, Apple TV+ oder DAZN fehlen. Auch die langfristige Updateversorgung bleibt unklar. Wer den Funktionsumfang erweitern will, greift zu einem Streaming-Stick. Empfehlungen liefert die Bestenliste Top 10: Der beste TV-Stick im Test.
Beim Sound setzt Wemax auf zwei Lautsprecher mit jeweils 5 W. Macht zusammen 10 W Gesamtleistung, Dolby Audio inklusive. Für Nachrichten, Serien und gelegentliche Filmabende reicht das aus. Stimmen sind klar, mittlere Frequenzen sauber. Die Basswiedergabe bleibt aufgrund des kleinen Gehäuses naturgemäß begrenzt.
Wer mehr Klangvolumen will, koppelt eine externe Bluetooth-Box (Bestenliste) oder schließt einen Lautsprecher per Klinke an. Das verbessert das Klangerlebnis deutlich.
Der Lüfter bleibt für einen Laser-Beamer angenehm zurückhaltend. In ruhigen Filmszenen ist er minimal hörbar, stört aber nicht.
Bei Banggood kostet der Wemax S5 regulär 391 Euro. Mit dem Gutscheincode BG24ac5a sinkt der Preis auf 359 Euro. Damit liegt er rund 140 Euro unter dem nahezu baugleichen Loewe We Beam, der bei 499 Euro (Amazon) startet.
Der Wemax S5 ist ein durchdachter Mini-Beamer mit Lasertechnik, der vor allem mit seinem Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt. Wer auf den Service von Loewe verzichten kann, bekommt mit dem S5 praktisch dieselbe Hardware deutlich günstiger. Die Bildqualität gefällt in abgedunkelten Räumen mit guter Schärfe, natürlicher Farbwiedergabe und ordentlichem Schwarzwert. Auch die zuverlässigen Auto-Funktionen für Fokus und Trapezkorrektur, das kompakte Gehäuse mit hochwertigem Stoffbezug und der leise Betrieb sprechen für den Beamer. Per USB-C-Powerbank wird er zudem fast zum vollwertigen Akku-Beamer (Bestenliste).
Schwächen zeigt der S5 dort, wo es viele kompakte Laser-Modelle tun: bei der Helligkeit. Mit 500 ISO-Lumen reicht die Lichtleistung nicht für taghelle Räume oder Projektionen über 100 Zoll. Auch die Linux-Plattform wirkt weniger ausgereift als Google TV und bietet eine eingeschränkte App-Auswahl. Wer damit leben kann, findet im Wemax S5 einen empfehlenswerten Mini-Beamer für unter 360 Euro.