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03.09.2026
12:19 Uhr
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„Journey Among Stars“ erzählt eine neue Geschichte mit Rocky, setzt auf Handtracking und verwandelt das Wohnzimmer in die Hail Mary. Unser Ersteindruck.

Mit „Project Hail Mary: Journey Among the Stars“ arbeitet Maze Theory an einem Mixed-Reality-Abenteuer, das auf Andy Weirs gleichnamigem Science-Fiction-Roman und dessen Verfilmung basiert. Für das Londoner Studio ist das Projekt nicht das erste lizenzbasierte VR-Spiel. Mit drei „Doctor Who“-Titeln, „Peaky Blinders: The King’s Ransom“ und „Thief VR: Legacy of Shadow“ haben die Entwickler bereits namhafte Marken in die virtuelle Realität überführt. Auf der diesjährigen Gamescom trafen wir Sandy Lockie, Gameplay und Creative Lead und durften uns einen ersten Eindruck verschaffen, bevor das Spiel im Herbst 2026 für Meta Quest, Pico und Android XR erscheint.
Die Demo zeigte ausschließlich eine Mixed-Reality-Umgebung. Lockie sieht in der Technologie eine besondere Stärke bei der Adaption bekannter Welten. Sie könne vertraute Geschichten in einem völlig neuen Licht zeigen, ohne Spieler komplett aus der Realität zu reißen. Ob es in „Project Hail Mary: Journey Among the Stars“ auch einen Wechsel zwischen Mixed und Virtual Reality geben wird, konnten wir Lockie nicht entlocken. Dafür aber die Spieldauer: Für etwa drei bis vier Stunden werden Spieler in die Rolle von Ryland Grace schlüpfen.
Maze Theory erzählt dabei ein neues Kapitel aus derselben Zeitlinie, die Fans aus der Vorlage kennen. „Wir wollten nicht einfach eine Reihe voneinander losgelöster Ereignisse erzählen, sondern eine eigenständige Geschichte, in der sich auch die Beziehung zu Rocky entwickelt“, "erklärt Lockie. Maze Theory habe gerade in der frühen Konzeptphase eng mit Andy Weir zusammengearbeitet, um Handlung, Figuren und deren Motivation stimmig in die bekannte Zeitlinie einzuordnen. Das Spiel solle sich deshalb wie ein typisches Andy-Weir-Abenteuer anfühlen – mit Spannungsspitzen, ruhigen Charaktermomenten und einem durchdachten Erzähltempo. Wer Buch oder Film nicht kennt, soll laut Lockie trotzdem problemlos einsteigen können. Das Spiel erkläre die Welt und die Beziehungen der Figuren ausreichend.
Das Abenteuer ist linear aufgebaut, bietet innerhalb einzelner Abschnitte aber Freiräume zum Experimentieren. Bevor wir uns an die eigentliche Arbeit machten, fanden wir beispielsweise einige aus dem Film bekannte Objekte wie Graces Baseballmütze, die Kaffeetasse und natürlich seinen kleinen gehäkelten Erdball, mit denen wir frei interagieren konnten. Anschließend mussten wir mit Rockys Hilfe unter anderem eine Sicherung reparieren und die Steuerung der Hail Mary kalibrieren, bevor die Demo mit einem brechenden Fenster endete.
Visuell lehnt sich „Journey Among Stars“ an der Verfilmung „Der Astronaut“ mit Ryan Gosling an. Das fällt spätestens dann auf, wenn sich die virtuelle Steuerkabine der Hail Mary langsam im physischen Raum aufbaut und ein kleiner, felsiger Kerl gegen eine Scheibe klopft. Der außerirdische Rocky wird wie im Kinofilm von James Ortiz synchronisiert. Lockie zeigte sich von den Aufnahmesessions begeistert: „Er kennt die Figur besser als jeder andere. Manchmal hatten wir eine Szene, bei der wir dachten, Rocky würde ängstlich reagieren – und Ortiz sagte: Nein, Rocky würde das großartig finden.“ "
Durch Ortiz‘ Expertise sei es gelungen, Rocky deutlich mehr Leben einzuhauchen. Und tatsächlich reagiert der Eridianer ganz im Stil der Filmvorlage auf uns. Wackeln wir mit den Händen, tut er es uns gleich und der obligatorische Fist Bump darf natürlich auch nicht fehlen. Rocky ist aber mehr als ein nettes Maskottchen. Während der Demo mussten wir die Hail Mary wieder zum Laufen bringen, und erhielten neben ein paar neckischen Kommentaren auch handfeste Hilfe von unserem Begleiter.
Statt auf Controller setzt das Team bewusst auf Handtracking. In der Messeumgebung funktionierte das noch nicht so zuverlässig, wie wir uns das gewünscht hätten und die virtuellen Hände hatten mehrmals Probleme, mit den echten mitzuhalten. Ob es an der Beleuchtung des Spielbereichs, mangelnder Feinjustierung oder dem wenig robustem Handtracking der verwendeten Pico 4 Ultra lag, konnten wir nicht nachvollziehen.
Die Entscheidung für diese Steuermethode traf Maze Theory bewusst. Laut Sandy Lockie sollte diese Form der Interaktion vor allem der emotionalen Bindung zu Rocky dienen. „Wenn ihr die Faust ausstreckt, um Rocky abzuklatschen, ist es wirklich eure Hand“, erklärte Lockie. Controller würden natürlichen Gesten wie Daumen-hoch, winken oder den Fist Bump nur schwer abbilden können. Die direkte Interaktion per Hand senke zudem die Einstiegshürde: „Ihr sagt jemandem, er soll eine Faust machen, und jeder weiß sofort, was zu tun ist.“
Allerdings bringt die Technik eigene Herausforderungen mit sich. Lockie verglich die Situation mit den frühen Tagen analoger Sticks bei Ego-Shootern, als jedes Spiel ein anderes Steuerungsschema verwendete. Beim Handtracking müsse das Team ständig nachjustieren, wann eine Berührung als Tippen, Greifen oder Stupsen erkannt wird. „Weil es so natürlich wirkt, fällt jede Unstimmigkeit sofort auf“, so der Entwickler. An der Feinabstimmung werde man vermutlich bis zur finalen Abgabe arbeiten – der Aufwand lohne sich aber.
„Journey Among Stars“ dürfte vor allem für Fans der Vorlage ein echtes Schmankerl werden. Einmal in der Hail Mary stehen und mit Rocky Fist Bumps austauschen ist ein nettes Erlebnis. Ob es mehr wird, bleibt abzuwarten. Das bisher gezeigte geht spielmechanisch kaum über eine Mixed-Reality-Tech-Demo hinaus und die Handtracking-Steuerung konnte noch nicht überzeugen.
„Project Hail Mary: A Journey Among Stars“ ist ein narratives Adventure und erscheint im Herbst 2026 für Meta Quest, Pico und AndroidXR. Der Preis liegt bei knapp 20 Euro, eine Altersbeschränkung gibt es nicht.
(joe)