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01.04.2026
09:25 Uhr
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Der Wechsel von Dynpro zu SAP Fiori Elements fordert ABAP-Entwickler heraus. Marian Zeis erklärt, worauf es beim Umstieg ankommt.

Der Übergang von klassischen Dynpro- und Web-Dynpro-Oberflächen zu SAP Fiori Elements stellt viele ABAP-Entwickler vor grundlegende Herausforderungen. Statt imperativer Programmierung in der SE80 bestimmen nun CDS-Annotationen und das ABAP RESTful Application Programming Model (RAP) das Erscheinungsbild der Oberflächen. Marian Zeis, unabhängiger SAP-Entwickler und aktiv in der AG UI-Technologien der DSAG engagiert, ordnet ein, was der Wandel für die Praxis bedeutet.
Die Online-Konferenz betterCode() ABAP am 29. April 2026 eröffnet Entwicklerinnen und Entwicklern die Möglichkeit, ihre ABAP-Kenntnisse zu erweitern. ABAP Cloud, das ABAP RESTful Application Programming Model und der Einsatz von SAP Joule for Developers stehen im Fokus.
Der erste Bruch ist schon beim Werkzeug: Man arbeitet nicht mehr hauptsächlich in der SE80, sondern in Eclipse mit den ABAP Development Tools. Dazu kommt mit RAP und Fiori Elements ein deutlich stärkerer service- und annotationsgetriebener Ansatz.
Die eigentliche Herausforderung ist für mich aber, dass Frontend-Themen näher an den ABAP-Entwickler heranrücken. Im Standard kann Fiori Elements zwar viel über Annotationen und Metadaten abbilden, aber sobald man erweitern will oder spezielleres Verhalten benötigt, kommt man schnell auch mit UI5 und teilweise JavaScript in Berührung. Genau dieser Wechsel im Denken ist für viele die größte Umstellung.
Gerade bei Fiori Elements steckt viel UI-Logik schon in den CDS-Views und Annotationen. Wenn das Modell fachlich unsauber ist oder die Daten nicht sinnvoll geschnitten sind, sieht man das später direkt in der Anwendung. Gute Oberflächen entstehen deshalb hier zu einem großen Teil schon im Backend.
Zu ABAP CDS würde ich sagen: Ja, man muss etwas Neues lernen, aber nicht komplett bei null anfangen. Es ist eine andere Denkweise, weil es stärker um Modellierung, Semantik und Annotationen geht. Und genau daran führt künftig kaum ein Weg vorbei. Gerade wenn SAP in Richtung generativer UI denkt, werden saubere Fachobjekte und ein gutes Backend-Modell eher noch wichtiger.
Bei der UI-Entwicklung ist die Frage spannender. Mit Joule und generativer UI kommt natürlich eine neue Art der Interaktion dazu, also stärker kontextbezogene und dynamische Oberflächen. Das wird sicher verändern, wie man SAP-Anwendungen künftig denkt.
Trotzdem glaube ich nicht, dass ABAP- und UI-Entwicklung dadurch überflüssig werden. Es wird weiterhin viele Prozesse geben, bei denen strukturierte Oberflächen, Listen, Formulare oder geführte Abläufe sinnvoller sind als eine reine Chat-Interaktion. Ich glaube deshalb eher an eine Koexistenz: Joule wird wichtiger, aber klassische Anwendungen verschwinden nicht einfach.
heise developer: Herr Zeis, vielen Dank für das Interview!
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