Heise 29.01.2026
16:02 Uhr

Ottocast Ottoaibox E2 im Test: Youtube und Android-Apps im Auto


Die Ottoaibox bringt nicht nur drahtloses Android Auto und Carplay – sie rüstet das Infotainment mit vollwertigem Android und Play Store nach.

Ottocast Ottoaibox E2 im Test: Youtube und Android-Apps im Auto

Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.

Die Ottoaibox bringt nicht nur drahtloses Android Auto und Carplay – sie rüstet das Infotainment mit vollwertigem Android und Play Store nach.

Fahrzeugschnittstellen wie Apple Carplay oder Android Auto ermöglichen es, Musik vom Smartphone über das Autoradio zu streamen oder mit Google Maps zu navigieren. Aus Sicherheitsgründen ist der Zugriff jedoch auf ausgewählte Apps beschränkt – Streaming-Dienste wie Netflix oder Youtube sind ausgeschlossen.

Wer sein Infotainment-System um ein vollwertiges Android erweitern möchte, um auf die gesamte App-Vielfalt zuzugreifen, findet mit der Ottocast Ottoaibox E2 eine interessante Lösung. Wie sich die smarte Box in der Praxis schlägt, zeigt unser Test.

Hinweis: Das Abspielen von Videoinhalten während der Fahrt ist gefährlich und daher zu Recht verboten. Die Nutzung sollte ausschließlich im Stand und bei ausgeschaltetem Motor erfolgen.

Die Ottocast-Aibox ist quadratisch gestaltet und verfügt über abgerundete Ecken. Das Kunststoffgehäuse wirkt trotz des Materials hochwertig: Dazu trägt die silberne Lackierung an den Rändern bei, die einen edlen Eindruck hinterlässt. Spaltmaße sind nicht erkennbar. Die Abmessungen betragen 76 × 76 × 15 mm. Damit ist die Box zwar größer als Wireless-Adapter für Carplay oder Android Auto, aber auch nicht zu groß, um im Cockpit störend aufzufallen.

An einer Seite befindet sich ein USB-C-Anschluss, auf der gegenüberliegenden ein SIM-Karten-Slot sowie ein microSD-Karten-Slot. Eine LED unterhalb des Ottocast-Schriftzugs signalisiert Stromversorgung und Datenübertragung. Zum Lieferumfang gehören ein USB-C-auf-USB-A-Kabel, ein USB-C-auf-USB-C-Kabel sowie ein USB-A-Verlängerungskabel.

Die Einrichtung ist unkompliziert: Die Box wird per Kabel an einen USB-A- oder USB-C-Port im Fahrzeug angeschlossen, der normalerweise für das Smartphone zum Betrieb von Android Auto oder Carplay vorgesehen ist. Anschließend erscheint im Infotainment-System ein Carplay-Icon. Das ist kein Grund zur Irritation – die Box nutzt lediglich die Schnittstelle, um ihr eigenes Bildsignal auf dem Fahrzeugdisplay auszugeben. Nach dem Antippen des Icons startet das System der Box.

Zunächst blendet das Gerät einen Warnhinweis ein, der vom Abspielen von Videos während der Fahrt abrät. Danach erscheint der Startbildschirm mit der aufgeräumten, eigenständigen Oberfläche. Ein Hinweis auf die optionale Nutzung einer kostenpflichtigen eSIM kann man überspringen. Vorinstalliert sind unter anderem Youtube, Google Chrome, Google Maps sowie der Play Store.

Für die Internetverbindung stehen zwei Optionen zur Verfügung: Entweder verbindet sich die Box über einen WLAN-Hotspot des Smartphones oder über eine handelsübliche SIM-Karte. Beim Systemstart fragt die Oberfläche nach der PIN, was reibungslos funktioniert. Alternativ bietet Ottocast ein kostenpflichtiges eSIM-Datenpaket an.

Zusätzlich fungiert die Ottoaibox als Wireless-Adapter für Android Auto und Carplay. Dafür wird das Smartphone per Bluetooth gekoppelt; anschließend bauen die Geräte eine lokale WLAN-Verbindung auf. Android Auto oder Carplay lassen sich dann über die App „Multiplay“ starten. Zu beachten ist allerdings, dass das Smartphone in diesem Wireless-Betrieb nicht gleichzeitig als WLAN-Hotspot genutzt werden kann.

Die Ottoaibox E2 ist grundsätzlich mit allen Fahrzeugen kompatibel, die kabelgebundenes Carplay unterstützen – mit Ausnahme von BMW. Lediglich die Ottocast Aibox i3 ist für Fahrzeuge der Bayerischen Motorenwerke geeignet.

Das Betriebssystem ist nicht mehr auf dem neuesten Stand und basiert auf Android 13. Die Oberfläche Ottodrive 2.5 ist jedoch übersichtlich gestaltet. Bei bestehender Internetverbindung lassen sich Firmware-Updates drahtlos („Over-the-Air“) installieren. Der Hersteller stellt regelmäßig Aktualisierungen bereit, nennt jedoch keinen festen Update-Rhythmus.

Als Prozessor kommt ein Snapdragon 665 zum Einsatz. Der inzwischen deutlich in die Jahre gekommene Chip reicht für einen flüssigen Betrieb aus, früher wurde er häufig in günstigen Mittelklasse-Smartphones verbaut. Mit 4 GB Arbeitsspeicher fällt die Ausstattung knapp aus, für den vorgesehenen Einsatzzweck genügt sie jedoch. Der interne Speicher umfasst 64 GB. Konkurrenzmodelle von Carlinkit setzen teils auf leistungsstärkere Chips und mehr RAM.

Für die Datenübertragung nutzt die Box Wi-Fi 5. Für die mobile Nutzung ist ein integriertes LTE-Modem (4G) vorhanden. Angesichts aktueller Standards wäre 5G wünschenswert gewesen – ist aber mangels ausreichender Netzabdeckung auf dem Land zu verschmerzen. Die maximale Ausgabeauflösung beträgt Full-HD und ist für gängige Infotainment-Displays mehr als ausreichend. GPS ist ebenfalls an Bord.

Regulär kostet die Ottoaibox E2 beim Hersteller 187 Euro. Aktuell ist sie bereits auf 140 Euro reduziert – mit dem Code TS20 gibt es zusätzlich 20 Prozent Rabatt. So kostet die Smart Box nur noch 112 Euro. Der Versand ist kostenlos.

Da der Hersteller seinen Sitz in der Volksrepublik China hat, finden die EU-Verbraucherschutzbestimmungen keine Anwendung. Allerdings gewährt Ottocast freiwillig eine zweijährige Garantie sowie ein 30-tägiges Umtauschrecht. Beim Rückversand können jedoch Versandkosten anfallen, die vom Käufer zu tragen sind.

Die Ottocast Ottoaibox E2 hat uns als Aufrüstlösung fürs Auto überzeugt. Die Einrichtung gelingt unkompliziert. Sowohl per WLAN-Hotspot als auch mit SIM-Karte ließ sich problemlos eine Internetverbindung herstellen, über den Play Store stehen zahlreiche relevante Android-Apps zur Verfügung.

Zusätzlich fungiert die Box als Wireless-Adapter für Android Auto und Carplay, sodass sich das Smartphone während der Fahrt komfortabel einbinden lässt. Insgesamt entwickelt sich die Aibox damit zur vielseitigen Entertainment-Station.

Technisch liegt das Gerät hinter einigen Mitbewerbern zurück: 4 GB RAM, ein älterer Prozessor und Android 13 wirken nicht mehr zeitgemäß. In der Praxis zeigt sich die Ottoaibox E2 jedoch zuverlässig, zudem ist der Preis fair. Daher können wir das Gerät empfehlen.