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17.02.2026
16:00 Uhr
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Die Kospet Tank T3 Ultra 2 ist eine günstige Outdoor-Smartwatch und Sportuhr mit langer Akkulaufzeit und präzisem GPS.

Trotz ihrer im wahrsten Sinne des Wortes klassischen Ausbildung (Studium Geschichte/Latein) ist Sara (Jahrgang 1987) seit früher Jugend begeisterte und technikaffine Gamerin. Gleichzeitig liebt sie die Natur und verbringt viel Zeit mit Crossfit und Laufen in allen möglichen Varianten. Das Schreiben aber ist ihre größte Leidenschaft, weshalb sie bei Heise Bestenlisten begeistert ihr Hobby zum Beruf macht.
Kospet baut günstige Outdoor-Smartwatches mit langer Akkulaufzeit und präzisem GPS, die einiges einstecken. Was die Tank T3 Ultra 2 leistet, zeigt unser Test.
Die Tank T3 Ultra 2 hat zwar einen etwas sperrigen Namen, soll dafür aber neben dem niedrigen Preis mit Dual-Band-GPS und umfangreichen Sport-Features überzeugen. Für knapp 135 Euro bekommen die Käufer eine Smartwatch mit großzügigem AMOLED-Display und leistungsstarkem Akku.
Wir haben uns die Tank T3 Ultra 2 im Test genauer angeschaut und klären, für wen das Kospet-Modell eine echte Alternative zu teureren Sportuhren etablierter Hersteller wie Garmin, Polar und Co. sein kann.
Dass es sich bei der Kospet Tank T3 Ultra 2 um eine smarte Sportuhr für den Outdoor-Gebrauch handelt, erkennt man auf den ersten Blick. Die Smartwatch ist groß, wuchtig und bringt mit 83,8 g ein verhältnismäßig hohes Gewicht auf die Waage. Für zierliche Handgelenke ist die Tank T3 Ultra 2 damit eher wenig geeignet.
Trotzdem wirkt das Design wie aus einem Guss: Das Stainless-Steel-Gehäuse ist mit einer orangefarbenen Umrandung versehen, die der Uhr einen individuellen Touch verleiht. Die unterhalb der Lünette eingelassenen vier Bedienknöpfe verfügen über eine leicht angeraute Oberfläche, was für eine angenehme Haptik sorgt.
Der Bildschirm der Smartwatch ist kratz- und stoßfest und besteht aus Corning Gorilla Glass 3. Außerdem ist sie nach dem Militärstandard MIL-STD-810H zertifiziert und bis 5 ATM (50 Meter Wassersäule) sowie IP69K wasserdicht – auch unter Hochdruck und mit heißem Wasser. Für das Gerätetauchen wäre allerdings eher eine Uhr nach ATM 10 zu empfehlen. Zum Schwimmen und Schnorcheln kann man die T3 Ultra 2 unserer Einschätzung nach aber nutzen.
Im Lieferumfang der Tank T3 Ultra 2 ist standardmäßig ein schwarzes Silikonarmband enthalten. Gegen einen Aufpreis von 10 Euro liefert der Hersteller die Uhr zusätzlich mit einem metallischen Gliederarmband inklusive Wechselgliedern aus.
Das Tragegefühl der Kospet Tank T3 Ultra 2 fällt recht ordentlich aus, auch wenn die Uhr aufgrund des hohen Gewichts vereinzelt etwas unbequem ist, besonders bei längerem Arbeiten am PC. Beim Schlafen haben wir diesbezüglich keine Auffälligkeiten bemerkt. Ansonsten macht die Smartwatch einen sehr robusten und stabilen Eindruck: Stürze aus einer Höhe von anderthalb Metern auf Steinboden oder Asphalt steckte sie ohne Spuren weg.
Der Bildschirm der Tank T3 Ultra 2 besteht aus einem 1,43-Zoll-großen AMOLED-Display, bei dem Kospet die Helligkeit mit bis zu 1000 Nits angibt. Zwar gibt es Smartwatches der Konkurrenz, die höhere Werte aufs Papier bringen, im Praxistest entpuppt sich die Strahlkraft der Anzeige aber als absolut ausreichend. Auch bei direkter Sonneneinstrahlung bleibt die Anzeige gut lesbar. Die Helligkeit selbst lässt sich über das Schnellzugriffsmenü der Uhr in fünf Stufen manuell regulieren, eine automatische Anpassung gibt es allerdings nicht.
Die Auflösung der Anzeige liegt bei 466 × 466 Pixeln und 461 PPI, ein Standardwert für einen Bildschirm dieser Größe. Farben und Kontraste überzeugen uns im Test und die Darstellung der Anzeige macht durchweg einen scharfen Eindruck.
Für die Ersteinrichtung der Tank T3 Ultra 2 laden wir die Apexmove-App im Google Play Store oder im App-Store von Apple herunter. Ein Nutzerkonto ist nicht verpflichtend, allerdings kann die Anmeldung sinnvoll sein, wenn man Daten von einer anderen Kospet-Uhr oder einem anderen Smartphone weiternutzen möchte. Apexmove unterstützt auch Drittanbieter-Accounts, sodass wir uns beispielsweise mit einem Google-Konto in der App anmelden können.
Die Kopplung der Smartwatch erfolgt via Bluetooth. Dieser Prozess dauert weniger als eine Minute und funktioniert im Test ohne Probleme. Direkt im Anschluss können wir die Software der Uhr auf den neuesten Stand bringen, was sich je nach Update-Größe einige Minuten hinziehen kann. Die Funktionsweise von Apexmove haben wir bereits im Test der Kospet Tank T4 ausführlich besprochen – hier ändert sich bei der Tank T3 Ultra 2 nichts. Der Aufbau der Software ist etwa mit Mi Fitness vergleichbar und setzt auf frei platzierbare Kacheln im Startmenü, die auf Knopfdruck eine Detailansicht aufrufen.
Anders als bei der Tank T4 verwendet Kospet bei der Tank T3 Ultra 2 nicht Apexmove OS, sondern eine namenlose „Standard-Firmware“. Das Design der Menüs entspricht dabei dem gängigen Smartwatch-Standard, wirkt aber insgesamt funktionaler und weniger stilvoll als bei der Tank T4. Drittanbieter-Apps sind auf der Tank T3 Ultra 2 aber ebenfalls tabu, lediglich Samsung und Google Health sowie Strava werden unterstützt. Die Bedienung der Uhr funktioniert aber tadellos, nennenswerte Eingabeverzögerungen können wir im Test nicht feststellen.
Ähnlich wie die Tank T4 bietet auch die Tank T3 Ultra 2 eine große Auswahl an Trainingsprofilen für mehr als 170 Sportarten. Dabei geht die Quantität beim Tracking erfreulicherweise nicht zulasten der Qualität, denn vor allem bei den Ausdauersportarten bietet die Smartwatch viele nützliche Datensätze, die auf die jeweilige Trainingsart angepasst sind. Läufer und Wanderer zeichnen neben zurückgelegter Strecke, Herzfrequenz und Aktivitätsdauer auch Schrittzahl, Höhenmeter, Schrittfrequenz und Schrittlänge auf.
Beim Rudern registriert die Uhr die Anzahl der Schläge sowie deren Frequenz, während beim Springseilspringen die Zahl der Sprünge angezeigt wird. Besonders ausführliche Daten erhebt die Tank T3 Ultra 2 aber beim Schwimmen. Hier notiert die Uhr unsere Pace auf 100 m, die geschwommenen Bahnen im Becken, den Schwimmstil (Brust, Schmetterling, Freestyle/Kraul, Rücken), die Anzahl der Schwimmzüge und deren Rate pro Minute sowie die Schwimmeffizienz (SWOLF-Wert).
Überdies erkennt die Uhr automatisch fünf Sportarten, darunter Gehen, Laufen, Radfahren, das Training auf einem Heimtrainer und Rudern auf einem Rudergerät. Sitzen wir längere Zeit still und bewegen uns nicht, registriert die Smartwatch das ebenfalls. Im Praxistest mit Laufen, Gehen und Radfahren erkennt die Uhr zuverlässig nach etwa 10 bis 15 Minuten unsere Aktivität.
Bei der Messung der Herzfrequenz macht die Kospet Tank T3 Ultra 2 ebenfalls einen vergleichsweise guten Job. Wie schon bei der Tank T4 hat Kospet einen optischen Sensor verbaut, allerdings nicht dasselbe Modell. Im direkten Vergleich liefert die Tank T4 genauere Werte, aber die Tank T3 Ultra 2 kann trotzdem noch mit einer ordentlichen Genauigkeit punkten. Gegenüber einem Brustgurt liegen die Abweichungen je nach Art der Aktivität bei bis zu zehn Schlägen pro Minute, wobei die Smartwatch bei HIIT-Einheiten die größten Schwankungen zu verzeichnen hat.
Beim GPS-Tracking, einem zentralen Feature der Tank T3 Ultra 2, haben wir nichts zu meckern. Die Uhr unterstützt L1- und L5-Dualband-GPS sowie sechs Satellitensysteme: GPS, Galileo, Glonass, Beidou, QZSS und Navic. Dualband-GPS kombiniert mit sechs Satellitensystemen ist für eine Smartwatch dieser Preisklasse alles andere als selbstverständlich – das macht die Tank T3 Ultra 2 zu einem echten Preistipp für alle, die Wert auf präzises Tracking legen. Die Genauigkeit überzeugt uns durchgehend: Beim Start einer Trainingseinheit findet die Uhr schnell ein Signal, und Abweichungen von der tatsächlichen Route können wir in den Aufzeichnungen nicht feststellen.
Die Funktionen rund um Schlaf und Gesundheit, die die Kospet Tank T3 Ultra 2 zu bieten hat, gleichen überwiegend dem Angebot der Tank T4. Auch bei dieser Smartwatch gibt es kein EKG-Feature, dafür aber Messungen des Pulses und Blutsauerstoffgehalts mittels PPG-Sensoren sowie die Erfassung des Stresslevels und die Möglichkeit, die aktuelle emotionale Befindlichkeit aufzuzeichnen. Die bekannten Atemübungen zur Stressreduktion lassen sich über das Menü der Uhr aktivieren, sind aber kaum mehr als eine nette Spielerei.
Wie bei der Tank T4 gibt es bei der Tank T3 Ultra 2 auch wieder ein Menü zum Thema Frauengesundheit – und wieder enttäuscht uns diese Funktion. Denn zwar können wir in der App die Länge von Periode und Zyklus angeben und basierend auf diesen Daten den nächsten Zyklus inklusive Eisprungs berechnen lassen, darüber hinaus gibt es aber keine weiteren Optionen. Wir können keine zusätzlichen Symptome oder mögliche Beschwerden notieren. Da zeigt die Konkurrenz von Huawei und Amazfit, wie es besser geht.
Beim Schlaftracking der Tank T3 Ultra 2 haben wir allerdings nichts zu meckern. Die Uhr erkennt sowohl Einschlaf- und Aufwach- als auch Wachzeiten absolut zuverlässig und genau. Das funktioniert auch bei Nickerchen problemlos. Einzelne Schlafphasen registriert die Uhr ebenfalls, wobei die Daten etwa mit unserem subjektiven Empfinden übereinstimmen.
Ein zusätzlicher Pluspunkt der Smartwatch ist die Möglichkeit, einen oder mehrere Schlafpläne zu erstellen. Dieses Feature erlaubt uns, Erinnerungen für die Schlafenszeit und Weckzeiten für bestimmte Wochentage einzustellen. Wer also an spezifischen Tagen zu einer anderen Uhrzeit aufstehen möchte als sonst, kann das einfach im Schlafmenü der Uhr festlegen und muss nicht jedes Mal den Wecker neu programmieren.
Anders als die Tank T4 bietet die Tank T3 Ultra 2 fast keine nennenswerten Zusatzfeatures. Einen integrierten Musikspeicher suchen wir ebenso vergebens wie eine Bezahlfunktion oder die Möglichkeit, spezifisches Kartenmaterial für die Offline-Navigation auf der Uhr zu speichern. Lediglich die auf unserem Smartphone wiedergegebene Musik können wir über das Display der Smartwatch steuern.
Immerhin haben wir dank des integrierten Mikrofons die Möglichkeit, eingehende Telefonanrufe entgegenzunehmen. Einen e-SIM-Slot gibt es nicht, ebenso wenig wie eine Schnellantwortfunktion. Dafür bietet die Kospet Tank T3 Ultra 2 einen Sprachassistenten, mit dem wir grundlegende Funktionen unserer Uhr steuern können. Das funktioniert im Praxistest auch ohne nennenswerte Probleme.
Der Akku der Tank T3 Ultra 2 ist mit 470 mAh etwas kleiner als bei der Tank T4 (500 mAh). Kospet erklärt, dass die Tank T4 dank Apexmove OS energieeffizienter arbeitet als die Tank T3 Ultra 2. Dementsprechend gibt der Hersteller die Akkulaufzeit der Tank T3 Ultra 2 mit 12 bis 15 Tagen bei typischer und fünf bis acht Tagen bei intensiver Nutzung an.
In unserem Praxistest decken sich unsere Erfahrungen mit diesen Werten. Eine anderthalbstündige Sporteinheit mit aktiviertem GPS erschöpfte den Akku um wenige Prozentpunkte, während normaler Gebrauch bei mittlerer Helligkeit und aktivierten Benachrichtigungen den Ladestand in 24 Stunden um acht Prozent senkte. Demzufolge hält der Akku bei normaler Nutzung und drei Workouts pro Woche gut zehn bis elf Tage durch.
Kospet verkauft die Tank T3 Ultra 2 zum Testzeitpunkt für rund 125 Euro in den Farben Schwarz und Silber als Basic-Variante mit Silikonarmband und ab etwa 135 Euro mit zusätzlichem Stahl-Armband. Mit Blick auf die gute Akkulaufzeit und das exakte GPS ist das ein fairer und günstiger Preis. Bei Amazon ist das Modell mit Stahlarmband derzeit auf 135 Euro reduziert.
Kospet setzt bei der Tank T3 Ultra 2 klar auf Outdoor und Sport – weniger auf smarte Extras. Das zeigt sich daran, dass die Uhr mit umfangreichen Trainingsfunktionen und einem für diese Preisklasse hervorragenden GPS-Modul glänzt, bei smarten Features wie Musikspeicher, Navigation, Bezahloptionen oder Telefonie via eSIM aber passen muss. Wer damit leben kann, bekommt eine unschlagbar günstige Outdoor-Sportuhr, die erstaunlich leistungsfähig ist und obendrein mit schickem Design und sehr robustem Äußeren überzeugt.