Heise 25.02.2026
09:44 Uhr

US-Studie: Neue Alben von Taylor Swift & Co. sorgen für mehr Verkehrstote


Wenn Taylor Swift, Drake und Co. neue Musik veröffentlichen, gibt es zählbar mehr Verkehrstote in den USA. Das ist das Ergebnis einer Studie zum Musikstreaming.

US-Studie: Neue Alben von Taylor Swift & Co. sorgen für mehr Verkehrstote

An Tagen, an denen beliebte Musikerinnen und Musiker wie Taylor Swift, Bad Bunny oder Drake neue Alben veröffentlichen, steigt die Zahl der Verkehrstoten in den USA messbar an. Das legt eine Studie von Angehörigen der Harvard Medical School nahe. Die Forschenden untersuchten den Einfluss von Musik als Ablenkungsfaktor auf eine steigende Anzahl von tödlichen Verkehrsunfällen. Die Studie wurde von der US-Forschungsorganisation National Bureau of Economic Research veröffentlicht.

„In Simulationen hat sich gezeigt, dass einfaches Musikhören stark ablenkt“, schreiben die Forschenden. Sie halten demnach weitere Maßnahmen durch die Politik oder Smartphone- und Automobilhersteller für erforderlich, um die Verkehrssicherheit zu verbessern.

Für die Untersuchung haben die Forschenden das offizielle Register für tödliche Verkehrsunfälle FARS in den USA mit Daten der Spotify-Charts für den Zeitraum von 2017 bis 2022 abgeglichen. Das Ergebnis: An den Erscheinungstagen der zehn beliebtesten Alben stiegen nicht nur die Streamingzahlen um 43 Prozent, sondern auch die tödlichen Verkehrsunfälle um 15,1 Prozent.

Zur Überprüfung der Ergebnisse wurde die Untersuchung mehrmals mit zufälligen Daten wiederholt. Auch den Einfluss weiterer Variablen, wie dem Alter der Fahrenden oder der Verfügbarkeit eines Infotainment-Bildschirms, haben die Forschenden betrachtet. Unter anderem haben sie herausgefunden, dass Todesfälle bei Männern, jungen Menschen und Solo-Fahrenden besonders stark anstiegen.

Die Forschenden merken jedoch an, dass es sich bei den Ergebnissen nicht um eine Kausalität, sondern nur um eine Korrelation handelt. Die Veröffentlichungen neuer Alben erkläre die erhöhte Anzahl an Verkehrstoten am gleichen Tag also nicht eindeutig.

Zudem sei die Untersuchung nur anhand der Spotify-Daten und tatsächlichen Todesfälle im Straßenverkehr durchgeführt worden. Unfälle ohne Todesopfer und Daten anderer Streaminganbieter seien nicht in die Forschung eingeflossen.

Trotz ihrer Einschränkungen sei die Untersuchung ein Erfolg, erklären die Forschenden: „Diese Studie ergänzt die Literatur, die größtenteils aus kontrollierten Simulationen und Umfragen besteht, um tatsächliche Belege über Ablenkungen durch Smartphones und andere Multimedia-Anwendungen“.

(mho)