Heise 10.01.2026
20:00 Uhr

Top 10: Der beste 3D-Drucker mit Filament im Test


Der beste 3D-Drucker ist einer, der zuverlässig funktioniert! Wir zeigen Modelle, die für hervorragende Ergebnisse sorgen.

Top 10: Der beste 3D-Drucker mit Filament im Test

Daniel hat 2001 als Volontär bei der Zeitschrift PC Direkt angefangen. Nach seiner Ausbildung testete er vor allem PC- und IT-Produkte wie WLAN, DVD-Brenner und neue Technologien wie Web Pads, die Vorgänger der Tablets. Darauf folgte noch ein Ausflug in die Redaktion der Multimedia-Zeitschrift AVDC, bevor er in den Online-Journalismus wechselte.

Los ging's im Newsroom von VNUnet, kurze Zeit später verantwortete er die deutsche Ausführung des Gadget-Blogs Gizmodo. Dann baute er den deutschen Ableger von CNET auf, bevor er 2013 zur Gründung von TechStage zu heise medien wechselte. Im Laufe der Zeit entwickelte er TechStage zur Kaufberatungs-Webseite weiter, die 2024 in heise bestenlisten aufgegangen ist.

Wir haben etliche 3D-Drucker getestet und zeigen frustfreie und anfängertaugliche Modelle. Eine kleine Revolution gibt's aktuell beim Thema Farbdruck.

Wer billig kauft, kauft zweimal, sagt der Volksmund. Und tatsächlich: Der falsche 3D-Drucker nervt. Schlechte Firmware-Versionen, fehlende Slicer-Profile, mangelhafte Lüftung oder rumpelige Mechanik haben uns schon beim Test in den Wahnsinn getrieben. Aber es hat sich viel getan. Selbst, wer schon seit Jahren einen 3D-Drucker hat, sollte über ein Update nachdenken. Die aktuellen Drucker sind schneller, einfacher und anfängertauglicher denn je, liefern Druckergebnisse, bei denen Harz-Drucker neidisch werden und können sogar mehrfarbig drucken.

Bambu Lab verteidigt seinen Anspruch auf die Führungsplätze der Bestenlisten und stellt mit dem H2D weiterhin den Testsieger und mit dem A1 Mini den günstigsten Einstieg für gerade einmal 189 Euro. Elegoo hat mit seinem Centauri Carbon den Preis-Leistungs-Sieger im Programm, allerdings ist der Nachfolger bereits im Testlabor angekommen – der Test folgt in den nächsten Wochen. Ganz neu und weit vorne mit dabei ist der Snapmaker U1, der das farbige 3D-Drucken revolutioniert. Er hat gleich vier Druckköpfe, die er durchwechselt, und spart dadurch das zeit- und materialintensive Spülen beim Farbwechsel. Wenn es vor allem um farbiges Drucken geht, ist das unser klarer Sieger. Zumindest im Moment – von Bambu Lab kommt auch ein neuer Drucker, der auf die Wechseltechnik setzt.

Kurz und knapp: Nach unseren Erfahrungen aus den Tests würden wir Anfängern und jedem, der es unkompliziert will, derzeit zu einem Drucker des Herstellers Bambu Lab raten. Egal, ob der Testsieger Basmbu Lab H2D ab 1749 Euro sowie der Einsteiger-Drucker A1 Mini für 189 Euro oder etwas dazwischen: Bambu Lab hat es geschafft, den 3D-Druck durch klugen Einsatz von Sensoren und ausgefeilter Software wirklich massentauglich zu machen. Vor wenigen Jahren haben wir 3D-Druck in diesem Preissegment noch als Hobby bezeichnet – ganz einfach deswegen, weil man viel Arbeit hineinstecken musste, bis man wirklich gute Ergebnisse erzielen konnte. Der A1 Mini druckt (fast) so einfach wie ein Tintenstrahldrucker eine Seite Text auf Papier.

Die anderen Hersteller ziehen nach – und setzen Bambu Lab unter Druck. Der Elegoo Centauri Carbon macht sehr viel richtig. Auch wenn er nicht ganz mit dem Niveau des teuren Bambu-Topmodells mithalten kann – seine Ausstattung und Leistung sind bei einem Preis von 279 Euro echt eine Ansage. Richtig spannend finden wir auch den Snapmaker U1, der zwar hier und da noch etwas Luft nach oben hat, insgesamt aber ein sympathischer, durchdachter und ganz hervorragender 3D-Drucker mit überragenden Farbdruck-Fähigkeiten ist.

In unserer Bestenliste zeigen wir nur Geräte, die wir tatsächlich auch in der Redaktion getestet haben und deren Leistung wir selbst nachprüfen konnten. Hier ist für jeden etwas dabei, es gibt kompakte 3D-Drucker mit kleinem Bauraum und Großformat-Drucker für XL-Ausdrucke. Da die Hersteller ihre Drucker oftmals in verschiedenen Größen oder mit zusätzlicher Ausstattung anbieten, lohnt sich auch der Blick auf die bisher nicht getesteten Modelle aus den jeweiligen Serien.

Immer mehr Drucker in dieser Bestenliste sind in der Lage, mehrfarbig zu drucken. Alle Geräte setzen dabei auf einen Materialwechsler, bei dem in der Regel vier Filamentrollen in einem Kasten auf dem Drucker vorgehalten werden. Das gerade benötigte Filament wird eingezogen, die Düse mit neuem Filament durchgespült und die Reste ausgeworfen. Das dauert und kostet, je nach druckendem Modell, teils extrem viel Filament. Der Bambu Lab H2D hat zwei Druckköpfe, die er durchwechselt, der Snapmaker U1 hat gleich vier. Das spart die Spülvorgänge.

Der Bambu H2D ist derzeit der beste 3D-Drucker: exzellente Ausstattung, hervorragende Druckqualität, einfache Bedienung und vorbildliche Video-Erklärungen. Der enorme Funktionsumfang erfordert Einarbeitung. Wer Bauraum, Laser-, Plotter- und Dual-Extruder-Funktionen nicht braucht, ist mit dem günstigeren X1 Carbon besser bedient. Der Preis von mindestens 1749 Euro ist aber hoch.

Der Elegoo Centauri Carbon hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Zwar erreicht er nicht die Spitzenleistung des teureren Testsiegers von Bambu Lab, doch er liefert exzellente Druckergebnisse in kurzer Zeit, bietet eine ausgezeichnete Ausstattung und verarbeitet eine Vielzahl von Materialien. Mit seinem Preis liegt er deutlich unter der Konkurrenz. Wir meinen, dass eine Vorbestellung absolut gerechtfertigt ist – der Centauri Carbon wird bald ein erstklassiger 3D-Drucker sein, auf den wir auch gerne ein paar Wochen oder Monate warten würden. Beim Hersteller kostet er nur knapp 279 Euro – was ihn zu unserem Preis-Leistungs-Sieger macht.

Der A1 Mini muss sich von seinem großen Bruder schlagen lassen – natürlich ist der fünfmal so teure X1 Carbon in allen Belangen noch besser. Doch einen so guten, so durchdachten, so anfängertauglichen Drucker für so wenig Geld? Aus Preis-Leistungssicht gibt es eine klare Erkenntnis: Der A1 Mini ist der derzeit beste, günstige 3D-Drucker für Anfänger – für 199 Euro. Und wer sich die 150 Euro Aufpreis noch leisten kann, sollte gleich das AMS dazu bestellen.

Der Snapmaker U1 ist aktuell der beste mehrfarbige 3D-Drucker. Wer vor allem farbig druckt, sollte sich den U1 unbedingt ansehen. Zum Aufpreis können wir nur sagen: Shut up and take my money. Wer viel farbig druckt – und dabei eben mehr machen möchte als eine einfarbige Beschriftung auf einem andersfarbigen Untergrund aufzutragen – kommt am Snapmaker U1 nicht vorbei.

Der Snapmaker U1 kostet aktuell 849 Euro. Wer auch ABS, ASA & Co. drucken möchte, sollte sich überlegen, direkt die optionale Abdeckung mitzubestellen, was den Preis auf ziemlich exakt 1000 Euro treibt.

Ein 3D-Drucker ist ein computergesteuertes Gerät, das dreidimensionale Objekte durch schichtweises Auftragen oder Aushärten von Material herstellt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Druckern, die Tinte oder Toner auf Papier auftragen, erzeugen 3D-Drucker physische, greifbare Gegenstände aus Kunststoff, etwa Ersatzteile, Deko-Artikel, Spielzeuge, Modellbau-Zubehör oder selbst im CAD-Programm entworfene Modelle.

Vorlagen für 3D-Drucker gibt es zu Tausenden, die meisten kann man gratis herunterladen. Anlaufstellen für 3D-Modelle zum Ausdrucken, die üblicherweise als STL-Datei angeboten werden, sind Datenbanken wie Thingiverse, Printables oder Makerworld.

Grundlegende Überlegungen zur Auswahl lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Beim Bauraum neigt man dazu, etwas Großes zu wollen. Aufgrund der dadurch nötigen stabileren Ausführung des Druckers, etwa zwei statt einer angetriebenen z-Achse oder hochwertiger Führungen für ein geringeres Spiel, treibt dieser Faktor die Kosten für den Kauf stark nach oben. Wer vor der Kaufentscheidung steht, sollte sich mal ein paar konkrete Modelle, die er drucken möchte, ansehen – und entscheiden, wie groß der Drucker wirklich sein muss. In vielen Fällen reicht auch schon ein kleiner Drucker, und viele große Objekte lassen sich in kleinen Portionen drucken und zusammensetzen.

Anders ist die Sache beim Material. Mit dem weitverbreiteten PLA kommt jeder Drucker zurecht. Dieser Kunststoff ist leicht zu verarbeiten und sorgt für wenig Frust, kommt aber beispielsweise in warmen Umgebungen an seine Grenzen. Ab 60, 70 Grad wird das Material schon wieder weich – das erreicht man im Sommer im Auto. Wer eine KFZ-Halterung für sein Handy drucken möchte, muss zu anderen Kunststoffen wie ABS oder ASA greifen, die höhere Temperaturen aushalten. Sie sind allerdings zickiger bei der Verarbeitung, benötigen höhere Temperaturen von Düse, Druckbett und Druckraum und vertragen keinen Luftzug. Daher ist ein geschlossener Bauraum, also ein Gehäuse um den eigentlichen Drucker, für diese Materialien Voraussetzung.

Zusätzliche Sensoren, die etwa den Abstand zum Druckbett vollautomatisch erfassen, erleichtern das Leben. Anfänger sind schnell überfordert, wenn sie mithilfe einer Papierkarte und drei oder vier Schrauben auf der Unterseite des Druckbetts für den richtigen Abstand sorgen müssen. Im Falle des Bambu X1 Carbon prüft sogar ein Lidar-Sensor, ob die erste Ebene perfekt auf dem Druckbett haftet – das verhindert spätere Probleme beim Druck. Während Full-Auto-Z (automatisches Leveln ohne manuelles Eingreifen) bei den meisten Druckern inzwischen selbstverständlich ist, gibt es die Durchflusskalibrierung, den automatischen Filament-Abstreifer mit Müllauswurf und Düsen-Reinigung oder den Lidar-Sensor bislang nicht bei allen Geräten.

Zwar ist der teuerste Drucker in unserem Vergleich mit 1749 Euro auch der beste. Fast so gut ist unser Preis-Leistungs-Sieger für 300 Euro, und unser Anfänger-Tipp bietet für 189 Euro einen der günstigsten Drucker überhaupt – der zwar nur kleine Objekte druckt und nicht mit vielen Kunststoff-Arten zurechtkommt, aber dafür ganz hervorragende Ergebnisse liefert. Das zeigt, wie groß das Spielfeld ist. Bei der Auswahl des richtigen Druckers gibt es folgende Punkte zu berücksichtigen:

Vor allem Bauvolumen und die Unterstützung für mehr Materialien treiben den Preis in die Höhe. An der Größe hängen die Auslegung der Mechanik und die verwendeten Werkstoffe. Wer nur PLA drucken möchte, benötigt nichts Besonderes. Für ABS ist aber zwingend ein geschlossenes Gehäuse des Druckers nötig, was den Preis schon mal in die Höhe treibt, außerdem ein stärkeres Heizbett und ein Hotend, das höhere Arbeitstemperaturen verkraftet.

In der Industrie stehen etliche verschiedene Verfahren zur Auswahl, die unterschiedliche Materialien – von Kunststoff über Metall hin zu Keramik oder sogar Lebensmitteln – drucken. Die meisten davon sind für den privaten Einsatz im Hobbykeller zu teuer oder zu aufwendig. Bastler und Maker setzen vorwiegend auf zwei Techniken, bei denen sowohl die eigentlichen Drucker als auch die verwendeten Materialien bezahlbar sind: FDM und SLA.

FDM steht für „Fused Deposition Modeling“, was auf Deutsch als „Schmelzschichtung“ oder „Düsenschmelzverfahren“ bezeichnet wird. Es handelt sich dabei um eine der am weitesten verbreiteten 3D-Drucktechnologien. Bei diesem Verfahren wird ein dreidimensionales Objekt schichtweise aufgebaut, indem geschmolzenes thermoplastisches Material durch eine Düse extrudiert wird. Der Prozess ähnelt dem einer computergesteuerten Heißklebepistole.

Als Material kommen unterschiedliche Kunststoffe zum Einsatz, die als „Faden“ (Filament) auf einer Spule aufgewickelt sind. Der Drucker zieht das nötige Material ein, trägt es Schicht für Schicht auf und lässt es aushärten. In dieser Bestenliste geht es ausschließlich um solche Drucker.

Die Alternative sind SLA-Drucker (Bestenliste), die Schicht für Schicht ein UV-empfindliches Harz belichten. Durch die Belichtung härtet das Material aus. Diese Technik ermöglicht eine höhere Auflösung des Drucks, damit werden die Ergebnisse feiner und genauer. Dafür sind Materialauswahl und Druckergebnisse kleiner und man muss mit nicht unbedingt gesundheitsförderlichen Chemikalien hantieren. Das ist machbar, aber nicht Wohnzimmer-tauglich. An der Aktualisierung unserer Bestenliste für SLA-Drucker arbeiten wir derzeit.

Das Angebot der 3D-Drucker ist genauso groß wie deren unterschiedliche Verwendungszwecke. Manche Drucker eignen sich besser für große filigrane Drucke, andere für hohe, massive Drucke. Wer 3D-Drucken will, muss aber nicht automatisch viel investieren. Gute und auch langfristig zuverlässige Geräte gibt es schon für weniger als 200 Euro. Auch ohne Basteln oder Tuning-Maßnahmen sind damit tolle Ergebnisse möglich.

Daniel Schraeder von 19.05.2025

Der H2D ist ein 3D-Drucker mit zwei Druckköpfen, Schneidplotter, Laser-Cutter und so vielem mehr. Im ersten Test konzentrieren wir uns auf die hervorragenden 3D-Druck-Fähigkeiten des Testsiegers – und verraten, warum für manche Nutzer ein günstigerer Drucker die bessere Wahl sein könnte.

Ein riesiger Kasten, dieser H2D, mit großem Bauraum und so unfassbar viel Zubehör und Möglichkeiten, dass selbst erfahrenen 3D-Drucker-Testern zunächst mal der Kopf raucht – so präsentierte sich das neue Top-Modell von Bambu Lab in unserem Testlabor. Nach den ersten Ergebnissen sagte der Autor dieser Zeilen zu seinen Kollegen, dass der H2D der beste 3D-Drucker aller Zeiten ist, er blutigen Anfängern aber trotzdem etwas anderes empfehlen würde. Ein Widerspruch in sich? Mag sein, und trotzdem ist viel dran. Aber dazu später mehr.

Los geht's schon bei der Anlieferung: Seit Jahren testen wir 3D-Drucker. Der H2D ist der Erste, der auf einer Palette geliefert wurde. Der riesige Karton warnt vor dem hohen Gewicht; man möge den Drucker doch bitte nicht alleine herauswuchten, sondern sich eine zweite Person zur Hilfe holen. Die Verpackung ist beeindruckend durchdacht. Im unteren Bereich des Kartons befinden sich vier Kunststoff-Klammern, die man mit einem Finger an der richtigen Stelle entriegeln und herausnehmen kann, dann lässt sich die Umverpackung nach oben abheben. Darunter: der eigentliche Drucker, vollgestopft mit weiterem Zubehör, Schaumstoff und Transportsicherungen, sowie weitere Kartons mit noch mehr Zubehör, Werkzeug und Anleitungen.

Die gedruckte Schnellstart-Anleitung ist Bambu-typisch vorbildlich aufgebaut, vollständig und einfach zu verstehen. Folien entfernen, Drucker aufstellen, Tür öffnen. Jede Schraube, die man vor dem Druck entfernen soll, ist im Drucker und in der Anleitung deutlich markiert. Wer sich daran hält, hat das Gerät nach einer guten Stunde einsatzbereit vor sich stehen.

Unser H2D-Testgerät kam als Laser Full Combo, also mit dem Material- und Farbwechselsystem AMS, mit Schneidkopf und den grünen Schutzscheiben gegen Laserstrahlen – aber, mangels Lieferbarkeit, ohne Laser-Module, die in 10 und 40 Watt angeboten werden. Wir erwarten die Lieferung noch im Mai und werden den Testbericht dann ergänzen.

Der Drucker hat einen großen Bauraum von maximal 35 x 32,5 x 32 cm und dementsprechend einen XY-Core-Aufbau. Dabei fährt das Druckbett hoch und runter, der Druckkopf bewegt sich an der X- und Y-Achse. Eine Besonderheit sind die zwei Extruder, die gleichzeitig am Druckkopf montiert sind und abwechselnd zum Einsatz kommen können. Der jeweils aktive Extruder wird mechanisch etwas nach unten bewegt, der andere nach oben. Beide Extruder können unterschiedliche Temperaturen haben und somit nicht nur mit Filamenten unterschiedlicher Farben, sondern auch mit verschiedenen Materialien beladen sein. Das ermöglicht beispielsweise zwei verschiedene Kunststoffe für den eigentlichen Druck und Support-Strukturen, damit die sich leichter ablösen lassen, oder eine Kombination aus hartem Plastik und gummiartigem TPU.

Wie beim X1C gibt es haufenweise Sensoren und Kameras mit KI-Bildauswertung. Diese kümmern sich um das vollautomatische Vermessen des Druckbetts, kalibrieren den Durchfluss des Filaments, erkennen Fehler beim Druck oder Verunreinigungen an der Düse. Auf diese Weise bemerken sie mögliche Probleme rechtzeitig und verhindern Fehldrucke erfolgreich.

Aufgrund unserer Erfahrungen mit dem „Vorgänger“ respektive kleinen Bruder, unserem bisherigen Testsieger Bambu Lab X1C, der immer noch einer der besten 3D-Drucker der Welt ist und inzwischen in bezahlbarere Preisregionen kommt, stellt uns der Aufbau vor keine großen Hürden. Neu sind die zwei Druckköpfe, für die es auf der Rückseite auch zwei PTFE-Schlaucheinlässe gibt. Wir stellen das AMS auf den H2D und schließen das AMS am oberen Filament-Einschub an. Dann beladen wir das AMS mit außergewöhnlichen Filamenten, darunter das gummiartige TPU und PLA und PETG, jeweils mit Carbonfaser-Verstärkung. Das war dumm. Das TPU verfängt sich erst mal im AMS, die Carbonfaser-verstärkten Filamente bleiben hängen. Nun zeigt auch der Touchscreen des Druckers an: Diese Filamente gehören hier nicht rein, solche außergewöhnlichen Materialien bitte links vom Drucker auf den Standard-Rollenhalter. Gesagt, getan, und wieder falsch: Wir entnehmen das (stark verhedderte) TPU mit einigem Gefummel aus dem AMS, packen es an den Filamentrollenhalter und geben die Filament-Art auf dem Touchscreen ein. Nächster Fehler: TPU druckt der H2D nur mit dem rechten Druckkopf, der hat den oberen PTFE-Anschluss auf der Rückseite des Druckers – da hängt jetzt aber das AMS dran. Also wieder abstecken und umbauen. Und so wird es uns noch ein paar mal ergehen, bis wir die Komplexität des H2D wirklich durchschaut haben und nach etlichen Stunden des Experimentierens und des Lesens schließlich wissen, welche Filamente über welche Wege sich wie und wo drucken lassen – oder auch nicht. Vor dem ersten TPU-Druck wollen sowohl der Drucker als auch die Slicer-Software unbedingt ein Video zeigen, das den Nutzer über die Besonderheiten und nötigen Umbauten für das Gummi-Filament aufklärt. Das ist erst mal nervig, führt beim Befolgen der ganzen Tricks und Kniffe aber Bambu-typisch auch zu perfekten Druckergebnissen. Und genau an dieser Stelle zur Erkenntnis von oben: Wer einfach nur 3D drucken möchte, kommt mit einem günstigeren und einfacheren Drucker schneller und mit viel kürzerer Lernkurve ans Ziel. Dafür dann aber eben ohne TPU, zwei Druckköpfe und so weiter.

Nicht falsch verstehen: Der H2D ist kein unnötig komplizierter Drucker. Das erste Druckergebnis, das im internen Speicher abgelegte Benchy-Boot, liegt wie auch bei anderen Druckern nicht einmal eineinhalb Stunden nach dem Öffnen des Kartons vor. Wer die schier unglaublichen Möglichkeiten des Bambu-Flaggschiffs nicht nutzt, druckt hier genauso problemlos wie bei unserem bisherigen Testsieger Bambu Lab X1C. Aber es geht eben einfach noch viel mehr, und dieses „Mehr“ bedarf einer Lernkurve. Die Software auf Drucker und Computer hilft vorbildlich mit Anleitungen, Hinweisen und Videos, und nach ein, zwei Tagen intensiver Beschäftigung mit dem Gerät sind bei uns keine Fragen und Rätsel mehr offen.

Apropos Software: Bambu setzt auf seinen bewährten Bambu Slicer, der stark mit unserem Favoriten unter den Open-Source-Slicern, Orca, verwandt ist. Wer sich vor Cloud-Anbindungen nicht scheut, kann vom Handy aus per App oder per Computer von überall auf der Welt einen Druckauftrag starten und bekommt eine Live-Ansicht von einer Webcam im Inneren des Druckers. Das ist absolut anfängertauglich und vorbildlich, zumal der Drucker auch die gerade geladenen Filamente an die Software zurückmeldet und Mehrfarb- oder Mehrmaterialdruck somit sehr einfach macht.

Die maximale Düsentemperatur beträgt 350 Grad, das Heizbett lässt sich auf 120 Grad aufwärmen und zusätzlich gibt es eine aktive Bauraumheizung, die den Innenraum des komplett geschlossenen Druckers stabil auf bis zu 65 Grad erwärmt. Damit lässt sich quasi alles verarbeiten, was man als Filament auf Spulen kaufen kann: ABS, ASA, PLA, TPU, PETG, PA und so weiter.

Bambu-typisch sind perfekte Profile für die verschiedenen Materialien im Slicer vorhanden. Wer den automatischen Filamentwechsler AMS für vier Rollen verwendet, profitiert vom integrierten RFID-Leser, der den Chip der Original-Bambu-Filamente liest und sofort beim Einlegen einer Rolle Material, Farbe und Restmenge auf der Spule erkennt. Freilich muss man aber kein Bambu-Filament verwenden, es geht auch jede andere Rolle – dann muss der Nutzer Farbe, Material und Temperaturen aber von Hand auswählen, wie bei jedem anderen Drucker auch. Das AMS2 erscheint uns etwas zickiger, was die Materialkompatibilität angeht als das „alte“ AMS, das bei Carbonfaser-Filamenten (CF) zwar auch eine Warnung ausspuckt, in der Praxis aber gut damit zurecht gekommen ist. Beim H2D und dem AMS2 haben wir nach einigen Experimenten nur noch Standard-Filamente eingelegt (PETG, ABS und PLA) und haben anspruchsvollere Filamente wie die rauen CF oder das gummiartige TPU über den externen Spulenhalter direkt zugeführt. Es gibt dafür auch einen Filamenthalter mit RFID-Leser, das AMS HT mit automatischer Materialtrocknung. Es war zum Testzeitpunkt aber wie die Laserköpfe vergriffen. Wir werden diesen Testbericht aktualisieren, sobald wir das Zubehör erhalten haben.

Aufgrund der zwei Druckköpfe klappt der Mehrfarb- und Mehrmaterialdruck mit deutlich weniger Materialverschwendung, weil nicht für jeden Farbwechsel das Filament gespült werden muss. Testweise haben wir ein Foto als Lithophane in Vollfarben ausgedruckt. Bambu bietet dafür ein CMYK-Rollenset aus PLA. Wir haben die vier Grundfarben ins AMS gelegt, ein Foto in den Lithopane-Maker hochgeladen und das Ergebnis in die Slicer-Software gezogen. Standardmäßig versucht der Slicer, Materialverschwendung zu reduzieren – und schlägt somit vor, das weiße Filament aus dem AMS zu entnehmen und auf den Rollenhalter für die zweite Düse zu packen. So erfolgt der Wechsel von und zu weiß jeweils durch den anderen Extruder und nur beim Umschalten der anderen Farben wird gespült. Der Drucker wirft dabei hinten die Poo-Kugeln aus, die zur Hälfte aus der alten Farbe und zur Hälfte aus der neuen Farbe besteht. Wer nur zweifarbig druckt, etwa eine weiße Beschriftung in einem schwarzen Gehäuse, kommt komplett ohne Poo-Produktion und somit ohne Materialverschwendung aus.

Eine Kleinigkeit gibt es allerdings dabei noch zu beachten: Beide Druckköpfe erreichen aufgrund der Konstruktion nicht die vollständige Druckplatte. Ein kleiner Bereich links und rechts ist jeweils nur einem Druckkopf zugeordnet. Wer den vollen Bauraum ausnutzen möchte, muss beide Extruder verwenden.

Kurz und knapp: Das Druckbild ist der absolute Hammer. Wir hatten keinen einzigen Fehldruck im gesamten Test, obwohl wir auch mit anspruchsvollen Materialien und komplexe Modelle gedruckt haben.

Neben unseren Standard-Tests wie dem Benchy-Boot, der Spiderman-Büste, dem Sliding-Puzzle und diversen Print-in-Place-Modellen, mit denen wir die Präzision und das Druckbild mit anderen Druckern vergleichen, haben wir noch diverse zweifarbige Modelle gedruckt. Darunter sind etwa das Vollfarb-Lithopane, selbst designte TPU-Stöpsel als Ersatzteil und papierdünne Tragflächen für Modellflugzeuge.

Die Kollegen in der Redaktion haben teilweise mit Unglauben auf die Ergebnisse reagiert – das soll aus einem 3D-Drucker kommen? Gerade mit PLA-CF-Filament und einer einigermaßen hohen Druckauflösung sehen die Ergebnisse teilweise aus, als würden sie aus einer Fabrik stammen. Die Präzision und Genauigkeit des H2D sind schier unfassbar.

Wer unbedingt Kritik anbringen will: Die ultradünnen Tragflächen zeigen an wenigen Stellen Spuren von Unterextrusion, die der H2D eigentlich mit seiner Durchflusskalibrierung selbst in den Griff bekommen müsste – da sie aber funktional keine Nachteile mit sich bringen und nur beim Betrachten gegen das Licht überhaupt sichtbar sind, blicken wir darüber hinweg.

Ganz so schnell wie andere Drucker – auch vom gleichen Hersteller – ist der H2D allerdings nicht. Vermutlich liegt das an seiner hohen Präzision. Aber es ist schon bezeichnend: Das im internen Speicher des H2D hinterlegte Benchy-Boot (mit dem Namen Speedrun) hat eine Druckzeit von 22 Minuten. Über den Bambu-Slicer mit Standard-Einstellungen und -Profilen kommen wir nicht unter 47 Minuten. Zum Vergleich: Der Bambu X1C benötigt mit dem gleichen 0,20-mm-Profil 38 Minuten. Natürlich kann man hier noch tunen, Bewegungs- und Druckgeschwindigkeit hochstellen, Infill und Layer reduzieren und so weiter. Aber die Botschaft ist klar: Der Hersteller hat hier Präzision und Druckqualität höher priorisiert als die Geschwindigkeit.

Einen so teuren Drucker wie den H2D hatten wir noch nie im Test. Mindestens 1749 Euro muss man dafür hinlegen. Passend dazu bezeichnet der Hersteller sein Werk auch nicht als 3D-Drucker, sondern als (Achtung festhalten): All-in-one-Hub für DIY-Herstellung. Der H2D kann mit dem entsprechenden Zubehör schließlich nicht nur drucken, sondern auch gravieren und schneiden per Laser und hat einen Cuttermesser-Kopf, mit dem er die Aufgaben eines Schneidplotters übernimmt. Wer die 1900-Euro-Version bestellt, muss aber auf die Laser-Funktionen verzichten: Nicht nur, dass kein Laser-Kopf im Lieferumfang enthalten ist, er lässt sich auch nicht ohne Weiteres nachrüsten. Dann hat das Gerät nämlich normale Sichtscheiben und eine normale Fronttür. Ein Upgrade inklusive Austausch der Scheiben ist für Juni geplant. Für 2200 Euro gibt's den H2D mit AMS, aber ebenfalls ohne Laser-Option. In der sogenannten Laser-Full-Combo für 2800 Euro ist der Schneidplotter enthalten und die Scheiben sind aus grünem Laser-Schutz-Kunststoffglas gefertigt. Das 10-Watt-Laser-Modul ist dabei. Es ist gedacht für Gravuren und Schnitte in dünnem Holz. Das 40-Watt-Modul schlägt einzeln mit 1000 Euro zu Buche und soll bis zu 15 mm dickes Holz schneiden können. Wer die H2D-Combo gleich mit 40- statt 10-Watt-Laser kauft, zahlt dafür 3500 Euro.

Viel Geld für den Hobbykeller. Wenig Geld für Prototyping im Unternehmen. Wer vorwiegend drucken möchte, kommt mit dem deutlich günstigeren X1C fast genauso weit. Die großen Vorteile spielt der H2D beim Druck von zwei Farben oder Materialien aus, weil es viel schneller und ohne Materialverschwendung geht – und natürlich dann, wenn man ohnehin auch einen Laser-Gravierer, -Schneider und/oder Schneidplotter benötigt.

Für Sparfüchse ist der H2D nichts. Er ist der beste Drucker, den wir kennen, und trägt diese Auszeichnung stolz in Form eines großen Preisschilds auf der Brust. Im Hobbybereich kommt man auch mit 350 Euro schon sehr weit – wir denken da beispielsweise an den Elegoo Centauri Carbon, der im Detail natürlich vieles nicht ganz so perfekt macht wie der H2D, aber dafür eben nur einen Bruchteil kostet.

Der Preis spielt keine Rolle? Gratulation, hier ist der beste 3D-Drucker der Welt. Schon wieder von Bambu, wie auch der X1 Carbon im letzten Jahr. Der H2D setzt überall noch eins obendrauf: Mit phänomenaler Ausstattung, einfacher Bedienung, fast perfektem Druckbild und klarer und guter Erklärung aller Funktionen zum richtigen Zeitpunkt per Video. Wer alle Funktionen nutzen will, muss mehr Zeit mitbringen als bei anderen Druckern – weil der H2D einfach so viel mehr kann. Wer den großen Bauraum, die Laser- und Schneidplotter-Funktionen sowie den doppelten Druckkopf nicht braucht und nur gelegentlich mehrfarbig drucken möchte, sollte sich unseren bisherigen Testsieger X1C näher ansehen.

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Daniel Schraeder von 21.03.2025

Der Centauri Carbon schlägt sich im Test extrem gut und ist derzeit zum Hammer-Preis von gerade einmal 330 Euro vorbestellbar. Für Anfänger und Hobbyisten gilt: Besser und günstiger geht es nicht.

Moment mal – Centauri Carbon? Bei dem Namen müssen wir direkt an den X1 Carbon von Bambu Labs denken, dem wir vor etwa 1,5 Jahren das Prädikat „Der beste 3D-Drucker der Welt“ verliehen haben. Er trägt diesen Titel noch heute – vollkommen zu Recht. Beim X1 kommt der Name Carbon vom Material: Die Stangen, auf denen die Gleitlager der X-Achsen laufen, sind aus Karbon gefertigt. Beim Elegoo Centauri Carbon hingegen sind die Führungen aus Stahl. Will sich da jemand im Licht eines großen Sterns sonnen?

Kurz und knapp: Egal, aus welchem Material die Stangen gefertigt sind – zum aktuellen Vorbestellerpreis von 330 Euro, die Auslieferung erfolgt im August, ist er ein geniales Angebot. Er ist gut für Einsteiger geeignet, da er Out-of-the-Box ohne langwierigen Aufbau und mit schneller Inbetriebnahme ohne manuelles Zutun seine ersten Ergebnisse produziert. Und wer bereits einen offenen – oder langsameren – 3D-Drucker besitzt, bekommt hier ein günstiges Upgrade.

Der Centauri Carbon verarbeitet mit seinem großen Temperaturbereich, dem geschlossenen Bauraum und seinem Direct Extruder eine riesige Auswahl an Kunststoffen – und er druckt schnell. Der Preis ist zwar ein gutes Stück höher als bei unserem bisherigen Preis-Leistungs-Sieger A1 Mini von Bambu Labs. Der wechselt den Besitzer für 199 Euro, ist weiterhin perfekt für Anfänger geeignet – bietet aber mangels Gehäuse eine kleinere Materialauswahl und hat einen deutlich kleineren Bauraum. Da der Centauri Carbon so viel mehr zu bieten hat, wird er unser neuer Preis-Leistungs-Sieger. Auf Platz 2, gleich hinter dem fast 1000 Euro teureren Bambu Lab X1 Carbon. Und wo wir schon mal dabei sind: Per E-Mail hat uns Elegoo bestätigt, dass sie nicht vorhaben, den Preis anzuheben. Das ist eine Ansage.

Der Elegoo Centauri Carbon kommt in einem kompakten Karton bei uns an. Der Inhalt ist gut geschützt. Nach dem Öffnen entnehmen wir etwas Schaumstoff und sehen den vollständig zusammengebauten Drucker. Andere Hersteller erleichtern das Entnehmen: Beim Qidi Plus4 gibt es im Gerät versenkte Tragegriffe zum Herausheben, bei anderen Druckern haben wir schon Aufkleber auf der Schutzfolie gesehen, die zeigen, wie man den Drucker an der Schutzfolie aus seinem Karton zieht. Beim Centauri Carbon gibt es weder das eine noch das andere, also greift ein Kollege nach dem Entfernen des Schaumstoffs mit den Fingern tief in die Kiste und zieht nach oben, während ein anderer Kollege den Karton nach unten drückt. Alleine ist es eine gewisse Herausforderung, das Gerät aus der Verpackung zu bekommen.

Nach dem Entfernen der Folie und der leider etwas zu gut klebenden Streifen, die die Tür sichern, montieren wir den Filamenthalter und das Touchscreen-Display. Das dauert wenige Minuten; die gedruckte Anleitung (in englischer Sprache) lässt keine Fragen unbeantwortet. Dabei fällt die Materialauswahl positiv auf. Das komplette Gehäuse besteht aus Metall statt aus Plastik, die Scheiben an der Vorder- und auf der Oberseite sind aus echtem Glas statt aus Plexiglas. Das sorgt für einen sehr hochwertigen Eindruck und fühlt sich gut an. Dass die rechte Metallplatte mit dem montierten Filamentrollenhalter dabei etwas überfordert wirkt und bei Einwirkung von Druck etwas wackelt – geschenkt.

Als Nächstes geht es an die Transportsicherungen. Der Druckkopf ist in Pappe eingepackt und mit Kabelbindern gesichert, das Druckbett ist mit Schrauben befestigt. Einige Kabelbinder entfernen, diverses Schutzmaterial raus, dann kann man den Drucker auch schon einschalten.

Nach dem Hochfahren will sich der Centauri Carbon kalibrieren. Vibrationsausgleich, Input-Shaping, automatisches Bett-Leveln. Manuelles Justieren ist nicht nötig, der Prozess läuft vollautomatisch ab. Wenn dabei das erste Mal alle Lüfter voll anlaufen, werden die Augen groß: so laut? Zum Glück haben wir diese Lautstärke im Betrieb zu keinem Zeitpunkt erreicht – das Gerät scheint einige Reserven zu haben.

Nächster Schritt ist das Einlegen des Filaments. Das ist ein wenig fummelig, da der PTFE-Schlauch am Druckkopf eine enge Kurve zieht. Der Drucker fragt über das Display, ob man sieht, dass Filament austritt. Sieht man nicht, da der Druckkopf im Weg und das Glas sehr dunkel ist. Praktisch: Auf der Rückseite gibt es einen Auswurfschacht für überflüssiges und abgestriffenes Filament, wie wir es auch vom Bambu X1 Carbon her kennen. Dort fällt ein Filament-Knödel raus, wenn das Einziehen des Materials geklappt hat – also können wir die Frage mit Ja beantworten. Ach ja, neben der automatischen Düsenreinigung gibt es auch einen Filament-Abschneider, was das Herausnehmen des Filaments erleichtert. Die Ausstattung des neuen Elegoo-Preistipps ist wirklich gut.

Danach kann der erste Druck starten. Wie immer nehmen wir zunächst die vom Hersteller vorgesliceten und im Speicher des Druckers abgelegten Modelle für den ersten Test – zum Beispiel ein Benchy-Boot, das nach gerade einmal 15 Minuten fertig ist und sich wirklich sehen lassen kann.

Der Vollständigkeit halber installieren wir den Elegoo-Slicer. Es handelt sich dabei um eine Anpassung des bekannten, bewährten und von uns derzeit präferierten Orca Slicers. Cloud-Dienste wie bei Bambu gibt es nicht – mit allen Vor- und Nachteilen. Es gibt keine App, keine Push-Mitteilung bei Problemen, keine Möglichkeit, von Unterwegs ohne VPN und Computer einen Druck zu starten – aber dafür auch keine Fragen in puncto Datenschutz und keine Betriebsgeheimnisse wandern über chinesische Server. Das WLAN des Druckers ist nach Eingabe des Passwortes auf dem kapazitiven Touchscreen flott eingerichtet. Trägt man dann die IP-Adresse des Druckers im Elegoo Slicer ein, kann man – solange sich Computer und Drucker im gleichen Netz befinden – ohne Umweg über USB direkt vom Computer aus den Druck starten und Live-Daten einsehen. Außerdem kann man das Bild der Kamera betrachten, die den Bauraum filmt.

Zu unserem Testgerät haben wir eine 1-kg-Spule PLA+ in Lila-Metallic bekommen. Wir haben unser übliches Test-Sammelsurium damit gedruckt. Dazu gehören verschiedene Benchys für die Messung der Druckgeschwindigkeit (sehr schnell), ein Slider-Puzzle als Print-in-Place mit verschiedenen Abständen zwischen den Teilen, um die Präzision des Druckers zu testen (sehr gut) sowie verschiedene Büsten und Vasen zur Bewertung der Oberfläche (gelungen).

Wer PLA druckt, sollte entweder die Tür vorne öffnen oder die obere Glasscheibe aus dem Gehäuse nehmen, damit es im Bauraum nicht zu warm wird. Darauf weist ein entsprechender Aufkleber auf der Scheibe hin. Testweise haben wir einige PLA-Drucke mit geschlossenem Gehäuse durchgeführt – in den meisten Fällen ohne Probleme, aber bei zickigeren Modellen (dünn, lang und sehr hoch mit geringer Auflagefläche) kamen wir an die Grenzen und haben Spaghetti produziert. Wir teilen also die Empfehlung des Herstellers, PLA nicht mit vollständig geschlossenem Gehäuse zu drucken. So hatten wir keinerlei Probleme oder Fehldrucke.

Interessant: Die Druckplatte des Centauri Carbon hat zwei Seiten. Eine hat eine strukturierte PEI-Oberfläche, was der aktuelle und bewährte Standard ist. Die andere Seite ist speziell für PLA gedacht und hat eine glatte Oberfläche. Obwohl der Hersteller dafür eine Druckbetttemperatur von 30 Grad angibt, sind wir mit den 60 Grad, die eigentlich für die andere Seite gedacht ist, in der Praxis besser gefahren und hatten so keine Haftungsprobleme. Der Drucker fragt beim Start des Druckauftrags, welche Seite oben liegt – beim Umdrehen muss man auf jeden Fall eine neue Abstandsmessung durchführen, die der Drucker aber standardmäßig ohnehin vor jedem Druck erledigt.

Neben verschiedenen PLA-Filamenten haben wir auch Tests mit ASA und ABS sowie TPU durchgeführt. Der integrierte Aktivkohlefilter für die Abluft macht den Aufenthalt in der Nähe etwas angenehmer (respektive etwas weniger unangenehm). Wir empfehlen aber trotz Kohlefilter keine solchen Materialien zu drucken, wenn man sich im gleichen Raum aufhält – das Zeug riecht nicht gut, führt zu Kopfschmerzen und ist gesundheitsschädlich. Also: Wer etwas anderes als PLA verarbeitet, sollte einen gut belüfteten Raum zur Verfügung haben – oder einen Raum, in dem man sich beim Druck nicht aufhält und zumindest danach gut lüften kann.

Die vorliegenden Druckergebnisse können sich allesamt sehen lassen. Die einzigen Probleme hatten wir beim Missachten der Anweisungen des Herstellers – eben beim Druck von PLA mit geschlossenem Gehäuse. Oberflächen sind gelungen, Abstände sind präzise, das Gesamtbild kann sich sehen lassen – und das bei vergleichsweise hohem Tempo. Die gute Ausstattung des Druckers tut ihr übriges, um Fehler möglichst auszuschließen und für ein schönes Bild zu sorgen.

Dazu gehören die automatische Düsen-Reinigung samt Filamentabschneider, die vollautomatische Druckbett-Vermessung ohne manuelles Z-Leveln, der halbautomatische Riemenspanner oder die Schwingungskompensation. Es gibt auch eine Kamera im Innenraum, die (aus dem lokalen Netzwerk) einen Blick auf den aktuellen Stand des Drucks sowie Zeitrafferaufnahmen ermöglicht. Im Gegensatz zum deutlich teureren X1 Carbon von Bambu Labs hat der Elegoo aber keine KI-Auswertung der Kamera-Bilder, die Spaghettibildung oder umgefallene Objekte erkennt; auch Lidar für die Vermessung der ersten Druckschicht sowie für die Durchflusskalibrierung fehlt – aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Fehldrucke hatten wir auch bei den etwas zickigeren Materialien nicht, aber natürlich gelingt auch dem Elegoo Centauri Carbon kein Wunder in Bezug auf Warping – also dem Verformen und Verbiegen von stabilen Kunststoffen beim Druck. In der Praxis helfen verschiedene Maßnahmen dagegen, wir haben beispielsweise mit einem Brim unterhalb des zu druckenden Objekts sämtliche Warping-Probleme in den Griff bekommen. Daran sieht man aber: Auch wenn der Elegoo noch so gut und anfängertauglich ist, ist die Lernkurve beim Thema 3D-Druck noch immer vorhanden und man sollte bereit sein, sich in die Thematik einzuarbeiten. Insgesamt sind wir mit den Druckergebnissen mehr als zufrieden.

Wie schon zu Beginn gesagt: Der Preis ist eine Ansage. Komplett geschlossener Bauraum, hochwertige Materialien, Bauraum-Größe von 25,6 mal 25,6 mal 25,6 cm, hervorragende Ausstattung, Temperaturbereich bis 110 Grad (Druckbett) respektive 320 Grad (Hot End), Druckgeschwindigkeit bis 500 mm/s – da können ohnehin nicht viele andere Drucker mithalten. Na klar, der über 1000 Euro teure Bambu Lab X1 Carbon ist in (fast) allen Details noch ein Stück besser. Im direkten Vergleich sehen wir etwa den auch sehr gut bewerteten Qidi Q1 Pro, der allerdings ungefähr 100 Euro teurer ist.

Wer tiefer einsteigen möchte, sollte sich nach wie vor den A1 Mini von Bambu (Testbericht) ansehen. Er kostet mit 189 Euro deutlich weniger, hat einen kleineren Bauraum und kein geschlossenes Gehäuse – aber wer vor allem kleine Gegenstände aus PLA drucken möchte und einen wunderbar anfängertauglichen Drucker sucht, ist dort genau richtig.

Zum Zeitpunkt des Tests ist der Elegoo Centauri Carbon beim herstellereigenen Shop am günstigsten. Er kostet dort 279 Euro, zur Auswahl stehen auch weitere Sets mit mehr Filament, weiteren Druckplatten oder anderem Zubehör. Die Auslieferung soll im August aus einem europäischen Lager heraus erfolgen. Wer lieber einen Shop mit deutschem Impressum und entsprechenden Verbraucherrechten vorzieht, kann das Gerät auch für einen kleinen Aufpreis hierzulande vorbestellen.

Der Elegoo Centauri Carbon hat uns überzeugt. Er kommt zwar nicht an den deutlich teureren Testsieger von Bambu Lab heran, aber er druckt erstklassig und schnell, ist sehr gut ausgestattet, kommt mit vielen Materialien klar und liegt mit seinem Preis ein gutes Stück unter der gesammelten Konkurrenz. Aus unserer Sicht kann man hier bedenkenlos vorbestellen und bekommt dafür demnächst einen ganz hervorragenden 3D-Drucker, auf den wir auch gerne ein paar Wochen oder wenige Monate warten würden.

Daniel Schraeder von 06.06.2024

Perfekt für Anfänger, super einfach, günstig und mit akzeptablem Aufpreis sogar mehrfarbig: Der Bambu Lab A1 Mini hat uns im Test vollkommen überzeugt. Nie gab es einen so guten 3D-Drucker für so wenig Geld – sofern begrenzter Bauraum ausreicht.

Update 6. Juni 2024: Bambu hat den Preis noch mal gesenkt: Ohne Materialwechsler kostet er nun 199 statt 319 Euro, mit AMS 349 statt 489 Euro. Damit wird der A1 Mini noch spannender.

Der Bambu Lab X1 Carbon hat uns im Test wahrlich umgehauen. Der beste 3D-Drucker der Welt: Endlich ist 3D-Druck so einfach wie Word drucken. Haufenweise kluge Ideen, smarte Sensoren und geniale Software-Kniffe machen diesen Drucker so viel besser als alle anderen, die wir jemals in den Finger hatten. Der größte Haken am X1 Carbon ist der Preis. Im Set mit dem Vierfach-Filament-Wechsler AMS, mit dem unter anderem mehrfarbiges Drucken möglich ist, kostet das Gerät derzeit reduzierte 1349 Euro, ohne AMS für 1099 Euro statt 1349 Euro. Nicht teuer für solch ein gutes Werkzeug, aber ein stolzer Preis für den Hobbykeller.

Mit dem A1 Mini hat Bambu Lab inzwischen den kleinen Bruder des X1 Carbon im Angebot. Statt eines geschlossenen Bauraums ist der Drucker offen, statt 25 × 25 × 25 Zentimeter Bauraum geht es beim A1 auf maximal 18 × 18 × 18 Zentimeter. Statt teurer Sensoren wie dem Lidar zum Vermessen der ersten Druckschicht und zur Durchfluss-Kalibrierung setzt der Hersteller beim A1 auf kluge Tricks. Damit ist der Mini-Drucker in der Praxis fast so gut wie sein großer Bruder, kostet aber nur einen Bruchteil: 199 Euro. Mit der Light-Version des vierfachen Filament-Wechslers kostet er 349 Euro. Warum wir schon wieder so begeistert sind, zeigt der Test.

Der A1 Mini kommt größtenteils vormontiert. Transportsicherungen herausschrauben und herausziehen muss man selbst, dabei hilft – wie gewohnt – eine hervorragende gedruckte Anleitung. Wer den Vierfach-Filament-Wechsler dazubestellt, muss hier mit vier Schrauben den Standfuß am eigentlichen Gerät befestigen, ein paar Schläuche einstecken und ein Kabel verbinden. Das alles dauert keine halbe Stunde, bis man den A1 Mini zum ersten Mal mit dem Strom verbindet und einschaltet.

Etwas außergewöhnlich ist die gesamte Konstruktion. Es gibt auf der rechten Seite des Druckers einen „Masten“, in dem die z-Achse als klassische Spindel verbaut ist, statt zwei Türmen links und rechts. Vor allem auch in Anbetracht der schnellen Bewegungen des Hot-Ends kommen auf den ersten Blick Zweifel auf: Hält das? Ist die bewegte Masse nicht zu groß? Schwingt das nicht auf, wenn der Druckkopf ganz nach außen fährt? Kurz und knapp: Die Sorgen scheinen unbegründet zu sein.

An dem Mast ist die x-Achse montiert, an der der Druckkopf von links nach rechts fährt. Die Bewegung der y-Achse wird durch Vor- und Zurückschieben des Druckbetts erreicht. Diesen Aufbau nennt man kartesisch oder „Bettschubser“, während die teureren Drucker inklusive des großen Bruders auf den XY-Core-Aufbau setzen. In unseren Tests zeigen XY-Core-Drucker mit einem großen Bauraum deutliche Vorteile, die bei kleinem Bauraum aber nicht so groß ausfallen – dafür ist die Konstruktion einfacher und günstiger. Die typischen Probleme mit Vibrationen hat Bambu Lab per Kalibration und Software gut im Griff – und gibt stolz an, mit dem kartesischen Aufbau die Geschwindigkeit eines XY-Core-Druckers zu erreichen.

Das Druckbett ist eine PEI-Platte, die magnetisch hält. Klebstoff oder andere Haft- und Trennmittel braucht man hier nicht. In unseren Tests hielten die gedruckten Objekte bei warmer Platte perfekt und fielen nach der Abkühlung von selbst ab – perfekt.

Das kleine Touchscreen-Display führt den Nutzer durch die letzten Schritte der Vorbereitung – Kalibrierung, WLAN-Verbindung et cetera. Der kapazitive Touchscreen ist schon sehr fummelig klein, gerade bei der Eingabe des WLAN-Passworts, doch insgesamt kommen wir sehr gut damit klar. Sobald das Gerät mit dem Internet verbunden ist, lässt sich die Verbindung mit der Bambu-Handy-App auf dem Smartphone herstellen sowie mit der Slicer-Software Bambu Studio auf dem PC oder Mac.

Auf dem Speicher des Druckers sind ein paar Modelle abgelegt, mit denen man direkt loslegen kann. Ansonsten kann man Fidget Spinner, Tassenhalter, Figuren, Vasen, Lampen oder Auto-Ersatzteile direkt über die App auf dem Handy auswählen und los drucken. Wer mehr Einfluss auf die Einstellungen nehmen möchte, sollte den Bambu Slicer auf seinem Computer installieren. Dort gibt es haufenweise vorkonfigurierte Profile für besonders schnellen oder besonders genauen Druck und alles dazwischen, sowie die Möglichkeit, auf alle Optionen wie Support, Layer-Höhe, Geschwindigkeiten oder Temperaturen Einfluss zu nehmen.

Wer sich das Leben einfach machen möchte, bestellt das AMS Lite und einen Stapel Filament von Bambu Lab dazu. Das hauseigene Filament kommt mit einem NFC-Chip, der Farbe und optimale Druckeinstellungen gespeichert hat. Steckt man bis zu vier Rollen auf das AMS, muss man nur den Filament-Faden einführen. Das AMS zieht das Filament ein, erkennt Farbe, Material und die richtigen Einstellungen für den Druck – man muss in der Handy-App oder auf dem Computer nur noch auswählen, mit welchem der eingelegten Filamente der aktuelle Auftrag ausgeführt werden sollte.

Genial: Auch der A1 Mini hat eine Kamera samt LED-Beleuchtung eingebaut. Damit zeichnet er optional Zeitraffer-Videos auf und ermöglicht den Live-Blick auf den Druckprozess vom Handy aus, egal, wo man ist. Allerdings bleiben die KI-Funktionen der Kamera zumindest derzeit den großen Brüdern vorbehalten – etwa die Spaghetti-Erkennung.

Neben der Größte des Bauraums sorgt die fehlende Einhausung im Vergleich zum großen Bruder X1 Carbon für weitere Einschränkungen: Ohne geschlossenen Bauraum ist das Drucken von Materialien, die höhere Temperaturen benötigen oder auf Luftzug und Temperaturschwankungen zickig reagieren, schwer bis unmöglich.

So gibt der Hersteller den A1 Mini für PLA, PETG, TPU und PVA frei. PLA ist das „Standard-Filament“ beim 3D-Druck. Es besteht überwiegend aus Maisstärke, ist günstig, in vielen Farben zu haben und extrem einfach zu drucken. Sein größtes Manko ist der niedrige Schmelzpunkt – ab etwa 60, 70 Grad wird es wieder weich. Eine Handy-Halterung fürs Auto lässt sich damit nicht realisieren, ein Luftballon-Boot für die Badewanne oder eine Wandhalterung für den Alexa-Lautsprecher daheim hingegen schon. PETG kennt man aus dem Alltag – Plastikflaschen zum Beispiel. Sein großer Vorteil ist die Transparenz, die bei vielen Konstruktionen wichtig ist. Außerdem ist es etwas temperaturbeständiger als PLA. TPU ist ein gummiartiges Material, PVA ist wasserlöslich und eignet sich für Stützstrukturen beim Druck. Stabilere Materialien wie ASA oder ABS, aber auch kohlefaserverstärktes PLA (CF-PLA), kann der A1 Mini nicht verarbeiten.

Wer die 170 Euro Aufpreis für das AMS Lite auf den Tisch legt, kann Materialien mischen – und unter anderem Stützstrukturen aus wasserlöslichem Filament produzieren oder Scharniere aus dem gummiartigen TPU direkt in eine Kiste aus hartem PLA eindrucken. In den meisten Fällen wird das AMS aber wohl für den Druck mit mehreren Farben genutzt. Technisch ist das AMS simpel aufgebaut. Jede der vier Spulen hat einen eigenen Antrieb für das Filament. Von jeder Rolle geht ein Bowden-Schlauch zum Druckkopf, der oben einen Vier-auf-Eins-Adapter trägt. Das AMS schiebt immer jeweils nur eine Farbe in den Druckkopf. Sollte sie gewechselt werden, zieht das AMS das jeweilige Filament so weit in den Schlauch zurück, dass es oberhalb des Vierfach-Adapters im Schlauch steht, und schiebt eine andere Farbe in den Extruder. Das funktioniert sehr zuverlässig und ist mit die beste Methode, die es derzeit im Markt gibt.

Perfekt ist sie aber nicht, denn: Bei jedem Filament-Wechsel entsteht Überschuss. Der Drucker muss die Reste des alten Filaments mit der neuen Farbe aus dem Extruder schieben – und wirft den Überschuss bei jedem Wechsel seitlich aus. Wer nur ein paar Buchstaben in einer anderen Farbe platzieren möchte, kommt damit gut zurecht. Wer hingegen einen großen Druck mit diversen Farben startet, muss damit rechnen, erheblich mehr Auswurf zu erhalten, als im eigentlichen Objekt verdruckt wird.

Zum Vergleich: Unser 12 Gramm schweres Benchy-Schiffchen hat mehr als 120 Gramm „Poop“ produziert. Zugegebenermaßen ist es auch ein besonders fieses Beispiel, weil fast auf jeder Ebene beide Farben nötig sind – entsprechend oft muss der Drucker das Filament wechseln. Auf der anderen Seite: Zu diesem Preis ist nirgendwo sonst im Markt ein Filament-Wechsler oder Mehrfarbdruck zu haben. Vor allem nicht in dieser Geschwindigkeit und Qualität.

Wer das letzte Mal einen Ender beim Druck gesehen hat – oder einen anderen der „Standard-Drucker“, die seit einigen Jahren in diversen Hobbykellern ihr Werk verrichten – wird beim Blick auf den Bambu beim Druck seinen Augen nicht trauen. Der kleine A1 Mini ist fast so schnell wie der große X1 Carbon. Muss es sehr genau sein, benötigt er auch länger – ein flottes Benchy-Boot ist in unter 20 Minuten gedruckt, ein schönes in gut 40 Minuten.

Unsere Spiderman-Statue hat exakt 5,5 Stunden gedruckt. Das Ergebnis ist mehr als beeindruckend. Wir haben diverse Print-in-Place-Objekte gedruckt, etwa eine Zange mit Zahnrädern, Fidget-Spinner oder Handy-Halterungen zum Klappen. Selbst mit Skalierung auf 80 Prozent haben Zahnräder, Gelenke & Co. perfekt ineinander gegriffen und perfekt funktioniert – genauer Drucken geht fast nicht.

Einen Fehldruck hatten wir – bei einem Objekt mit extrem kleiner Auflagefläche. Das Hinzufügen eines Druckrands im Slicer hat das Problem behoben. Ganz ohne Einarbeitung geht es also auch hier nicht, aber um die meisten Punkte kümmert sich hier schon der Drucker.

Die Kalibrierung ermittelt Resonanzfrequenzen und optimale Bewegungsgeschwindigkeiten. Das macht den Drucker unglaublich leise und genau. Der Lüfter dreht nur bei Überhängen kräftig auf, ansonsten flüstert der A1 Mini beim Druck im Vergleich zu anderen Geräten nur so vor sich hin. Den teuren Lidar-Sensor für die Filament-Fluss-Kalibrierung und das Scannen der ersten Druckschicht hat sich der Hersteller beim günstigen Modell natürlich gespart. Dennoch gibt es eine Kalibrierung des Filament-Flusses über die Messung des Stromverbrauchs des Extruder-Motors und eines Wirbelstromsensors in der Druckdüse.

Es gibt etliche 3D-Drucker für um die 320 Euro, doch der Bambu ist sozusagen das iPhone unter den Druckern. Die meisten Alternativen sind im direkten Vergleich Bastelkisten, die zwar auch hervorragend drucken können, aber eine steile Lernkurve erwarten – während der A1 Mini als fast Plug-and-Play-Drucker auch Anfängern schnelle Erfolgserlebnisse verspricht.

Ähnlich einfach geht es auch mit dem Anker M5C (Testbericht). Der 3D-Drucker druckt etwas größer und ist teurer – er ist allerdings fast ausschließlich auf die Klicki-Klicki-Steuerung mit der App ausgerichtet und die Hürden, im späteren Verlauf auf eine professionelle Slicing-Software auf dem Computer umzusteigen, sind höher. Wer es noch besser möchte, greift zum großen Bruder – idealerweise zum X1 Carbon, der alles kann, was der A1 Mini kann – und noch so viel mehr. Dafür kostet er aber auch über 1000 Euro – und fast 1500 Euro, wenn man mehrfarbig drucken möchte.