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09.01.2026
11:14 Uhr
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Kia verspricht für seinen kompakten Elektro-SUV vor allem eine hohe Alltagstauglichkeit. Dank seiner Variabilität soll der Kia EV2 viele Europäer ansprechen.

Mit dem EV2 stellt Kia ein Elektroauto unterhalb der bereits erfolgreichen Elektroauto-Modelle EV6 (Test), EV9, EV3 und EV4 vor. Kleiner und dank der bewährten Technik der 400-Volt-E-GMP (Electric Global Modular Platform) auch konkurrenzfähig, soll das B-Segment-Auto ab Februar 2026 auf den Markt kommen. Mit einer Länge von rund 4,06 m ist das Crossover-Modell eindeutig unterhalb des Kia EV3 (Test) positioniert. Er soll jedoch mehr können als urbane Mobilität oder die direkte Konkurrenz im Preis unterbieten. Kia verspricht ein „alltagstaugliches“ Elektroauto, das mit seiner Variabilität viele Europäer ansprechen soll.
Variabel ist vor allem das Sitzkonzept, gegen Aufpreis kann man dessen Flexibilität noch steigern. Wenn die klassische Rückbank um 8 cm nach vorn geschoben ist, bietet der Kofferraum ein Fassungsvermögen von 403 Litern, beim Fünfsitzer 362 Liter. Dazu kommt ein Frunk mit 15 Litern für das Ladekabel oder Kleinkram. Bei der optionalen Fünf-Sitzer-Variante sind es sogar 16 cm, und die Lehnen sind verstellbar. Bei zurückgeschobener Rückbank verspricht Kia eine Beinfreiheit von 96 cm, sonst knapp 89 cm. Den Platz ermöglicht der für einen Kompakten große Radstand von 2,56 m – ein Vorteil des Elektroantriebs.
Kia
Zunächst kommt der EV2 mit einer Leistung von 108 kW, eine später zu erwartende GT-Version wird kräftiger. Zwei Batteriegrößen stehen zur Auswahl: 42,2 und 61,0 kWh. Das reicht im WLTP für rund 317 beziehungsweise 448 km. Auch beim Laden bietet Kia mit bis zu 22 kW an Wechselstrom gegen Aufpreis mehr Flexibilität als üblich. Das ist vor allem für Laternenparker und für Nutzer öffentlicher AC-Säulen relevant, weil sich die Standzeiten so spürbar verkürzen. Gelegenheitsladen beim Einkaufen lohnt sich mit 22 kW einfach eher.
Gleichstromladungen dauern beim Standardmodell mit 42,2 kWh mindestens 29 Minuten für eine Ladung von zehn auf 80 Prozent, bei der Long-Range-Variante mit 61 kWh dauert es rund eine Minute länger. Die entsprechenden Ladeleistungen nennt Kia noch nicht, beim EV3 sind es mit maximal 101 kW für die kleine und 128 kW für die große Batterie aber keine Spitzenwerte. Das dürfte sich ausweislich der Ladedauern beim EV2 kaum verbessern.
Plug & Charge vereinfacht das Laden: An kompatiblen Schnellladern reicht das Einstecken des Kabels, der Wagen identifiziert sich automatisch. Eine Ladekarte oder eine App sind dann nicht nötig. Für daheim bietet auch der EV2 bidirektionales Laden (V2L und V2G). Bei den Fahrleistungen hält der Kia EV2 einen respektablen Abstand zum EV3. Von null auf 100 km/h beschleunigt der EV2 in 8,7 s mit der 42,2-kWh-Batterie, mit dem großen Akku dauert es 9,5 s. Beide sind bis zu 160 km/h schnell.
Kia baut auch im EV2 sein ccNC-Infotainmentsystem mit drei Displays ein. Es besteht aus einem 12,3-Zoll-Instrument hinter dem Lenkrad, einem 5,3-Zoll-Bildschirm für die Klimafunktionen und einem 12,3-Zoll-Touchscreen in der Mitte. Zudem bietet der kompakte Koreaner Over-the-Air-Updates und einen Routenplaner mit Lade-Integration. Hinzu kommt ein Parksystem, mit dem sich der EV2 per Schlüssel von außen dirigieren lässt. Zum Teil dürften diese nur bei den Top-Varianten enthalten sein beziehungsweise Aufpreis kosten.