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14.12.2025
20:00 Uhr
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Kann man Android Auto und Apple Carplay nachrüsten? Die Lösung sind portable Auto-Displays. Wir zeigen die besten Modelle.

Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.
Kann man Android Auto und Apple Carplay nachrüsten? Die Lösung sind mobile Auto-Displays fürs Cockpit. Wir zeigen die besten Modelle aus unseren Tests.
Apple Carplay und Android Auto haben sich als Schnittstelle zwischen Smartphone (iOS oder Android) und dem Infotainment-System im Auto durchgesetzt. Damit lassen sich Apps wie Google Maps zur Navigation oder Spotify für Musik direkt auf dem Infotainment-Display nutzen. Auch Sprachassistenten wie Siri oder der Google Assistant sind damit jederzeit verfügbar. Voraussetzung ist allerdings ein kompatibles Infotainment-System im PKW.
Doch was tun, wenn das eigene Fahrzeug diese Funktion nicht unterstützt? Gerade wer ältere Autos fährt, deren Bordelektronik weder Android Auto noch Apple Carplay beherrscht und deren Zentraldisplay aus einer Uhr besteht, muss trotzdem nicht auf den Komfort einer Smartphone-Anbindung verzichten.
Günstiger und einfacher als der Austausch des Autoradios oder des Infotainment-Systems ist ein Auto-Display mit Android Auto und Carplay, das man extern wie ein herkömmliches Navigationsgerät im Auto befestigt. Das Display lässt sich ganz ohne Werkstatt montieren.
Ein USB- oder Lightning-Kabel benötigt man dann nicht. Die einzige notwendige Verkabelung betrifft die Stromversorgung, die an den 12-V-Bordnetz-Anschluss (Zigarettenanzünder) oder eine USB-Buchse angeschlossen wird. Die Kopplung mit dem Smartphone erfolgt zunächst über Bluetooth und anschließend über WLAN.
Wer schon Android Auto oder Apple Carplay im Auto hat, es aber drahtlos möchte, raten wir zur Top 10: Der beste Adapter für Android Auto Wireless – kabellos Handy nutzen oder Top 10: Der beste Wireless-Carplay-Adapter im Test – iPhone kabellos nutzen. Für Fans von Digitalradio empfehlen wir die Top 5: Der beste DAB+-Adapter fürs Autoradio zum Nachrüsten im Test.
Neuer Testsieger ist das Carpodgo T3 Pro für 180 Euro (Gutscheincode: HEISE). Das Display bietet die beste Bildqualität im Testfeld sowie eine vergleichsweise hochwertige Verarbeitung samt praktischer magnetischer Rückseite.
Technologiesieger ist der neue Ottocast Screenflow. Dieser ermöglicht es sogar, Inhalte von Youtube und Netflix auf einer eigenen Android-Oberfläche wiederzugeben, etwa auf dem Parkplatz im Urlaub oder in der Pause. Ab 96 Euro (Code: TS20) geht es los.
Preis-Leistungs-Sieger ist der kompakte und günstige Bildschirm Lamtto RC18. Dieser bietet dennoch eine ordentliche Ausstattung und eignet sich insbesondere für Kleinwagen. Er kostet nur 77 Euro.
Hier folgt das komplette Ranking:
Der Carpodgo T3 Pro setzt sich als beste Nachrüstlösung durch. Dank hochwertigem Gehäuse, tollem 8,9-Zoll-Display, schnellem Bootvorgang sowie flexibler Anbindung ans Autoradio via FM, AUX und Bluetooth ist es unser Testsieger. Attraktiv ist auch der Preis von 180 Euro (Code HEISE).
Der Ottocast Screenflow rüstet Android Auto und Carplay kabellos in älteren Fahrzeugen nach. Das große Display ist hell, startet schnell und lässt sich leicht einrichten. Ein Alleinstellungsmerkmal ist die Unterstützung von Netflix und Youtube direkt über das System. Neben FM-Transmitter und AUX-Kabel erfolgt die Tonübertragung auf Wunsch auch per Dual-Blueooth.
Der Screenflow kostet mit dem Code TS20 rund 96 Euro, mit Saugnapfhalterung sind es 104 Euro.
Der Lamtto RC18 ist eine preiswerte und einfach nachrüstbare Lösung für Apple Carplay und Android Auto. Das kompakte 7-Zoll-Display bietet Smartphone-Anbindung per Bluetooth, AUX-Kabel und FM-Transmitter. Die Telefonqualität ist im Vergleich sogar die beste, die Einrichtung gelingt schnell und unkompliziert. Extras wie Airplay und Mirror Link erweitern den Funktionsumfang sinnvoll. Für nur 77 Euro ist es unser Preis-Leistungs-Sieger.
Bei Fahrzeugen mit einem Alter von knapp 10 Jahren ist Carplay selten zu finden. Bei älteren Modellen der C-Klasse der Baureihe 205 erhielt man erst mit der Modellpflege ein optionales Paket zur Smartphone-Integration. Immerhin bieten die neueren Modelle der C-Klasse von Mercedes-Benz (W206) seit 2021 in der Regel Carplay und Android Auto.
Im Citroën C3 ist Apple Carplay ab der dritten Generation (Produktion ab 2016) verfügbar. Früher war das oft an das größere Touchscreen-Infotainment-System gebunden. Seit dem Facelift von 2020 ist Carplay auch in neueren Modellen serienmäßig dabei.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, um das Fahrzeug mit Carplay und Android Auto nachzurüsten:
Der Austausch des ganzen Infotainment-Systems ist oft teuer. Bei manchen Fahrzeugen ist ein Software-Update möglich, mit dem man Android Auto oder Apple Carplay nachträglich aktiviert. Je nach Hersteller kostet das 200 bis 400 Euro, bei VW, BMW oder Mercedes-Benz teilweise deutlich mehr.
Für ältere Fahrzeuge bietet sich ein Radio mit Doppel-DIN-Schacht mit Touchscreen und Android Auto oder Apple Carplay an – sogenannte Moniceiver (Ratgeber). Die Geräte kosten zwischen 200 und über 600 Euro. Für den Einbau in der Werkstatt sollte man rund 200 Euro einplanen – vorausgesetzt, das Fahrzeug ist kompatibel.
Deutlich günstiger als ein Infotainment-Tausch sind mobile Auto-Displays, die sich wie Navigationsgeräte nachrüsten lassen. Sie erinnern optisch an Tablets und werden per Saugnapf an der Windschutzscheibe oder dem Armaturenbrett installiert. Das Smartphone verbindet sich drahtlos via Bluetooth mit dem Display – so lassen sich Android Auto oder Apple Carplay einfach und kostengünstig nachrüsten.
Je nach Modell erfolgt die Audioübertragung ans Autoradio per AUX-Kabel, FM-Transmitter oder ebenfalls über Bluetooth. Die Displays sind in verschiedenen Größen erhältlich – von kompakten 7-Zoll-Varianten hin zu breiten 10-Zoll-Formaten im Ultra-Widescreen-Stil.
Kleinere Modelle schränken das Sichtfeld weniger ein, bieten aber auch weniger Platz für die gleichzeitige Darstellung von Navigation und Musik-Apps. Breitbild-Displays eignen sich dafür besser, können jedoch bei ungünstiger Platzierung die Sicht behindern. Größere Monitore bieten oft eine integrierte Dashcam (Bestenliste). Viele Modelle erlauben den Anschluss einer kabelgebundenen Rückfahrkamera, manche spielen Medien von USB-Sticks ab.
Zuerst koppeln sich Smartphone und Monitor per Bluetooth. Anschließend baut sich automatisch ein lokales WLAN auf. Die Geräte unterstützen in der Regel Android Auto und Apple Carplay, oft auch Mirror Link oder Airplay. So lassen sich wichtige Apps direkt auf dem Auto-Display nutzen – komfortabel und mit weniger Ablenkung.
Zu den zugelassenen Apps zählen Google Maps oder Apple Karten für die Navigation sowie Musikdienste wie Spotify oder Apple Music. Auch Anrufe und Nachrichten laufen über Siri oder den Google Assistant. Damit kann man sich etwa Whatsapp-Nachrichten im Auto vorlesen lassen.
Apps wie Youtube oder Netflix sind bei Carplay und Android Auto gesperrt, da sie während der Fahrt vom Verkehr ablenken könnten. Wer solche Inhalte in der Pause über das Infotainment nutzen möchte, benötigt smarte Boxen und Adapter (Bestenlisten) zum Nachrüsten.
Mit dem Ottocast Screenflow gibt es jedoch eine Ausnahme. Das Gerät nutzt ein eigenes Betriebssystem auf Basis von Android 13, auf dem Apps wie Netflix und YouTube bereits vorinstalliert sind. Andere Geräte ermöglichen zudem die Wiedergabe von Medien über einen Datenträger oder das Spiegeln des Inhalts vom Smartphone via Airplay oder Mirrorlink. Wichtig: Die Nutzung ist nur bei ausgeschaltetem Motor erlaubt – sonst drohen Bußgelder.
Zwar verfügen die Monitore über integrierte Lautsprecher, diese klingen jedoch dünn und sind so leise, dass sie während der Fahrt kaum nutzbar sind. Um den Ton ins Autoradio zu übertragen, setzen die meisten Geräte auf einen integrierten FM-Transmitter. Dieser sendet das Audiosignal als UKW-Frequenz, die über das Autoradio empfangen wird. Dazu stellt man am Display eine freie Frequenz ein und wählt diese am Autoradio aus.
Der Vorteil: Diese Methode funktioniert mit nahezu jedem Fahrzeug, unabhängig vom Baujahr. Der Nachteil: Die Klangqualität ist deutlich schlechter als kabelgebunden (AUX) oder via Bluetooth. Zudem kann es durch überlagernde Radiosender oder Störfrequenzen zu Aussetzern kommen.
Über den AUX-Eingang ist die Audioverbindung in den meisten Fällen stabiler und klingt besser als über einen FM-Transmitter – vorausgesetzt, das Fahrzeug besitzt einen entsprechenden Anschluss. Nachteil: Über die Lenkradsteuerung funktioniert nur die Lautstärke, alle anderen Tasten nicht. Einige Displays bieten dafür separate Fernbedienungen fürs Lenkrad.
Die Tonqualität variiert je nach Modell, teils klingt der Sound blechern oder verzerrt. In acht von zehn Fällen treten zudem störende Geräusche auf – diese lassen sich nur mit einem Entstörfilter verhindern. Glücklicherweise sind diese Adapter preiswert: Sie kosten bei Aliexpress nur 3 Euro oder bei Amazon rund 9 Euro.
Einige Auto-Displays bieten Bluetooth für die Audioübertragung – vorausgesetzt, das Autoradio ist dazu fähig. Für eine gleichzeitige Verbindung mit dem Smartphone muss das Display Dual-Bluetooth unterstützen. Alternativ kann das Smartphone parallel mit dem Radio (für den Ton) und dem Display (für Android Auto oder Carplay) gekoppelt werden. Diese Variante funktioniert jedoch nicht mit allen Geräten zuverlässig. Features wie die Lenkradsteuerung bleiben dabei erhalten.
Auto-Displays sind eine günstige Möglichkeit, ältere Fahrzeuge mit Android Auto oder Apple Carplay nachzurüsten – kabellos und ohne Werkstatt. Sie werden per Saugnapf oder Standfuß befestigt, am besten an der Windschutzscheibe.
Der Testsieger Carpodgo T3 Pro bietet ein 8,9-Zoll-Display mit guter Bildqualität und hochwertiger Verarbeitung. Interessant ist dank Support für Steaming-Apps wie Netflix oder Youtube der Ottocast Screenflow. Preis-Leistungs-Sieger ist der Lamtto RC18, der trotz kleiner Schwächen viel Ausstattung fürs Geld liefert. Für Kleinwagen sind kompakte 7-Zoll-Modelle besser geeignet, wie das Carpuride W708 Pro, da große Geräte die Sicht behindern könnten.
Bildqualität und Verarbeitung ähneln sich beim Großteil der Geräte. Unterschiede gibt es primär bei der Bedienung, Ausstattung und Klang. Mit Verbindungsabbrüchen muss man gelegentlich rechnen. Fast jedes Modell bietet einen FM-Transmitter – praktisch, aber störanfällig. Besser ist die Übertragung per AUX-Kabel oder Bluetooth.
Bei Kabelverbindung funktioniert die Lenkradsteuerung meist nur für die Lautstärke. Über Bluetooth lassen sich dagegen auch Titel wechseln. Einige Displays bieten zusätzlich eine Lenkradfernbedienung. Störgeräusche bei Kabeln lassen sich mit einem günstigen Adapter beheben.
Weiteres KFZ-Zubehör zeigen wir hier:
Lukasz Konieczny von 10.09.2025
Der Carpodgo T3 Pro bringt Carplay und Android Auto einfach ins Cockpit älterer Fahrzeuge – auf einem 8,9‑Zoll-Display mit solider Bild- und Tonqualität.
Wer ein älteres Auto ohne Carplay oder Android Auto fährt, schaut beim Thema Smartphone-Anbindung meist in die Röhre. Genau da setzt das Carpodgo T3 Pro an – allerdings im besten Wortsinn. Das Breitbild-Display bringt sowohl Apples Carplay als auch Android Auto ins Cockpit und macht damit selbst einen betagten PKW digital fit. Ob Navigation via Google Maps oder Musik über Spotify – alles läuft bequem über den Zusatzbildschirm. Die Montage erfolgt simpel, ähnlich wie bei einem klassischen Navi.
Wie sich das Carplay-Display in der Praxis schlägt, klären wir in diesem Test. Dafür haben wir das Carpodgo T3 Pro mit einem Opel Adam (Baujahr 2015), Honor Magic V3 sowie iPhone 12 Pro getestet. Der Bildschirm wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt.
Der Carpodgo T3 Pro bietet ein 8,9-Zoll-Breitbild-Display und bleibt damit kompakter als viele 10-Zoll-Modelle. Das Format wirkt weniger wuchtig und verdeckt selbst in einem Kleinwagen wie dem Opel Adam das Sichtfeld nicht, sofern es korrekt auf dem Armaturenbrett platziert ist. Der Vorteil des breiten Formats: Nutzt man Spotify und Google Maps gleichzeitig, bleibt genügend vom Kartenausschnitt sichtbar.
Das Kunststoffgehäuse ist solide verarbeitet. Der Rahmen fällt schlank aus, die Anzeige ist laminiert, und Material sowie Verarbeitung wirken qualitativ besser als bei vielen Konkurrenzgeräten.
Mit einer Auflösung von 1920 × 720 Pixeln liefert der Monitor ein scharfes Bild mit kräftigen Farben und ordentlichem Kontrast. Eine automatische Helligkeitsregelung sorgt dafür, dass der Bildschirm auch bei direkter Sonneneinstrahlung ablesbar bleibt. Bis zu 700 Nits sind laut Hersteller möglich. Die Bildübertragung erfolgt bei Carplay mit 60 FPS. Insgesamt wirkt diese sehr flüssig und ohne Verzögerungen, auch bei Android Auto.
Auf der Rückseite befinden sich seitlich ein AUX-Ausgang, ein AV‑In-Anschluss für eine optionale Rückfahrkamera sowie zwei USB‑C-Ports. Einer davon dient zur Stromversorgung; ein passendes Netzteil mit USB‑C, 12‑Volt‑Adapter und zusätzlichem USB‑A-Ausgang liegt bei. Das Kabel fällt sehr lang aus, was fast zwangsläufig im Kabelsalat endet.
Der zweite USB‑C-Anschluss ist für Firmware-Updates per Datenträger vorgesehen. Zusätzlich liegt eine Verlängerung für USB On-the-Go bei, über die sich externe Datenträger direkt am Monitor nutzen lassen. An dieser Stelle ist auch das Mikrofon für die Freisprecheinrichtung untergebracht.
Zum Lieferumfang gehört eine Halterung zum festen Aufkleben auf das Armaturenbrett. Das sorgt für einen sehr stabilen Sitz, hat aber den Nachteil, dass sie nicht so einfach und ohne Rest zu entfernen ist. Außerdem kann der Monitor – je nach Fahrzeuggröße – stärker ins Sichtfeld hineinragen.
Der Bildschirm ist frei neigbar. Damit sich der Winkel nicht von selbst verstellt, müssen die Kunststoffschrauben fest angezogen werden. Eine Besonderheit ist die Magnetbefestigung: Das Display haftet an der Basis, die auf die Halterung geschraubt wird. Es lässt sich somit mit einem Handgriff abnehmen – praktisch, um die Verkabelung zu prüfen oder es beim Parken mitzunehmen.
Optional gibt es auch eine Saugnapfhalterung, die uns der Hersteller mitgeliefert hat. Sie lässt sich leicht entfernen, sofern die Auflagefläche sauber ist. Mit der Zeit kann sich die Halterung jedoch lösen.
An der Frontscheibe lässt sich die Saugnapfhalterung ebenfalls anbringen und sie hält dort auch besser, könnte aber das Sichtfeld stark einschränken. Wer zu dieser Option greift, sollte darauf achten, dass der Saugnapf möglichst niedrig an der Scheibe befestigt ist und der Arm der Halterung flach über die Armaturen verläuft.
Der lange Haltearm ist Segen und Fluch zugleich. Setzt der Bildschirm wie im Opel Adam nicht auf dem Armaturenbrett auf, wackelt er während der Fahrt spürbar. Auf normalen Straßen bleibt das erträglich, auf Kopfsteinpflaster oder Schotterwegen wird es deutlich. Daher sollte der Monitor möglichst so befestigt werden, dass er auf den Armaturen abgestützt ist.
Ist der Monitor befestigt und mit Strom versorgt, startet man die Zündung. Anschließend koppelt man das Smartphone per Bluetooth mit dem Bildschirm. Danach baut das Gerät automatisch eine lokale WLAN-Verbindung zum Handy auf.
Nach dem Einschalten dauert der Bootvorgang nur knapp über 12 Sekunden. Auf Wunsch kann man in den Einstellungen das Logo der eigenen Automarke für den Bootscreen auswählen. Nach erfolgreicher Kopplung wechselt der Monitor automatisch zu Android Auto oder Carplay – je nach Smartphone.
Für die Audioausgabe gibt es drei Möglichkeiten: per AUX-Kabel, per Bluetooth oder – falls beides nicht verfügbar ist – über den integrierten FM-Transmitter. Der Monitor verfügt zwar über eigene Lautsprecher, der Klang ist jedoch leise und dünn. Wer den Monitor kabellos nutzt, profitiert von mehreren Vorteilen: Die Lenkradfernbedienung lässt sich dann verwenden, um Titel zu wechseln.
In diesem Modus kommt allerdings die Freisprecheinrichtung des Radios zum Einsatz – in unserem Fall mit eher mäßiger Qualität. Nur bei kabelgebundener Nutzung kann man die Freisprecheinrichtung über das Display verwenden – dann allerdings auch nicht in Telefonqualität.
Zu beachten ist, dass man das Display nicht direkt per Bluetooth mit dem Autoradio verbindet. Dafür muss man das Smartphone direkt mit dem Radio koppeln, um das Audiosignal ins Radio zu übertragen. Die Verbindung zwischen Smartphone und Bildschirm wiederum dient zur grafischen Darstellung von Android Auto oder Carplay.
Im Test gefiel uns der Klang über die Bluetooth-Option am besten. Ein kleiner Wermutstropfen: Im Opel Adam dauerte es fast eine Minute, bis die Verbindung zwischen Radio und Smartphone stand – das liegt jedoch am Fahrzeug, nicht am Carpodgo.
Die zweite Option ist die Audioausgabe per AUX-Kabel, auch wenn ein passendes Kabel nicht beiliegt. Im Test war ein leichtes Knackgeräusch zu hören. Möglicherweise lag das am betagten Opel. Abhilfe schafft hier ein Entstörfilter für wenige Euro. Vorteil der AUX-Lösung: Der Ton stand direkt nach dem Bootvorgang zur Verfügung. Nachteil: zusätzlicher Kabelsalat und keine nutzbare Lenkradfernbedienung.
Die dritte Variante richtet sich an Fahrzeuge, deren Autoradio weder Bluetooth noch AUX-Eingang bietet. Über den integrierten FM-Transmitter wählt man am Display eine freie Radiofrequenz, die anschließend auch am Autoradio eingestellt wird. Wichtig ist, darauf zu achten, dass diese Frequenz nicht bereits von einem Sender belegt ist. Danach erfolgt die Klangübertragung per Radiowelle. Allerdings ist die Tonqualität hier deutlich schlechter und anfälliger für Störungen.
Als optionales Zubehör bietet der Hersteller eine Rückfahrkamera an. Sie wird am Heck des Fahrzeugs montiert und an die Stromversorgung der Rückleuchte angeschlossen. Ein Kabel muss dafür durch den Innenraum des Wagens verlegt werden. Zwar hat uns der Hersteller die Kamera ebenfalls zur Verfügung gestellt, der Montageaufwand ist jedoch beträchtlich – weshalb wir im Test darauf verzichtet haben.
Direkt beim Hersteller kostet der Carpodgo T3 Pro rund 200 Euro (230 USD). Mit dem Rabattcode HEISE zahlen unsere Leser exklusiv nur 180 Euro. Der Versand ist kostenlos – ein fairer Preis für das Gebotene.
Allerdings sitzt der Hersteller in China. Die in der EU üblichen Regelungen zum Käuferschutz greifen hier nicht. Vor dem Kauf sollte man sich daher genau über Garantie- und Rückgabemöglichkeiten informieren. Ein Rückversand kann zudem recht teuer sein, und auch die Lieferzeit fällt oftmals länger aus als gewohnt.
Der Carpodgo T3 Pro gehört zu den besten Nachrüstlösungen im Test. Das 8,9‑Zoll-Breitbild bietet genug Platz für Multitasking. Verarbeitung, Bild- und Klangqualität wirken hochwertig. Die automatische Helligkeitsregelung funktioniert zuverlässig. Der Startvorgang dauert nur rund 12 Sekunden. Mit FM-Transmitter, AUX und Bluetooth ist das Display vielseitig einsetzbar, auch in älteren Fahrzeugen. Angesichts des attraktiven Preises ist der Carpodgo T3 Pro eine empfehlenswerte Option für alle, die Carplay oder Android Auto nachrüsten möchten.
Lukasz Konieczny von 09.12.2025
Ein Auto-Display zum Nachrüsten von Carplay und Android Auto – und das sogar mit Netflix und Youtube? Der Ottocast Screenflow hat einiges zu bieten.
Wer ein älteres Auto fährt, muss nicht auf Carplay oder Android Auto verzichten: Mit dem Ottocast Screenflow lassen sich die bekannten Smartphone-Schnittstellen kabellos nachrüsten. Der große Bildschirm wird wie ein Navigationsgerät montiert und verbindet sich anschließend drahtlos mit dem Smartphone.
Ein besonderes Extra: Das Gerät verfügt über ein eigenes System mit zusätzlichen Apps – darunter Netflix und YouTube, die bei Android Auto und Carplay normalerweise gesperrt sind. So lässt sich das Display in Pausen auch zum Streamen nutzen. Wie sich der Carplay-Monitor im Test schlägt und wo seine Schwächen liegen, zeigen wir im Testbericht.
Das Ottocast Screenflow tritt im typischen Look eines Carplay-Displays auf. Der Monitor bietet ein breites Bildformat und mit einer Diagonale von 11,4 Zoll eine großzügige Anzeigefläche. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, ist sauber verarbeitet und zeigt weder scharfe Kanten noch sichtbare Spaltmaße.
Der Bildschirm löst mit 1920 × 720 Pixeln auf und liefert damit eine scharfe Darstellung. Full-HD-Auflösung bietet er zwar nicht, für die Nutzung von Carplay, Android Auto und gelegentliches Video-Streaming im Auto reicht die Bildqualität jedoch aus. Mit 60 FPS bietet die Anzeige eine flüssige Darstellung. Eine automatische Helligkeitsanpassung fehlt. Es gibt zwar einen Tag- und einen Nachtmodus – diesen muss man aber manuell über die Schnelleinstellungen aus drei voreingestellten Helligkeitsstufen (dunkel, mittel oder hell) wählen. Das ist eher unpraktisch, da dies den Fahrer ablenkt.
Auf der Rückseite befinden sich seitlich Anschlüsse für ein AUX-Kabel zur Verbindung mit dem Autoradio sowie ein Videoeingang für eine optional erhältliche Rückfahrkamera. Die Stromversorgung erfolgt über den USB-C-Anschluss per 12‑Volt‑Adapter.
Im Lieferumfang liegt eine Halterung zum festen Aufkleben auf das Armaturenbrett. Sie hält sehr stabil, der große Bildschirm kann in kleineren Fahrzeugen die Sicht beeinträchtigen. Im Test mit einem Opel Adam ragte die Anzeige leicht ins Sichtfeld.
Optional bietet Ottocast für rund 18 Euro (Code: CYBER40) eine Saugnapfhalterung an. Auch Modelle anderer Zubehöranbieter von Amazon passen in der Regel, da die vier Befestigungslöcher auf der Rückseite genormt sind. Damit lässt sich der Monitor flexibler ausrichten und bei Bedarf tiefer positionieren. In unserem Test hielt diese Lösung jedoch vor allem im Sommer nicht zuverlässig im Cockpit.
Die Stromversorgung erfolgt über USB-C. Ein 12-Volt-Adapter liegt bei, der Bildschirm lässt sich aber auch direkt über einen USB-C-Ausgang im Auto oder per Powerbank betreiben. Für Android Auto oder Carplay muss man das Smartphone per Bluetooth koppeln, anschließend baut das Gerät automatisch eine lokale WLAN-Verbindung auf.
Der Screenflow selbst bietet eine eigene Bedienoberfläche auf Basis von Android 13. Nach dem Einschalten startet das System in knapp einer Sekunde und zeigt direkt den Startbildschirm. Das ist beachtlich. Auf dem Startbildschirm erscheinen dann auch die Symbole für Android Auto und Carplay. Die Verbindung steht in der Regel nach etwa 30 Sekunden. Vereinzelt dauert es mehr als eine Minute.
Dank des breiten Bildformats zeigt der Screen standardmäßig bei Carplay und Android Auto eine Navigations-App wie Google Maps zusammen mit einer Musik-App wie Spotify. Auf Wunsch lässt sich diese Carplay- und Android-Auto-Ansicht parallel mit dem Homescreen und weiteren Apps im Splitscreen darstellen.
Wer die zusätzlichen Apps auf dem Homescreen nutzen will, muss zuvor einen WLAN-Hotspot über das Smartphone bereitstellen und das Display damit verbinden. Wer möchte, kann über den Videoeingang auch eine Rückfahrkamera anschließen. Aufgrund des hohen Montageaufwands haben wir das im Test allerdings nicht ausprobiert.
Ab Werk sind Apps wie Netflix, YouTube, Tiktok und Youtube Music vorinstalliert. Zudem steht ein eigener App-Store des Herstellers bereit, der jedoch nicht den vollen Umfang des Google Play Store bietet. Im Test funktionierte das problemlos – Internetverbindung und Handyempfang vorausgesetzt. Nach der Anmeldung mit dem eigenen Konto ließen sich Netflix- und Youtube-Inhalte direkt auf dem Bildschirm abspielen.
Wichtiger Hinweis: Wer während der Fahrt Videos oder Streaming-Dienste nutzt, riskiert nicht nur eine gefährliche Ablenkung, sondern auch ein Bußgeld: Laut § 23 Abs. 1a StVO ist das Bedienen von Geräten mit Display während der Fahrt verboten.
Für die Tonübertragung gibt es drei Möglichkeiten: Per AUX-Kabel, kabellos per Dual-Bluetooth oder FM-Transmitter, wenn das Fahrzeug weder AUX-Eingang noch Bluetooth hat. Der FM-Transmitter im Display sendet das Audiosignal per Funk an das Radio. Dazu wählt man am Ottocast Screenflow eine freie Frequenz und stimmt das Autoradio darauf ab. Die Klangqualität ist etwas schwächer als per Kabel oder Bluetooth und anfälliger für Störungen, wenn nahegelegene Radiosender auf derselben Frequenz senden.
Sowohl bei der Verbindung per AUX-Kabel als auch über den FM-Transmitter funktioniert die Lenkradfernbedienung nicht für die Titelauswahl. Lediglich die Lautstärke kann man damit steuern. Im Display selbst ist zudem ein Lautsprecher integriert, der jedoch nur einen dünnen und wenig überzeugenden Klang bietet.
Der Screenflow unterstützt Dual-Bluetooth. Damit kann das Gerät gleichzeitig eine Verbindung zu Smartphone und Autoradio halten. Im Test mit einem Opel Adam wurde der Screenflow zunächst nicht vom Autoradio erkannt – vom Display aus ließ sich die Verbindung dagegen problemlos herstellen. Wichtig ist dabei, dass das Bluetooth des Opels auf „sichtbar“ gestellt wird, damit die Kopplung funktioniert. Bei dieser Lösung funktioniert dann auch die Lenkradfernsteuerung zur Auswahl des nächsten Titels.
Weder über den FM-Transmitter, Bluetooth noch per AUX-Kabel überzeugt die Klangqualität gänzlich. Podcasts wirken stellenweise blechern und neigen leicht zur Übersteuerung. Ein Equalizer zur individuellen Klanganpassung fehlt. Der interne Speicher beträgt 32 GB. Zusätzlich gibt es einen microSD-Slot, über den sich Audio- und Videodateien direkt abspielen lassen.
Bei Ottocast kostet der Screenflow derzeit 120 Euro. Mit dem Code TS20 sinkt der Preis auf 96 Euro. Mit Saugnapfhalterung liegt der Preis dann bei 104 Euro.
Hinweis: Auch wenn die Ware aus deutschen Lagern versendet wird, hat der Hersteller seinen Sitz in China. Beim Kauf können daher abweichende Bedingungen von den in der EU üblichen Verbraucherschutzrechten gelten – etwa bei Gewährleistung, Widerruf oder Käuferschutz.
Der Hersteller bietet eine 30‑Tage‑Rückgabemöglichkeit an, die jedoch mit zusätzlichen Versandkosten verbunden sein kann. Für Transportversicherung und Garantie fallen teils weitere Gebühren an.
Der Ottocast Screenflow bringt Android Auto und Carplay kabellos in ältere Fahrzeuge. Das große, helle Display startet schnell und lässt sich einfach einrichten. Ein besonderer Pluspunkt ist die Möglichkeit, Netflix und Youtube per App direkt über das System zu nutzen – Funktionen, die andere Nachrüstlösungen meistens nicht bieten.
In kleineren Fahrzeugen kann der Bildschirm jedoch die Sicht auf die Fahrbahn einschränken. Eine alternative Halterung fehlt, und im Test zeigten sich einzelne Schwächen: Android Auto startete im Test mitunter verzögert, die Audioausgabe musste häufig erneut manuell gewählt werden, eine automatische Helligkeitsregelung fehlt bedauerlicherweise.
Wer Android Auto oder Carplay nachrüsten und zugleich Streaming-Funktionen nutzen möchte, findet im Ottocast Screenflow aber eine passende Lösung mit Alleinstellungsmerkmal.
Lukasz Konieczny von 22.07.2025
Für unter 80 Euro bringt das Lamtto RC18 Android Auto und CarPlay ins Auto – ganz ohne Umbau. Wir haben das 7-Zoll-Display im Alltag getestet.
Der Lamtto RC18 ist eine günstige und praktische Nachrüstlösung für alle, deren Auto kein Android Auto oder Apple CarPlay ab Werk unterstützt. Das 7-Zoll-Display wird per Saugnapf an der Windschutzscheibe, am Armaturenbrett oder mit der mitgelieferten magnetischen Halterung am Lüftungsgitter befestigt – ähnlich wie ein Navigationsgerät.
Das Auto-Display RC18 verbindet sich kabellos mit dem Smartphone und spiegelt Apps wie Google Maps, Apple Maps oder Spotify auf den Bildschirm – so bleibt das Handy in der Tasche und die Bedienung sicher im Blick. Strom erhält das Gerät über den 12-Volt-Anschluss (Zigarettenanzünder) oder USB-C. Den Ton überträgt der Bildschirm wahlweise per AUX-Kabel oder FM-Transmitter sowie via Bluetooth über das Smartphone direkt ans Autoradio. Wie sich das kompakte System ab 77 Euro im Alltag schlägt, zeigt unser Praxistest.
Der Lamtto RC18 erinnert optisch an ein älteres, kompaktes Tablet mit etwas breiterem Rahmen. Das Gehäuse besteht komplett aus Kunststoff. Es wirkt zwar nicht besonders hochwertig, ist aber solide verarbeitet: Spaltmaße oder wackelige Teile gibt es nicht – für diese Preisklasse absolut akzeptabel.
Das rund 7 Zoll große Display bietet eine Auflösung von 1024 × 600 Pixel und liefert ein ausreichend scharfes Bild – auch wenn einzelne Pixel bei genauem Hinsehen erkennbar bleiben. Für typische Anwendungen wie Navigation, Musiksteuerung oder Telefonie ist die Darstellung vollkommen ausreichend. Farben wirken ausgeprägt, die Bildqualität ist für den Einsatzzweck mehr als ausreichend.
Zwar neigt die Oberfläche zum Spiegeln, im Normalbetrieb stört das aber kaum. Bei direkter Sonneneinstrahlung, etwa mit offenem Verdeck, stößt die Leuchtkraft jedoch etwas an ihre Grenzen. Eine automatische Helligkeitsregelung gibt es nicht, man kommt aber schnell über das Schnellstart-Icon links in den Bereich der Helligkeit. Es gibt lediglich einen Nachtmodus, der bei Dunkelheit die Helligkeit reduziert.
Die Touchscreen-Reaktionszeit geht in Ordnung, wirkt im Vergleich zu einem Tablet jedoch deutlich träger. Allerdings sollte man während der Fahrt ohnehin nicht längere Zeit am Bildschirm herumtippen. Praktisch: Der Bildschirm ist sowohl im Quer- als auch im Hochformat nutzbar – ideal für Kartenansichten, Listen oder Nachrichten.
Im Gehäuse ist ein Metallplättchen integriert, das den RC18 sicher an der mitgelieferten magnetischen Lüftungshalterung hält. Alternativ lässt sich das Display auch per Saugnapf an der Windschutzscheibe oder am Armaturenbrett befestigen – beide Halterungen sind im Lieferumfang enthalten. Ebenfalls im Lieferumfang enthalten ist ein Stromkabel mit USB-C-Anschluss einerseits und 12-Volt-Stecker andererseits sowie ein AUX-Kabel mit zwei Klinken.
Den Lamtto RC18 befestigt man wahlweise per Saugnapf oder mit der mitgelieferten magnetischen Halterung fürs Lüftungsgitter. Beide Varianten sind gängig, in der Praxis bevorzugen wir den Saugnapf.
Am besten bringt man das Display direkt am Armaturenbrett an. Wichtig ist, die Fläche vorher gründlich zu reinigen – sonst hält der Saugnapf nicht zuverlässig. Bei starker Sonneneinstrahlung, etwa beim Parken, kann sich die Halterung gelegentlich lösen. Der Haltearm ist lang und nach unten gebogen – so hängt der Bildschirm tief und stört das Sichtfeld nicht. An der Windschutzscheibe würde es eher im Blickfeld liegen. Die Halterung rastet mit vier Noppen auf der Rückseite ein – ein bewährtes System.
Für die Lüftung liegt eine zweite Halterung bei, die per Kunststoffschraube befestigt wird. Das Einsetzen ist etwas fummelig, danach haftet der Bildschirm magnetisch. Allerdings ist diese Lösung weniger stabil: Das Display kann wackeln oder verrutschen und hängt recht tief – man muss den Blick stärker von der Straße abwenden. Die Montage am Armaturenbrett ist daher stabiler und ergonomisch klar im Vorteil.
Ist alles montiert und das Stromkabel angeschlossen, startet der Bildschirm automatisch mit dem Einschalten der Zündung. Danach verbindet man das Smartphone per Bluetooth mit dem Lamtto RC18. Der Bildschirm baut anschließend eine lokale WLAN-Verbindung zur Datenübertragung auf. Nach dem Einschalten dauert es rund 30 Sekunden, bis die Verbindung zu Android Auto oder Carplay steht. Im Test blieb die Verbindung durchgehend stabil, gelegentliche Verbindungsabbrüche sind jedoch bei diesen Geräten grundsätzlich möglich, wie unsere Erfahrung zeigt.
Nach dem Start erscheint der Homescreen – dort tauchen Icons für Android Auto oder Apple CarPlay auf. Ein Tipp genügt, und die jeweilige Bedienoberfläche öffnet sich. Innerhalb dieser Ansicht findet sich am rechten Bildschirmrand ein rundes Icon. Über dieses gelangt man zurück zum Startbildschirm, etwa um Einstellungen für Audioübertragung oder Helligkeit aufzurufen.
Der Lamtto RC18 rüstet Fahrzeuge mit Apple CarPlay und Android Auto nach – und bietet darüber hinaus zusätzliche Funktionen. Dank integriertem Mikrofon lassen sich auch Google Assistant (bei Android Auto) und Siri (bei Apple Carplay) nutzen. Zudem kann der Bildschirm als Freisprecheinrichtung verwendet werden – die Sprachqualität beim Telefonieren ist im Vergleich zu anderen Auto-Monitoren aus unseren Tests sogar ordentlich.
Das System unterstützt Airplay zur drahtlosen Spiegelung von iOS-Inhalten. Android-Geräte lassen sich per „Super Link“ spiegeln – vergleichbar mit Mirror Link. Dazu muss eine App per QR-Code vom Display heruntergeladen werden. Um in den Airplay- oder Super-Link-Modus zu wechseln, müssen Carplay oder Android Auto getrennt werden, was nicht immer reibungslos funktioniert. In manchen Fällen bietet das Display den Wechsel selbst an, sonst hilft es, Bluetooth und WLAN zum Bildschirm kurz zu kappen.
Die Wiedergabe klappt anschließend meist gut – im Test lief der Ton jedoch über das Display statt über die Fahrzeuganlage. Video-Inhalte wie YouTube lassen sich nur im geparkten Fahrzeug und bei ausgeschaltetem Motor abspielen.
Für die Tonübertragung stehen drei Möglichkeiten zur Verfügung: per AUX-Kabel, über den FM-Transmitter oder via Bluetooth – sofern das Autoradio Bluetooth unterstützt. Der Bildschirm des RC18 bietet Dual-Bluetooth und kann zwei Geräte gleichzeitig koppeln. Zusätzlich verfügt der Auto-Monitor über einen Slot für eine SD-Karte, um Audio- und Video-Inhalte direkt davon abzuspielen.
Die AUX-Verbindung liefert den besten Klang, leidet aber häufig unter störendem Knacksen. Dieses Problem kennen wir auch von vielen anderen Geräten. In unseren Tests betraf das Problem dreiviertel der Geräte. Ein günstiger Entstörfilter (1 Euro bei Aliexpress; 8 Euro bei Amazon) behebt das zuverlässig. Mit Filter ist der AUX-Klang klar und kräftig – besser als bei den anderen Optionen.
Der FM-Transmitter sendet das Audiosignal auf eine freie UKW-Frequenz ans Radio. Das ist einfach, aber anfällig für Störungen durch benachbarte Sender. Die Bluetooth-Verbindung direkt vom Smartphone zum Autoradio ist bequem, benötigt aber bei manchen Autos spürbar länger – etwa beim Opel Adam fast eine Minute.
Das Gerät hat auch integrierte Lautsprecher. Diese sind jedoch leise und liefern nur schwachen Klang. Für die Fahrt sind sie nicht zu empfehlen. Einen Equalizer oder eine andere Möglichkeit zur Soundanpassung bietet der RC18 nicht. Ferner unterstützt das Gerät Software-Updates. Diese kann man bequem über die Smartphone-Verbindung installieren – ganz ohne Kabel oder PC (OTA).
Eine Fernbedienung fürs Lenkrad gibt es nicht. Wer den Ton per AUX-Kabel oder FM-Transmitter überträgt, muss den Titel direkt auf der Anzeige wechseln. Bei bestehender Bluetooth-Verbindung zwischen Smartphone und Autoradio kann man die Lenkradfernbedienung nutzen. Für die Ortung ist zwingend das GPS des Smartphones erforderlich – der Bildschirm selbst verfügt über kein eigenes Modul.
Das Auto-Display Lamtto RC18 kostet beim Hersteller 77 Euro – ein fairer Preis im Vergleich zur Konkurrenz. Der Versand erfolgt innerhalb weniger Tage aus Lagerbeständen in der EU. Allerdings hat das Unternehmen seinen Sitz in der Volksrepublik China. Daher gelten beim Kauf möglicherweise nicht die üblichen EU-Käuferschutzbestimmungen. Lamtto gewährt dennoch 2 Jahre Garantie, eine Rückgabe mit Erstattung ist binnen 30 Tagen möglich. Kontaktmöglichkeiten bestehen per Formular oder E-Mail-Adresse.
Der Lamtto RC18 überzeugt als günstige Nachrüstlösung für Apple Carplay und Android Auto. Für unter 80 Euro bringt das kompakte 7-Zoll-Display moderne Smartphone-Funktionen über den Bildschirm ins Auto – ganz ohne Umbau. Die Einrichtung gelingt schnell, die Bedienung ist einfach und die Ausstattung solide. Praktisch sind auch Zusatzfunktionen wie Airplay sowie Screen Mirroring für Android.
Zu den größten Schwächen zählt das störende Knacksen bei der Nutzung des AUX-Anschlusses. Dieses ärgerliche Problem lässt sich zwar mit einem Entstörfilter beheben – sollte aber in dieser Häufigkeit nicht auftreten. Autoradios ohne AUX-Eingang erhalten das Audiosignal alternativ über den integrierten FM-Transmitter.
Lukasz Konieczny von 07.03.2025
Mit dem Carpuride W708 Pro rüsten Autofahrer auch ältere Fahrzeuge mit Android Auto oder Apple Carplay nach – fast kabellos. Die Montage ist so einfach wie bei einem Navi.
Besitzer älterer Fahrzeuge mussten bisher auf eine Schnittstelle fürs Smartphone verzichten. Wer dennoch Android Auto oder Apple Carplay nutzen will, kommt häufig um den Austausch des Autoradios nicht herum. Die Nachrüstung beim Hersteller ist meistens kostspielig, der Einbau eines Moniceivers (Ratgeber) über den 2-DIN-Schacht ist nicht bei jedem Fahrzeugmodell möglich. Eine preiswerte Alternative verspricht Carpuride mit seinen smarten Displays zum Nachrüsten.
Wir haben mit dem W708 Pro das bisher kleinste Modell des Herstellers ausprobiert. Verglichen mit dem Carpuride W901 sowie insbesondere dem sehr breiten Carpuride W103 eignet sich die 7-Zoll-Version gut für einen Kleinwagen. Dank Dual-Bluetooth ist gleichzeitig die kabellose Kopplung mit Radio und Smartphone möglich. Ob das Produkt hält, was es verspricht, zeigt unser Test. Wir haben den kleinen Monitor bereits seit zwei Jahren im Einsatz.
Das Carpuride W708 Pro erinnert an ein etwas zu dick geratenes Tablet. Das Gehäuse ist komplett aus Kunststoff. Es wirkt zwar nicht sonderlich hochwertig, die Verarbeitung ist aber tadellos und kommt ohne störende Spaltmaße aus. Die Anzeige hat eine Diagonale von rund 7 Zoll bei einer HD-Auflösung von 1024 × 600 Pixeln (WSVGA), was zu einer ausreichenden Bildschärfe führt. Farben könnten eine Spur kräftiger sein, die Bildqualität ist aber für den Einsatzzweck mehr als ausreichend. Die Oberfläche neigt etwas zum Spiegeln, stört aber nicht übermäßig beim Fahren. Automatisch geregelt ist die Helligkeit, die stets hoch genug ausfällt, um ablesbar zu sein.
Der kleine Monitor ist in etwa zwei Fingerbreit, der Rand um das LCD etwas dicker, als man es von Tablets her kennt. Unterhalb der Anzeige befinden sich Buttons für den Homescreen, die Spracheingabe sowie Lautstärke. Auf der Rückseite befinden sich vier Öffnungen zum Fixieren einer der beiden Befestigungsmöglichkeiten.
Neben einer Halterung zum Ankleben auf den Armaturen gibt es noch eine Befestigungsmöglichkeit mit Saugnapf. Zum Lieferumfang gehören zudem ein AUX-Kabel sowie ein Netzteil für den Zigarettenanzünder (12 Volt) im Auto. Die uns zur Verfügung gestellte Version bietet zudem eine zusätzliche Fernbedienung, die man mit einem Band wie einer Uhr am Lenkrad befestigt. Alternativ kann man diese auch an den Armaturen ankleben. Eine optionale Rückfahrkamera ist auch dabei, die man per Kabel mit dem Monitor verbinden kann.
Bei der anklebbaren Halterung kann man den Monitor sowohl drehen als auch nach vorn oder hinten neigen. Wir haben die Saugnapfhalterung gewählt, die herausziehbar ist. Das erlaubt es, den Saugnapf am Armaturenbrett zu befestigen und die Anzeige nach vorn zu ziehen. So platziert man den Touchscreen unterhalb des Sichtfelds. Das ist die in unseren Augen beste Möglichkeit zur Befestigung. Bei einem Kleinwagen wie einem Opel Adam macht sich das handliche Format bezahlt. Fühlten wir uns von der großen Breitbild-Variante Carpuride W103 noch regelrecht erschlagen im Cockpit, stört die 7-Zoll-Ausführung dagegen kein bisschen das Sichtfeld.
Als Nächstes koppelt man das Smartphone mit dem Carpuride-Monitor per Bluetooth. Danach baut der Bildschirm eine lokale WLAN-Verbindung zwischen Handy und Bildschirm auf. Das klappt sogar kabellos, was den Monitor zu einer Alternative macht, um Android Auto als Wireless-Lösung (Bestenliste) zu nutzen. Alternativ verbindet man das Smartphone über den USB-A-Anschluss per Kabel mit dem Bildschirm.
Für die Verbindung mit dem Autoradio stehen drei Möglichkeiten zur Auswahl: per AUX-Kabel, FM-Transmitter oder Bluetooth. Der einfachste Weg, um den Bildschirm mit dem Autoradio zu verbinden, ist per Kabel zwischen AUX-Out am Display und AUX-In am Radio. Bei dieser Variante ist unserer Meinung nach die Klangqualität auch am besten.
Der Carpuride W708 Pro dient als Display und Schnittstelle für Apple Carplay und Android Auto. Einer der großen Vorteile des Pro-Modells gegenüber dem gewöhnlichen Carpuride W708 ist Dual-Bluetooth. Das erlaubt es, den Bildschirm gleichzeitig kabellos mit dem Smartphone sowie dem Autoradio zu verbinden – sofern letzteres darüber verfügt.
Hat das Radio weder einen AUX-Eingang noch Bluetooth, bleibt der integrierte FM-Transmitter die Option. Hierzu stellt man am Carpuride die gewünschte Frequenz im FM-Band ein und sucht diese dann beim Autoradio aus. Das funktioniert reibungslos, allerdings ist der Ton hier deutlich leiser als bei der Bluetooth- oder Kabelverbindung und nicht ganz frei von gelegentlichen Störungen.
Am meisten haben wir uns auf die direkte Bluetooth-Verbindung zwischen Radio und Carpuride gefreut, abgesehen vom Netzteil des Displays sind somit keine weiteren Kabel im Cockpit notwendig. Zwar benötigen wir mehrere Anläufe, bis sich der Carpuride mit dem Radio verbindet, aber es funktioniert. Allerdings erkennt das Infotainment-System unseres Opels das Gerät nicht so gut wie ein Smartphone. Der Ton wird über Bluetooth übertragen, das Radio erkennt aber keine Titelinformationen bei der Wiedergabe über Spotify über Android Auto. Dadurch funktioniert die im Lenkrad integrierte Fernsteuerung von Opel nicht, um etwa den nächsten Songtitel zu wählen.
Glücklicherweise ist eine zusätzliche Fernbedienung vorhanden, die man wie eine Uhr mit einem Band am Lenkrad befestigt. Die Kopplung mit dem Monitor erfolgt automatisch. Allerdings sitzt diese nicht immer so fest wie gewünscht und ist recht ungewohnt beim Fahren. Wir raten dazu, sie so zu platzieren, dass die Fernsteuerung im Inneren des Lenkrads sitzt und nicht außen. Sie nervt dann schnell beim Rangieren. Immerhin kann man damit den nächsten Titel wählen oder das Lied wieder von vorn starten sowie die Lautstärke des Carpuride regeln.
Über einen Equalizer in den Einstellungen des Monitors kann man für den Klang vorhandene Profile für unterschiedliche Musikrichtungen auswählen oder individuelle Anpassungen für Höhen und Tiefen vornehmen. Es gibt zudem eine Funktion namens „loud“, die das Signal zum Radio zusätzlich verstärkt. Für unseren Geschmack übersteuert dann das Autoradio zu sehr.
Etwas ratlos sind wir jedoch bei der Telefonfunktion und Spracheingabe. Nimmt man einen Anruf entgegen, erfolgt die Wiedergabe des Gesprächspartners nicht über das Autoradio, sondern über die im Display integrierten, aber sehr mageren Speaker. Der Gesprächspartner versteht uns dank vorhandenem Mikrofon gut – umgekehrt versteht man die andere Person aber wegen des zu leisen Klangs nur schlecht, speziell bei höheren Geschwindigkeiten. Warum die Wiedergabe nicht übers Radio erfolgt, bleibt uns schleierhaft. Das Gleiche gilt für die Spracherkennung via Google Assistant oder Siri – die Antwort des Sprachassistenten ertönt wieder über die Display-Lautsprecher. Zudem erkennt der Assistent unsere Spracheingaben deutlich schlechter als direkt übers Smartphone. Sobald wir eine Lösung gefunden haben, werden wir sie hier mitteilen.
Der Carpuride-Monitor bietet optional eine kabelgebundene Rückfahrkamera als Zubehör. Die Stromversorgung erfolgt über die Rücklichter, was technisches Grundwissen voraussetzt und für Kabelsalat im Innenraum und Kofferraum sorgen kann. Im Zweifel sollte diese eine Fachwerkstatt montieren. Die Rückfahrkamera selbst haben wir aufgrund des Montageaufwands bisher nicht getestet. Hier wäre eine kabellose Rückfahrkamera mit Akku (Bestenliste) eine bessere Option gewesen.
Der Carpuride W708 Pro mit Lenkradfernbedienung kostet mit dem Rabatt-Code Techstage direkt beim Hersteller rund 140 Euro. Wer auf die duale Bluetooth-Funktion verzichten kann und das Radio per Kabel oder FM-Transmitter mit dem Display verbinden will, bekommt den Carpuride W708 mit dem Rabatt-Code Techstage für 125 Euro, mit Rückfahrkamera sind es 140 Euro.
Der Carpuride W708 Pro ist eine preiswerte Möglichkeit, um auch ältere Kraftfahrzeuge mit Android Auto oder Apple Carplay nachzurüsten, ohne das Radio austauschen zu müssen. Dank der kompakten Ausmaße eignet sich die Ausführung gut für einen Kleinwagen, da sie das Sichtfeld nicht stört.
Die Kopplung mit dem Smartphone erfolgt kabellos per Bluetooth, die Verbindung mit dem Autoradio ist per AUX-Kabel, FM-Transmitter oder ebenfalls Bluetooth möglich. Zum Lieferumfang gehört eine Lenkradfernbedienung. Diese ist auch nötig, denn trotz aktiver Bluetooth-Verbindung mit dem Radio kann die in unserem Testfahrzeug vorhandene Fernsteuerung im Lenker nicht zwischen Musiktiteln wechseln. Die Wiedergabe eines Anrufers läuft zudem aus uns rätselhaften Gründen direkt über die mäßigen Lautsprecher im Display, nicht über das Radio. Trotz dieser Schwächen ist das Carpuride W708 Pro eine bezahlbare und vergleichsweise einfach zu montierende Möglichkeit, um ältere Autos mit dem Smartphone zu verbinden.
Lukasz Konieczny von 14.11.2023
Mit dem Carpuride W103 holt man sich ein großes Display vor die Windschutzscheibe und rüstet so Android Auto oder Apple Carplay bei älteren Fahrzeugen ganz einfach nach. Wie gut das funktioniert, zeigt der Test.
Wer ein älteres Fahrzeug fährt, aber in den Genuss einer Verbindung mit dem Smartphone via Apple Carplay oder Android Auto kommen will, steht vor einer Herausforderung. Eine Nachrüstung beim Hersteller mit einem originalen Autoradio ist meistens sündhaft teuer, der Einbau eines 2-DIN-Radios ist nicht bei jedem Fahrzeug möglich.
Eine Alternative, die man einfach nachrüsten kann, ist das smarte Zusatz-Display Carpuride W103. Dabei handelt es sich um ein größeres Modell des Carpuride W901 im Breitbildformat. Den Bildschirm platziert man wie ein Navi auf dem Armaturenbrett und verbindet damit das Smartphone kabellos oder per USB über Android Auto oder Apple Carplay mit dem Kraftfahrzeug. Mit dem Autoradio verbindet sich das Gerät per AUX-In, Bluetooth oder über den integrierten FM-Transmitter.
Das Carpuride W103 erinnert entfernt an ein Tablet mit sehr ausgeprägtem Breitbildformat. Anders als das 9-Zoll-Modell Carpuride W901 kommt das W103 auf ein Seitenverhältnis von etwa 21:9. Die Bilddiagonale beträgt 10,3 Zoll statt 9,1 Zoll. Im Fahrzeug nimmt das Gerät also deutlich mehr Platz ein. So liegen die Maße bei 29,6 × 18,4 × 9,7 Zentimeter. Das sind fast 10 Zentimeter mehr in der Breite als beim Carpuride W901.
Mit seinem Gehäuse ganz aus Kunststoff wirkt das Carpuride jetzt nicht sonderlich hochwertig, die Verarbeitung ist aber weitgehend solide. Übermäßige Spaltmaße gibt es nicht. Der Power-Button auf der Rückseite fühlt sich etwas wackelig an und könnte besser zu erreichen sein. Der Rand rund ums Display ist ziemlich ausgeprägt. Das führt dazu, dass der Bildschirm im Verhältnis zur sichtbaren Bildfläche recht groß und damit im Cockpit sperrig ausfällt. Mit 1,14 Kilogramm wiegt das Ding fast so viel wie ein Laptop.
Die Bildqualität ist gut und ausreichend scharf, kann also mit einem Infotainment-System eines neueren Autos mithalten. Der Touchscreen reagiert zuverlässig und rasch auf Eingaben. Zudem regelt sich die Helligkeit automatisch je nach Lichteinfall.
Zum Lieferumfang gehören neben dem Gerät selbst ein Netzteil mit USB-C für den 12-Volt-Stecker im Auto und ein Kabel mit jeweils zwei Klinken-Anschlüssen mit 3,5 Millimeter, um das Gerät mit dem Autoradio per AUX zu verbinden, sofern dieses einen solchen Anschluss bietet. Ein kleines Handbuch liegt bei.
Zur Befestigung kommen zwei Varianten ins Spiel: Eine Halterung mit Saugnapf, um den Monitor an Windschutzscheibe (eher nicht zu empfehlen) oder Armaturenbrett zu befestigen, sowie eine Lösung zum festen Ankleben ans Armaturenbrett.
Der Saugnapf hat den Charme, dass man ihn einfach und ohne Rückstände wieder entfernen kann, hält aber nicht so gut. Im Vergleich zu einem Nachrüst-Navi oder einer Handy-Halterung für die Scheibe hängt hier einfach viel mehr Gewicht dran. Die gewünschte Stelle sollte man unbedingt vorher reinigen und von Fett und Staub befreien. Sowohl der Neigungswinkel als auch die Länge des Armes der Saugnapfhalterung sind anpassbar. Die Variante zum Ankleben hält fester, ist allerdings unflexibel beim Platzieren und kann nicht ohne Weiteres wieder entfernt werden.
Als Erstes steckt man das Carpuride mit dem 12-Volt-Stecker in den Zigarettenanzünder des Fahrzeugs und schaltet die Zündung an. Die Verbindung mit dem Autoradio ist mit Kabel über den AUX-Eingang möglich.
Ausprobiert haben wir das mit einem Opel Adam von 2015, der ohne eine Werksintegration von Android Auto auskommen muss. Mit Kabel ist die Klangqualität absolut überzeugend. Allerdings stehen dann bestimmte Funktionen nicht zur Verfügung, wie das Anwählen des nächsten Titels aus einer Playlist. Eine Bluetooth-Verbindung zwischen Carpuride und Autoradio kam bei uns allerdings nicht zustande, weil das Smartphone diesen Kommunikationsweg bereits für Android Auto genutzt hatte. Es gibt jedoch mit dem Carpuride W103 Pro eine spezielle Variante mit Dual-Bluetooth. Damit kann der Bildschirm parallel mit dem Autoradio sowie dem Handy kommunizieren.
Verfügt das Radio weder über AUX-In noch Bluetooth, steht ein integrierter FM-Transmitter als Alternative parat. Hierbei überträgt das Gerät Audiosignale über Frequenzmodulation (FM). Mit dem Radio kann man diese im Gerät einstellbare Frequenz dann wie einen herkömmlichen Sender empfangen. Allerdings ist die Tonqualität dabei nicht frei von Störungen und deutlich schlechter als per Kabelverbindung.
Denkbar einfach ist es, Android Auto einzurichten. Entweder man steckt das Smartphone per Kabel an den USB-A-Port am W103 ein und folgt den Anweisungen zur Einrichtung, oder man stellt eine Bluetooth-Verbindung mit dem Carpuride her, wie es im Handbuch beschrieben ist. Noch einfacher: Man richtet das Smartphone erstmalig per Kabelverbindung für Android Auto ein. Danach erkennt der Carpuride das Handy automatisch und ermöglicht kabelloses Android Auto. Apple Carplay unterstützt das Gerät ebenfalls.
Der Carpuride verfügt zudem über einen integrierten Lautsprecher. Davon raten wir wegen der schwachen Tonqualität aber entschieden ab. Wozu hat man schließlich ein Soundsystem im Auto? Neben dem Steckplatz für eine Klinke mit 3,5 Millimeter gibt es noch einen Anschluss für eine optionale Rückfahrkamera (20 Euro bei Amazon) sowie einen microSD-Karten-Slot, über den man das Gerät mit Musik und Videos füttern kann.
Man muss berücksichtigen, dass der Carpuride W103 recht viel Platz auf dem Armaturenbrett einnimmt. Eine Platzierung an der Windschutzscheibe ist unserer Ansicht nach keine gute Idee, da die Sicht dadurch zu stark behindert wird. Bei unserem Opel Adam ist das Armaturenbrett zudem stark gebogen, sodass man es relativ weit hinten platzieren muss – wo der Monitor ebenfalls die Sicht einschränkt. Hier wäre ein längerer Arm der Saugnapfhalterung wünschenswert gewesen. Insgesamt wirkt die Konstruktion des doch ziemlich schweren Display etwas wackelig – bei schnellen Kurvenfahrten kommt Angst auf, dass sich das Carpuride lösen könnte. Passiert ist das aber zugegebenermaßen nicht.
Die UVP für das Carpuride W103 liegt bei 395 Euro. Aktuell kostet das Display direkt beim Hersteller 240 Euro. Mit dem Coupon-Code Techstage bekommen unsere Leser einen Rabatt von 30 Prozent schon für 168 Euro. Die Pro-Variante mit Dual-Bluetooth kostet mit dem Code nur 187 Euro.
Das Carpuride ist ein sehr praktisches Gadget, um bei älteren Kraftfahrzeugen Android Auto oder Apple Carplay nachzurüsten. Die Einrichtung von Android Auto funktionierte einwandfrei und ohne Probleme – auch kabellos. Genauso unproblematisch läuft es auch mit Carplay und dem iPhone. Letztlich handelt es sich hierbei um eine simplere und deutlich günstigere Alternative zum größeren Umbau des Autos. Damit erspart man sich den aufwendigen und kostspieligen Austausch des Autoradios und kann so auch bei älteren Fahrzeugen Android Auto und Apple Carplay nutzen.
Allerdings behindert der Monitor die Sicht. Hier sollte man das Gerät möglichst flach oder weit vorn platzieren – was aber nicht bei jedem Fahrzeug möglich ist. Eine Bluetooth-Verbindung mit dem Radio konnten wir nicht herstellen, per AUX-In-Kabel funktioniert es aber einwandfrei. Die Verarbeitung wirkt nicht sonderlich hochwertig, zudem wirkt das schwere Display am Saugnapf etwas wackelig.
Andreas Donath von 12.12.2025
Kompakt und sogar mit Dashcam: Das 9-Zoll-Display von Lescars rüstet Carplay und Android Auto auch bei älteren Fahrzeugen nach.
Wer ein Auto ohne Display hat, kann auch mit Android Auto oder Apple Carplay nichts anfangen – oder doch? Wir haben mit dem Lescars-Modell CAS-5060 (JX-8014-675) ein Display zum Ankleben auf die Armaturen getestet, das außer für den Strom keine weiteren Kabel benötigt – alles läuft per Funk. Eine Dashcam und einen Videoplayer gibt es obendrauf.
Das Lescars CAS-5060 ist genau genommen ein Entertainment-System, das Android Auto und Apple Carplay unterstützt, eine Dashcam an der Vorderseite hat und per Bluetooth oder Radiofrequenz mit dem Autoradio verbunden wird. Am Auto selbst ist kein Umbau nötig: Der Bildschirm wird mit dem beiliegenden Montagematerial sicher am Armaturenbrett befestigt – ohne Bohren. Die Klebefolie lässt sich rückstandsfrei entfernen.
Und der Clou: Videos und Spiele lassen sich per Mirrorlink oder über ein angeschlossenes Smartphone auf dem Monitor abspielen – natürlich nicht während der Fahrt. Android Auto und Carplay selbst unterstützen das nicht.
Das Gerät präsentiert sich im Wesentlichen als ein 9 Zoll großer Bildschirm mit einer Auflösung von 1024 × 600 Pixeln. Das IPS-Panel bietet gute Blickwinkel, auch seitlich, was wichtig ist, da die meisten Nutzer das Display mittig am Armaturenbrett montieren.
Bei wechselnden Lichtverhältnissen bleibt der Touchscreen gut ablesbar. Eine Sonnenblende würde Reflexionen verringern, fehlt aber. Die Helligkeit lässt sich im Menü anpassen – einen physischen Regler gibt es nicht. Die Lautstärke des integrierten Lautsprechers lässt sich ebenfalls nur im Bildschirmmenü einstellen.
Im Lescars-Monitor ist eine Frontkamera integriert, die Videos in 2K-Auflösung aufnimmt. Das Weitwinkelobjektiv deckt horizontal bis zu 150 Grad ab. Die Aufnahmen erfolgen auf einer microSD-Karte; diese liegt dem Lieferumfang nicht bei. Laut Hersteller unterstützen Karten bis zu 256 GB Kapazität.
Eine Endlosschleife ermöglicht fortlaufende Aufnahmen, wobei ältere Dateien automatisch überschrieben werden. Alternativ lassen sich Intervallaufnahmen einstellen, beispielsweise beim Parken. Über die Hersteller-App Logger kann die Aufnahme gesteuert und wichtige Clips gegen versehentliches Löschen geschützt werden. Auf Knopfdruck lassen sich zudem Fotos mit 12 Megapixeln aufnehmen.
Die Installation des Monitors erfolgt ohne Fachhilfe: Ein Montageadapter rastet auf der Rückseite des Displays ein und wird mit doppelseitigem Klebeband am Armaturenbrett befestigt. Die Halterung bietet nur geringe Verstellmöglichkeiten im Neigungswinkel, lässt sich aber auch nach rechts und links verschieben.
Für die Dashcam gilt: Sie nimmt durch die Windschutzscheibe auf, daher muss das Display in höherer Position am Armaturenbrett angebracht werden. Die Kamera selbst ist neigbar, um den Aufnahmewinkel anzupassen.
Die Stromversorgung erfolgt über das Zigarettenanzünder. Am Display sitzt ein USB-C-Anschluss, der aber nicht als Stromquelle dient. Mit einem gewöhnlichen USB-C-Kabel und Netzteil lässt sich das Display daher nicht einschalten. Das 3,5 Meter lange Kabel erleichtert die Reichweite der Anschlussstelle, kann aber auch stören. Kabelbinder helfen bei der Ordnung. Das System unterstützt 12- und 24-Volt-Bordnetze und ist damit mit den meisten PKW und LKW kompatibel.
Der Ton muss natürlich auch in das Autoradio gelangen. Wer das nicht möchte, kann den integrierten Lautsprecher des Displays nutzen, der jedoch nur eine bescheidene Klangqualität bietet. Ebenfalls vorhanden ist ein Mikrofon, mit dem Telefongespräche geführt oder Sprachbefehle entgegengenommen werden können.
Alternativ steht Bluetooth zur Verfügung, die beste kabellose Lösung, sofern das Autoradio Bluetooth unterstützt. Damit klingt die Wiedergabe klar und deutlich. Eine weitere kabellose Anbindung bietet der integrierte FM-Transmitter: Der Ton wird per UKW-Frequenz an das Autoradio gesendet, dazu muss eine gemeinsame Frequenz eingestellt werden.
Wer will, kann das Display auch direkt vom Smartphone, Tablet oder Computer aus per Bluetooth steuern, um Audio per Bluetooth einzuspielen. Dieser Modus lässt sich über das Bildschirmmenü aktivieren und ermöglicht Mitfahrern, ihre Musik zu hören, ohne Carplay und Android Auto koppeln zu müssen.
Ein AUX-Ausgang existiert ebenfalls am Display. Damit lässt sich eine kabelgebundene Verbindung zwischen Autoradio und Display herstellen – allerdings verfügen längst nicht alle Autoradios über einen entsprechenden Eingang.
Das Gerät ermöglicht den kabellosen Anschluss von Smartphones über Apple Carplay (für das iPhone) und Android Auto (für Android-Smartphones). Die Verbindung erfolgt über Bluetooth und anschließend ein lokales WLAN. Der integrierte WLAN-Chip unterstützt IEEE 802.11ac/b/g/n in den Frequenzbändern 2,4 GHz und 5 GHz. Nach der einmaligen Kopplung verbindet sich das Smartphone bei Bedarf automatisch mit dem Monitor.
Über Carplay sowie Android Auto lassen sich während der Fahrt zentrale Smartphone-Funktionen nutzen: Navigation mit Google Maps oder Apple Karten, Freisprechfunktion, Messaging per Sprachsteuerung sowie Musik-Streaming von Diensten wie Spotify, Apple Music oder Youtube Music. Der 9-Zoll-Touchscreen reagiert zügig, eine Sprachsteuerung ergänzt die Bedienung.
Die Sprachqualität beim Telefonieren ist grundsätzlich gut, allerdings nimmt das Mikrofon Umgebungsgeräusche im Fahrzeug auf, sodass in lauten Fahrzeugen die Verständlichkeit beeinträchtigt sein kann.
Das Lescars-Display hebt sich von herkömmlichen Auto-Infotainmentsystemen durch zwei Besonderheiten ab, die fest verbaute Autoradios üblicherweise nicht bieten. Mit Apple Airplay können iPhone-Nutzer den gesamten Bildschirminhalt ihres Smartphones drahtlos auf den 9-Zoll-Monitor spiegeln. So stehen neben Carplay-freigegebenen Apps auch Inhalte des Telefons selbst zur Verfügung, inklusive der Tonübertragung.
Auf der Android-Seite heißt die Funktion Screen Mirroring und bietet die gleichen Vorteile. Im Stand – etwa während Pausen oder beim Laden von Elektrofahrzeugen – lässt sie sich hervorragend als Zeitvertreib nutzen. Während der Fahrt können Beifahrer so die Zeit vertreiben; für den Fahrer gilt: Videogucken ist tabu. Zwischen Carplay und Android Auto und Screen Mirroring kann man im Display-Menü schnell wechseln.
Im Betrieb verhält sich das Lescars-Display unauffällig: Der Touchscreen reagiert zügig, die Menüführung ist dank großzügiger Tippflächen einfach. Wer zwischen Carplay und Android Auto sowie den Streaming-Optionen Airplay und Mirrorlink wechseln möchte, sollte dies idealerweise im Stand tun.
Den Lescars-Monitor vertreibt Pearl in Deutschland. Über Amazon bekommt man den kompakten Bildschirm ab 103 Euro.
Der Lescars-Bildschirm lässt sich älteren Autos und LKW mit Carplay und Android Auto nachrüsten, ohne nennenswerten Kabelsalat zu verursachen. Die Montage ist einfach und die Smartphone-Anbindung funktioniert problemlos, sodass die Nachrüstung auch für Laien machbar ist.
Mit Apple AirPlay und Android Mirroring kommen zusätzliche Funktionen hinzu, die bei modernen Fahrzeugen oft fehlen. Die Dashcam überzeugt uns nicht wirklich, weil ihre feste Position ein hohes Anbringen des Displays erfordert – nicht immer möglich, etwa wenn Lüftungsschlitze oder das Radio im Weg sind.
Insgesamt bietet der Lescars-Bildschirm ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für alle, die ihr Fahrzeug mit aktueller Technik ausstatten möchten, ohne größere bauliche Veränderungen vorzunehmen.
Lukasz Konieczny von 13.05.2024
Mit dem Carpuride W903 rüsten Fahrzeughalter Android Auto oder Apple Carplay in älteren Autos nach. Ob sich der Car-Monitor mit eingebauter Dashcam bewährt, zeigt der Test.
Android Auto und Apple Carplay verbinden als Schnittstellen das Smartphone oder iPhone mit dem Infotainment-System eines Fahrzeugs. So stehen dann zum Navigieren Google Maps oder Spotify für die Musiksammlung zur Verfügung. Das setzt allerdings voraus, dass der PKW über diese Technologie verfügt. Wer ein älteres Gebrauchtfahrzeug besitzt, schaut hier leider in die Röhre.
Das Nachrüsten des Infotainment-Systems beim Hersteller ist kostspielig und nicht für jedes Automodell möglich. Es gibt jedoch eine preiswerte und einfache Alternative: Mit einem Car-Monitor rüsten Fahrzeugbesitzer Android Auto oder Apple Carplay ähnlich wie ein Navigationsgerät als Monitor für das Cockpit nach. Das W903 für 156 Euro (Code: Techstage) ist das neueste Modell des chinesischen Herstellers und bietet zusätzlich eine integrierte Dashcam. Wie das funktioniert, zeigt dieser Test.
Das Gehäuse des Bildschirms ist aus Kunststoff und wirkt dementsprechend etwas einfach verarbeitet. Die Dashcam ist in der Höhe verstell- und drehbar. Sie befindet sich auf der Rückseite des Monitors. Die Stromversorgung erfolgt über den Zigarettenanzünder (12-Volt), am Gerät selbst steht ein USB-C-Anschluss dafür parat. Ein Schacht mit einer microSD-Karte sowie ein AUX-In und AUX-Out befinden sich an der linken Seite. Eine microSD-Karte mit 64 GB für die Dashcam ist ebenfalls dabei sowie ein AUX-Kabel mit zwei Klinken.
Zur Befestigung auf dem Armaturenbrett dient eine Saugnapfhalterung. Dank des Kugelgelenks kann man so den Bildschirm wie gewünscht ausrichten, drehen oder neigen. Die Halterung hält fest, auch wenn das Display bei der Fahrt ein wenig wackelt. Alternativ kann dann das Auto-Display per Halterung auch festkleben.
Das Carpuride W903 bietet ein sehr breites Bildformat mit einem Verhältnis von 23:9. Die Bilddiagonale beträgt 9,3 Zoll – was auch die Bezeichnung des Modells erklärt. Das LCD mit IPS-Panel löst mit 1600 × 600 Pixel auf und liefert eine ausreichende Bildschärfe von 183 PPI (Pixel pro Zoll), bei der Pixel mit dem Auge nur leicht zu erkennen sind. Für ein Tablet wäre das wenig, aber für den Einsatz als Car-Display reicht das aus.
Die Blickwinkelstabilität ist gut, sodass man Inhalte aus allen Perspektiven gut sehen kann. Die Helligkeit wird automatisch geregelt, kann aber auch manuell eingestellt werden. Bei starkem Sonnenschein spiegelt die Oberfläche leider stark und die Anzeige leuchtet nicht hell genug, um das auszugleichen.
Neben Android Auto und Apple Carplay unterstützt das W903 auch Mirror Link. Um das Display mit dem Autoradio zu verbinden, gibt es drei Möglichkeiten: per Kabel über den AUX-Eingang, per Bluetooth über das Smartphone oder per integriertem FM-Transmitter mit Radiowellen. Das Smartphone selbst verbindet man mit dem Monitor per Bluetooth.
Die Option per Kabel ist die naheliegende Lösung, wenn das Autoradio etwa kein Bluetooth hat. Das funktionierte bei unseren Tests mit den anderen Displays von Carpuride einigermaßen gut. Bedauerlicherweise hatten wir mit dem W903 allerdings Probleme: So waren im Test Störgeräusche in Form von Knistern und Rauschen deutlich zu vernehmen, die Klangqualität wirkte zudem etwas blechern. Abhilfe bietet hier ein Adapter für zusätzliche Isolierung, den man bei Aliexpress für 5 Euro bekommt.
Die Variante per FM-Transmitter bietet sich für Autoradios an, die weder über Bluetooth noch einen AUX-In verfügen. Hierbei sendet das Gerät Audio-Signale als FM-Radiowelle über kurze Distanz, am Display stellt man eine gewünschte Frequenz ein und sucht diese dann im Radio aus. Dieses empfängt den Sound dann wie einen Radiosender. Normalerweise bietet diese Lösung die schlechteste Tonqualität – nicht so aber beim Carpuride W903. Der Klang ist kräftig und klar. Eine positive Überraschung, die über die Probleme mit der Kabelverbindung etwas hinwegtröstet.
Die beste Option ist allerdings Bluetooth – wenn das Radio mitspielt. Hierzu verbindet man das Smartphone mit dem Carpuride und dann zusätzlich mit dem Autoradio. Eine direkte Verbindung zwischen Radio und Monitor erfolgt also nicht. Das erlaubt etwa, die Lenkradfernsteuerung zu nutzen, um zum nächsten Titel zu springen. Bei den oberen Lösungen muss man das immer über das Display machen. Zusätzlich dienen Radio und Bildschirm dann als Freisprecheinrichtung beim Telefonieren und für Siri oder den Google Assistant.
Im Alltag funktionierte das aber nicht immer reibungslos. Einerseits dauert es etwas, bis das Handy mit dem Radio und dann dem Monitor verbunden ist. In der Praxis war letzteres oft die Schwachstelle – nicht immer kam auf Anhieb eine Verbindung zwischen Smartphone und Carpuride zustande. Dann ist eine erneute Verbindung über Bluetooth nötig oder man startet das Auto erneut.
Das Carpuride verfügt zudem über kleine Lautsprecher, falls kein Autoradio vorhanden ist. Die Tonqualität ist damit aber miserabel und zu leise, um während der Fahrt eine Option zu sein. Ein Mikrofon ist am Bildschirm eingebaut für Anrufe oder Sprachbefehle an Sprach-Assistenten.
Der Carpuride W903 bietet zudem eine integrierte Dashcam. Diese nimmt das Geschehen vor dem Fahrzeug in Full-HD auf. Die Bildqualität ist gut, auch wenn die Bildschärfe höher ausfallen könnte. Kennzeichen erkennt man auf bis zu 5 Meter Entfernung. Die Saugnapfhalterung ist allerdings eine Schwachstelle. So wackelt das Bild ganz schön während der Fahrt.
Standardmäßig nimmt die Kamera Video-Clips mit einer Länge von 1, 3 oder 5 Minuten Länge auf. Ist die microSD-Karte voll, überschreibt die Dashcam die ältesten Aufnahmen. Besser wäre hier die Möglichkeit, immer nur einen oder wenige Clips zu erstellen, die fortlaufend überschrieben werden. Denn der Einsatz in Deutschland ist rechtlich nach wie vor nicht ausreichend geklärt. Wer eine Dashcam nutzt, verletzt so möglicherweise die Persönlichkeitsrechte anderer Verkehrsteilnehmer. Anlasslos sollten solche Aufnahmen nicht erfolgen, zudem sollte man diese auch nicht im Netz veröffentlichen.
Die Autokamera bietet typischerweise einen Beschleunigungssensor. Wenn das Fahrzeug stark abbremst, speichert diese die Aufnahmen in einem geschützten Bereich ab. Mehr zum Einsatz von Autokameras erklären wir in der Top 10: Die besten Dashcams fürs Auto im Test – Nextbase, Garmin, Viofo & Co.
Der Preis für das Carpuride W903 liegt bei rund 223 Euro. Mit dem Gutschein-Code Techstage bekommen TechStage-Leser einen Rabatt von 30 Prozent. Damit sinkt der Preis auf rund 132 Euro – angesichts der Ausstattung inklusive Dashcam ein guter Preis.
Das Carpuride W903 ist eine preiswerte und einfache Möglichkeit, um ältere Fahrzeuge ohne Android Auto oder Apple Carplay mit diesen Schnittstellen nachzurüsten. Zusätzlich ist in dem Monitor eine Dashcam integriert. Die Verbindung erfolgt per Kabel über einen AUX-Eingang, per FM-Transmitter oder Bluetooth-Verbindung über das Smartphone mit dem Autoradio.
Allerdings enttäuschte die Tonqualität mit Kabelverbindung aufgrund von Störgeräuschen und blechernem Klang. Die bessere Wahl ist hier der FM-Transmitter oder Bluetooth – allerdings kommt es gelegentlich zu Problemen bei der Verbindung mit dem Smartphone.
Lukasz Konieczny von 14.11.2024
Mit dem Aoocci V30S rüsten Halter eines älteren Fahrzeugs Apple Carplay und Android Auto nach. Der Bildschirm bietet zudem Dashcam und Rückfahrkamera. Mehr zeigt der Test.
Apple Carplay und Android Auto bringen als Software-Schnittstelle Funktionen des Smartphones direkt auf das Infotainment-System des Fahrzeugs. So kann man etwa Google Maps zum Navigieren nutzen oder Musik per Spotify hören. Doch was tun, wenn das Auto gar kein Infotainment-System hat oder zumindest kein Apple Carplay oder Android Auto unterstützt? Eine teils kostspielige und aufwendige Möglichkeit ist das Nachrüsten eines Moniceivers (Ratgeber). Viel einfacher ist es aber, ein Auto-Display zu nutzen. Dieses befestigt man wie ein Navi auf dem Armaturenbrett und verbindet es mit dem Autoradio.
Zu dieser Kategorie zählt das Aoocci V30S. Mit dem Coupon-Code: TechStage20 kostet das Display beim Hersteller nur 149 Euro. Dabei handelt es sich um ein großes 10-Zoll-Display. Zudem ist eine Dashcam integriert und eine kabelgebundene Rückfahrkamera beigepackt. Wie sich das Auto-Display schlägt, zeigt dieser Test.
Das Aoocci V30S erinnert entfernt an eine Mischung aus Navigationsgerät und Tablet im extremen Breitbildformat. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, wirkt nicht sonderlich hochwertig und ist eher einfach verarbeitet. Der Touchscreen hat eine Diagonale von 10,26 Zoll im Format von 21:9. Damit wirkt der Car-Monitor recht wuchtig und nimmt insbesondere bei einem Kleinwagen viel Platz auf den Armaturen ein. Dafür kann der Monitor Karten aus Google Maps und die Wiedergabe aus Spotify parallel so anzeigen, dass man beides gut erkennen kann.
Die Anzeige erscheint scharf genug, ohne dass einzelne Pixel mit dem Auge erkennbar sind. Eine automatische Helligkeitsanpassung ist zudem möglich. Bei starkem Sonnenlicht spiegelt die Anzeige recht stark, das Ablesen ist dann nicht immer einfach.
Zur Befestigung dient entweder eine Halterung mit Saugnapf oder eine Variante zum Ankleben auf dem Armaturenbrett. Praktischer ist in unseren Augen der Haltearm mit Saugnapf, da man diesen einfach wieder entfernen kann. Beim Einrasten sollte man darauf achten, dass die Anzeige auf allen vier Stöpseln einrastet, um sich nicht während der Fahrt zu lösen. Zwar wackelte das Display während der Fahrt etwas, es hielt aber zuverlässig im Test. Die Variante zum Aufkleben sollte allerdings fester halten, stört dann aber unter Umständen das Sichtfeld.
Die Stromversorgung erfolgt über ein Netzteil mit einem USB-C-Stecker einerseits und einem Anschluss für den 12-Volt-Steckplatz im Auto andererseits. Zusätzlich kommt ein Kabel mit zwei Klinkenanschlüssen (3,5 mm) dazu, wenn man das Display mit dem Autoradio per AUX verbinden möchte. Ferner gibt es noch ein GPS-Modul zum Ankleben auf dem Armaturenbrett, das man per Kabel mit dem 12-Volt-Netzteil verbindet. Nutzt man das Gerät in Verbindung mit Apple Carplay oder Android Auto, erfolgt die Navigation über das Smartphone. Allerdings ist das GPS-Modul hilfreich für einige der Fahrassistenzsysteme der Dashcam, auf die wir später eingehen.
Eine kabelgebundene Rückfahrkamera gehört ebenfalls zum Lieferumfang. Diese haben wir jedoch nicht getestet, da die Montage aufwendig und mit Bohrlöchern in der Karosserie verbunden wäre. Ein Hardwire-Kabel für eine permanente Stromverbindung mit der Autobatterie ist ebenfalls vorhanden. Diese wird benötigt, wenn man die Parkraumüberwachung der Dashcam nutzen möchte.
Nach der Montage startet man die Zündung des Fahrzeugs, der Bildschirm bootet recht flott hoch. Neben Android Auto und Apple Carplay unterstützt das Aoocci V30S auch Miracast sowie Apple Airplay. Die Kopplung mit dem Android-Smartphone für Android Auto sowie iPhone für Apple Carplay erfolgt per Bluetooth. Das klappt auf Anhieb und verlässlich.
Sobald die Verbindung hergestellt wurde, was beim ersten Mal rund eine Minute dauern kann, erscheinen auf dem Homescreen die Logos für Android Auto und Apple Carplay. Wählt man das passende Logo aus, spiegelt der Bildschirm vom Smartphone wichtige Anwendungen, blendet Anrufe ein oder zeigt Benachrichtigungen an, die auf Wunsch vorgelesen werden. Für Google Maps und Spotify ist es ratsam, diese vorher am Smartphone gestartet zu haben.
Etwas nervig: Standardmäßig zeigt der Bildschirm auf rund einem Drittel der Fläche das Bild der Dashcam – auch im Modus für Android Auto oder Apple Carplay. Hat man etwa Spotify und Google Maps offen, ist nur wenig Platz für die beiden Anwendungen vorhanden. Es ist möglich, das Dashcam-Bild auszublenden, allerdings ist diese Funktion gut versteckt. Hierzu muss man in die Grundeinstellungen des Aoocci V30S wechseln, indem man auf das Kamerasymbol und dann das Zahnrad drückt. Unter dem Menü für Videoeinstellungen kann man nun den Splitscreen für die Dashcam deaktivieren. Das Gerät muss hierzu neu booten.
Für die Verbindung zwischen Display und Autoradio gibt es drei Möglichkeiten: per Kabel über den AUX-Eingang, per Funkwelle über einen FM-Transmitter oder indirekt über eine Bluetooth-Verbindung des Smartphones mit dem Autoradio. Dann dient der Bildschirm nur zum Steuern und Anzeigen von Playlists, die Tonübermittlung erfolgt zwischen Handy und Radio.
Wer ein Autoradio ohne Bluetooth oder AUX-Eingang hat, greift zum FM-Transmitter. Hier wählt man eine Frequenz aus dem FM-Band aus. Auf dieser sendet der Bildschirm das Audiosignal auf kurze Distanz per Funk. Im Autoradio muss man diese Frequenz suchen. Diese Form der Verbindung ist aber anfällig für Rauschen und Störungen.
Wir haben uns für die Kabelvariante entschieden, da die Bluetooth-Verbindung zwischen Smartphone und Autoradio bei unserem Opel Adam immer sehr lange aufbaut. Allerdings muss man hier anmerken, dass Titel nicht per Lenkradfernsteuerung gewechselt werden können. Das klappt nur mit Bluetooth-Verbindung.
Die Ernüchterung bei der Kabelverbindung war zunächst aber aus anderen Gründen groß: Ein sehr nerviges Geräusch bestehend aus Rauschen und Knistern, das eher an Verdauungsstörungen erinnert, war zu vernehmen. Ein ähnliches Problem hatten wir auch beim Carpuride W903 (Testbericht). Die Lösung ist sehr einfach: Man muss einen Adapter mit zwei Klinkeneingängen zwischen das Kabel und den AUX-Eingang stecken. Bei Aliexpress bekommt man so etwas für 1 Euro. Ähnliche Entstörfilter bei Amazon gibt es ab 8 Euro. Schade, dass der Hersteller selbst keines beilegt.
Auf der Rückseite des Displays befindet sich eine Dashcam. Diese kann man für die bessere Sicht über die Armaturen hinweg herausziehen und leicht zu allen Seiten neigen. Der Bewegungsradius der Linse ist aber recht eingeschränkt. Wer also den Bildschirm stark zum Fahrer ausrichtet, filmt nicht unbedingt geradeaus nach vorn. Besser gelöst hat das etwa das Carpuride W903 (Testbericht), wo man die Kameralinse stark nach links oder rechts drehen kann. Die für die Aufnahmen nötige microSD-Karte fehlt leider und muss zusätzlich gekauft werden. Diese sollte mindestens über eine U3-Klassifizierung verfügen. Es gibt auch eine App, um eine lokale WLAN-Verbindung herzustellen und die Videos auf dem Smartphone anzusehen.
Die maximale Auflösung der Videos ist mit 4K sehr hoch. In den Einstellungen legt man die Länge der einzelnen Videoclips fest, wir raten zur kürzesten Möglichkeit mit einer Länge von 60 Sekunden. Eine echte Loop-Funktion, bei der fortlaufend nur einige wenige Clips überschrieben werden, gibt es nicht. Die Dashcam erstellt immer neue Clips mit gewählter Länge und löscht erst dann Aufnahmen, wenn die microSD-Karte voll ist. Eine Ausnahme sind brenzlige Situationen, bei denen man stark bremst. In diesem Fall erkennt der verbaute G-Sensor die Verzögerung und speichert dann den Videoclip in einem geschützten Bereich ab.
Nach wie vor ist der Einsatz einer Dashcam in Deutschland nicht eindeutig geklärt. Die Nutzung an sich ist nicht untersagt, solange Aufnahmen nur anlassbezogen aufgezeichnet werden. Bei einem großen Speicher fährt man entsprechend viele Aufnahmen spazieren, die das Persönlichkeitsrecht anderer Verkehrsteilnehmer verletzen könnten. Mehr zu dem Thema erklären wir in der Top 10: Die beste Dashcam fürs Auto im Test – Testsieger von Garmin & Nextbase
Eine Parkraumüberwachung ist ebenfalls möglich. Der G-Sensor des Geräts filmt dann automatisch, sobald er größere Erschütterungen am Fahrzeug feststellt. Die Aufnahmen landen dann ebenfalls im geschützten Bereich. Dafür ist eine permanente Stromversorgung über das mitgelieferte Hardwire-Kabel nötig. Allerdings raten wir eher nicht dazu, zumal Aufnahmen von öffentlichen Parkplätzen datenschutzrechtliche Probleme nach sich ziehen können.
Ziemlich interessant sind einige Fahrassistenzsysteme der Dashcam. Zum einen zeigt diese auf Wunsch Hilfslinien an sowie die Entfernung zu anderen Fahrzeugen. Zusätzlich kommen ADAS-Warnsysteme (Advanced Driver Assistance System) hinzu. Diese warnen den Fahrer per Sprachansage, wenn ein vorausfahrendes Fahrzeug losfährt, vor möglichen Kollisionen und beim Verlassen der Fahrspur. In der Praxis nervt die Stimme allerdings, es erschließt uns auch nicht immer die Relevanz. Für das ADAS sollte man das GPS-Modul einstöpseln und auf den Armaturen festkleben, wo das Gerät Sichtkontakt zum Himmel hat.
Aufgrund des großen Aufwands haben wir darauf verzichtet, die Rückfahrkamera zu testen. Für die Montage müssten Löcher in den Stoßfänger und die Karosserie gebohrt werden, um dort die Kamera zu befestigen. Zudem muss man ein langes Kabel vom Display durch den Innenraum bis zum Kofferraum verlegen. Die Kamera schraubt man dabei an die Heckstoßstange an und verbindet diese zur Stromversorgung mit den Rücklichtern. Das ist sehr aufwendig und sollte im Zweifelsfall eher von einer Kfz-Werkstatt gemacht werden. Ein Vorteil dieser umständlich zu montierenden Lösung. Sobald der Rückwärtsgang eingelegt wird, springt die Kamera an.
Regulär kostet das Aoocci V30S rund 179 Euro. Mit dem Code TechStage20 sinkt der Preis um 20 Prozent auf 128 Euro. Etwas preiswerter ist die Variante V30, allerdings kann man hier die Dashcam nicht verstellen, es gibt zudem weniger Fahrassistenzsysteme.
Das Aoocci V30S ist ein preiswertes Display, mit dem man schnell und einfach Apple Carplay oder Android Auto auch in einem älteren Fahrzeug nachrüsten kann. Die Verarbeitung wirkt etwas einfach, erfüllt aber ihren Zweck. Die Kopplung mit dem Smartphone per Bluetooth für Apple Carplay sowie Android Auto funktioniert reibungslos. Damit rüstet man selbst ältere Fahrzeuge mit der Schnittstelle nach, um im Auto Dienste wie Google Maps oder Spotify zu nutzen.
Die Verbindung mit dem Autoradio ist per FM-Transmitter oder Kabel möglich, alternativ verbindet man das Smartphone für die Audiowiedergabe per Bluetooth mit dem Radio – sofern möglich. Ärgerlich waren Störgeräusche bei der Verbindung per Kabel. Diese kann man aber mit einem günstigen Adapter beheben, den man leider selbst kaufen muss.
Die Dashcam bietet wiederum eine hohe Auflösung und einige praktische Assistenzsysteme. Sogar eine Rückfahrkamera ist im Lieferumfang enthalten, deren Montage jedoch sehr aufwendig ist. Alles in allem ist das V30S von Aoocci eine empfehlenswerte Lösung mit kleinen Macken, wenn man Android Auto oder Apple Carplay nachrüsten will, auch wenn man unserer Ansicht nach auf Dashcam und Rückfahrkamera verzichten könnte.
Lukasz Konieczny von 13.11.2024
Für einen Kampfpreis von 56 Euro rüsten Fahrzeughalter Carplay oder Android Auto per Bildschirm nach. Wie zuverlässig das funktioniert und wo der Haken ist, zeigt der Test.
Schnittstellen wie Mirror Link, Android Auto oder Apple Carplay verbinden das Smartphone mit dem Infotainment-System des Autos. Das ermöglicht etwa das Nutzen von Google Maps oder Apple Maps zur Navigation oder die Wiedergabe von Musik und Podcasts von Diensten wie Spotify. Ältere Fahrzeuge verfügen jedoch häufig nicht über ein Infotainment-System mit entsprechenden Schnittstellen. Eine Nachrüstung in der Werkstatt ist häufig sehr kostspielig. Eine günstige Alternative ist ein mobiler Car-Monitor, auch Auto-Display oder portables Autoradio genannt.
In diese Kategorie gehört der Carplay-Bildschirm SD7293A. Dieses Display befestigt man per Saugnapf wie ein Navigationsgerät im Cockpit. Die Verbindung des Displays mit dem Autoradio erfolgt entweder per AUX-Eingang – sofern vorhanden – oder über den integrierten FM-Transmitter. Dabei endet der Bildschirm das Audiosignal per Radiowelle an das Autoradio. Das Gerät unterstützt Mirror Link sowie Apple Carplay als auch Android Auto.
Aktuell ist der Bildschirm bei Geekmaxi für nur 66 Euro zu haben. Wie gut das Gerät funktioniert, zeigt dieser Test.
Der Carplay-Bildschirm SD7293A fällt mit einer Diagonale von 7 Zoll sehr kompakt aus. Das hat Vorteile beim Einsatz in einem Kleinwagen und stört so das Sichtfeld wenig. Allerdings steht auch deutlich weniger Bildschirmfläche in der Breite zur Verfügung als bei einem 10-Zoll-Display in der Art des Carpuride W103 Pro (Testbericht). Nutzt man etwa die Ansicht für Spotify und Google Maps gleichzeitig, fällt der Kartenausschnitt recht schmal aus.
Die Verarbeitung wirkt weniger hochwertig und ist einfach gehalten. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff und erinnert an ein altes Fire-HD7-Tablet. Damit entspricht es aber dem billig verarbeiteten Standard dieser Produktkategorie.
Neben dem Display selbst liegt ein Adapter für den 12-Volt-Anschluss zur Stromversorgung im Paket. Dazu kommt ein Kabel mit zwei 3,5-mm-Klinken für den AUX-Anschluss am Radio und eine Saugnapfhalterung aus Kunststoff, die man an der Windschutzscheibe oder dem Armaturenbrett befestigen kann. Zudem liegt ein Adapter mit Videoeingang für eine Rückfahrkamera bei.
Die Bildqualität des IPS-Panels ist gut und mit einer Auflösung von 1024 × 600 Pixeln ausreichend scharf. Eine automatische Helligkeitsanpassung gibt es aber nicht, man muss die Helligkeit manuell regeln. Sonderlich hell ist die Anzeige nicht, sodass bei einer Fahrt am Tag zur höchsten Stufe gegriffen werden sollte. Hat man ein Fahrzeug mit Verdeck, das geöffnet ist, können Spiegelungen der Sonne die Ablesbarkeit zusätzlich schmälern. Bei Nacht sollte man die Helligkeit herunterregeln, um nicht geblendet zu werden.
Die Montage ist denkbar einfach: Man steckt die Saugnapfhalterung hinten in den Bildschirm über einen Adapter, den man am Kugelgelenk der Halterung befestigt. Wer den Saugnapf auf den Armaturen montieren will, sollte diese vorher säubern. Die Halterung verfügt über einen herausziehbaren Arm, sodass man Display und die Halterung so platzieren kann, dass sie nicht störend ins Sichtfeld hineinragen. Zwar wirkt das Ganze etwa wacklig, hält aber während der Fahrt sicher – zumindest auf befestigter Piste.
Die Verbindung zwischen Android-Smartphone oder iPhone erfolgt per Bluetooth mit dem Monitor. Den Bildschirm findet man als SWL-BT in der Liste der verfügbaren Bluetooth-Geräte auf dem Handy. Ist die Kopplung hergestellt, startet auf der Anzeige Android Auto respektive Apple Carplay. Das klappt zuverlässig. Nach jedem Starten des Motors dauert es rund eine halbe Minute, bis die Verbindung zwischen Handy und Screen steht.
Danach stöpselt man das Stromkabel in den 12-Volt-Anschluss und verbindet den Bildschirm per Kabel mit dem Radio. Verfügt das Autoradio über keinen AUX-Eingang, kommt der im Monitor integrierte FM-Transmitter für die Übertagung des Tons ins Spiel. Das funktioniert dann garantiert mit jedem Fahrzeug. Hier stellt man zunächst am Bildschirm eine gewünschte Radiofrequenz ein und sucht diese dann mit dem Radio, um das Audiosignal zu empfangen.
Normalerweise ist die Übertragung per FM-Transmitter die schlechtere Option, da es zu Störungen der Übertagung kommen kann und der Klang meistens leiser und weniger klar ist. Bei diesem Monitor ist es aber genau umgekehrt. Der Klang per Radiowelle ist gut, zudem kommen hier die Equalizer-Einstellungen, die man in den Einstellungen des Geräts vornehmen kann, dann auch zu tragen. Bei einer Kabelverbindung werden diese ignoriert, hier sind die Einstellungen am Autoradio ausschlaggebend.
Sehr merkwürdig: Von Haus aus ist der im Bildschirm integrierte Lautsprecher bei Kabelverbindung dennoch aktiv. Diesen muss man in den Einstellungen abschalten. Wirklich nervig bei der Lösung per AUX-Kabel sind aber deutliche Störgeräusche, bestehend aus Rauschen und Knacksen. Die Tonqualität ist damit deutlich schlechter und leiser als per FM-Transmitter. Abhilfe verschafft hier ein kleiner Adapter – auch Entstörfilter genannt. Bei Aliexpress kostet dieser nur 3 Euro (für Erstkunden sogar 1 Euro), bei Amazon etwa 8 Euro. Damit war der Ton endlich klar und rauschfrei. Wer diese Investition nicht tätigen will, dem raten wir zur Verbindung per Radiowelle.
Ferner verfügt der Bildschirm über einen USB-Eingang. Hier kann man etwa Medien von einem USB-Stick abspielen oder das Telefon an den Monitor anschließen. Einen Slot für eine microSD-Karte gibt es ebenfalls. Nutzt man Mirror Link, kann man auch Videos vom Smartphone auf dem Monitor spiegeln – bitte nicht während der Fahrt! Der Bildschirm dient zudem als Freisprecheinrichtung – ein integriertes Mikrofon ist vorhanden. Allerdings versteht eine anrufende Person einen damit nicht immer gut.
Der Homescreen bringt auch einige „Apps“ mit sich – etwa einen Kalender. Was man damit genau anstellen soll, ist uns aber schleierhaft. Ist man im Modus für Apple Carplay oder Android Auto, gelangt man über ein rundes Icon am rechten Rand wieder zu den Haupteinstellungen des Bildschirms.
Das Display kostet bei Geekmaxi aktuell 66 Euro. Der Versand erfolgt aus europäischen Lagerbeständen. Allerdings sitzt Geekmaxi als Vertragspartner in China, daher gelten die üblichen Regelungen zum Käuferschutz in der EU möglicherweise nicht im vollen Umfang.
Mit dem Carplay-Bildschirm SD7293A von Geekmaxi rüstet man sowohl Android Auto als auch Apple Carplay zum Kampfpreis in einem älteren Fahrzeug nach. Der Monitor unterstützt auch Mirror Link. Mit einem kompakten Format bei einer Diagonale von 7 Zoll stört das Gerät nicht im Sichtfeld und ist eine gute Option speziell für einen Kleinwagen.
Montage und Kopplung funktionieren reibungslos. Für die Tonübertragung zum Autoradio steht ein integrierter FM-Transmitter sowie ein AUX-Ausgang parat. Leider kommt es bei der Verbindung per AUX-Kabel zu sehr nervigen Störgeräuschen, die nur mit einem Adapter mit Entstörfilter zu beheben sind. Die Verbindung per Radiowelle funktioniert allerdings gut. Wie bei allen Geräten dieser Art ist die Verarbeitung wenig vertrauenerweckend. Bei dem Preis geht das aber mehr als in Ordnung, was dieses Produkt zu einem No-Brainer macht.