Heise 07.03.2026
20:00 Uhr

Top 10: Der beste Luftgütesensor im Test – CO₂, Schadstoffe & Schimmel im Blick


Smarte Luftgütesensoren messen Feuchtigkeit, Temperatur, CO₂, CO, VOC, Ozon, Feinstaub, Radon und mehr. Damit hat man Schadstoffe und Schimmelgefahr im Blick.

Top 10: Der beste Luftgütesensor im Test – CO₂, Schadstoffe & Schimmel im Blick

Nach seinem Studium begann Kai seine journalistische Laufbahn Mitte der 90er bei der PC Professionell. Für Heise Bestenlisten by TechStage berichtet er über interessante Produkte aus den Bereichen Smart-Home, Überwachungskameras, Balkonkraftwerke, Mähroboter und vieles mehr.

Smarte Luftgütesensoren messen Feuchtigkeit, Temperatur, CO₂, CO, VOC, Ozon, Feinstaub, Radon und mehr. Damit hat man Schadstoffe und Schimmelgefahr im Blick.

Menschen atmen pro Minute im Durchschnitt etwa 15 Mal ein und aus. Das macht pro Tag über 20.000 Atemzüge. Da ist es gut zu wissen, wie die genaue Zusammensetzung der Luft aussieht. Denn ein optimales Raumluftklima ist nicht nur gut für das Immunsystem, sondern auch von Vorteil, wenn es um die Vermeidung von Schimmel geht. Denn der schädigt nicht nur die Gesundheit, sondern kann auch die Bausubstanz in Mitleidenschaft ziehen.

Neben gesundheitlichen Aspekten ist eine optimale Luftqualität auch Voraussetzung, um produktiv arbeiten zu können. Hierbei ist hauptsächlich die Konzentration von CO₂ maßgeblich. Draußen liegt der Anteil von Kohlendioxid bei etwa 400 ppm, also 0,04 Prozent. Im kleinen Homeoffice mit nur einer Person kann der CO₂-Anteil schnell auf über 2000 ppm steigen und in kleinen Konferenzräumen mit mehreren Personen sind auch 5000 ppm oder mehr drin. Das Fatale dabei: Die Folgen einer hohen CO₂-Belastung wie Konzentrationsschwäche oder Kopfschmerzen treten auf, noch bevor man die schlechte Raumluftqualität wahrnimmt.

Das Problem betrifft besonders nach neuesten Energieeffizienzstandards errichtete Gebäude, die in der Regel keine aktive Lüftung bieten. Während in unsanierten Wohnungen nicht nur Wärme schnell entweicht, sondern auch CO₂ und Luftfeuchte, ist der Luftaustausch in energetisch sanierten Wohnungen deutlich geringer. Das hat zur Folge, dass bei fehlender regelmäßiger Frischluftzufuhr das Raumklima die Bildung von Schimmel begünstigt und sich Luftschadstoffe und CO₂ schneller anreichern und somit die Arbeitsproduktivität sinkt.

Smarte Raumluftsensoren können dabei helfen, das Schimmelrisiko und der Leistungsfähigkeit sowie der Gesundheit abträgliche Luftschadstoffe wie CO₂, flüchtige organische Verbindungen (TVOC, Total Volatile Organic Compounds) oder Feinstaub frühzeitig zu erkennen. Damit können Anwender Räume rechtzeitig lüften und gegebenenfalls einen Luftreiniger (Bestenliste) oder Luftentfeuchter (Ratgeber) aktivieren, um Bausubstanz, produktive Arbeitsumgebung und Gesundheit zu erhalten.

Mit 13 Sensoren erfasst der Air-Q Pro die meisten Daten zur Luftqualität. Ferner lässt er sich einfach in Smart-Home-Systeme (Bestenliste) wie Home Assistant oder Homey Pro integrieren. Die App zeigt nicht nur aktuelle Werte, sondern auch Verlaufsdaten. Außerdem bietet sie detaillierte Hintergrundinformationen zu den von den Sensoren erfassten Schadstoffen. Mit seinen LEDs signalisiert der Air-Q Pro, wie die Luftqualität die Gesundheit und Leistung beeinflusst. Allerdings ist der Air-Q-Pro mit einem Preis von knapp 600 Euro nicht gerade ein Schnäppchen.

Wer nicht so viel Geld ausgeben möchte, kann zum Raumluftsensor Airthings View Plus greifen, der aktuell für 208 Euro erhältlich ist. Dieser ermittelt mit Radon, CO₂, TVOC, PM2.5, Temperatur und Luftfeuchte die wichtigsten Werte zur Raumluftqualität (Detaillierte Informationen zu verschiedenen Schadstoffen bieten wir am Ende des Artikels). Wie den Air-Q-Pro können Anwender den preiswerten Raumluftsensor in Smart-Home-Systeme (Bestenliste) einbinden.

Wer sich nur für die Kohlendioxidkonzentration interessiert, wird mit dem Switchbot Meter Pro CO₂ für aktuell 56 Euro, dem Nedis Luftqualitätsmonitor für 72 Euro oder zum Netatmo Raumluftsensor für 89 Euro bestens bedient. Sie liefern zuverlässige Werte und lassen sich problemlos in Smart-Home-Systeme (Bestenliste) einbinden.

Ein Schnäppchen ist der Air-Q Pro für 589 Euro nicht gerade. Doch dafür erhält man das derzeit leistungsfähigste Luftqualitäts-Messgerät, das anhand von 13 Sensoren zahlreiche Messwerte zur Luftqualität in nahezu Realzeit liefert. Dank der Anbindung an ein Smart-Home-System wie Home Assistant oder Homey Pro können Anwender den Air-Q Pro für Automatisierungen nutzen.

Wer die Schimmelgefahr um Auge behalten oder einen dezenten Hinweis fürs rechtzeitige Lüften erhalten möchte, um ein produktives und gesundes Raumklima zu gewährleisten, benötigt ein Hygrometer mit CO₂-Sensor. Genau das bietet der Switchbot Meter Pro CO₂. Und das zu einem derzeit unschlagbaren Preis von nur 56 Euro.

Neben den leistungsstärksten Raumluftsensoren, die auch die CO₂-Konzentration erfassen, gibt es noch eine Reihe günstiger Varianten:

Der kreisrunde Sensor ohne Display, aber mit LED-Punkt, misst neben der Temperatur auch die Luftfeuchtigkeit und VOC, aber kein CO₂. Über diese Werte ermittelt der aktuell für 45 Euro erhältliche Airthings Wave Mini auch das Schimmelrisiko. Die Verbindung zum Smartphone erfolgt via Bluetooth, die Auswertung über eine App für iOS und Android. Die LED am Gerät aktivieren Nutzer, indem sie vor dem Gerät winken. Sie zeigt mit einem Farbcode die Raumluftqualität an und rät zum Lüften, wenn die Luftqualität dies erfordert. Eine Anbindung an den Google Assistant und den Automatisierungsdienst IFTTT ist möglich.

Der 80 Euro teure Amazon Smart Air Quality Monitor misst Temperatur, Luftfeuchtigkeit, CO, VOC und Feinstaub. Wir vermissen den für Innenräume so wichtigen CO₂-Wert. Aus den fünf gemessenen Werten erstellt das Gerät einen Luftqualitätswert zwischen 0 und 100, wobei 100 der beste zu erreichende Wert ist. Am Amazon Smart Quality Monitor selbst befindet sich eine in der App deaktivierbare LED, die farbig anzeigt, wenn die Luftqualität nachlässt und man lüften sollte.

Das Gerät kann als Aktor für Routinen agieren – allerdings gilt das nur für den Temperaturwert. So kann man etwa beim Überschreiten eines bestimmten Feinstaubwerts eine smarte Lampe aufleuchten lassen, ein smartes Heizkörperthermostat (Bestenliste) aufdrehen oder eine smarte Steckdose (Ratgeber) aktivieren. Es ist auch möglich, einzelne Werte in die Routinen einzubeziehen. Das ist sinnvoll, um etwa einen Luftreiniger (Bestenliste) beim Unterschreiten eines bestimmten Luftwertes zu aktivieren.

Um auf die Werte zuzugreifen, muss der Nutzer in der Alexa-App über „Alle Geräte“ den Sensor suchen und dort das Dashboard aktivieren. Das ist zu umständlich. Wer einen Amazon Echo Show (Vergleichstest) hat, kann sich das Dashboard über den Sprachbefehl „Wie ist die Luftqualität drinnen?“ anzeigen lassen und damit interagieren. Allerdings verschwindet die Anzeige nach wenigen Sekunden wieder. Es ist leider nicht möglich, sie dauerhaft darzustellen.

Das Äußere, die Installation und die Funktion als Aktor in Routinen des Alexa-Kosmos (Ratgeber) sind gelungen. Aber es fehlt der CO₂-Wert.

Der mit seinen Maßen von 15 × 54 × 54 Millimeter große Sensor Eve Room kann Temperatur, Luftfeuchtigkeit und VOC messen. Das Gerät steht auf dem Tisch oder hängt an der Wand. Der Akku erlaubt einen Betrieb von sechs Wochen, danach wird er über Micro-USB wieder aufgeladen. Ein monochromes E-Ink-Display zeigt die gemessenen Werte an. Die Eve-App bildet alle Messwerte in Diagrammen nach Stunden, Tagen, Wochen, Monaten und Jahren ab. Eve Romm kostet etwa 100 Euro, versteht sich jedoch nur mit Apples Homekit und gelangt so ins Smart Home. Was mit Apple Homekit alles möglich ist, zeigen wir im Ratgeber Apple Homekit: Endlich gute Smarthome-Steuerung.

Last but not least gibt es auch smarte Sensoren, die Temperatur und Luftfeuchte messen, sodass Anwender über die aktuelle Luftfeuchte informiert sind und somit das Schimmelrisiko im Blick haben. Hier gibt es Varianten mit und ohne Display. Die Preise beginnen ab 10 Euro.

Zu trockene Luft belastet die Schleimhäute und lässt sie austrocknen. Das führt zu gereizten Atemwegen und kann Krankheiten begünstigen. Zu hohe Luftfeuchtigkeit kann zu Schweißausbrüchen führen und Schimmel verursachen. Vor allem bei energetisch sanierten Wohnungen ist aufgrund der Dämmung die Schimmelgefahr hoch, wenn nicht regelmäßig gelüftet wird. Für die Luftfeuchtigkeit gelten Werte zwischen 40 und 60 Prozent als optimal.

In der Praxis ist vorwiegend das richtige Lüften und Heizen ein probates Mittel, um die Luftfeuchtigkeit im grünen Bereich zu halten. Beim Heizen könnten smarte Thermostate für Heizkörper (Bestenliste) und Fußbodenheizungen (Ratgeber) helfen. Dabei ist es einfacher, einen passenden Wert zu halten, als Extremwerte umzukehren. Sollten diese Maßnahmen nicht greifen, können Luftbefeuchter, -entfeuchter oder Zimmerpflanzen helfen. Letztere wandeln über das Chlorophyll in ihren Blättern mithilfe von Sonnenlicht Kohlendioxid (CO₂) unter anderem in Sauerstoff um (Fotosynthese). Das Gießen von Zimmerpflanzen sorgt für eine natürliche Luftbefeuchtung, da mehr als 90 Prozent des Gießwassers wieder an die Umgebung abgegeben wird. Mehr zu diesem Thema bietet unser Ratgeber Schimmel vermeiden, Immunsystem stärken: Smarte Technik für gutes Raumklima.

Laut der Weltgesundheitsbehörde (WHO) zählt die Luftverschmutzung zu einem der größten Umweltrisiken für die Gesundheit. Durch eine Verbesserung der Luftqualität sinkt das Risiko für zahlreiche Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzerkrankungen, Lungenkrebs und chronische und akute Atemwegserkrankungen, einschließlich Asthma.

Studien belegen, dass je geringer die Luftverschmutzung ausfällt, desto besser ist die kardiovaskuläre und respiratorische Gesundheit der Bevölkerung, sowohl langfristig als auch kurzfristig. Laut WHO lebten 2019 etwa 99 Prozent der Weltbevölkerung an Orten, an denen die Luftqualitätsrichtwerte der Gesundheitsbehörde nicht eingehalten wurden.

Schätzungen zufolge verursachte die Luftverschmutzung (Außenluftverschmutzung) in Städten und ländlichen Gebieten im Jahr 2016 weltweit 4,2 Millionen vorzeitige Todesfälle. Neben der Luftverschmutzung im Freien stellt aber auch die Schadstoffbelastung in Innenräumen ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar.

Nach Angaben des Umweltbundesamts halten sich die Menschen in Mitteleuropa durchschnittlich 90 Prozent ihrer Zeit in Innenräumen auf. Pro Tag atmet der Mensch je nach Alter und Aktivität 10 bis 20 m3 Luft ein.

Zur Verbesserung der Luftqualität existieren daher schon seit Jahren Grenzwerte für verschiedene Luftschadstoffe und Empfehlungen für ein besonders gesundheitsverträgliches Raumklima.

CO

CO (Kohlenmonoxid) ist gefährlich, besonders in Innenräumen mit Kamin und Gaskochern. Es entsteht bei unvollständiger Verbrennung und ist ein farb-, geruchs- und geschmacksneutrales Gas, welches in höheren Konzentrationen als starkes Atemgift wirkt.

In Ländern wie Großbritannien und den USA sind entsprechende Sensoren bereits häufig fester Bestandteil in vielen Haushalten. Diese erkennen im besten Fall frühzeitig einen erhöhten CO-Gehalt in der Luft und warnen die Bewohner.

Nebenwirkungen einer hohen CO₂-Konzentration: Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Leistungsabfall, erhöhtes Ansteckungsrisiko, erhöhte Atemfrequenz (Screenshot von Airthings View Plus).

CO₂

CO₂ ist geruchs- und geschmacksneutral, der Mensch kann es also nicht erkennen – zumindest nicht ohne Hilfsmittel. Da Menschen und Tiere CO₂ ausatmen, kann die Konzentration von Kohlendioxid, die natürlich bei 0,04 Prozent (400 ppm) liegt, schnell steigen. Diese Gefahr einer hohen CO₂-Konzentration besteht hauptsächlich in der kalten Jahreszeit, wenn Fenster und Türen überwiegend geschlossen bleiben. Die Harvard School of Public Health hat ermittelt, dass eine zu hohe CO₂-Menge in der Raumluft direkte Auswirkungen auf die Konzentrationsfähigkeit hat. Zu hoch sind Werte ab 1400 ppm (parts per million), als akzeptabel gelten 1000 bis 1400 ppm – optimal sind CO₂-Konzentrationen unter 1000 ppm.

Kohlenstoffdioxid-Werte können in schlecht gelüfteten Büros und Klassenzimmern schnell wachsen. Beispielsweise steigt in einem 3,5 bis 4 Quadratmeter großen geschlossenen Raum mit einer einzigen Person der CO₂-Gehalt in nur 45 Minuten von 500 ppm auf über 1000 ppm an.

Feinstaub

Feinstaub wirkt sich negativ auf den Gesundheitszustand des Menschen aus. Während in Außenbereichen häufig Autoabgase, Kraftwerke oder Industrie für den Feinstaub verantwortlich sind, treiben in Innenräumen Emissionsquellen wie Rauchen, Kerzen, Staubsaugen, Drucker und Kochen, genauer gesagt Braten den Feinstaubwert nach oben.

Auch wenn es für die Feinstaubbelastung in Innenräumen keinen festgelegten Wert gibt, ab wann diese als gesundheitsschädigend gilt, geht die WHO davon aus, dass jede Feinstaubkonzentration negative Auswirkungen auf den Menschen hat.

Wenn die Außenluft bereits mit Feinstaub belastet ist, hilft auch kein Lüften, um die Feinstaubkonzentration in Innenräumen zu senken. In diesem Fall sind Luftreiniger (Bestenliste) erste Wahl. Sie können bei richtiger Dimensionierung die Feinstaubkonzentration in Innenräumen innerhalb von wenigen Minuten absenken. Auch Zimmerpflanzen können das Raumklima nachhaltig verbessern.

Laut Umweltbundesamt gibt es für Feinstaub der Klasse PM10 einen Tagesgrenzwert von 50 μg/m³. Dieser darf lediglich an 35 Tagen im Jahr überschritten werden. Allgemein gilt ein maximaler Jahresmittelwert von 40 μg/m³. Für die kleineren Partikel PM2.5 gibt es von der EU und der WHO nur unverbindliche Zielwerte von 25 μg/m³. Für die kleineren und noch gefährlicheren Partikel existieren aktuell noch keine Grenzwerte.

Was ist Radon und warum ist es gefährlich?

Radon ist ein radioaktives Gas, das unsichtbar, geruchlos und geschmacksneutral ist. Es entsteht im Erdboden und kann aus dem Untergrund oder aus Baumaterialien entweichen – und von dort in Innenräume gelangen. Je nach Region variiert die Radon-Konzentration im Boden in Deutschland erheblich.

Das Bundesamt für Strahlenschutz warnt vor dauerhaft erhöhten Werten ab 300 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³) Raumluft. Denn die eigentliche Gefahr geht von den Zerfallsprodukten des Radons aus: Sie lagern sich beim Einatmen in der Lunge ab und schädigen das Gewebe durch Alpha-Strahlung. Langfristig kann das Lungenkrebs auslösen – oft erst Jahrzehnte nach der Exposition.

Damit ist Radon nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Schätzungen zufolge gehen mehr als sechs Prozent aller Lungenkrebstodesfälle in Deutschland auf eine zu hohe Radon-Belastung zurück – das sind rund 2.800 Tote pro Jahr. Damit fordert Radon mehr Todesopfer als der Straßenverkehr.

Das Risiko steigt kontinuierlich mit der Belastung: Laut Lungeninformationsdienst erhöht sich das relative Risiko pro 100 Bq/m³ Raumluft um etwa 16 Prozent. Je höher die Radonkonzentration und je länger der Aufenthalt, desto größer das Erkrankungsrisiko.

VOC/TVOC

Mit den flüchtigen organischen Verbindungen VOC (Volatile Organic Compounds) sind zahlreiche Stoffe gemeint, die bei gewissen Temperaturen in die Gasphase übergehen, sich also in der Luft befinden und eingeatmet werden. Sie können bei zu hoher Konzentration Beschwerden wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen und Reizungen der Atemwege hervorrufen. Die Gesamtzahl aller in der Luft befindlichen Stoffe wird als TVOC (Total Volatile Organic Compounds) bezeichnet.

Dabei ist es gar nicht so einfach, hohe VOC-Konzentrationen zu vermeiden. Die Verbindungen sind unter anderem in Möbeln, Farben, Stoffen und Reinigungsmitteln enthalten. Negative Auswirkungen auf die Gesundheit sind unter Umständen spürbar, obwohl viele Stoffe geruchs- und geschmacksneutral sind. Ganz vermeiden lassen sie sich nicht. Das Bundesumweltministerium empfiehlt, Produkte mit dem Siegel „Blauer Engel“ zu kaufen und Materialien zu verwenden, die laut AgBB-Bewertungsschema geprüft wurden. Auch hier gilt, wenn sich die Quellen nicht vollständig vermeiden oder beseitigen lassen: Lüften reduziert die VOC-Konzentration in Innenräumen.

Optimale Temperatur

Viele Raumluftsensoren messen zusätzlich die Temperatur. Laut Experten liegt im Schlafzimmer die optimale Raumtemperatur bei 16 bis 18 Grad Celsius, im Wohn- und Arbeitszimmer sowie der Küche sind 19 bis 22 Grad und im Kinderzimmer sowie Bad 22 bis 24 Grad optimal.

Durch eine kontinuierliche Luftqualitätsmessung und Benachrichtigungen bei Ausschlägen können Anwender für ein verbessertes Raumklima sorgen. Etwa durch rechtzeitiges Lüften, um der Schimmelgefahr oder der hohen CO₂-Konzentration und damit einer unproduktiven Arbeitsumgebung zu begegnen. Und wenn sich auf Basis dieser Werte noch Geräte wie smarte Fenster, Luftreiniger (Bestenliste) und Luftbe- und entfeuchter steuern lassen, verbessert sich das Raumklima in einem Smart Home ganz automatisch.

Wer nach dem Motto „Das Beste oder nichts lebt“, ist mit dem Air-Q Pro für 589 Euro am besten bedient. Der leistungsstärkste Luftgütesensor bietet insgesamt 13 Sensoren und eine tolle App sowie ein Desktop-Dashboard. Dort gibt es nicht nur detaillierte Statistiken zum Verlauf der Luftqualität, sondern auch nützliche Erklärungen und Ratschläge rund um das Thema Raumklima und Gesundheit. Zudem lässt sich der Air-Q Pro problemlos in Smart-Home-Systeme (Bestenliste) wie Home Assistant und Homey Pro einbinden.

Letzteres bietet Awair Element ebenfalls, kann aber mit nur fünf Sensoren nicht mit dem Air-Q Pro mithalten. Dafür ist das Gerät mit 250 Euro aber auch erheblich günstiger als der Testsieger. Wer den Open-Source-Gedanken sowie eine Integration in Home Assistant und Homey Pro schätzt, wird mit den Luftsensoren von Airgradient bestens bedient. Sie sind auch als Bausatz besonders günstig erhältlich. Die Preise beginnen bei 125 Dollar für die Outdoor-Variante und 138 Dollar für den Airgradient One. Und wer einen guten Sensor für Homekit sucht, kann zum Netatmo-Luftqualitätsmesser greifen, dieser kostet etwa 70 Euro. Und das günstigste smarte CO₂-Messgerät ist der Switchbot Meter Pro CO₂ für aktuell nur 56 Euro.

Wer an Werten zur Radon-Belastung interessiert ist, kann zum Airthings Wave Plus für 169 Euro, zum Airthings View Plus für 208 Euro, zum Radon Eye für 198 Euro oder zum Air-Q-Radon für 369 Euro greifen.

Und wer lediglich das Schimmelrisiko im Blick haben möchte, wird mit smarten digitalen Hygrometern, mit und ohne Display bereits ab 10 Euro bestens bedient.

Kai Schmerer von 23.12.2024

Der Air-Q Pro ist mit bis zu 15 Sensoren der mit Abstand leistungsfähigste Luftqualitätsmesser. Die App ist informativ und das Gerät unterstützt zahlreiche Smart-Home-Zentralen. Was es sonst noch bietet, zeigt der Test.

Der in Deutschland von der Corant GmbH gefertigte Raumluftsensor Air-Q Pro bietet in der Standardausführung 13 Sensoren. Er misst CO₂, VOC, Feinstaub der Klassen PM1, PM2.5 und PM10, Kohlenmonoxid, Stickstoffdioxid, Formaldehyd, Ozon, Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchte und Lärm erfassen. Zusätzlich werden aus Teilen dieser Werte noch die relative Luftfeuchte und der Taupunkt ermittelt. Außerdem besteht die Möglichkeit, das Gerät mit einem weiteren Sensor zu bestücken.

Der Air-Q Pro wird über ein USB-Netzteil mit Strom versorgt. Als Energiezufuhr kann aber auch eine Powerbank dienen. Das erleichtert den mobilen Einsatz, wenn man etwa in einem anderen Raum die Luftqualität überprüfen möchte. Gesteuert wird der Luftqualitätssensor mit der Air-Q-App. Sie erfasst sämtliche Daten der Sensoren und stellt diese übersichtlich grafisch dar. Zu jedem einzelnen Wert liefert die App zusätzliche Informationen wie Beschreibung, Grenzwerte, Folgen, Entstehung und Sensorhardware. Auch bei der Überschreitung von Grenzwerten bietet die App nützliche Informationen zu Konsequenzen für Gesundheit und Leistung.

Ferner stehen die erfassten Daten auch online unter my.air-q.com zur Verfügung, wenn der Nutzer dem Datenupload in die Air-Q-Cloud zugestimmt hat. Zudem gibt es noch ein Online-Forum, in dem sich nicht nur Nutzer untereinander austauschen können, sondern auch die Mitarbeiter der Firma bei Problemen den Anwendern hilfreich zur Seite stehen.

Die Einbindung in ein Smart-Home-System ist mit dem Air-Q Pro kein Problem. Für relevante Smart-Home-Zentralen wie Homey Pro (Testbericht) und Open-Source-Lösungen wie Home Assistant (Testbericht), Iobroker oder Open Hab stehen entsprechende Integrationen parat. Veränderte Luftwerte übermittelt der Air-Q Pro nahezu in Realzeit an die entsprechenden Zentralen, sodass man immer auf aktuelle Werte zurückgreifen kann. Auf eine Integration in Amazon Alexa und Google Assistant muss man derzeit noch verzichten, da diese Dienste die Kommunikation mit sämtlichen Sensoren des Air-Q Pro nicht unterstützen.

Mit der Integration in ein Smart-Home-System können Anwender Grenzwerte definieren, die bestimmte Aktionen auslösen. So lassen sich unter anderem die Werte des Air-Q zur Steuerung des Philips-Luftreinigers AC4221 (Testbericht) verwenden, um das Gerät effizienter zur Verbesserung des Raumklimas zu nutzen. Zwar bieten smarte Luftreiniger ebenfalls eine automatische Steuerung, doch diese basiert meist nur auf einem einzigen Sensor-Wert. Mit den zahlreichen Messwerten des Air-Q lässt sich der Luftreiniger wesentlich smarter steuern, sodass damit eine schnellere Verbesserung der Luftqualität erzielt wird. Zudem kann eine optimale Steuerung des Luftreinigers auch zu einer Senkung der Nutzungszeit führen, sodass Filter länger halten.

Doch auch ganz ohne Integration signalisiert der Air-Q mit seinen beiden LED-Anzeigen für Gesundheit und Leistung, wie es um die Raumluftqualität bestellt ist und ob es Zeit zum Lüften ist. Sind alle LEDs auf der linken und rechten Seite beleuchtet, ist die Luftqualität perfekt. Je weniger LEDs leuchten, desto schlechter ist die Luftqualität.

Die Messtechnologie des Air-Q hat Hersteller Corant eigenen Angaben zufolge mit wissenschaftlichen Partnern nach Laborstandard entwickelt. Speziell für die Wissenschafts-Community gibt es noch den Air-Q Science, auf den Entwickler über eine API vollständig zugreifen können.

Der Air-Q-Pro mit 13 Sensoren kostet regulär 689 Euro. Aktuell ist das Gerät für 589 Euro im Angebot. Wer nicht so viel Geld investieren möchte, kann zum Air-Q Basic greifen, der mit elf Sensoren die Luftqualität überwacht und 439 Euro kostet. Mit 329 Euro am günstigsten ist der Air-Q Light, der fünf Sensoren bietet. Das Top-Modell Air-Q Science für 799 Euro bietet 14 Sensoren und einen vollen Zugriff auf die API des Geräts.

Ein Schnäppchen ist der Air-Q Pro für 589 Euro nicht gerade. Doch dafür erhält man das derzeit leistungsfähigste Luftqualitäts-Messgerät, das anhand von 13 Sensoren zahlreiche Messwerte zur Luftqualität in nahezu Realzeit liefert. Dank der Anbindung an ein Smart-Home-System wie Home Assistant oder Homey Pro können Anwender den Air-Q Pro für Automatisierungen nutzen. Aber auch ohne Smart-Home-Integration überzeugt das Gerät: Mit den direkt am Gerät angebrachten LEDs sehen Anwender auf den ersten Blick, wie stark die aktuelle Raumluftqualität die Gesundheit beeinträchtigt und die Leistungsfähigkeit beschränkt. Die leicht zu bedienende App vervollständigt den hervorragenden Gesamteindruck: Sie zeigt nicht nur die Daten der Sensoren an, sondern bietet detaillierte Informationen rund um das Thema Luftschadstoffe. Und wer möchte, kann die Daten zur Luftqualität inklusive Verlaufsdaten auch vom Browser aus betrachten.

Kai Schmerer von 30.12.2024

Der Raumluftsensor Airthings View Plus erfasst anhand sieben Sensoren Daten zur Luftqualität. Sein E-Ink-Display zeigt diese an. Das Gerät lässt sich auch in Smart-Home-Systeme integrieren.

Der View Plus ist der leistungsstärkste Luftgütesensor der norwegischen Firma Airthings. Er misst die Luftschadstoffe Radon, Feinstaub nach den Klassen PM2.5 und PM1, Kohlendioxid (CO₂) und luftgetragene Chemikalien (VOCs). Außerdem informiert er über Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Luftdruck. Das kleine E-Ink-Display zeigt aber nicht alle Messwerte an. Lediglich zwei Werte finden dort Platz. Per Handgeste kann man dem Gerät noch eine Einschätzung zur Luftqualität entlocken. Im günstigsten Fall wird dann „Your Air is good“ angezeigt.

Der View Plus kann mit sechs AA-Batterien (im Lieferumfang enthalten) oder direkt per USB-Netzteil betrieben werden. Wenn das Gerät über USB mit Strom versorgt wird und mit Wi-Fi verbunden ist, fungiert es als Hub für andere Airthings-Geräte wie Wave Mini, Wave Plus, Wave Radon 2nd Gen. Die Konfiguration erfolgt über die App.

Die App bietet Zugriff auf sämtliche Sensorwerte und verschickt Warnungen, wenn fest vorgegebene Schwellenwerte überschritten werden. Sie zeigt außerdem Verlaufswerte grafisch nach bestimmten Zeitintervallen an. Mehr Details dazu bietet das Web-Dashboard, auf das man per Browser und per App Zugriff hat. Vorsicht ist geboten, wenn man den Airthings einem anderen Raum zuordnet. Dann stehen die bisherigen Messwerte nur noch unter dem Web-Dashboard parat.

Anders als der Air-Q und der Awair Element aktualisiert der Airthings die Messwerte nur alle paar Minuten. Die Werte für Radon werden sogar nur stündlich aktualisiert, Temperatur, Luftfeuchte alle 2,5 Minuten, sowie VOC und CO₂ alle 5 Minuten. Im Batteriebetrieb verlängern sich die Intervalle auf 10 Minuten. In puncto Messgenauigkeit steht der Airthings View Plus dem Testsieger Air Q Pro in nichts nach.

Dank Support für Amazon Alexa, Google Assistant und IFTTT können Anwender den View Plus in ihr Smart Home integrieren und auf Basis der gemessenen Werte etwa einen Luftreiniger steuern. Eine direkte Integration unterstützt der Raumluftsensor für Homey Pro (Testbericht) und Home Assistant (Testbericht). Allerdings erfolgt diese Integration nur über die Cloud des Herstellers. Eine lokale Einbindung ist anders als bei Air-Q Pro, Awair Element und den Airgradient-Luftsensoren leider nicht möglich.

Während die App keine Anpassung der Schwellenwerte bietet, ist das bei der Integration in Homey Pro möglich. Grundsätzlich können Anwender nach eine Integration in einem Smart-Home-System die Schwellenwerte für Warnungen durch eigene Automatisierungen anpassen.

Airthings verkauft den View Plus für günstige 208 Euro (VK: 299 Euro). Als Alternative bietet sich der Airthings Wave Plus an. Das Gerät erfasst bis auf Feinstaub die gleichen Werte wie der View Plus und ist mit 169 Euro (VK 229 Euro) deutlich günstiger. Eine Anzeige bietet der Wave Plus jedoch nicht.

Der Airthings View Plus bietet als einer der wenigen Luftgütesensoren auch Daten zur Radonbelastung. Weiterhin informiert das Gerät über die Schadstoffe PM2.5, PM1, sowie die CO₂-Konzentration, Luftdruck, Luftfeuchte und Temperatur. Sein kleines E-Ink-Display informiert jedoch nur über maximal zwei Sensorwerte und zeigt nur nach einer Handgeste, wie gut es insgesamt über die Luftqualität bestellt ist. Der Luftgütesensor kann auch per Batterien betrieben werden und ist somit mobil einsatzfähig.

Mehr Daten zur Luftqualität bietet die App respektive das Web-Dashboard. Ansonsten informiert sie auch über gesundheitliche Auswirkungen von zu hohen Schadstoffbelastungen. Allerdings liegen diese Informationen nur in Englisch vor.

Positiv ist die Integrationsmöglichkeit in Smart-Home-Lösungen wie Homey Pro und Home Assistant, mit der die Sensordaten für eigene Automatisierungen genutzt werden können. Allerdings werden die Werte nur alle paar Minuten aktualisiert.

Kai Schmerer von 21.08.2024

Der Open-Source-Luftgütesensor Airgradient Open Air misst neben Temperatur und Luftfeuchte noch CO₂, Feinstaub diverser Klassen, TVOCs und NOx. Das Gerät lässt sich in Home Assistant und Homey Pro integrieren und ist relativ preiswert.

Die Luftqualität in Deutschland hat sich seit der Jahrtausendwende erheblich verbessert. Laut Umweltbundesamt werden hierzulande die geltenden Grenzwerte für Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Benzol und Blei nicht überschritten. Dennoch liegt die Feinstaubbelastung größtenteils über der Empfehlung der Weltgesundheitsbehörde (WHO).

Während in der EU noch ein Grenzwert für die Feinstaubklasse PM2.5 von 25 µg/m³ gilt, hat die WHO vor drei Jahren diesen auf 5 µg/m³ gesenkt, zuvor lag er bei 10 µg/m³. Letzterer soll in der EU ab 2030 gelten. Für kleinere Partikelgrößen gibt es derzeit noch keine Grenzwerte, obwohl diese viel gefährlicher als große Partikel sind. Und das, obwohl die WHO davon ausgeht, dass es keine Feinstaubkonzentrationen gibt, die nicht gesundheitsschädlich sind.

Laut WHO führen bereits kurzzeitig erhöhte Feinstaubkonzentrationen zu negativen gesundheitlichen Auswirkungen. Demnach sterben jährlich 3,2 Millionen Menschen vorzeitig an Krankheiten, die auf die Luftverschmutzung zurückzuführen sind. Aber auch geringere Konzentrationen sind über einen längeren Zeitraum gesundheitsschädlich. Forscher gehen davon aus, dass in Verbindung mit SARS-CoV-2 etwa 15 Prozent aller weltweiten Todesfälle der Corona-Pandemie auf eine langfristige Exposition von Luftverschmutzung zurückzuführen sein könnte. In Europa soll dieser Anteil sogar 19 Prozent betragen und in Ostasien beachtliche 27 Prozent.

Wer wissen möchte, ob beim Lüften schadstoffreiche Luft in die Wohnung gelangt, benötigt entweder einen Raumluftsensor, der Luftschadstoffe wie Feinstaub (PM), Stickoxide (NOX), flüchtige organische Verbindungen (TVOC, Total Volatile Organic Compounds) erfasst oder einen Luftgütesensor, der draußen positioniert werden kann.

Ein Luftgütesensor, ob nun für draußen oder für Innenräume, sollte aber noch mehr können: Denn erst durch die Integration in ein Smart-Home-System (Bestenliste) sind Automatisierungen möglich, mit denen Anwender mit smarten Geräten wie Luftreiniger (Bestenliste), Klimaanlagen (Ratgeber), Luftbe- oder entfeuchter (Ratgeber) für ein gesundes Raumklima (Ratgeber) sorgen können. Durch die lokale Anbindung an ein Smart-Home-System wie Home Assistant ist man außerdem unabhängig von einer Hersteller-Cloud und kann die Auswertung von Daten lokal vornehmen.

Diese Voraussetzungen erfüllt der Luftgütesensor Airgradient Open Air genauso wie sein Indoor-Pendant Airgradient One (Testbericht). Wie bei der Indoor-Variante hat das Unternehmen das komplette Design des Geräts als Open Source veröffentlicht, sodass auch andere Organisationen preiswerte Outdoor-Luftqualitätsmessgeräte herstellen können. Airgradient spendet zudem 1 Prozent ihres Umsatzes an eine gemeinnützige Organisation und fördert damit Umweltschutzprojekte.

Wie gut der Raumluftsensor Airgradient Open Air (O-1PST), den es als Bausatz für 125 Dollar und als fertiges Gerät für 190 Dollar gibt, in der Praxis funktioniert und wie er sich in Smart-Home-Systeme integrieren lässt, zeigt dieser Test.

Der Airgradient Open Air steckt in einem würfelförmigen Gehäuse mit einer Kantenlänge von etwa 8 cm. Hinten ist sie mit 8,5 cm etwas höher, was zur Folge hat, dass die Oberseite etwas nach vorn geneigt verläuft. Als Outdoor-Modell hat das den Vorteil, dass Regen gut abtransportiert wird. Mit einem Gewicht von etwa 175 Gramm ist er nicht besonders schwer. Im Lieferumfang sind außerdem zwei metallene flache Kabelbinder enthalten, mit denen man den Airgradient Open Air gut an einer dünnen Säule befestigen kann. Wir haben ihn bei uns im Test damit an einer Halterung für ein Balkongeländer im Schatten montiert (siehe Bildergalerie). An der Rückseite gibt es zudem noch Halterungen, mit denen man das Gerät an einer Wand verschrauben kann. Im Lieferumfang ist zudem ein vier Meter langes USB-A auf USB-C-Kabel für die Stromversorgung des Geräts enthalten, ein Netzteil wird nicht mitgeliefert. Die Lufteinlässe sind unten, sodass kein Regen ins Gehäuseinnere gelangen kann. Wegen der unteren Lufteinlässe sollte der Outdoor-Luftgütesensor nicht auf eine flache Oberfläche aufgestellt, sondern stattdessen immer etwas erhöht montiert werden.

Die Inbetriebnahme des Luftgütesensors Airgradient Open Air erfolgt wie beim Indoor-Modell Airgradient One (Testbericht) mit einem Browser – schließlich sind beide Geräte bis auf wenige Details technisch identisch. Hierfür ruft man das Assistent-gesteuerte Set-up unter der Adresse app.airgradient.com/onboarding/welcome auf. Sollte das nicht gelingen, verbindet man sich direkt zum Gerät, der unter airgradient-xxx im WLAN auftaucht. Das Zugangspasswort lautet „cleanair". Über die IP-Adresse 192.168.4.1 gelangt man dann zum Konfigurationsmenü, das die Koppelung des Airgradient Open Air mit dem heimischen WLAN-Netz ermöglicht, wobei das Gerät nur 2,4-GHz-Netze unterstützt. Unter app.airgradient.com erfolgt dann die weitere Konfiguration (siehe auch Bildergalerie). Hierfür muss man allerdings ein Konto beim Hersteller anlegen.

Standardmäßig erfolgt die Konfiguration und der Betrieb des Airgradient Open Air per Browser mit der Cloud des Herstellers. Allerdings ist es auch möglich, das Gerät in Home Assistant (Testbericht) oder Homey Pro (Testbericht) zu integrieren (siehe Bildergalerie). Dabei werden die Messdaten ohne Umwege über die Hersteller-Cloud direkt vom Gerät erfasst.

Anders als der Airgradient One, der über ein kleines 1,3-Zoll-OLED-Display an der Vorderseite Temperatur, Luftfeuchte, CO₂-Konzentration sowie Werte für Feinstaub (PM2.5), TVOC und Stickoxide (NOX) anzeigt, bietet die Outdoor-Variante Zugriff auf die gemessenen Werte nur über einen Browser (siehe Bildergalerie).

Über das Web-Interface oder den Integrationen für Home Assistant und Homey Pro stehen weitere Werte zur Verfügung. So misst der Airgradient Open Air auch die Feinstaubklassen PM10 und PM1.

Den Raumluftsenor Airgradient Open Air testen wir bereits seit einigen Monaten. Das Gerät hat bislang einwandfrei funktioniert. Voraussetzung ist natürlich, dass der Montageort vom WLAN abgedeckt ist. Die von den Sensoren erfolgten Messungen haben wir dabei mit unseren Luftgütesensoren Air Q, Awair Element und Airthings View Plus zunächst im Innenraum verglichen. Im Wesentlichen weichen die verschiedenen Geräte dabei kaum voneinander ab. Allerdings reagieren Air Q, Awair Element und Airgradient Open Air deutlich schneller auf Luftveränderungen. Beim Airthings View dauert es hingegen einige Minuten, bis der Anwender von einer veränderten CO₂- oder Feinstaubkonzentration erfährt.

Wer die Daten seines Airgradient Open Air für die Cloud des Herstellers freigibt, kann sein Gerät nach wenigen Minuten unter map.airgradient.com einsehen. Und nicht nur das. Dort findet man auch Messwerte von Geräten anderer Nutzer.

Mit der Firmware 3.1.1, die man noch manuell per Browser auf das Gerät flashen musste, funktioniert die Integration in Home Assistant und zukünftige Firmware-Updates erfolgen automatisch. Ausgeliefert wird der Airgradient Open Air inzwischen mit Firmware 3.14. Mittlerweile gibt es auch für Homey Pro eine Integration, sodass man den Airgradient Open Air unter diesen beiden Smart-Home-Plattformen auch für Automatisierungen nutzen kann. Das ist auch mit Open HAB möglich, allerdings ist diese Integration an die Cloud des Herstellers geknüpft, während Home Assistant und Homey Pro den Airgradient Open Air direkt über das lokale Netzwerk einbinden. Über die Installation einer ESP-Home-Firmware für den Airgradient Open Air, kann der Raumluftsensor auch mit anderen Smart-Home-Systemen gekoppelt werden.

Zudem existiert mit Airdash noch eine Lösung für macOS, die Temperatur, Luftfeuchte, sowie CO₂- und Feinstaubkonzentration in der Menüleiste anzeigt. Allerdings basiert Airdash auf der Cloud des Herstellers.

Der Luftgütesensor Airgradient Open Air (O-1PST) ist derzeit nur direkt beim Hersteller erhältlich. Die Lieferung erfolgt aus Thailand und kann bis zu drei Wochen dauern. Den Luftgütesensor gibt es als Bausatz für 125 Dollar und als fertiges Gerät für 190 Dollar, zuzüglich Lieferkosten in Höhe von 25 Dollar. Zoll wird bei der Einfuhr nicht fällig, allerdings muss man mit der Erhebung der Umsatzsteuer rechnen. Mit dem Code 10TYUFT10TS erhalten Besteller 10 Prozent Rabatt.

Im Vergleich zu anderen Outdoor-Luftgütesensoren ist der Airgradient Open Air sehr preiswert. Für den IQ Air Outdoor, der allerdings standardmäßig keinen CO₂-Sensor enthält, muss man mit 329 Euro deutlich mehr ausgeben.

Airgradient liefert mit dem Open Air einen preiswerten Luftgütesensor für den Außenbereich, der neben Temperatur und Luftfeuchte noch CO₂, Feinstaub in den Klassen PM2.5, 1 und 10 sowie TVOCs und NOx erfasst. Dank der Integration in Home Assistant und Homey Pro können Anwender den Airgradient Open Air für Automatisierungen in Kombination mit anderen smarten Geräten wie Luftfeuchter und Luftreiniger verwenden, um so für ein gesundes Raumklima sorgen.

Im Test hat uns die Datenaufbereitung in der Cloud inklusive einer Landkarte mit Messwerten vieler anderer Air-Gradient-Nutzer besonders gut gefallen.

Für den Airgradient Open Air spricht außerdem der gute Support, der sich auch durch ein lebendiges Forum ausdrückt, in dem sich auch der Firmengründer engagiert. Zusätzlich berichtet das Unternehmen auf Youtube über aktuelle Firmware-Verbesserungen, wissenschaftliche Hintergründe sowie der internationalen Zusammenarbeit mit zahlreichen Organisationen.