Heise 19.02.2026
16:00 Uhr

Homematic IP BWTH im Test: Smartes Thermostat für Fußbodenheizung


Das smarte Thermostat Homematic IP BWTH lässt sich per App, Drehregler und über Home Assistant steuern. Wie gut es funktioniert, zeigt der Test.

Homematic IP BWTH im Test: Smartes Thermostat für Fußbodenheizung

Nach seinem Studium begann Kai seine journalistische Laufbahn Mitte der 90er bei der PC Professionell. Für Heise Bestenlisten by TechStage berichtet er über interessante Produkte aus den Bereichen Smart-Home, Überwachungskameras, Balkonkraftwerke, Mähroboter und vieles mehr.

Das smarte Thermostat Homematic IP BWTH lässt sich per App, Drehregler und über Home Assistant steuern. Wie gut es funktioniert, zeigt der Test.

Mit „Homematic IP Wandthermostat mit Schaltausgang 230V“ hat der deutsche Hersteller eQ-3 einen recht sperrigen Namen für sein Fußbodenheizungsthermostat mit der Modellnummer BWTH gefunden. Wir verwenden im Testbericht daher die Kurzform Homematic IP BWTH. Das Thermostat gibt es in Schwarz oder in Weiß für Stellantriebe mit 230 Volt oder in Weiß für Varianten mit 24 Volt (BWTH24).

Das Homematic IP BWTH unterstützt eine smarte Regelung der Fußbodenheizung mit zeitabhängigen Heizplänen, integriert aber auch einen Temperatur- und Feuchtigkeitssensor.

Für den Betrieb wird ein Homematic IP Access Point benötigt, der mit der Cloud des Herstellers verbunden ist und darüber das Thermostat steuert. Wer das System lokal und ohne Cloud betreiben möchte, kann auf die eQ-3 Home Control Unit oder die ältere CCU3 zurückgreifen.

Wie zuverlässig das Homematic IP BWTH für 230-Volt-Stellantriebe im Alltag arbeitet und wie unkompliziert die Integration in Home Assistant gelingt, zeigt der folgende Testbericht.

Das Homematic IP BWTH ist als Nachrüstlösung für Standard-Unterputzdosen geeignet. Durch das standardisierte 55er-Rahmenmaß passt es in viele Schalterprogramme und ist als Ersatz für ein analoges Thermostat bestens geeignet. Der Einbau des dreiteiligen Sets in Standard-60er-Unterputzdosen ist unproblematisch und wird im ausgezeichneten Handbuch (PDF) detailliert erläutert.

Nach der Verkabelung für Strom und Stellantriebssteuerung verschraubt man die Spannungsversorgungseinheit an die Unterputzdose. Passende Schrauben sind im Lieferumfang enthalten. Wir haben diese nicht benötigt, da die des installierten analogen Thermostats ebenfalls passen. Anschließend steckt man das Bedienteil mit LC-Screen zusammen mit dem Rahmen auf die Einheit.

Die Verarbeitung des Homematic IP BWTH ist einwandfrei. Das Design erinnert an das Modell mit integriertem CO2-Sensor (Testbericht) und hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Der Rahmen ist etwa 1 cm tief und umschließt die um einen weiteren Zentimeter hervorstehende Thermostatbedieneinheit. Doch anders als das Touch-Bedienpanel des Glas-Wandthermostats mit CO₂-Sensor integriert das BWTH ein einfaches, 2 × 4 cm großes LC-Display, das bei Betätigung des Drehreglers oder der darüber befindlichen Anlerntaste mit Homematic IP-Logo hintergrundbeleuchtet wird. Das ist vorwiegend bei Dunkelheit hilfreich, weil das LC-Display ansonsten nur schwer abzulesen ist.

Für die Inbetriebnahme wird eine Steuereinheit von eQ-3 benötigt. Möglich sind entweder ein mit der Hersteller-Cloud verbundener Access Point oder eine Zentrale wie die Home Control Unit oder die ältere CCU3. Letztere ermöglichen eine lokale Steuerung ohne Cloud-Verbindung.

Die Einrichtung erfolgt über die Homematic-IP-App, die für iOS und Android verfügbar ist. Sie wurde auch für Tablets optimiert, sodass man von der größeren Darstellung, beispielsweise auf einem iPad, profitiert. Dank der übersichtlichen Benutzerführung ist die Inbetriebnahme in wenigen Minuten abgeschlossen (siehe auch Bildergalerie).

Die Bedienung der App könnte etwas intuitiver gestaltet sein, da sich Heizpläne nicht direkt in den Geräteeinstellungen, sondern erst im Bereich „Raumklima“ anlegen lassen. Dort stehen mit den Menüpunkten „Heizprofile“ und „Raumklimakonfiguration“ zwei verschiedene Steuerungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Speziell für die Trägheit einer Fußbodenheizung ist die Optimum-Start-/Stop-Funktion vorgesehen. Ist sie aktiviert, berechnet das System den Vorlauf automatisch so, dass die gewünschte Temperatur exakt zum eingestellten Zeitpunkt erreicht wird. Bei deaktivierter Funktion muss man beim Erstellen des Heizplans die Trägheit der Fußbodenheizung selbst berücksichtigen. Das bedeutet: Wer es um 8:00 Uhr warm haben möchte, sollte im Heizplan eine frühere Zeit, etwa 7:30 oder 7:00 Uhr, einstellen.

Unter Raumkonfiguration kann man außerdem noch festlegen, ob die Fußbodenheizung sich in einem Standard- oder in einem energetisch sanierten Gebäude oder Neubau mit niedrigerem Energiebedarf befindet. Diese Einstellungen sollen eine effiziente Nutzung der Fußbodenheizung in der jeweiligen Umgebung ermöglichen.

Mit Homematic IP steht ein breites Spektrum an Smart-Home-Komponenten zur Verfügung, das nahezu jeden Anwendungsfall abdeckt. In Kombination mit einem Thermostat bietet sich etwa der Einsatz eines Tür-/Fensterkontakts an: Sobald der Sensor ein geöffnetes Fenster erkennt, wird die Raumtemperatur automatisch abgesenkt. Schließt sich das Fenster wieder, nimmt das System den Heizbetrieb erneut auf.

Solche Abläufe lassen sich bequem im Bereich „Automatisierung“ konfigurieren. Ebenso können dort auch Benachrichtigungen eingerichtet werden, etwa um bei erhöhter Luftfeuchtigkeit informiert zu werden. Die Luftfeuchtigkeitswarnung kann ebenfalls als Auslöser für Automatisierungen verwendet werden – etwa, um einen Luftentfeuchter einzuschalten, sobald ein festgelegter Grenzwert überschritten wird.

Eine Integration in Home Assistant ist ebenfalls möglich. Anders als beim Homematic-IP-Thermostat mit CO₂-Sensor werden dabei standardmäßig auch die Werte für Temperatur und Luftfeuchte angezeigt. Allerdings finden sich diese Werte nicht innerhalb der Geräteseite für das Thermostat, sondern werden separat ausgewiesen.

Um unter Home Assistant ein Dashboard anzulegen, das relevante Betriebsdaten zeigt und mit dem man das Thermostat manuell steuern kann, nutzen wir ein KI-Tool. Damit sparen wir uns das manuelle Eintippen von einigen Zeilen Code.

Das Homematic IP Wandthermostat mit Schaltausgang 230V (BWTH) kostet in Weiß regulär 80 Euro und in Schwarz 90 Euro. Im Handel ist das weiße Modell für 74 Euro (Amazon) und die schwarze Variante ab 80 Euro (Ebay) erhältlich. Der für den Betrieb nötige Access Point kostet mindestens 47 Euro. Damit ist eine Verbindung zur Cloud essenziell. Wer eine lokale Ansteuerung bevorzugt, verwendet die neue Home Control Unit oder die ältere CCU 3.

Die Wirtschaftlichkeit einer smart geregelten Fußbodenheizung hängt maßgeblich vom eingesetzten Wärmeerzeuger (z. B. Gas-Brennwertkessel oder Wärmepumpe), der Gebäudedämmung sowie den individuellen Nutzungsgewohnheiten ab.

Bei wassergeführten Fußbodenheizungen ist die hohe thermische Trägheit des Systems zu berücksichtigen. Estrich und Bodenbelag wirken als großer Wärmespeicher. Kurzzeitige, starke Temperaturabsenkungen – etwa über Nacht – sind deshalb häufig energetisch ungünstig. Der Energiebedarf, um die ausgekühlte Speichermasse am Morgen wieder aufzuheizen, kann die nächtliche Einsparung übersteigen. Zudem sinkt in der Aufheizphase oft die Effizienz des Wärmeerzeugers, insbesondere bei Wärmepumpen, wenn höhere Vorlauftemperaturen erforderlich werden.

Sinnvoller sind moderate und längerfristige Absenkungen. Bei Abwesenheiten von mehr als einem Tag – beispielsweise in Büros am Wochenende oder während eines Urlaubs – kann eine Reduzierung der Raumtemperatur um etwa 2–3 °C wirtschaftlich sein.

Gerade bei gut gedämmten Neubauten mit niedrigen Vorlauftemperaturen kann eine smarte Regelung dazu beitragen, unnötige Übertemperaturen zu vermeiden und den Wärmeerzeuger im optimalen Effizienzbereich zu betreiben.

Das Homematic IP Wandthermostat mit Schaltausgang 230V (BWTH) hinterlässt im Test insgesamt einen guten Eindruck. Es ist hochwertig verarbeitet, sieht gut aus und funktioniert tadellos. Dank eines intuitiven Drehreglers lässt es sich auch von weniger technikaffinen Menschen gut bedienen. Hat man allerdings Heizpläne definiert, bedarf es in den meisten Fällen keines manuellen Eingriffs.

Wer schon Homematic IP verwendet, findet mit dem Thermostat eine ideale Lösung, die sich in die Smart-Home-Lösung von eQ-3 hervorragend integriert. Eine Integration in Home Assistant ist ebenfalls möglich, erfordert aber etwas Nacharbeit, da für eine umfassende Überwachung der Heizzustände die erforderlichen Entitäten durch die Standard-Integration nicht eingebunden werden. Dank KI-Tools hält sich der Aufwand aber in einem überschaubaren zeitlichen Rahmen.