Heise 22.07.2026
08:30 Uhr

Oracle Critical Patch Update: 1449 Softwareflicken im Juli


Zum vierteljährlichen Oracle CPU liefert der Hersteller 1449 Sicherheitsupdates aus – ein neuer Rekordwert. Admins sollten handeln.

Oracle Critical Patch Update: 1449 Softwareflicken im Juli

Die „Vulnocalypse“, also die Überflutung mit Schwachstellenmeldungen etwa aufgrund verstärkter Suche mittels KI, erreicht jetzt anscheinend auch Oracle. Der vierteljährliche „Critical Patch Update“ (CPU) genannte Patchday von Oracle bringt 1449 neue Sicherheitsflicken im Juli – ein neuer Höchstwert. Zum Vergleich: Einer der bislang umfangreichsten CPUs umfasste 508 Updates, im Juli 2023.

Oracle liefert wie üblich eine Übersicht über die betroffenen Produkte und die Schwachstellen darin. Kritische Sicherheitslücken finden sich etwa in RDBMS und den Oracle Net Services, Oracle GoldenGate, SQL Developer, der TimesTen In-Memory-Datenbank, Application Testing Suite, Oracle Commerce, Oracle Communications, Oracle Construction and Engineering, Oracle E-Business Suite (mit 410 Schwachstellen deutlich hervorstechend), Oracle Enterprise Manager, Oracle Financial Services Applications, Oracle Food and Beverage Applications, Oracle Fusion Middleware (mehrere Lücken mit Höchstrisiko CVSS 10 von 10, zudem mit 355 Sicherheitspatches ebenfalls stark betroffen), Oracle Analytics, Oracle Hospitality Applications, Oracle JD Edwards, Oracle PeopleSoft, Oracle Retail Applications, Oracle Siebel CRM, Oracle Supply Chain und schließlich Oracle Utilities Applications.

In den anderen Rubriken wie Oracle Virtualization (Virtualbox), Oracle Systems, Oracle MySQL oder Oracle Java SE finden sich ebenfalls diverse Schwachstellen, die die Entwickler jedoch bis maximal zu einem hohen Risiko einstufen. Viele der Schwachstellen ordnet Oracle als aus dem Netz ausnutzbar ein, ohne vorherige Anmeldung. Daher sollten IT-Verantwortliche zügig prüfen, ob die bei ihnen eingesetzten Oracle-Produkte anfällig sind, und die bereitgestellten Aktualisierungen zeitnah herunterladen und anwenden. Andernfalls riskieren sie Cyberangriffe – die Zeitspanne zwischen Schwachstellenmeldung und beobachtetem Missbrauch der Lücken ist inzwischen deutlich geschrumpft.

Beim Oracle Security Patch Update im Juni hatte das Unternehmen bereits 245 Sicherheitsupdates verteilt. Seit Mai bietet Oracle zwischen den vierteljährlichen CPUs monatlich diese „kleineren Patchdays“, um zügiger und dennoch planvoll auf neu entdeckte Sicherheitslücken zu reagieren.

(dmk)