Heise 01.09.2026
16:00 Uhr

E-Mountainbike Cube Reaction Hybrid Race 750 im Test: Bosch CX, 750 Wh, 2550 €


Das E-MTB Cube Reaction Hybrid Race 750 bietet 85 Nm, 750 Wh und kostet neu ab 2550 Euro. Wir testen es exemplarisch für die Reaction-Hybrid-Reihe.

E-Mountainbike Cube Reaction Hybrid Race 750 im Test: Bosch CX, 750 Wh, 2550 €

Nerd, Vater, Tech-Junkie – Ich beschäftigte mich seit gut 20 Jahren fast ausschließlich mit Journalismus, überwiegend aus der Digital-Lifestyle-Ecke. Schwerpunkte: E-Scooter, Kopfhörer, Beamer, E-Bikes, Gadgets & Smart Home.

Das E-MTB Cube Reaction Hybrid Race 750 bietet 85 Nm, 750 Wh und kostet neu ab 2550 Euro. Wir testen es exemplarisch für die Reaction-Hybrid-Reihe.

Das Reaction Hybrid ist bei Cube das E-MTB-Hardtail für Wald und Schotter. Die Reihe 2023 staffelt sich in fünf Stufen: Performance, Pro, Race, SLX und SLT. Unser Race bietet einen Bosch-Mittelmotor, einen 750-Wh-Akku, eine Luftfedergabel und eine Zwölffach-Schaltung von Shimano. Den Rahmen hat Cube zum Modelljahr 2022 überarbeitet und die Züge dabei ab dem Vorbau in den Rahmen verlegt.

Ausgeliefert wird das Rad als reines Gelände-Set-up. Schutzbleche, Gepäckträger, Ständer, Licht, Reflektoren und Klingel fehlen – auf öffentliche Straßen darf es erst nach dem Nachrüsten der relevanten Teile.

Unser Exemplar ist ein Rad des Modelljahrs 2023, wie schon das Riese & Müller Charger 4 GT (Testbericht) und das Kalkhoff Endeavour 7.B Move+ (Testbericht) aufbereitet von Rebike. Dort gibt es viele weitere Cube-Modelle der Reihe Reaction Hybrid Race ab etwa 2300 Euro.

Das Modelljahr 2023 steht als Restbestand noch ab 2550 Euro zum Verkauf. Das aktuelle Modell Cube Reaction Hybrid One 800 mit Bosch CX Motor Gen 5 ist neu ab 2600 Euro zu haben. Mehr zu den Unterschieden weiter unten.

Wir haben das E-MTB einen Nachmittag durch den Wald bewegt. Zwei Fragen stehen dabei im Raum: Was taugt die Reaction-Hybrid-Reihe? Und rechnet sich der Gebrauchtkauf hier noch?

Der Rahmen besteht aus Aluminium Superlite im Gravity-Casting-Verfahren, hinten im Boost-Standard mit 148 mm. Cube nennt die Geometrie Agile Ride, das Steuerrohr misst 1,5 Zoll. Unser E-MTB kommt in Blau, die Serie zusätzlich in Olivgrün und Grau.

Die Verarbeitung überzeugt. Züge und Leitungen verschwinden ab dem Vorbau im Rahmen, was das Cockpit aufgeräumt hält, die Schweißnähte an Steuerrohr und Oberrohr sind sauber verschliffen. Mit der kräftigen blauen Lackierung wirkt das Rad sportlich. Der Akku sitzt vollständig im Unterrohr hinter einer großen Abdeckung.

Unser Rad trägt Rahmengröße XL für 178 bis 187 cm Körpergröße. Unser Testfahrer misst 186 cm und fühlt sich wohl, dennoch fällt der Rahmen klein aus – im Zweifel sollten Käufer zur nächstgrößere Nummer greifen. Die Serie 2023 reicht von S bis XXL, wobei S auf 27,5 Zoll rollt und ab M auf 29 Zoll.

Das Eigengewicht liegt bei gut 24 kg, die Zuladung bei rund 125 kg. Zubehör gibt es wenig: Ohne Lampen, Reflektoren und Klingel fehlt dem Rad die Freigabe für den öffentlichen Verkehr, ohne Schutzbleche, Gepäckträger und Ständer die Alltagstauglichkeit. Der Rahmen ist für alle drei Anbauteile vorbereitet, teuer wird das Nachrüsten also nicht. Rebike montiert an unserem Testrad einen Sattel von Selle Royal, Griffe mit Cube-Logo und Kunststoff-Pedale. Wer neu kauft, bekommt einen Natural Fit Sequence, Acid-React-Pro-Griffe und gar keine Pedale.

Auf dem Vorbau sitzt ein Bosch Kiox 300 mit Farbdisplay im Hochformat. Es zeigt Unterstützungsstufe, Restreichweite und Fahrdaten und lässt sich über die App Bosch Ebike Flow konfigurieren, Updates kommen "over the air" aufs Rad.

Bedient wird über die Bosch LED Remote links am Lenker, deren fünf LEDs die Unterstützungsstufe zeigen. Dazu kommen Pfeiltasten sowie Tasten für Plus und Minus, Licht und Schiebehilfe. Einen System Controller im Oberrohr gibt es nicht. Die Lichttaste bleibt ohne Funktion, solange keine Lampen am Rad hängen.

Der Lenker Cube Rise Trail Bar Pro fällt mit 74 cm angenehm breit aus, davor sitzt der Vorbau Cube Performance Stem E-MTB. Die Sitzposition trifft eine gute Mischung: aufrecht genug für lange Touren, gestreckt genug für den sportlichen Anspruch.

Den Antrieb stellt ein Bosch Performance Line CX der vierten Generation. Der Mittelmotor leistet 250 W und stemmt 85 Nm. Wie viel davon ankommt, entscheidet ein Drehmomentsensor. Bei 25 km/h regelt er ab, die Schiebehilfe läuft bis 6 km/h.

Die Abstimmung gerät so natürlich und dynamisch, wie man es von Bosch kennt: Das E-MTB legt ohne Verzögerung los. Dazu surrt der Motor hörbar, wie es für die Baureihe typisch ist. Das Getriebe rasselt zeitweise leicht, ansonsten klappert am Rad nichts.

Geschaltet wird per Shimano XT RD-M8100-SGS mit zwölf Gängen, dazu kommen ein Schalthebel Deore SL-M6100-IR und eine Kassette Deore CS-M6100. Die Bandbreite reicht weit hinunter, steile Anstiege sind damit fahrbar. Zwischen den Pedalen dreht sich eine Acid E-Crank mit 175 mm Kurbellänge und 38 Zähnen.

Die Vierkolbenbremsen Shimano BR-MT420 packen auf 203-mm-Scheiben vorn wie hinten zu. Das ist solide Mittelklasse, für dieses Gewicht ausreichend. Vorn federt eine Rockshox Judy Silver TK Air mit 120 mm Federweg und Luftkammer. Sie muss aufs Fahrergewicht eingestellt werden, bei unserem Testrad war sie zu weich. Den Lockout erreicht man nur am Gabelkopf, nicht vom Lenker aus.

Die Räder Cube EX30 mit 32 Speichen sind tubeless ready und laufen auf Shimano-Naben MT400 vorn und MT410 hinten im Boost-Standard mit Centerlock. Darauf sitzen Schwalbe Smart Sam Active mit 2,6 Zoll Breite, deren grobe Stollen sich für Wald und Schotter anbieten.

Auf dem Trail zahlt sich die Geometrie aus. Das E-MTB fährt agil und wendig, bleibt aber laufruhig. Waldwege und leichte Trails nimmt es locker, für den Bikepark ist der Federweg zu knapp.

Im Unterrohr steckt ein Bosch Powertube mit 750 Wh, geladen wird mit einem Bosch-Ladegerät mit 4 A. Die Buchse sitzt am Unterrohr, sodass der Akku zum Laden im Rahmen bleiben kann. Beim Herausnehmen wird es dagegen fummelig: Das Abnehmen der großen Abdeckung an der Unterseite will gelernt sein.

Mit den groben Stollenreifen halten wir 70 bis 85 km für realistisch. Zuladung, Streckenprofil, Wind und die gewählte Stufe verschieben den Wert in beide Richtungen. Im Gelände und am langen Anstieg bleibt von der maximalen Reichweite deutlich weniger übrig. Einen Range Extender sieht Cube für das Modelljahr 2023 noch nicht vor, den Powermore 250 gibt es erst ab 2024.

Das Reaction Hybrid steht weiter im Programm, das Race heißt dort heute Race 800. Die 800 steht für den auf 800 Wh gewachsenen Akku. Wichtiger ist der Antrieb: Dort arbeitet ein Bosch Performance Line CX der fünften Generation mit 100 Nm, per Firmware auf 120 Nm anhebbar.

Auch sonst hat Cube umgebaut. Vorn federt eine Rockshox Recon Silver RL Air mit weiterhin 120 mm, geschaltet wird per SRAM Eagle 90 Transmission statt per Shimano, gebremst per Magura Louise mit vier Kolben auf weiterhin 203 mm. Beim Display geht es rückwärts: Das aktuelle Race trägt ein Bosch Purion 200 statt des Kiox 300. Das Gewicht steigt auf knapp 25 kg. Alltagsausstattung mit Licht, Schutzblechen, Träger und Ständer liefert die FE-Variante. Bosch-eBike-ABS bleibt dem Topmodell SLT vorbehalten, mit dem die Reihe 2026 vom Performance 600 aufwärts endet.

Einen neuen Rahmen gibt es gegenüber 2023 nicht. Wer heute das 2023er-Modell kauft, verpasst also vor allem eine Motorgeneration und 50 Wh – beim Display gewinnt er sogar.

Bei Rebike beginnt das Cube Reaction Hybrid Race 750 bei 2300 Euro, dazu kommen 69 Euro Versand. Das Modelljahr 2023 steht als Restbestand noch ab 2550 Euro neu im Preisvergleich. Aktuelle Modelle der One-Reihe kosten ab 2600 Euro.

Das Cube Reaction Hybrid Race 750 ist ein sauber gebautes E-MTB-Hardtail. Der Bosch-Mittelmotor zieht mit 85 Nm über jede Steigung und dosiert feinfühlig, die Zwölffach-XT schaltet präzise, das Rad fährt agil und trotzdem laufruhig.

Den Lockout der Federgabel erreicht man jedoch nur am Gabelkopf, das Getriebe rasselt zeitweise und die Akkuentnahme ist mitunter fummelig. Ohne Licht, Reflektoren und Klingel darf das Rad nicht auf öffentliche Straßen – nachrüsten lässt sich das für wenig Geld.

Bleibt die Preisfrage. Sie fällt hier anders aus als bei unseren bisherigen Rebike-Rädern: 2300 Euro plus Versand liegen dicht am Neupreis von 2550 Euro für dasselbe Modelljahr. Das aktuelle Race 800 kostet ab 2600 Euro neu kaum mehr. Wo Charger 4 GT und Kalkhoff Endeavour gegenüber dem Neurad rund die Hälfte sparen, bleibt hier ein schmaler Rest. Wer die Baureihe sucht, fährt mit einem Neukauf häufig besser und bekommt die jüngere Motorgeneration dazu.