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14.10.2026
06:15 Uhr
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Character.ai vor dem Aus + Android-Apps per Google-KI + Ablösung der GeForce RTX 5090 + Sicherheitswarnung für vernetzte Anlagen + DNA-Allianz der Netzbetreiber

Das KI-Unternehmen Character.ai steht aufgrund von Überschuldung vor dem Aus. Damit müssen auch Eltern verstorbener Kinder um ihren Schadenersatz zittern. Der Chatbot der Firma hatte mehrere Kinder in den Suizid getrieben. Googles KI soll hingegen Vibe-Coding vereinfachen. Denn jetzt lassen sich eigene Apps per KI-Prompt gratis und ohne Veröffentlichung im Play Store erstellen. Dafür genügt ein Google-Konto. Die für KI notwendige Hardware wird derweil immer stärker nachgefragt, sodass eine GeForce RTX 5090 inzwischen mindestens 6.500 Euro kostet. Vermutlich verschwindet diese Gaming-Grafikkarte demnächst komplett vom Markt, Nvidia benötigt die Chips für KI-Beschleuniger – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Chatbot-Betreiber Character.ai ist überschuldet und hat in den USA Gläubigerschutz beantragt. Gesucht wird jetzt jemand, der das Unternehmen kauft und weiterführt, andernfalls muss Character.ai zusperren. Disney bietet 20 Millionen US-Dollar für einen Teil der Masse, nämlich ausgewählte Forderungen Character.ais gegen Dritte sowie eine nicht-exklusive Lizenz für bestimmte Immaterialgüterrechte. Dritte sind eingeladen, im Laufe des Insolvenzverfahrens ein Überbot zu legen. Es dürfte eine Mischung aus Schadenersatzforderungen, hohen Kosten und Selbstaufgabe sein, die das vor fünf Jahren gegründete Start-up ruiniert haben. Denn beim Chatbot der Firma hapert es an Sicherheitsvorkehrungen. Mehrere Eltern haben Character.ai verklagt, weil sich die Kinder nach sehr ausgiebigen Chats das Leben genommen haben: KI-Firma Character.ai ist insolvent.
Eine KI für produktive Zwecke hebt Google im Rahmen einiger Neuerungen für den Play Store hervor. Denn das sogenannte Vibe-Coding wurde vereinfacht, die Erstellung von Apps per KI. Mit Google AI Studio lassen sich jetzt eigene Apps ohne Programmierkenntnisse durch Anweisungen an die KI erschaffen, ohne sie im Play Store zu veröffentlichen. Voraussetzung ist lediglich ein Google-Konto, ein Mindestalter von 18 Jahren und die webbasierte Entwicklungs- und Prototyping-Plattform Googles. Dies ist bislang komplett kostenfrei, sodass Nutzer frei experimentieren können. Eine derart entwickelte App ist für den Betrieb auf dem eigenen Mobilgerät gedacht, kann künftig aber auch mit Familien und Freunden geteilt werden. Eine spätere Veröffentlichung ist allerdings ebenfalls möglich: Google erleichtert das kostenlose Erstellen eigener Android-Apps per KI.
KI hat auch bei Nvidia höchste Priorität, sodass die Firma den Fokus angeblich von Gaming- auf Profi-Grafikkarten verlegt. Das Topmodell GeForce RTX 5090 soll weitgehend vom Markt verschwinden. Stattdessen verwendet Nvidia die notwendigen Blackwell-GPUs vom Typ GB202 offenbar lieber für die verwandte RTX Pro 6000 und RTX Pro 5000, wie mehrere Quellen berichten. Die Verlagerung zeichnet sich schon seit Monaten ab: Die Preise der GeForce RTX 5090 klettern immer weiter hoch, gleichzeitig verschlechtert sich die Verfügbarkeit. Das günstigste Exemplar kostet derzeit 6.500 Euro und damit fast das Dreifache von Nvidias unverbindlicher Preisempfehlung. Als 5090-Ersatz soll Nvidia eine GeForce RTX 5080 mit 24 statt 16 GByte für Anfang 2027 vorbereiten: Grafikkarte GeForce RTX 5090 klettert über 6.000 Euro und soll bald verschwinden.
Nach dem Angriff auf Kühlsysteme warnt das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik nicht nur den Einzelhandel vor Attacken. „Dieser Angriff hätte jedes Land treffen können und kann auch jetzt jederzeit Nachahmer finden“, sagt BSI-Präsidentin Claudia Plattner. „Derartige Einfallstore laden regelrecht zu Sabotage ein.“ Das BSI fordere Betreiber solcher Anlagen auf, ihre Systeme sicher zu betreiben. Dazu hat die IT-Sicherheitsbehörde des Bundes praxisnahe Empfehlungen für „Betreiber kleiner und kleinster industrieller Anlagen“ veröffentlicht, also etwa Energieerzeugungsanlagen wie vernetzte Solarwechselrichter, Kühlsysteme, einzelne Windkraftanlagen, Trinkwasserversorgungsstellen oder vergleichbare Einrichtungen. Diese unterliegen grundsätzlich keinen speziellen IT-Sicherheitsvorschriften: BSI gemahnt auch Betreiber kleiner vernetzter Anlagen.
Europäische Netzbetreiberverbände planen, sich mit einer gemeinsamen Initiative in Brüssel für einen geregelten Übergang von Kupfer- zu Glasfasernetzen zu engagieren. Dazu haben sich sechs Verbände, darunter drei deutsche, zur Digital Networks Alliance Europe (DNA Europe) zusammengeschlossen. Zu den Gründungsmitgliedern der Allianz zählen neben den deutschen Verbänden ANGA, Bundesverband Breitbandkommunikation und Verband der Anbieter im Digital- und Telekommunikationsmarkt auch der schwedische Verband Svenska Stadsnätsföreningen sowie die europäischen Interessenvertretungen Fibre Council Europe und European Competitive Telecommunications Association. Der Zusammenschluss der Netzbetreiber ist ein weiteres Indiz dafür, dass in Brüssel die Lobby-Schlacht um den Digital Networks Act (DNA) der EU in vollem Gange ist: Netzbetreiber gründen Allianz DNA Europe.
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(fds)