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03.01.2026
20:00 Uhr
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Selbst günstige Mini-PCs bieten richtig gute Ausstattung. Wir zeigen die besten Mini-Computer bis 300 Euro aus über 80 Tests.

Bereits im zarten Alter von fünf Jahren hatte Jonas seinen ersten PC und hat glücklicherweise noch die Zeit von Kassetten, CDs und Disketten miterlebt. Seitdem hat ihn Technik und der Spaß an Gadgets nicht mehr losgelassen. Angefangen hat er 2023 als Volontär bei TechStage, das 2024 in heise bestenlisten übergegangen ist. Seit 2025 ist er dort nun fest als Redakteur im Team tätig und allen voran Experte für Mini-PCs. Weiterhin testet er für allerlei PC-Zubehör, Saugroboter, Ladegeräte und Powerbanks. Privat ist er Vielleser, Bahn-Nerd und Musikliebhaber, wobei sein Musikgeschmack so vielfältig ist wie er selbst.
Selbst günstige Mini-PCs bieten richtig gute Ausstattung. Wir haben über 80 Modelle getestet und zeigen die zehn besten vollwertigen Mini-Computer bis 300 Euro.
Mini-PCs sind kompakte Alternativen zu sperrigen Desktop-Rechnern. Mittlerweile gibt es eine große Bandbreite an Ausstattungsvarianten zu unterschiedlichsten Preisen. In dieser Bestenliste befassen wir uns mit den günstigen Modellen bis 300 Euro, die bereits erstaunlich viel Ausstattung bieten.
Für produktive Anwendungen im Homeoffice oder Büro sowie in Bildungseinrichtungen reicht ihre Leistung aus. Ferner bieten sich die Mini-Computer, je nach Ausstattung, auch als Homeserver und für das Smart Home an. Sie sind schneller als Raspberry-Pi-Rechner und damit auch für aufwändigere Aufgaben geeignet, arbeiten aber trotzdem relativ leise. Gerade die günstigen Rechner kommen in kompakteren Gehäusen, die sich gut verstauen lassen – perfekt also, wenn man sie nicht so sehr wahrnehmen soll.
Welche die besten Mini-PCs bis knapp 300 Euro sind, zeigt diese Bestenliste. Inzwischen haben wir über 80 Mini-PCs getestet. Bei unserem Ranking setzen wir hier auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Fokus liegt aber bei besonders guten Angeboten.
Welcher Mini-PC über alle Preisbereiche am besten ist, zeigen wir in der Top 10: Der beste Mini-PC für Office bis Gaming im Test. Passende Ergänzungen zu den kleinen Rechnern zeigen wir im Ratgeber: Das beste Zubehör für den Mini-PC: Maus, Tastatur, Monitor, RAM, USB-Hub & Co.
Unser Testsieger ist der Mini-PC U58, den der Hersteller N-One auch unter dem Produktnamen NPC Air vertreibt. Er liefert mit seinem Ryzen 7 5825U oder Ryzen 7 5800U eine gute Leistung in der Mittelklasse. Zudem bietet er ein schickes Aluminiumgehäuse, zahlreiche Anschlüsse, darunter zweimal HDMI und USB-C. Der Preis von 277 Euro ist dafür attraktiv.
Unser Technologiesieger ist der Trycoo WO-4, der für den Preis von aktuell 299 Euro über einen Ryzen 5 5600H verfügt. Dieser bietet eine ordentliche Leistung im Alltag, ist jedoch für Gaming eher ungeeignet. Die Anschlussausstattung mit USB-C, HDMI, Displayport und zwei LAN-Anschlüssen ist gut. Obendrein kann man im PC neben der vorhandenen M.2-SSD eine weitere SSD einsetzen sowie eine zusätzliche 2,5-Zoll-Festplatte einfügen. Das ist eine Seltenheit bei Mini-PCs.
Preis-Leistungs-Sieger ist der Blackview MP80 für 185 Euro. Dieser bietet zwar keineswegs so viel Leistung wie Systeme mit AMD Ryzen, glänzt aber mit einem kompakten Gehäuse – und ist ferner einer der günstigsten Rechner in dieser Bestenliste.
Die Platzierungen in dieser Top 10 lauten wie folgt:
Der von uns angegebene Preis ist abhängig von der Verfügbarkeit und gilt zum Zeitpunkt des Produkttests oder der letzten Aktualisierung der Bestenliste, respektive des Einzeltests. Gleiches gilt für die Rabattcodes und Amazon-Anklick-Coupons. Da sich diese Coupons kurzfristig ändern oder auslaufen können (teils schon nach wenigen Minuten), können die Preise bereits kurze Zeit später abweichen.
Weiterhin kann es zwischenzeitlich zu Änderungen an der Ausstattung (etwa durch Verwendung einer anderen CPU oder eines anderen WLAN-Chipsatzes) kommen, auf die wir nach Kenntnis hinweisen. Beispiele hierfür sind etwa der Nipogi E3B oder der Nipogi AM06 Pro, die inzwischen mit anderen Prozessoren angeboten werden, als zum Testzeitpunkt. Entsprechend kann man nicht mehr die Ausstattung kaufen, unter deren Maßgabe wir den Test vorgenommen haben. Passiert das so, nehmen wir diese Modelle aus dem Vergleich heraus, bis wir die entsprechende Variante nachgetestet und den Test aktualisiert haben.
Der U58 eignet sich für jeden, der seine Office-Aufgaben effizient erledigen und zusätzlich noch reichlich Leistungsreserven für einfaches Gaming haben will. Dafür sorgen ein Ryzen 7 5800U oder ein Ryzen 7 5825U. Hinzu kommen mindestens 16/512 GB an Speicher. Highlight ist hier neben dem Preis der USB-C-Anschluss, der auch für die Bildübertragung an einen weiteren Monitor genutzt werden kann. Nachdem der ursprüngliche Alliwava U58 nun 363 Euro kostet, empfiehlt sich das Alternativangebot für 277 Euro, wo man den PC als N-One NPC Air bekommt.
Für 300 Euro bietet der Trycoo WO4 5600H ein attraktives Gesamtpaket. Der performante AMD Ryzen 5 5600H rüstet den günstigen Mittelklasse-Mini-PC mit genügend Power aus, um einfache Büroaufgaben souverän zu meistern. Zwei LAN-Ports und drei Display-Anschlüsse erweitern zudem die Einsatzmöglichkeiten des robusten Geräts.
Der kleine Blackview MP80 weiß uns richtig zu überzeugen, denn im kleinen Gehäuse steckt verhältnismäßig viel Leistung bei echt geringer Lautstärke. Über 3200 Punkte im Benchmark sind wahrlich ordentlich, der Betrieb läuft flüssig. Aktuell ist der Blackview MP80 bei Ebay am günstigsten für rund 185 Euro.
Über die nachfolgende Tabelle zeigen wir übersichtlich, wie die in dieser Top 10 gelisteten Mini-PCs in ihrer Leistung einzuordnen sind.
Wie der Name schon sagt, sind Mini-PCs besonders kleine und damit platzsparende Computer. Sie sind eine gute Option, wo klassische PCs oder Laptops zu viel Raum einnehmen. Der Schreibtisch wirkt so ordentlicher und auch in Empfangsbereichen hinterlässt ein freier Tisch einen besseren Eindruck – anders als bei Desktop-PCs mit Tower-Gehäuse. Zudem sind Mini-PCs deutlich sparsamer, denn sie setzen auf effiziente Laptop-Prozessoren. Zieht ein Gaming-PC (Ratgeber) mitunter über 200 Watt, sind es beim Mini-PC häufig 20 Watt oder weniger. Dadurch heizt sich der Rechner im Betrieb weniger auf, was die Lautstärke reduziert und gerade im Sommer den Raum nicht zusätzlich erwärmt.
Mini-PCs sind eine günstigere Alternative zu Laptops. Auch unter 200 Euro gibt es bei den kleinen PCs noch akzeptable Konfigurationen – bei Laptops mit Windows 11 ist in der Regel schon bei 300 Euro Schluss mit sinnvoller Ausstattung. Häufig benötigt man das integrierte Display des Laptops ohnehin nicht, da man mit einem stationären Monitor arbeitet – der niedrige Preis des Mini-PCs gleicht Mehrkosten für den Bildschirm aus.
Gerade bei besonders günstigen Mini-PCs ist es wichtig, auf eine gewisse Mindestausstattung zu achten, damit man auch lange etwas von seinem Mini-Computer hat. Es gibt unzählige Mini-PCs unter 300 Euro, die eine nicht mehr zeitgemäße Ausstattung haben. Sie setzen teilweise auf nur 4 GB Arbeitsspeicher (RAM). Selbst 8 GB sind nicht mehr zeitgemäß. Wer auf Langlebigkeit Wert legt, sollte 16 GB RAM voraussetzen. Auch Dual-Core-Prozessoren sollte man meiden, vier Prozessorkerne sind das unterste Minimum. Moderne Prozessoren von Intel oder AMD setzen sogar auf sechs oder acht Kerne.
Beim Speicher gilt Ähnliches. Viele günstige Mini-Computer kommen mit weniger als 256 GB Speicher daher. Windows belegt inzwischen aber schon mehr als 50 GB ab Werk, hinzu kommen je nach Einsatzzweck mehr oder weniger große Programme sowie eigene Dateien. Wer Bilder und Videos speichern möchte, benötigt viel Speicher. Wir raten dazu, entsprechende Reserven einzuplanen und nicht weniger als 256 GB zu wählen. Achtet man darauf, kann man auch einen günstigen Mini-PC noch über viele Jahre nutzen.
Ein Vorteil von Mini-PCs ist, dass man RAM und Speicher häufig austauschen kann, da auf Speicherriegel mit Steckplätzen gesetzt wird. Bei Laptops hingegen ist gerade der RAM häufig verlötet. So kann man bei zusätzlichem Speicherbedarf einfach nachrüsten oder das vorhandene Modul austauschen. Wie das geht und welches weitere Zubehör bei Mini-PCs sinnvoll sein kann, zeigen wir im Ratgeber: Das beste Zubehör für den Mini-PC – Maus, Tastatur, Monitor, RAM, USB-Hub & Co.
Zum Speicher sei weiterhin gesagt, dass man unbedingt auf SSDs achten sollte. Diese können im 2,5-Zoll-Format (SATA) oder als M.2-Steckriegel (SATA oder NVMe) integriert sein. Gerade M.2-Riegel mit NVMe-Standard (Ratgeber) sind besonders schnell, erreichen je nach Übertragungsprotokoll weit über 3 GB/s. Beide SSD-Formate sind deutlich schneller als Flash-Speicher, die man unter anderem aus USB-Sticks (Ratgeber) und Speicherkarten (Ratgeber) kennt. Weiterhin sollte man die mechanischen HDDs meiden, da sie langsam und empfindlich sind. Alle Speicherarten im Vergleich zeigen wir im Ratgeber: HDD, SSD oder NVMe – Festplatte nur für große Datenmengen, sonst stets SSD kaufen. Nicht aufrüstbar ist sogenannter Flash-Speicher, der in Form von UFS-Speicher oder eMMC-Speicher vorhanden sein kann, wobei ersterer tendenziell schneller arbeitet. Die CSL Tiny Box mit eMMC-Speicher lag hingegen in unseren Tests nur auf dem Level einer HDD.
Weitere Mini-PCs, passenden SO-DIMM-Arbeitsspeicher und SSD-Speicher zeigen wir nachfolgend in unserem Preisvergleich.
Die Welt der Mini-PCs ist vielfältiger geworden als je zuvor. Neben den bekannten Größen wie HP, Lenovo oder Asus, die den Markt traditionell prägen, drängen immer mehr spezialisierte Anbieter wie Minisforum, Geekom, Nipogi, Acemagic, Ninkear und GMKtec auf den Plan. Besonders auffällig ist dabei, dass viele dieser chinesischen Hersteller deutlich mehr Leistung fürs Geld bieten.
Für 300 Euro bekommt man bei etablierten Marken oft nur einen Intel N100 mit 4 GB RAM. Chinesische Hersteller liefern dafür oft schon einen Ryzen 7 mit 32 GB RAM. Dieser beachtliche Preisvorteil ist verlockend, birgt jedoch auch Risiken, etwa bei Service und Verbraucherrechten – siehe unten.
Die etablierten Hersteller zeichnen sich durch zuverlässigen Support, regelmäßige BIOS-Updates und eine langjährige Erfahrung aus. Bei den chinesischen Anbietern hingegen können auch bei der Produktpflege Probleme oder Einschränkungen bestehen: BIOS-Updates sind selten oder kaum zu finden, Produktangaben sind oft ungenau, und die Produktzyklen sind sehr kurz. Dadurch kann es sein, dass von uns kürzlich erst getestete Produkte nicht mehr verfügbar sind und die angegebenen Angebots-Links auf ein gänzlich anderes Produkt verweisen.
Wer bei einem chinesischen Händler kauft, bezahlt in vielen Fällen deutlich weniger – gerade bei Mini-PCs unter 300 Euro ist das Preis-Leistungs-Verhältnis oft beeindruckend. Doch dieser Vorteil hat seinen Preis: Im Gewährleistungs- oder Garantiefall besteht die Gefahr eines schlechteren oder gar nicht vorhandenen Services. Das Einfordern von Verbraucherrechten wie Rückgabe oder Reparatur ist häufig mit Hürden verbunden oder schlicht nicht möglich, da deutsches Recht bei Direktimporten aus China praktisch kaum durchzusetzen ist. Plattformen wie Aliexpress oder Temu bieten zwar einen begrenzten Käuferschutz, dieser ist aber zeitlich eingeschränkt und ersetzt keine echte Garantie. Shops wie Banggood oder Geekmaxi schneiden in unseren Erfahrungen besser ab – dennoch bleibt die Rückabwicklung im Problemfall oft aufwendig. Wir verlinken daher bewusst nur Händler, mit denen wir im Allgemeinen gute Erfahrungen gemacht haben.
Wer günstig kauft, muss sich zudem im Klaren sein, dass Abstriche bei Service und „Produktqualität“ dazugehören. Gerade bei verbauten Komponenten wie SSDs oder RAM kommen bei den chinesischen Mini-PCs bisweilen unbekannte Marken zum Einsatz, deren Langzeitverhalten schwer vorhersehbar ist – im schlimmsten Fall verabschiedet sich die Hardware früher als bei etablierten Herstellern. Auch BIOS-Updates, Ersatzteile oder Support sind bei chinesischen Anbietern nicht oder nur eingeschränkt verfügbar. Bei Rücksendungen muss man mit hohen Kosten rechnen.
Wer ein stabiles, wartbares System über Jahre nutzen möchte, ist bei europäischen Anbietern besser aufgehoben – auch wenn dort die Ausstattung in dieser Preisklasse oft schwächer ist. Entscheidend ist: Wer billig kauft, muss sich über potenziell fehlende Rechte oder Serviceleistungen vor dem Kauf bewusst sein. Wer sich ehrlich mit diesen möglichen Kompromissen auseinandersetzt und damit leben kann, der kann ein echtes Schnäppchen machen. Mehr zum Thema erklären wir auch in unserem Ratgeber: Rückgabe, Service & Rechte: Ist Einkaufen bei Aliexpress, Temu & Co. seriös?
Jeden Mini-PC in dieser Bestenliste haben wir nicht nur selbst in der Hand gehabt, sondern auch im Benchmark PCmark 10 sowie im Alltag auf die Probe gestellt. Dazu zählen insbesondere typische Office-Tätigkeiten wie der Einsatz von Microsoft Teams oder Browsen im Netz, aber auch die Übertragung größerer Datenmengen auf den PC. Spiele sind in dieser Preisregion kaum denkbar, weswegen wir von Spieletests meist absehen. Lediglich ältere oder weniger anspruchsvolle Titel können auf den Geräten mit AMD-Ryzen-CPU laufen. Auf den Geräten mit schwächeren Prozessoren, wie Intel N100, N97 oder N150, ist auch das nicht möglich.
Bei unseren Tests achten wir neben Leistung und Performance (Ruckler, Ladezeiten & mehr) auch auf die Lautstärke der Rechner – schließlich möchte man im Alltag nicht vom schnaufenden Computer abgelenkt werden.
Wirklich hundertprozentig leise sind nur passiv gekühlte Mini-PCs wie der Minix Z100. Auffällig war in den Tests in der Vergangenheit, dass vorwiegend frühere Mini-PCs von Geekom besonders laute Lüfter hatten. Im Unterschied zur großen Mini-PC-Bestenliste über alle Preisbereiche hinweg sind hier nur vier Mini-Computer mit AMD Ryzen ausgestattet und sechs mit Intel-Prozessoren. Dabei geht es von Intel Celeron bis Intel Core, wobei sich hier neben dem verbreiteten Intel N100 nur ein Intel Core i3 hervortut. Positiv kann neben der reinen Leistung auch ein besonders kompaktes Design oder eine geringe Lautstärke auf die Wertung Einfluss nehmen. Auf USB-Anschlüsse gehen wir nur bei Besonderheiten wie USB-4 oder Stromversorgung über USB-C ein.
Wer im Budget-Bereich bleiben will, für den gibt es neben Modellen mit Windows auch Mini-PCs mit anderen Systemen. Diese zeigen wir in unserem allgemeinen Ratgeber: Mini-PCs als Desktop-Ersatz ab 119 Euro – Windows, Linux oder Chrome OS. Dazu gehören unter anderem Mac Minis oder Chromeboxen.
Abseits der kompakten Mini-Computer gibt es mit den Chromebooks günstige Laptop-Alternativen. Was man dafür erwarten kann, erklären wir im Ratgeber Laptop in günstig: Chromebook als flotte Windows-Alternative ab 129 Euro. Einen allgemeinen Überblick, welche günstigen und dennoch guten Arbeitsgeräte es unabhängig vom Betriebssystem unter 500 Euro gibt, verschafft unser Ratgeber Laptop für Studium und Schule: Günstig und dennoch gut schon ab 199 Euro.
Gerade im günstigen Preisbereich von unter 300 Euro bekommt man bei Mini-PCs brauchbare Hardware, was bei Laptops häufig nicht der Fall ist. Wer sparen will und Monitor und weitere Peripherie bereits besitzt, fährt mit den kompakten Computern wesentlich günstiger.
Ganz abseits des klassischen Einsatzes im Office-Betrieb kommen sie aber auch als Alternative zum Raspberry Pi für Anwendungen im Smart-Home-Bereich oder für den Betrieb kleiner Infobildschirme infrage. Hier bieten sie deutlich größere Leistungsreserven zu konkurrenzfähigen Preisen.
Unsere zehn Geräte zeigen, dass man sich mit 4 GB RAM im Jahre 2025 auf gar keinen Fall abspeisen lassen sollte. Wer aber langfristig etwas von seinem Rechner haben will, sollte mehr RAM verwenden. Für moderne Computer mit Windows sollte man eher auf 16 GB RAM setzen, 8 GB sind das unterste Minimum. In jedem Fall zeigt unser Vergleich, dass 4 GB in keinem Preisbereich mehr zu rechtfertigen sind. Gerne gespart wird bei den günstigen Systemen zudem bei der Verarbeitung, der Anschlussausstattung und den Geschwindigkeitsstandards bei WLAN und Bluetooth. Der Testsieger ist abermals ein Mini-PC mit Ryzen-Chip: der U58/NPC Air mit Ryzen 7 5825U.
Alles in allem zeigt sich, dass der Weg des Preises bei Budget-Mini-PCs weiterhin nur einen Weg kennt: runter. Für bis zu 300 Euro gibt es inzwischen leistungsfähige Hardware mit dem AMD Ryzen 7 – ein Rundum-sorglos-Paket. Selbst für unter 200 Euro gibt es noch sinnvolle Konfigurationen, die im Homeoffice echt Spaß machen. Unser Vergleich zeigt, dass gute Hardware nicht teuer sein und ein Mini-PC für jedermann nicht mehr als 300 Euro kosten muss.
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David Bettger von 08.06.2025
Gxmo oder Alliwava, egal: Der U58 bietet zum Knüller-Preis von 279 Euro ein starkes Gesamtpaket mit Ryzen 7 & 32 GB RAM.
Der Mini-PC U58 ist ein klassisches Whitelabel-Gerät, das ohne Markenaufschrift auf dem Karton daherkommt. So gibt es ihn nun zwar nicht mehr unter dem Namen Gxmo, wie wir ihn noch bekommen haben. Stattdessen wird er als Aliwava U58 mit 32 GB Arbeitsspeicher (RAM) oder als N-One NPC Air mit 16 GB RAM vertrieben. Zudem gibt es den PC inzwischen mit dem Ryzen 7 5825U – der Klassiker des Preisbereichs um 300 Euro. Mit 512 GB Speicher ist der U58 wieder ein starker Mitstreiter für die Einstiegsklasse.
Update: Ursprünglich verwendete der U58 einen Ryzen 7 5800U. Mit diesem Chip ist der Mini-PC inzwischen aber nicht mehr verfügbar. Um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten, haben wir den Mini-PC am 08. Juni 2025 mit dem inzwischen verfügbaren Prozessor, dem Ryzen 7 5825U, erneut getestet. Das Gehäuse sowie die weitere Ausstattung sind dabei größtenteils unverändert. Nachfolgend zeigen jetzt beide CPUs im Vergleich, ob also die Leistung, der Verbrauch und die Lautstärke vergleichbar sind und welche Besonderheiten die neue Variante bietet.
Zum 03. Januar 2026 ist der Alliwava U58 bei Banggood massiv im Preis gestiegen auf über 360 Euro. So viel ist der PC in unseren Augen aber definitiv nicht wert, hier bekommt man bereits deutlich bessere Hardware fürs Geld. Der U58 war bislang primär durch den guten Preis so attraktiv.
Hintergrund für den Anstieg ist auch hier nach Angabe des Shops die Kostenexplosion bei Speicherchips. Da es sich um ein Whitelabel-Produkt handelt, gibt es den Mini-PC nicht nur unter dem Namen Alliwava, sondern auch als N-One NPC Air. Unter dieser Marke ist er weiterhin zu einem Preis von 277 Euro erhältlich.
Im U58 arbeitete ursprünglich der Ryzen 7 5800U mit acht Kernen und 16 Threads. Die Zen-3-Kerne takten zwischen 1,9 und 4,4 GHz bei einer TDP (Thermal Design Power) zwischen zehn und 25 Watt. Die CPU ist dank moderner Architektur sehr effizient und eignet sich neben einfachen Office-Arbeiten auch für leichtes Gaming. Dies ist vorwiegend auf die stärkere integrierte Grafikeinheit Vega 8 zurückzuführen, im Unterschied zum Angebot von Intel.
Als Massenspeicher kommt eine M.2-SSD mit 512 GB zum Einsatz. Diese erzielt in Crystaldiskmark eine Lesegeschwindigkeit von 2575 MB/s und im Schreiben 1864 MB/s. Damit bietet sie also nicht nur viel Speicherplatz, sondern ist auch ziemlich schnell. Insbesondere in dieser Preisklasse sind solche Werte keineswegs selbstverständlich.
Außerdem kann die SSD im Formfaktor M.2-2280 nachträglich ausgetauscht werden, sollte der Speicherplatz doch einmal knapp werden. Zusätzlich bietet der U58 noch einen 2,5-Zoll-Käfig für eine weitere SDD oder auch HDD.
Beim RAM gibt es 16 GB mit 3200 MT/s (Mega Transfers per Second). Diese sind in Form von einem SO-DIMM-Modul – anders als es einige Produktbilder vermuten lassen – mit DDR4-Standard verbaut. Somit kann der RAM problemlos nachträglich ausgetauscht werden.
Für das Anschließen von Bildschirmen stellt der U58 neben zweimal HDMI auch einen USB-C-Port mit Displayport Alt-Mode bereit. Zusätzlich gibt es einmal Gigabit-LAN.
Die Standards der Drahtlos-Schnittstellen sind mit Bluetooth 5.2 und Wi-Fi 6E ausreichend aktuell. Speziell im Preisfeld unter 300 Euro ist selbst Wi-Fi 6 selten – leider. Der aktuelle Standard wäre natürlich Wi-Fi 7, der jedoch selbst bei Modellen über 700 Euro noch kaum Verbreitung findet.
Kommen wir zur neuen, anderen Ausstattungsvariante des U58. Seit Kurzem wird das Modell statt mit dem Ryzen 7 5800U mit einem Ryzen 7 5825U ausgeliefert. Dabei handelt es sich zwar auch um einen Chip der Cezanne-Generation auf Basis der Zen-3-Architektur, allerdings stammt er aus 2022 statt wie für Cezanne üblich 2021. Bei dieser Wiederauflegung (Refresh) der Architektur wurde der Prozessortakt um 100 MHz erhöht und liegt nun zwischen 2,0 GHz und 4,5 GHz. Die Fertigungstechnologie bleibt mit 7 nm dieselbe. Auch gibt es nach wie vor acht Kerne bei 16 Threads. Die TDP ist üblicherweise beim 5825U bei 15 Watt spezifiziert, die maximale Betriebstemperatur ist mit 95 Grad niedriger. Die integrierte Grafikeinheit bleibt die Radeon RX Vega 8.
Beim RAM bekommt man 32 GB in zwei SO-DIMM-Modulen von SK-Hynix nach DDR4-Standard mit 3200 MT/s. Die M.2-SSD im Formfaktor 2280 kommt von KingSpec und liefert ähnliche Ergebnisse wie das ursprüngliche Modell. Im Speicherbenchmark Crystaldiskmark bekommen wir mit 2313 MB/s beim Lesen etwas geringere Resultate, beim Schreiben mit 1972 MB/s hingegen einen höheren Wert. Insgesamt auf einem für NVMe-SSDs durchschnittlichen, okayen Niveau, auch wenn es deutlich schnellere Modelle gibt – was für diesen Preis aber nicht erwartbar ist.
Die Anschlussausstattung ist hingegen vollkommen gleich geblieben gegenüber der 5800U-Variante: USB-C, HDMI, Wifi 6E und Bluetooth 5.2. Als Netzwerkkarte kommt die Mediatek MT7922 zum Einsatz.
Der Ryzen 7 5800U ist die absolute Standard-Wahl bei Mini-PCs im Preisbereich um 300 Euro. Das ist eine gute Sache, da dieser eine starke Preis-Leistung bietet und zudem dank Zen-3-Architektur effizient arbeitet. Das große Gaming-Erlebnis kann man hier aber weiterhin nicht erwarten. Im PCmark 10 erreicht der U58 im Schnitt 5580 Punkte und gehört damit zu den schwächeren Prozessoren dieses Typs.
In Geekbench 6 liegt er mit 1921 Punkten im Single-Core voll im Schnitt. Im Multi-Core ist er mit 6274 wieder mal ein gutes Stück schwächer als erwartet. Auch die Grafikleistung, gemessen im OpenCL-Benchmark in Geekbench 6, liegt mit 13.732 Punkten deutlich unter dem Erwartungswert. Das gleiche Bild zeichnet sich auch in Cinebench R24 ab, hier erhalten wir 73 Punkte im Single- und 435 Punkte im Multi-Core. Die Leistung in Time Spy ist, wie mittlerweile schon zu erwarten, mit 952 Punkten, zusammengesetzt aus 832 Grafik- und 5215 CPU-Punkten, ebenfalls vergleichsweise schwach.
Wie üblich für diesen Preisbereich haben wir den U58 ebenfalls einem Spieletest in Anno 1800 unterzogen. Der Ryzen 7 liefert bei einem fortgeschrittenem Endlosspiel mit Blick auf eine 50000-Einwohner-Stadt durchschnittlich 26 FPS. Wir spielen dabei in Full-HD mit niedrigen Einstellungen und aktiviertem FSR (Fidelity FX Super Resolution) im Modus „Ausgewogen“. Das entspricht größtenteils den Erwartungen und bietet für diese Art von Spiel noch ein ausreichend gutes Spielerlebnis.
Die Performance gegenüber dem 5800U ist deutlich besser. Bei PCMark 10 gibt es im Durchschnitt 5756 Punkte, wobei die meisten Ergebnisse bei über 5900 Punkten liegen und nur ein Wert mit 5165 Punkten das Ergebnis herunterzieht. Wir vermuten, dass Windows dabei im Hintergrund Updates durchgeführt hat und die Systemleistung dadurch beeinträchtigt wurde. Das PCMark-Ergebnis ist im Vergleich also um knapp 350 Punkte oder 6 Prozent besser gegenüber dem Ryzen 7 5800U, wenn wir den Ausrutscher weglassen.
Bei 3DMark Time Spy fällt das Resultat umso drastischer aus: Der System-Score liegt bei 1359 Punkten, der für die CPU bei 5641 und der für die Grafikeinheit bei 1199 Punkten. Damit schneidet die CPU um 400 Punkte, die Grafik um 350 Punkte und das gesamte System um knapp 400 Punkte besser ab als zuvor. Beim Cross-Plattform-Benchmark Geekbench 6 fällt das Ergebnis im Single-Core nicht ganz so drastisch aus und liegt bei 1954 Punkten gegenüber 1921 Punkten. Dafür sticht der 5825U den 5800U im Multi-Core um fast 2000 Punkte aus und landet bei 8209 Punkten (5800U: 6274). Im OpenCL-Benchmark ist der Score mit 16.970 Punkten sogar um 3000 Punkte höher. Bei Cinebench gibt es im Multi-Core 459 Punkte und im Single-Core 82 Punkte.
In der Praxis kann das System mit 5825U dem Ryzen 7 5800U ebenfalls ein Stück weit enteilen. Zwar kann man – für die Preisklasse üblich – noch immer nicht moderne Titel zocken, sondern nur etwas ältere Spiele in Full-HD und reduzierten Einstellungen. Doch Anno 1800 läuft etwa beim Blick auf eine 20.000-Einwohner-Stadt mit knapp 30 FPS bei aktiviertem FSR (Fidelity FX Super Resolution) in niedrigsten Optionen. Das ist spielbar, allerdings geht auch hier die Schönheit und Detailverliebtheit der Szenerie weitestgehend verloren. Angesichts dieser Resultate, die wir so auch erwartet haben, ist an andere Spiele, wie Counter Strike 2 oder Cities Skylines 2 kaum zu denken.
Der Mini-PC kommt mit Windows 11 Pro und den üblichen, vorinstallierten Programmen. Ein vollständiger Systemscan mit Windows Defender spürte keine Viren auf. Die Installation von Linux dürfte ebenfalls für den Einen oder Anderen von Interesse sein. Hier gibt es gute Nachrichten: Wir konnten Ubuntu 24.04.1 problemlos über die Auswahl unseres USB-Sticks im erweiterten Startmenü starten und installieren.
Mit Ryzen 7 5800U arbeitet der U58 mit 12 Watt im Idle sehr sparsam. Unter Last kann der Verbrauch auf etwa 42 Watt ansteigen. Hier vermuten wir das Leistungsdefizit, da gleiche Modelle einen Verbrauch von bis zu 54 Watt erlauben. Bei längerer Zeit unter Last fällt der Verbrauch auf etwa 27 Watt ab. Wir konnten den maximalen Takt von 4,4 GHz nur kurz messen, danach fällt dieser zügig auf 2,5 GHz ab. Über längere Zeit liegt der Takt dann bei 2 GHz. Dafür sind die Temperaturen der CPU mit maximal 80 Grad und bei der GPU mit maximal 68 Grad vollkommen unbedenklich.
Unter Last mit dem Stresstest von Aida64 liegt der Takt zunächst bei 3,3 GHz, fällt dann aber auf 2,9 GHz und nach einiger Zeit weiter auf 2,7 GHz. Die Temperatur bleibt anfänglich bei 78 Grad, steigt im Verlauf aber auf etwa 82 Grad. Der Verbrauch liegt unter Volllast kurz bei 55 Watt und fällt dann auf 42 Watt ab, wo er stabil verweilt. Im Normalbetrieb sind es meist 13 Watt, beim Browsen bis zu 25 Watt.
Der Lüfter ist eine klare Schwäche des U85 und das nicht etwa wegen der Lautstärke. Befindet sich der Mini-PC im Idle, dann stoppt der Lüfter kurzzeitig, nur um wenig später wieder erneut aufzudrehen. Das ist gerade in einer stillen Umgebung doch sehr störend. Hier wird der Lüfter schon bis zu 27 dB(A) laut. Unter Last liegt die Lautstärke bei 31 dB(A) am Gehäuse und 19 dB(A) in einem Meter Entfernung. Wir haben dabei mit einer App auf dem Smartphone gemessen. Tatsächlich wirkt der U58 durch den offenen Deckel noch einmal etwas lauter, als es die Messung wiedergibt.
Unterschiedliche Lüfterprofile, etwa im BIOS, gibt es beim U58 nicht. Generell ist das BIOS sehr einfach gehalten und bietet kaum Einstellungsmöglichkeiten. Den Lüfter bändigen kann man durch BIOS-Updates und eine Anleitung im Forum von Alliwava, worauf uns ein Leser hingewiesen hat. Beim Selbstversuch gelang das Unterfangen zwar, allerdings haben wir ein paar Dinge festgestellt, die nicht erwähnt werden, aber fürs Gelingen wichtig sind: Man benötigt einen auf FAT32 formatierten USB-Stick. Die benötigten, heruntergeladenen Dateien dürfen auf ebendiesem USB-Stick nicht in einem Unterordner abgelegt sein, sonst gelingt das Update nicht. In jedem Fall ist der Lüfter hinterher deutlich und vor allem öfter schweigsamer.
Auch bei der Variante mit 5825U dreht der Lüfter gewaltig auf, im Test messen wir in der Spitze happige 43 dB(A) am Gehäuse und 37 dB(A) aus einem Meter Entfernung. Der Lüfter verursacht dabei ein leicht pfeifendes Nebengeräusch und erinnert gewissermaßen an den Start eines Düsenjets. Im Idle schaltet sich der Lüfter aber regelmäßig herunter auf unter 38 dB(A), bleibt aber immer hörbar.
Der U58 hat ein hochwertiges, matt-graues Metallgehäuse. Die Oberseite ist ein dünnes Meshgitter, ebenfalls aus Metall, das für einen guten Luftaustausch sorgt. Die Bodenplatte ist aus Plastik und ist mit Gummifüßen und einer Lasche, zum leichteren Entfernen des Bodens, versehen. Schön zu sehen ist hier, dass die Füße eine Aussparung für die vier Schrauben haben und dies nicht einfach überkleben. Mit 387 g und Außenmaßen von 126,3 × 113,5 × 43,3 mm ist der Mini-PC sehr kompakt.
Ursprünglich haben wir den U58 von Gxmo bekommen, unter diesem Namen ist er aber schon lange nicht mehr erhältlich.
Stattdessen wird das fast identische Modell Alliwava U58 auf Banggood mit einem Ryzen 7 5825U verkauft. Anders als unser Testgerät bekommt man hier sogar einen weiteren RAM-Stick mit 16 GB, sodass man einen Gesamtspeicher von 32 GB hat. Nachdem er dort bislang 279 Euro kostete, ist der Preis infolge der gestiegenen Kosten für Speicherchips nun auf 363 Euro angestiegen – in unseren Augen viel zu viel für diese Hardware und damit nicht zu empfehlen.
Allerdings haben wir nach kurzer Recherche diesen PC unter dem Namen eines weiteren Herstellers gefunden. Als N-One NPC Air gibt es ihn mit einem Ryzen 7 5800U oder 5825U und 16/512 GB für 277 Euro bei Banggood. Irritierend ist allerdings der Hinweis in der Produktbeschreibung, dass der Prozessor im versendeten Produkt zufällig zwischen den beiden CPUs ausgewählt wird. Wir haben den PC mit beiden CPUs getestet, die Unterschiede fallen durchaus ins Gewicht.
Mit USB-C und einem Metallgehäuse ist der U58 für seine Preisklasse gut und hochwertig ausgestattet. Den bisherigen, etwas schwachen Ryzen 7 5800U hat Alliwava inzwischen gegen den deutlich frischeren Ryzen 7 5825U ausgetauscht. Der bringt nicht nicht nur bessere Ergebnisse, sondern ist auch effizienter. Als größtes Manko sehen wir in beiden Fällen, egal ob Ryzen 7 5800U oder 5825U, den Lüfter, der auf Dauer sehr störend wird.
Preislich ist durch die Kostenexplosion bei Speicherchips aber eine größere Unruhe hineingekommen, und so kostet der U58 unter dem Namen von Alliwava über 360 Euro – womit für diese Variante unsere Kaufempfehlung entfällt. Die gebotene Hardware kann mit den Vergleichsprodukten zu diesem Preis nicht mehr mithalten, hier bekommt man anderswo wesentlich mehr für sein Geld. Der Alliwava U58 verliert somit seine bisherige Attraktivität und den Testsieg.
Dadurch, dass es den PC von mehreren Herstellern gibt, haben wir jedoch ein Alternativangebot gefunden, wodurch der U58 weiterhin Testsieger der Mini-PCs bis 300 Euro bleiben kann. So gibt es ihn als N-One NPC Air für 277 Euro – zwar nur mit 16 GB RAM, aber dennoch attraktiv angesichts der aktuellen allseitigen Preisansteige bei vielen Mini-PCs.
Für diejenigen, einen hochwertigen Mini-PC mit guter Leistung zum fairen Preis wollen, ist der U58 nahezu alternativlos.
Wer bei einem chinesischen Händler kauft, bezahlt in vielen Fällen weniger. Allerdings besteht im Gewährleistungs- oder Garantiefall die Gefahr eines schlechteren Service. Außerdem ist das Einfordern von Verbraucherrechten (Rückgabe, Gewährleistung) mit Hürden versehen oder nicht möglich. Wir verlinken hier Händler, mit denen wir im Allgemeinen gute Erfahrungen gemacht haben.
Silas Zbornik von 23.12.2025
Der Mini-PC Trycoo WO4 5600H kommt mit 16 GB DDR4 RAM, Ryzen-5-Prozessor und 512 GB SSD und das für nur 300 Euro.
Der Trycoo WO4 5600H ist mit einem AMD Ryzen 5 5600H, 16 GB RAM und 512 GB Speicher ausgestattet und so für den Einsatz als kleine Büromaschine eigentlich ideal. Nützliche Features wie zwei LAN-Ports, drei Display-Anschlüsse sowie ein durchdachtes Gehäuse machen den Mini-PC zumindest auf dem Papier zu einer attraktiven Mittelklasse-Lösung. Was er sonst noch kann und wo er eventuell weniger glänzt, zeigen wir im Test.
Unter der Haube des Trycoo WO4 5600H befindet sich ein AMD Ryzen 5 5600H (Codename Cezanne-H) mit 6 Zen3-Kernen und 12 Threads, der mit maximal 4,2 GHz taktet. Der Grundtakt beträgt 3,3 GHz, während die TDP bei 45 Watt liegt. Als Arbeitsspeicher stehen 16 GB SO-DIMM DDR4 mit 3200 MT/s auf einem Modul zur Verfügung. Über einen zweiten Slot kann der Arbeitsspeicher auf insgesamt 64 GB erweitert werden. Die M.2 2280 PCIe 3.0 NVMe SSD liefert 512 GB an Speicherplatz. Damit kommt man je nach Einsatzzweck relativ schnell an seine Grenzen. 1 TB wären hier natürlich besser gewesen. Via Crystaldiskmark prüfen wir die Lese- und Schreibgeschwindigkeit der SSD. Beim Lesen erreicht sie knapp 3340 MB/s, beim Schreiben sind es 2702 MB/s. Auch die SSD ist aufrüstbar, maximal 4 TB werden unterstützt. Eine SATA 2.5 HDD mit 500 GB oder 1 TB Speicherplatz (7200 rpm) unterstützt der Mini-PC ebenfalls.
Der Trycoo WO4 5600H hat mit HDMI 2.0, Displayport 1.4 und USB-C drei verschiedene Display-Anschlüsse, die jeweils 4K bei 60 Hz unterstützen. Außerdem verfügt er über zwei USB-3.2-Anschlüsse sowie einen 2,5-mm-AUX-Anschluss. Zwei weitere USB-Ports (3.0) befinden sich auf der Rückseite des Trycoo WO4 5600H. Neben dem 2,5-Gigabit-LAN steht ein weiterer 1-Gigabit-LAN-Port zur Verfügung. Im Hinblick auf die drahtlosen Schnittstellen ist er mit Wifi 6 und Bluetooth 5.3 via Realtek 8852BE ausgestattet. Für die Ethernet-Verbindung kommt Realtek Gaming 2.5 GbE zum Einsatz.
Der Mini-PC bezieht Strom über ein Netzteil mit DC-Rundstecker.
Der Ryzen 5 5600H erzielt in PCmark 10 einen Gesamtwert von 6160 Punkten. Bei 3DMark und dem Benchmark Time Spy erzielt er nur einen Gesamtscore von 1002 Punkten. Dieser setzt sich aus 875 Punkten für die Grafik und 5740 für die CPU zusammen. Bei Cinebench 24 prüfen wir sowohl die Multi-Core- als auch die Single-Core-Performance des Prozessors. Hier erzielt der Ryzen 5 5600H 511 Punkte im Multi- und 83 Punkte im Single-Core-Test. Im Cross-Platform-Benchmark Geekbench 6 schauen wir uns ebenfalls Single- sowie Multi-Core-Leistung an. Der Single-Core-Score liegt bei 1905, der Multi-Core-Score bei 6607. Bei OpenCL erreicht der Mini-PC 12.723 Punkte.
Für Gaming ist der Trycoo WO4 5600H ganz klar nicht ausgestattet. Die meisten alltäglichen Büroaufgaben wie der Umgang mit den Office-Anwendungen von Microsoft, Internetbrowsern sowie Durchführen von Audio- und Videocalls ist er definitiv imstande.
Im Idle benötigt der Trycoo WO4 5600H im Schnitt etwa 10 Watt, während die CPU-Temperatur bei etwa 40 °C liegt. Unter Volllast bewegt sich der Verbrauch durchschnittlich zwischen 30 und 35 Watt, mit Spitzen von knapp 57 Watt und einer CPU-Temperatur von maximal 75 °C.
Der Lüfter befindet sich auf der Unterseite des Mini-PCs. Im Idle ist der Trycoo WO4 5600H kaum zu hören und hält sich geräuschtechnisch bei etwa 20 dB(A) auf (direkt am Gerät per Smartphone-App gemessen). Unter Volllast erreicht er laut unserer Messungen im Schnitt 44 dB(A). Die Messung per Smartphone-App soll hier nur als grober Richtwert dienen und ist nicht mit denen von professionellem Equipment gleichzusetzen.
Der Trycoo WO4 5600H kommt von Werk aus mit Windows 11 Pro (Version 22H2) vorinstalliert. Das Betriebssystem lässt sich beim ersten Start des Rechners problemlos ohne Internetverbindung einrichten und enthält keine zusätzlich installierte Bloatware außer den mit Windows 11 standardmäßig mitgelieferten Programmen wie Clipchimp und Co. Ein vollständiger Systemscan mit Microsoft Defender attestiert zudem keinerlei verdächtige Dateien auf dem Computer.
Wir testen Ubuntu per Boot-Stick und sind in der Lage, es problemlos auf dem Trycoo WO4 5600H zu nutzen. Durch Drücken der F7-Taste beim Hochfahren rufen wir das Boot-Menü auf und wählen den Stick aus. Ubuntu erkennt unser WLAN-Netzwerk und verbindet sich nach Eingabe des Passworts anstandslos mit dem Internet. Bluetooth sowie die Audiowiedergabe funktionieren ebenfalls von vornherein reibungslos.
Das Gehäuse des Trycoo WO4 5600H überzeugt durch eine saubere Verarbeitung. Es ist vollständig aus Plastik und wirkt ausreichend robust. Farblich setzt man hier auf schlichtes Grau und Schwarz sowie orangefarbene Akzente, etwa am Power-Button. Bis auf die glänzende Vorderseite ist das Gehäuse matt. Seitlich und auf der Unterseite befinden sich Lüftungsschlitze. Praktisch: Ein abziehbarer Aufkleber auf dem Deckel informiert über die Tasten, um auf das BIOS oder die Boot-Optionen zuzugreifen. Das erspart ein nerviges Herumprobieren. Zwei weitere abziehbare Aufkleber blockieren die LAN-Buchsen mit dem Hinweis, die Ersteinrichtung von Windows ohne Internetverbindung durchzuführen, um Zeit zu sparen.
Dank des magnetischen Deckels des Gehäuses hat man in wenigen Augenblicken Zugriff auf die einzelnen Komponenten des Mini-PCs. Das erleichtert die Wartung ungemein und ist auch der Langlebigkeit des Gehäuses zuträglich. Um an den Lüfter zu kommen, muss man die vier Schrauben an der Unterseite des 128 × 128 × 52 mm großen Gehäuses entfernen.
Den Trycoo WO4 5600H gibt es bei Amazon für 300 Euro.
Der Trycoo WO4 5600H stellt für 300 Euro ein gutes Gesamtpaket aus Leistung und sinnvollem Design dar. Der AMD Ryzen 5 5600H überzeugt bei einfachen Büroaufgaben, während die drei Display-Anschlüsse und zwei LAN-Ports den Funktionsumfang des Mini-PCs erweitern. Durch einen magnetischen Deckel muss man für den Austausch von RAM oder der SSD nicht jedes Mal das Gehäuse aufschrauben. Letzteres überzeugt übrigens durch eine saubere Verarbeitung und Robustheit. Trotz einer fehlenden Stromversorgung durch USB-C und eines etwas laut werdenden Lüfters unter Volllast ist der Trycoo WO4 5600H eine attraktive Option der günstigen Mittelklasse.
Jonas Bettger von 18.03.2024
Ein Mini-PC, der diesem Namen alle Ehre macht: Der Blackview MP80 ist nicht nur wahnsinnig handlich, sondern dafür auch echt gut ausgestattet. Was er so kann, zeigt unser Test.
Der Blackview MP80 ist der zweite Mini-PC des uns bereits von zahlreichen Outdoor-Smartphones (Bestenliste), preiswerten Tablets (Bestenliste) sowie Powerstations bekannte Herstellers aus Fernost. Dabei wird dieses Modell dem Begriff Mini-PC so gerecht, wie noch kein Modell in unseren Tests, denn das Gehäuse ist richtig handlich. Dafür hat der Mini-PC mit sparsamen Intel Alder Lake N97, 16 GB Arbeitsspeicher (RAM) und 512 GB SSD-Speicher richtig viel zu bieten. Und das nicht einmal zu einem hohen Preis – der MP80 beginnt preislich bei rund 185 Euro (je nach Ausstattung).
Was der Blackview MP80 so alles schafft, zeigt unser Testbericht (Testzeitpunkt: 31. Januar 2024). Den Mini-PC haben wir von Blackview zur Verfügung gestellt bekommen.
Im mattschwarzen Kunststoffgehäuse des Blackview MP80 steckt in unserem Fall ein Intel Alder Lake N97, dem 16 GB RAM nach dem neuen und flotten DDR5-Standard zur Seite stehen. Es gibt ihn aber auch mit dem schwächeren N95-Prozessor oder einem Celeron N5095 bei gleicher Speicherausstattung.
Das 512 GB Speichermedium ist zwar ein M.2-Steckriegel, setzt aber nur auf langsame SATA-Geschwindigkeiten. Im Benchmark Crystaldiskmark kommt sie nur auf etwa 550 MByte/s. Das reicht aus und ist besser als jede HDD, für eine SSD aber langsam.
Das Potpourri an Anschlüssen ist üppig, wir vermissen USB-C und Displayport, für den aufgerufenen Preis ist ihr Fehlen verschmerzbar. Über HDMI kann man drei Monitore anschließen, üblich sind in dieser Preisklasse nur zwei. Ebenso positiv fallen die zwei Ethernet-Ports auf, was den Mini-PC auch für den Einsatz als Firewall-Appliance für OPNsense, Pfsense oder andere Open Source-Firewalls geeignet macht.
Der Blackview MP80 richtet sich an weniger anspruchsvolle Anwendungsfelder, wie im Homeoffice oder für den Einsatz im Smart Home (Ratgeber). Dafür spricht auch das Benchmark-Ergebnis in PCmark 10, in dem der Mini-PC auf solide 3367 Punkte kommt. Unter den günstigen Mini-PCs gehört er damit zu den stärksten Modellen, gegen die PCs mit Ryzen-Prozessoren stinkt er aber ziemlich ab – doch die kostet auch knapp 50 bis 100 Euro mehr.
Während sich Bildbearbeitung noch recht problemfrei machen lässt und auch ein Büroalltag mit Microsoft Teams den Mini-PC nicht aus der Puste bringt, ist bei intensiver Videobearbeitung mit Effekten und aufwendigem Rendering Schluss. Der MP80 gehört hier mehr zur Fraktion Capcut und Windows Movie Maker. An Gaming ist hier wenig zu denken. Das liegt natürlich daran, dass hier nur ein integrierter Grafikchip zum Einsatz kommt, aber auch, dass die Chips von Intel bei der Grafik besonders leistungsschwach sind. AMD-Konkurrenten sind traditionell schneller.
Was die Lautstärke angeht, würden wir den MP80 als unauffällig bezeichnen. Es gibt einen aktiven Lüfter, der aber laut Blackview durch den Einsatz eines bürstenlosen Motors deutlich leiser läuft. Im Test können wir das bestätigen, die Lautstärke des Mini-PCs ist so gering, dass wir eine klare Dezibel-Zahl kaum herauskristallisieren können. In jedem Fall liegt sie deutlich unter 35 Dezibel und ist nur schwer von Umgebungsgeräuschen zu unterscheiden. Ein positives Beispiel, da gerade Modelle von Geekom keine ordentliche Lüftersteuerung haben und immer laut aufdrehen. Schwächere Mini-PCs sind jedoch ohnehin leiser, da die Wärmeentwicklung sich durch die geringere Leistung in Grenzen hält.
Allen voran gefällt uns am Blackview MP80 besonders die geringe Größe. Das 87,8 x 87,8 x 37 Millimeter große schwarze Kunststoffgehäuse lässt sich damit noch leichter verbergen. Auch der Transport im Rucksack ist so leicht möglich, wobei auch noch das erstaunlich geringe Gewicht von nur 215 Gramm hilft. Einen so leichten oder einen so kleinen Mini-PC hatten wir noch gar nicht im Test, die Kombination von beidem macht die Sache noch interessanter.
Abseits davon ist der Blackview MP80 auch hübsch anzusehen – dazu trägt nicht nur die matte Gehäuseverarbeitung und die minimalistische Machart bei, sondern auch die schicke Beleuchtung, die einmal rund um den Gehäuseboden geht. Sie fungiert als Status-LED und verfärbt sich je nach Betriebszustand von blau zu rot.
Aktuell kostet der Blackview MP80 mit dem Intel N95 und 12/256 GB bei Ebay rund 185 Euro. Die Variante mit Intel N5095 und 16/512 GB liegt bei 210 Euro.
Zum Testzeitpunkt am 31. Januar 2024 kosteten die Varianten mit N95 und N97 über 200 Euro. Zwischenzeitlich war das Gerät aber auch schon ab 130 Euro zu haben.
Der kleine Blackview MP80 weiß uns richtig zu überzeugen, denn im kleinen Gehäuse steckt verhältnismäßig viel Leistung bei echt geringer Lautstärke. Über 3200 Punkte im Benchmark sind wahrlich ordentlich, der Betrieb läuft flüssig.
Der Mini-PC ist ideal für den Einsatz als Smart-Home-Zentrale mit Home Assistant (Ratgeber), als Rechner für Anzeigen, Kassensysteme oder Ähnlichem. Für den Einsatz als Firewall-Appliance sprechen die beiden Ethernet-Ports. USB-C oder Displayport vermissen wir allerdings. Für den Preis von nur 200 Euro ist das aber verschmerzbar und so bekommt der Office-Mini-PC glatte vier Sterne und eine klare Empfehlung – eine runde Sache.