Heise 19.05.2026
17:31 Uhr

Mischung aus Shaper Origin und Maslov CNC: mobiler Fräsroboter Cubiio-Gordix


Gordix möchte die Portalfräse durch ein mobiles CNC-Robotersystem für große Werkstücke auf kleinem Raum ersetzen. Umbaubar zu Laser-Cutter und Plotter.

Mischung aus Shaper Origin und Maslov CNC: mobiler Fräsroboter Cubiio-Gordix

Portable CNC statt Portalfräse: Das taiwanische Team hinter den Cubiio-Laserwerkzeugen sammelt auf Kickstarter Geld für „Gordix“ ein. Die knapp über vier Kilogramm leichte Maschine verzichtet auf klassische Linearachsen und bewegt sich stattdessen per acht Zahnriemen über Werkstücke bis zu 1,22 × 2,44 Meter. Laut Hersteller soll das System Holz, Kunststoff und sogar dünne Metallplatten bearbeiten können.

Das Gerät kombiniert CNC-Router, Lasergravierer und Plotter in einem Gerät. Als Werkzeugaufnahme dient unter anderem eine Makita-Oberfräse mit 65-mm-Spannhals. Die angegebene Genauigkeit liegt bei ±0,5 Millimetern, die maximale Zustelltiefe bei 30 Millimetern. Neben Fräsen und Gravieren unterstützt Gordix auch Laserbearbeitung mit einem optionalen 10-Watt-Modul sowie großformatiges Zeichnen per Plotteraufsatz.

Interessant ist die Positionierung zwischen klassischen CNC-Konzepten: Gegenüber stationären Portalfräsen spart Gordix massiv Platz und Gewicht, erreicht dafür aber nicht deren Steifigkeit und Bearbeitungsgeschwindigkeit. Im Unterschied zu handgeführten Oberfräsen arbeitet das System automatisiert per G-Code. Gleichzeitig erinnert das Konzept an die portable CNC-Fräse „Shaper Origin“, bei der Anwender die Maschine manuell führen und die Elektronik nur kleine Korrekturen ausführt.

Auch Parallelen zur offenen „Maslow CNC“ sind offensichtlich: Beide Systeme arbeiten mit Riemen beziehungsweise Ketten statt starren Achsen und sind für große Holzplatten gedacht. Während die Maslow jedoch vertikal an der Wand hängt und eher als günstige DIY-Lösung gilt, setzt Gordix auf ein kompaktes, mobiles Robotersystem mit automatischer Kalibrierung und optionalen Zusatzwerkzeugen.

Die Einrichtung soll in wenigen Minuten erledigt sein: Anwender spannen die acht Gurte (vier unten, vier oben) diagonal über den Arbeitstisch bis zu den Ecken. Als Ankerpunkte dienen mitgelieferte Teile, an denen man die Endpunkte der Gurte befestigt. Das System kalibriert sich anschließend selbst. Dabei nimmt das System die Maße des „Frästischs“ (die Software kann sich mehrere Tische merken), die der Anwender vorher gemessen hat, und kompensiert auch Fehler in Winkligkeit der Grundplatte. Richtig messen muss man aber.

G-Code-Dateien lassen sich direkt in die Fräse importieren, alternativ erzeugt die Browser-Software aus Bildern automatisch Werkzeugpfade. Über das runde Display mit Drehencoder steuert man auch die Fräsvorgänge.

Das Kickstarter-Projekt ist bereits kurz nach dem Start deutlich überfinanziert. Die günstigste Konfiguration startet bei 1850 US-Dollar, das Komplettpaket mit Laser- und Plottermodul kostet derzeit 1950 US-Dollar. Die Auslieferung ist für Herbst 2026 geplant. Wie immer gilt für Kickstarter-Kampagnen: Nichts ist garantiert, die Finanzierung geht auf das eigene Risiko.

(caw)