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05.03.2026
16:00 Uhr
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Der Minisforum AI X1 ist ein hochwertiger und leistungsstarker Mini-PC, der mit seinem Ryzen 7 H 255 sogar Full-HD-Gaming gewachsen ist.

Bereits im zarten Alter von fünf Jahren hatte Jonas seinen ersten PC und hat glücklicherweise noch die Zeit von Kassetten, CDs und Disketten miterlebt. Seitdem hat ihn Technik und der Spaß an Gadgets nicht mehr losgelassen. Angefangen hat er 2023 als Volontär bei TechStage, das 2024 in heise bestenlisten übergegangen ist. Seit 2025 ist er dort nun fest als Redakteur im Team tätig und allen voran Experte für Mini-PCs. Weiterhin testet er für allerlei PC-Zubehör, Saugroboter, Ladegeräte und Powerbanks. Privat ist er Vielleser, Bahn-Nerd und Musikliebhaber, wobei sein Musikgeschmack so vielfältig ist wie er selbst.
Der Minisforum AI X1 ist ein hochwertiger und leistungsstarker Mini-PC, der mit seinem Ryzen 7 H 255 sogar Full-HD-Gaming gewachsen ist.
Der Hersteller Minisforum ist uns bereits seit Längerem für spannende, hochwertige Mini-PCs mit guter Ausstattung bekannt. Der AI X1 ist hierbei keine Ausnahme und kommt im schicken Aluminiumgehäuse mit potenter Hardware. Dabei setzt er auf den etwas ungewöhnlichen AMD Ryzen 7 H 255, 32 GB Arbeitsspeicher (RAM) sowie eine 1 TB große SSD. Zudem gibt es mit Wifi 7, zweimal USB4 und Oculink ein spannendes Anschlusspaket. Wir stellen den Mini-PC auf Prüfstand und zeigen, ob er den Preis von aktuell 670 Euro wert ist. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
Minisforum setzt beim AI X1 auf den AMD Ryzen 7 H 255, der auf identische Spezifikationen wie der Ryzen 7 8745H setzt. Beide CPUs eint, dass sie nur für den chinesischen Markt verfügbar sind. Der H 255 verwendet eine Konfiguration aus acht Kernen und 16 Threads. Die Taktrate liegt zwischen 3,8 und 4,9 GHz. Die thermische Verlustleistung (TDP) liegt üblicherweise bei 45 W, die maximale Betriebstemperatur beträgt 100 Grad. Gefertigt ist der Hawk-Point-H-Chip mit Zen-4-Architektur im 4-Nm-Verfahren.
Als integrierte Grafikeinheit kommt eine Radeon 780M zum Einsatz, die wir bereits aus zahlreichen vergangenen Tests als erstaunlich leistungsstark kennen. Sie verfügt über 12 CUs (Compute Units) bei 768 Shader-Einheiten und taktet mit bis zu 2600 MHz. Eine NPU ist nicht aktiv.
Beim Arbeitsspeicher gibt es insgesamt 32 GB, die auf zwei 16 GB große DDR5-SO-DIMM-Module von Crucial aufgeteilt sind. Diese arbeiten mit bis zu 5600 MT/s. An Systemspeicher spendiert Minisforum eine 1 TB große M.2-2280-SSD von Kingston. Diese schreibt ausweislich Crystaldiskmark mit 5320 MB/s und liest mit 6128 MB/s. Ein weiterer Slot im Format M.2-2280 ist frei, sodass der AI X1 auf bis zu 4 TB aufgerüstet werden kann.
Anschlussseitig wartet der Mini-PC mit HDMI 2.1, Displayport 2.0 sowie zwei USB4-Buchsen auf. Letztere verfügen dabei beide über Displayport-Alt-Mode, die Rückseitige zudem über PD-in, kann also die Stromversorgung des PCs übernehmen. Weiterhin gibt es drei USB-A-Ports (1x USB 2.0, 2x USB 3.2 Gen2) sowie einmal Oculink. Für die Netzwerkverbindung setzt der AI X1 auf den modernen Wifi-7-Standard, für Geräteanbindung in der näheren Umgebung auf Bluetooth 5.4. Für kabelgebundene Anschlüsse gibt es eine 2,5G-LAN-Buchse. An Chipsätzen kommt dabei für WLAN der Mediatek MT7925, für LAN der Realtek Gaming 2.5GbE Family Controller zum Einsatz.
Zum Bemessen der Leistungsfähigkeit des AI X1 nutzen wir zuallererst den klassischen Büro-Benchmark PCMark 10. Allerdings hat dieser zuletzt ein größeres Update erhalten, der den Workflow von Version 1.x auf 2.x hebt. Mit diesem Wechsel einher geht laut Entwickler UL Solutions auch, dass die Ergebnisse mit dem neuen Workflow nicht mehr zu denen der vorherigen Version vergleichbar sind. Daher geben wir bis auf Weiteres die Ergebnisse beider Arbeitsabläufe an, um die Vergleichbarkeit aufrechtzuerhalten.
Im Workflow der Version 1.x erreicht der Minisforum AI X1 im Schnitt 7168 Punkte, wobei es Ausreißer zu 6962 und 7250 Punkten gibt. Bei Version 2.x sind es dagegen durchschnittlich 8396 Punkte mit Spitzen bei 8306 und 8515 Punkten. Im Vergleich zum Minisforum UM870 Slim (Testbericht), der eben auf den oben angesprochenen technisch identischen Ryzen 7 8745H setzt sind die Ergebnisse von v1.x etwa 200 Punkte niedriger. Gegenüber dem kürzlich getesteten GMKtec K12 (Testbericht) mit Ryzen 7 H 255 ist das Ergebnis des AI X1 vergleichbar bis etwas besser.
Beim Gaming-Benchmark 3DMark Time Spy kommt das System auf 3349 Punkte, die sich aus 2986 GPU- und 10832 CPU-Punkten zusammensetzen. Gegenüber dem K12 ist der Gesamtscore ebenfalls höher, der GPU-Score nur marginal besser. Der UM870 Slim ist vor allem bei der CPU ein Stück besser, Gesamtscore und GPU-Ergebnis nehmen sich aber nicht viel.
Bei Cinebench R24 gibt es 104 Punkte im Single-Core und 945 Punkte im Multi-Core. Der plattformübergreifende Benchmark Geekbench 6 endet bei 2599 Punkten (Single-Core) und 13.086 Punkten (Multi-Core).
Auch Spiele laufen auf dem Minisforum AI X1. Der Ryzen 7 H 255 und seine iGPU Radeon 780M stellen sich dabei als überraschend leistungsstark heraus. In Anno 1800 gibt es selbst bei hohen Einstellungen bis zu 50 FPS, in mittleren Optionen bis 55 FPS. Wir spielen dabei in Full-HD bei aktivem FSR-Upsampler (AMD Fidelity FX Super Resolution) im Modus Leistung. Bei Counter Strike 2 sind es bis zu 85 FPS im Preset hoch. Auch The Withcher 3: Wild Life läuft in mittleren Optionen mit bis zu 60 FPS.
Lediglich Cities Skylines 2 läuft im Preset niedrig mit nur 7 bis 14 FPS, bei sehr niedrig mit maximal 22 FPS.
Entgegen der Namensgebung mit dem Begriff „AI“ verfügt der Minisforum AI X1 in dieser Ausstattung über keine NPU (Neural-Processing-Unit) zur KI-Beschleunigung. Es gibt aber auch andere Varianten dieses PCs, die über eine NPU verfügen, die wir gegebenenfalls später in einem eigenen Test auf den Prüfstand stellen.
Der Minisforum AI X1 bezieht im Idle etwa 11 bis 13 W, bei normalem Alltagsbetrieb bei der Verwendung des Browsers bis zu 27 W. Setzen wir das System mit dem Stresstest von Aida64 unter Volllast, sind es happige 88 bis 94 W.
Der Takt steigt zu Beginn bei 4,8 GHz ein, sinkt dann auf 3,9 bis 4,3 GHz und pendelt sich dann im weiteren Verlauf bei 3,7 GHz ein.
Die geringe Lautstärke gehört zu den absoluten Vorteilen des Minisforum AI X1. Während die Lautstärke im Idle meist bei 28 dB(A) liegt, sind es unter Last meist 33 bis 35 dB(A). Für die gebotene Leistung des Systems erscheint das mehr als angemessen. Die Temperaturentwicklung hält sich mit durchschnittlich 74 Grad ebenfalls absolut in Grenzen.
Auf dem Minisforum AI X1 ist Windows 11 Pro vorinstalliert. Das System kommt ohne zusätzliche Bloatware aus. Unser routinemäßiger Systemscan mit Windows Defender findet keine Viren. Windows ist mit einer digitalen Lizenz aktiviert.
Auch der Betrieb von Linux auf dem System ist möglich. Zuvor gehen wir über die erweiterten Wiederherstellungsoptionen von Windows ins BIOS und deaktivieren Secure Boot. Danach können wir über unseren Ventoy-USB-Stick in das auf Ubuntu basierende Tuxedo OS booten. Dort angekommen können wir WLAN und Audio direkt nutzen, Bluetooth kann allerdings nicht aktiviert werden. Aus dem Standby-Modus wacht das System ohne Probleme wieder auf.
Die Verarbeitung des Minisforum AI X1 lässt keinen Grund zum Tadel. Das Gehäuse besteht weitestgehend aus silbergrauem Aluminium und fühlt sich wertig an. Lediglich die Unterseite und der Bereich um die rückwärtigen Anschlüsse ist schwarzem Kunststoff gehalten. An den Seiten gibt es größere Flächen mit Gitterstruktur zur Abfuhr der erwärmten Luft.
Das Gehäuse lässt sich von der Unterseite aus recht einfach öffnen, indem man vier Schrauben löst. Deren Gewinde ist zwar recht tief im Gehäuse, Minisforum hat allerdings lange Schrauben verwendet, damit man diese besser erreichen kann. So benötigt man keinen speziellen, längeren und dünnen Bit. Mit einem Plektrum aus Kunststoff hebeln wir anschließend vorsichtig den Unterboden auf. Ein behutsames Öffnen empfiehlt sich hierbei, da der Gehäuselüfter direkt auf dem Unterboden angebracht ist und man sonst dessen Kabel zur Hauptplatine abreißt.
Aktuell kostet der Minisforum AI X1 in unserer Testausstattung mit Ryzen 7 H 255, 32 GB RAM und 1 TB SSD beim Hersteller 759 Euro. Bei Amazon kostet sie hingegen nur 670 Euro. Dort ist auch noch eine 16-GB-Variante für 629 Euro verfügbar.
Im Gesamtpaket ist der Minisforum AI X1 ein weiterer, spannender Mini-PC mit guter Ausstattung. Der Ryzen 7 zeigt sich als erstaunlich leistungsstark, das Gerät bleibt trotzdem vergleichsweise leise und insbesondere kühl. Das zeigt, dass Minisforum die Kühlung des Systems gut dimensioniert und abgestimmt hat.
Auch bei den Anschlüssen ist das Gerät gut aufgestellt und wartet als Besonderheiten allen voran mit zweimal USB4 und Oculink. Zudem gibt es Wifi 7 als modernen Drahtlosstandard. Die Verarbeitung des Geräts ist ebenfalls tadellos. Für seinen aktuellen Preis von 670 Euro gibt es allerdings mit dem Minisforum UM870 Slim auch noch einen ähnlich aufgestellten, leistungsmäßig vergleichbaren Rechner aus gleichem Hause. Wer die Premium-Vorzüge mit USB4, Oculink und Wifi 7 nicht zwingend benötigt, wird auch mit diesem Gerät zum günstigeren Preis glücklich. In jedem Fall handelt es sich beim Minisforum AI X1 (255H) um einen absolut empfehlenswerten Mini-PC, der im Test daher viereinhalb von fünf Sternen bekommt.
Wer bei einem chinesischen Händler kauft, bezahlt in vielen Fällen weniger. Allerdings besteht im Gewährleistungs- oder Garantiefall die Gefahr eines schlechteren Service. Außerdem ist das Einfordern von Verbraucherrechten (Rückgabe, Gewährleistung) mit Hürden versehen oder nicht möglich. Wir verlinken hier Händler, mit denen wir im Allgemeinen gute Erfahrungen gemacht haben.