Das anonymisierende Linux Tails ist in Version 7.8.1 erschienen. Die Entwickler schließen darin Sicherheitslücken, die Angriffe gegen die Anonymisierung ermöglichen könnten.
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05.06.2026 08:12 Uhr |

Das anonymisierende Linux Tails ist in Version 7.8.1 erschienen. Die Entwickler schließen darin Sicherheitslücken, die Angriffe gegen die Anonymisierung ermöglichen könnten.
Laut der Versionsankündigung zu Tails 7.8.1 handelt es sich um ein Notfall-Update. Es schließt ernste Sicherheitslücken im Linux-Kernel und Schwachstellen im Tor-Client, erklären die Maintainer. Der Debian-Linux-Kernel kommt nun in Version 6.12.90-2 mit, er korrigiert demnach die Schwachstelle CVE-2026-43503 (CVSS 8.8, Risiko „hoch“). Laut dem Ubuntu-Security-Team gehört die Lücke zu „Fragnesia“, mit einem weiteren CVE-Eintrag (das „Original“ wurde Mitte Mai mit CVE-2026-46300 bekannt). Apps in Tails könnten sich durch die Lücke Administratorrechte verschaffen.
Außerdem schließt das Update mehrere Sicherheitslücken im Tor-Client. Version 0.4.9.9 bessert Schwachstellen aus, die etwa das Umgehen von Prüfungen auf sogenannte „Kompressionsbomben“ (etwa als ZIP-Bomb bekannt) ermöglichen oder Speicherzugriffe außerhalb vorgesehener Speicherbereiche. Die Release-Notizen liefern weitere Details.
Angriffe seien eher unwahrscheinlich, könnten jedoch von „starken Angreifern“ wie staatlichen Akteuren oder „Hacking-Firmen“ ausgeführt werden. Wenn diese eine andere, bislang unbekannte Sicherheitslücke in Tails missbrauchen, können sie die volle Kontrolle über Tails übernehmen und User deanonymisieren. Solche Angriffe auf die Schwachstelle seien bislang in der Praxis jedoch noch nicht bekannt geworden, fügen die Tails-Macher hinzu.
Tails 7.8.1 steht als USB-Image zum Verfrachten auf USB-Sticks zum Herunterladen bereit. Außerdem gibt es ein ISO-Image etwa zum Brennen auf DVD oder zur Nutzung in einer VM.
Mit Tails auf USB-Stick lassen sich etwa fremde Rechner mit einer vertrauenswürdigen Umgebung starten. Interessierte können damit dann anonym im Netz agieren, ohne unnötige Spuren zu hinterlassen. Mit Tails lassen sich beispielsweise auch Zensurmaßnahmen umgehen.
Tails 7.8 erschien vor gerade einmal zwei Wochen. Darin war die auffälligste Änderung, dass der Mail-Client Thunderbird als Zusatzsoftware installiert wird, damit er stets auf aktuellem Stand ist.
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(dmk)