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08.01.2026
20:00 Uhr
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Dashcams, kleine Autokameras für die Windschutzscheibe, helfen bei der Klärung der Schuldfrage nach Unfällen.

Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.
Philipp hat seinen beruflichen Werdegang als Praktikant in einer Werbeagentur begonnen und ist mit verantwortlich für das Design von Bierdeckeln, Werbetafeln und einem Fan-Bus eines großen Fußballvereins. Danach folgte der erste Schritt zum Journalismus: Ein Volontariat bei PC-Zeitschriften, die heute kaum noch jemand kennt - PC Direkt und PC Professionell. Dann folgte ein mehrjähriger Ausflug in die Welt des Marketings, PR-Arbeit und Qualitätsmanagement in einem mittelständischen Handelsunternehmen.
Seit 2015 ist Philipp bei Heise im Team von Bestenlisten aktiv. Hier bringt er auch seine privaten Interessen ein und deshalb für Drohnen, Laser, Balkonkraftwerke, Powerstations und zahlreiche China-Gadgets wie Handwärmer, USB-Lötkolben oder Mini-Taschenlampen zuständig.
Dashcams, kleine Autokameras für die Windschutzscheibe, helfen bei der Klärung der Schuldfrage nach Unfällen. Wir zeigen die zehn besten Modelle.
Wenn es im Straßenverkehr kracht, ist der Ärger groß. Neben der Gefahr für Leib oder Leben ist auch der materielle Schaden für Autohalter ärgerlich. Schnell kommen gegenseitige Schuldzuweisungen auf. Ein probates Beweismittel zur Klärung der Schuldfrage nach einem Unfall ist eine Autokamera – auch Dashcam genannt. Diese zeichnet das Geschehen rund um einen möglichen Unfall auf, um später bei der polizeilichen Ermittlung und der Klärung vor Gericht den Hergang besser rekonstruieren zu können.
In vielen Ländern Europas ist die Nutzung der kompakten Kameras für die Windschutzscheibe weitverbreitet. Ein Beispiel: In Großbritannien können Fahrzeughalter mit Vergünstigungen bei der Kfz-Versicherung rechnen, wenn sie eine Autokamera nutzen. Lange Zeit galt das aber nicht für Deutschland, auch wenn mittlerweile viele dieser Kameras verkauft werden.
Nach wie vor ist der Einsatz einer Autokamera in Deutschland rechtlich nicht klar geregelt und somit zumindest strittig. Zwar hat der Bundesgerichtshof 2018 ein Urteil gefällt, wonach die Aufnahmen einer Dashcam verwertbar seien, auch wenn sie gegen das Datenschutzrecht verstoßen. Zum damaligen Zeitpunkt galt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) nicht. Ein Landgerichtsbeschluss in Mühlhausen aus dem Jahr 2020 hat etwa die Verwertung von Dashcam-Aufzeichnungen abgelehnt, da sie gegen das strengere Datenschutzrecht verstoßen würden. Den Richtern zufolge besteht Bedarf an Rechtssicherheit, da es für Bürger unzumutbar ist, dass die Entscheidung von Fall zu Fall getroffen wird.
Was hierzulande eindeutig gilt: Die Aufnahmen dürfen nur anlassbezogen erstellt werden. Wer also die Dashcam permanent aufzeichnen lässt, verstößt gegen die DSGVO. Wer Dashcams unzulässig verwendet, muss mit Bußgeldern rechnen. Ein beliebter Trick ist die sogenannte Loop-Funktion: Hier zeichnet die Kamera immer nur einen kurzen Clip auf und überschreibt immer wieder ältere Dashcam-Videos.
Das Problem: Viele Kameras erstellen immer wieder neue Videos, bis der Speicher voll ist, und löschen erst dann alte Aufnahmen. In diesem Fall raten wir dazu, die Speicherkarte regelmäßig von Hand zu löschen oder eine Karte mit wenig Speicherplatz einzusetzen. Von der angepriesenen Funktion, den Speicher mittels SSD auf bis zu 4 TB zu erweitern, wie im Falle der Viofo A329, sollte man die Finger lassen.
Als Zubehör fürs Auto sind auch Head-up-Displays spannend. Mehr dazu zeigen wir in der Top 5: Die besten Head-up-Displays – HUD für jedes Auto ab 12 Euro nachrüsten. Wer Digitalradio im Auto nachrüsten möchte, dem raten wir zur Top 5: Der beste DAB-Adapter für das Auto zum Nachrüsten im Test. Wie man das Infotainment-System noch smart machen kann, zeigt die Top 10: Android Auto & Apple Carplay nachrüsten – das beste Display im Test.
In diesem Beitrag zeigen wir die zehn besten Dashcam-Modelle aus unseren Tests. Dabei berücksichtigen wir primär das Preis-Leistungs-Verhältnis, die Möglichkeiten zum DSGVO-konformen Betrieb sowie die Bildqualität.
Die Auswahl in dieser Bestenliste bleibt letztlich eine subjektive Angelegenheit der Redaktion. Geht es um Ausstattung und Bildqualität, dann ist die Garmin Dash Cam X310 mit 4K bei 120 fps für 333 Euro der klare Testsieger. Die Nextbase 622GW kann technisch zwar nicht ganz mithalten, für weniger Geld gibt es hier aber ebenfalls eine hervorragende Bildqualität.
Die Nextbase IQ mit einem Preis von mindestens 247 Euro ist unser Technologiesieger. Sie ist zwar teuer und benötigt ein Abonnement für den vollen Funktionsumfang, bietet dafür aber spannende Features wie den Zugriff per Smartphone samt LTE. Ähnliche Funktionen bietet auch die Garmin Dash Cam Live.
Preis-Leistungs-Sieger ist die kompakte Nextbase Piqo ab 155 Euro. Beim Thema Datenschutz hinterlässt die Transcend Drivepro 230Q Data Privacy die beste Figur. Viele Autokameras, etwa von Viofo oder Vantrue, bieten eine Loop-Funktion, die den Namen nicht verdient: Erst, wenn die Speicherkarte voll ist, löscht die Kamera alte Aufnahmen.
Die Garmin Dash Cam X310 ist eine echte Premium-Dashcam mit hervorragender Bildqualität und zahlreichen Sonderfunktionen. Neben einer hohen Zuverlässigkeit und der sehr kompakten Bauform sind besonders die 120 FPS bei 4K-Auflösung und die praktischen, aber teils kostenpflichtigen Dienste Live-Video und Park-Guard zu nennen. Nicht nur im Portfolio von Garmin setzt die X310 neue Maßstäbe – eine bessere Bildqualität und Ausstattung gab es bisher nicht. Dementsprechend ist die Garmin Dash Cam X310 trotz des hohen regulären Preises von knapp 399 Euro der Testsieger. Aktuell ist das Modell bei vielen Händlern reduziert. Amazon verlangt derzeit rund 333 Euro.
Echte Hightech und hochwertige Verarbeitung gibt es bei der Nextbase IQ. Die smarte und vernetzte Dashcam filmt nicht nur das Geschehen vor dem Fahrzeug, sondern auch den Innenraum und damit Fahrer und Fahrgast. Zudem ist eine umfassende Parkraumüberwachung integriert. Ein LTE-Modem ist integriert und erlaubt den Live-Zugriff auf die Dashcam im Auto. Die Stromversorgung erfolgt ausschließlich über den OBD-2-Anschluss oder ein Hardwire-Kabel. Nur so ist gewährleistet, dass die Kamera auch mit Energie versorgt ist bei der Parkraumüberwachung. Nähert sich jemand dem Auto, meldet sich die Dashcam per App über das Smartphone beim Fahrzeughalter. Optional kann man eine zusätzliche Rückfahrkamera für 180 Euro dazukaufen und an die Dashcam anschließen.
Die Bildqualität ist gut – erhältlich sind Dashcam-Modelle mit Full HD (1K), QHD (2K) sowie UHD (4K). Eine SOS-Funktion mit automatischer Benachrichtigung bei einem Autounfall sowie Sprachsteuerung sind ebenfalls vorhanden. Warum ist diese Dashcam nicht unser Testsieger? Das liegt am hohen Preis von 247 Euro für das 1K-Modell mit Full HD, 462 Euro für das 2K-Modell oder 599 Euro für das 4K-Modell. Dazu kommen zusätzliche Abogebühren für die Dienste von 7 Euro bis 10 Euro im Monat. Ferner ist die Parkraumüberwachung im Hinblick auf Datenschutz unserer Einschätzung nach nicht ganz unproblematisch.