Heise 20.12.2025
20:00 Uhr

Das beste Heizkörperthermostat im Test – smart heizen und Geld sparen


Smarte Heizkörperthermostate helfen, Energie zu sparen. Zudem bieten sie auch mehr Komfort. Wir zeigen die besten Modelle aus unseren Tests.

Das beste Heizkörperthermostat im Test – smart heizen und Geld sparen

Nach seinem Studium begann Kai seine journalistische Laufbahn Mitte der 90er bei der PC Professionell. Für Heise Bestenlisten by TechStage berichtet er über interessante Produkte aus den Bereichen Smart-Home, Überwachungskameras, Balkonkraftwerke, Mähroboter und vieles mehr.

Smarte Heizkörperthermostate helfen, Energie zu sparen. Zudem bieten sie auch mehr Komfort. Wir zeigen die besten Modelle aus unseren Tests.

Angesichts stark gestiegener Energiepreise sucht ganz Deutschland nach Einsparmöglichkeiten. Besonders groß ist das Potenzial beim Heizen – schließlich entfallen in Wohnungen rund 70 Prozent des Energieverbrauchs darauf, während Warmwasser und Strom mit jeweils etwa 15 Prozent zu Buche schlagen.

Energie einzusparen ist beim Heizen vergleichsweise einfach: Denn bereits eine um 1 °C niedrigere Raumtemperatur reduziert den Energiebedarf um bis zu 7 Prozent. Da die durchschnittliche Raumtemperatur in Europa bei 22 °C liegt, viele Menschen aber bereits 19–20 °C als behaglich empfinden, fällt eine Absenkung um 1 oder 2 °C für die meisten kaum spürbar aus. Mit einem smarten Heizkörperthermostat lassen sich individuelle Heizpläne für jeden Raum optimal abstimmen – und so Energie und Kosten effizient senken.

Das tatsächliche Einsparpotenzial hängt allerdings von verschiedenen Faktoren ab. Eine maßgebliche Rolle spielt das individuelle Nutzungsverhalten: Wer im Winter bei 25 °C im T-Shirt sitzt, kann deutlich mehr einsparen als jemand, der die Temperatur bereits auf 19 °C reduziert und mit wärmerer Kleidung kompensiert. Ebenso entscheidend ist die Dämmung des Gebäudes – in unsanierten Häusern gehen allein durch schlecht isolierte Außenwände etwa ein Drittel der Heizwärme verloren. Weitere Informationen bietet unser Ratgeber „Energie sparen und weniger nachzahlen: Smarte Thermostate reduzieren Kosten um bis zu 8 Prozent“.

Platz 1: Homematic IP Evo (ab 81 Euro) – unser Bestenlisten-Sieger

Der Testsieger des deutschen Herstellers EQ-3 punktet vor allem mit einem einzigartigen Feature: einem automatischen hydraulischen Abgleich. Diese Technologie sorgt für eine besonders effiziente Wärmeverteilung und macht das Homematic IP Evo (Testbericht) zudem förderfähig. Weitere Informationen zu den Förderbedingungen gibt es auf der Webseite des Herstellers.

Platz 2: Tado X (ab 55 Euro) – unser Technologie-Sieger

Das Tado X (Testbericht) überzeugt nicht nur mit einer äußerst intuitiven und informativen App, sondern auch durch seine breite Kompatibilität. Dank Matter- und Thread-Unterstützung lässt es sich nahtlos in viele Smart-Home-Systeme integrieren. Es verzichtet auf Einwegbatterien und nutzt stattdessen einen aufladbaren Akku. Einsteiger erhalten das Starter-Set mit zwei Thermostaten und Hub bei Amazon aktuell für 140 Euro. Noch günstiger ist das 3er-Set mit Bridge für 140 Euro bei Tink Plus (anmeldepflichtig). Zudem unterstützt das Tado X inzwischen ebenfalls einen automatischen hydraulischen Abgleich, dessen Zertifizierung für Anfang 2026 erwartet wird.

Platz 3: TP-Link Kasa KE100 – unser Preis-Leistungs-Sieger

Das TP-Link Kasa KE100 (Testbericht) überzeugt mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Set aus Hub und Thermostat ist bereits ab 33 Euro erhältlich, die Einzelvariante kostet rund 25 Euro. Bei Tink zahlt man inklusive Hub im 6er-Set nur etwa 26 Euro pro Stück (Gesamtpreis: 155 Euro). Das Gerät lässt sich problemlos in Home Assistant integrieren und steht dank Matter-Unterstützung auch in Apple Home und Homey Pro zur Verfügung.

Unser Testsieger Homematic IP Evo von EQ-3 weiß durch ein schlankes und modernes Design zu gefallen, ist förderfähig (PDF) und unterstützt einen dynamischen hydraulischen Abgleich. Das Heizkörperthermostat gibt es in in den Farben Weiß, Silber und Schwarz ab aktuell 82 Euro. Für den Betrieb wird noch ein Gateway oder eine Zentrale benötigt.

Das smarte Heizkörperthermostat Tado X überzeugt im Test nahezu restlos. Es lässt sich mit oder ohne Bridge einfach in Betrieb nehmen und dank intuitiver App leicht steuern. Ebenso überzeugt auch die Heizleistung, die nahezu punktgenau den Raum wärmt. Außerdem ist es relativ kompakt, einwandfrei verarbeitet, im Betrieb leise und genügt auch ästhetischen Ansprüchen. Und last but not least kostet es aktuell mit 132 Euro im 2er-Set mit Bridge oder einzeln für 55 Euro nicht die Welt.

Mit dem Heizkörperthermostat Kasa KE100 Kit lassen sich bis zu 32 Thermostate ansteuern. Die App ist leicht zu bedienen, sodass Heizpläne im Handumdrehen erstellt sind. Positiv ist auch, dass es sich in Home Assistant integrieren lässt und so für Automatisierungen zur Verfügung steht. Dank Matter-Kompatibilität des Hubs kann man das TP-Link-Thermostat auch in andere Smart-Home-Systeme wie Apple Home und Homey Pro integrieren. TP-Link bietet das Set bestehend aus Heizkörperthermostat Kasa KE100 aktuell für nur 33 Euro an. Einzeln kostet das Kasa KE100 derzeit 25 Euro.

Angesichts der deutlich gestiegenen Energiepreise amortisiert sich die Investition in smarte Heizkörperthermostate heute schneller denn je. Das finanzielle Einsparpotenzial lässt sich konkret berechnen: Der deutsche Smart-Home-Anbieter EQ-3 (bekannt durch Homematic IP (Test)) stellt dafür einen praktischen Online-Rechner zur Verfügung. Hier können Nutzer auf Basis ihrer individuellen Verbrauchsdaten die mögliche Ersparnis ermitteln.

Die zugrunde gelegten Einsparwerte variieren. Während EQ-3 in Verbindung mit Fenstersensoren von einer Energieersparnis zwischen 10 und 30 Prozent ausgeht, kommt Stiftung Warentest in ihren Berechnungen auf einen Durchschnittswert von bis zu 8 Prozent. Unabhängig von dieser Bandbreite zeigt der Rechner jedoch übereinstimmend, dass sich die Anschaffungskosten in der Regel bereits nach wenigen Jahren durch die gesenkten Heizkosten ausgleichen.

Ein smartes Thermostat spart aber nicht nur Geld, sondern auch Komfort und Zeit: Es ermöglicht eine präzise, raumweise Steuerung, automatische Absenkung bei Abwesenheit und den Schutz vor unnützem Heizen bei geöffnetem Fenster.

Bei der Auswahl eines smarten Heizkörperthermostats zählen neben Bedienung, Funktionalität und laufenden Kosten auch die Kompatibilität mit anderen Smart-Home-Komponenten. Besonders relevant sind Fenstersensoren, die das Öffnen und Schließen zuverlässig und unmittelbar erfassen.

Die meisten Thermostate bieten zwar eine integrierte Fenster-offen-Erkennung, diese basiert jedoch auf einem zeitverzögerten Algorithmus: Erst ein starker Temperaturabfall löst die Reaktion aus. Bis das Ventil schließt, können wertvolle Minuten vergehen – besonders in gut gedämmten Neubauten, wo der Temperatursturz langsamer eintritt.

Eine deutlich schnellere und effizientere Lösung bieten spezielle magnetische oder optische Fenstersensoren. Sie melden den Öffnungszustand sofort an das Thermostat, das daraufhin das Ventil umgehend schließt. Dadurch wird nicht nur Energie gespart, sondern auch der Komfort erhöht: In der Heizszeit kann bedenkenlos stoßgelüftet werden, ohne dass Wärme ungenutzt entweicht. Weitere Tipps für ein gesundes Raumklima liefert der Ratgeber „Schimmel bekämpfen, Gesundheit schützen: Smarte Technik für gutes Raumklima ab 20 Euro“.

Für Besitzer einer Fußbodenheizung empfehlen wir unsere Kaufberatung Smarte Thermostate für Fußbodenheizungen.

Neben Preis und Funktionsumfang sind bei der Wahl eines smarten Heizkörper- oder Fußbodenheizungsthermostats weitere technische Aspekte entscheidend.

Funkreichweite und Netzwerkstabilität

In größeren Wohnungen oder Häusern mit mehreren Thermostaten spielen die Reichweite und Stabilität des Funknetzes eine zentrale Rolle. Mesh-fähige Protokolle wie Zigbee, Z-Wave oder Thread sind hier WLAN-Geräten klar überlegen. Geräte mit diesen Standards bilden ein eigenständiges, sich selbst verstärkendes Mesh-Netzwerk, das die Reichweite automatisch erweitert und das heimische WLAN entlastet.

Kompatibilität mit der Smart-Home-Plattform

Vor der Anschaffung sollte die Kompatibilität mit der bereits genutzten Smart-Home-Zentrale (Bestenliste) geprüft werden. Gängige Plattformen sind beispielsweise Home Assistant (Testbericht), Homey Pro (Testbericht), Apple Home (Testbericht), Samsung Smartthings (Testbericht), Homematic IP (Testbericht), Bosch (Testbericht), Smarthome by Hornbach (Testbericht) oder Tuya (Testbericht). Nur bei vollständiger Integration lassen sich erweiterte Automatisierungen realisieren – wie die Steuerung der Heizung basierend auf Daten von smarten Raumluftsensoren für ein optimiertes Raumklima. Andernfalls lassen sich keine weitergehenden Automatisierungen, etwa in Abhängigkeit von smarten Raumluftsensoren zur Steuerung des Raumklimas (Ratgeber), erstellen.

Energieversorgung und Betriebskosten

Ein oft übersehener Punkt ist die langfristige Energieversorgung. Thermostate mit festverbauten oder austauschbaren Standardbatterien verursachen laufende Kosten und Wartungsaufwand. Modelle mit wiederaufladbarem Akku sind hier deutlich nachhaltiger und komfortabler.

Die Anschaffung smarter Heizkörperthermostate stellt eine lohnende Investition dar: Trotz initialer Kosten von oft mehreren Hundert Euro rechnet sich der Einbau angesichts steigender Energiepreise meist innerhalb weniger Jahre. Zusätzlich zum Einsparpotenzial bieten die Geräte einen deutlich höheren Komfort in der Bedienung und Steuerung gegenüber manuellen Modellen.

Für unterschiedliche Anforderungen und Smart-Home-Umgebungen empfehlen sich verschiedene Modelle:

Für maximale Effizienz und Förderfähigkeit: Homematic IP Evo

Das Top-Modell überzeugt mit einem automatischen hydraulischen Abgleich für optimale Wärmeverteilung, ist förderfähig und lässt sich nahtlos in das umfangreiche Homematic-IP-Ökosystem integrieren. Die günstigeren Varianten Flex und Pure bieten ähnliche Kompatibilität.

Für hohe Kompatibilität und Smart-Home-Integration: Eve Thermo & Tado X

Für preisbewusste Einsteiger mit Matter: TP-Link Kasa KE100 Kit

Diese Lösung ist besonders preisgünstig und funkt dank des mitgelieferten Hubs auf der stromsparenden und reichweitenstarken 868-MHz-Frequenz. Über Matter ist sie mit vielen Systemen kompatibel.

Für datenschutzorientierte Nutzer:

Für bestehende Tuya-Ökosysteme:

Hier bieten sich Modelle wie das Vale TV05-ZG oder das Brennenstuhl HT CZ 0 (baugleich mit Nedis ZBHTR10WT) für eine reibungslose Integration an.

Für Designbewusste:

Das von Philippe Starck designte Netatmo NAV01-DE setzt mit seiner eleganten Optik ästhetische Akzente.

Für Geräuschempfindliche:

Das Aqara W600 bietet mit seiner Wahl zwischen Zigbee- und Thread-Anbindung nicht nur eine flexible Integration ins Smart Home, sondern punktet vor allem durch einen extrem leisen Betrieb. Eine ideale Wahl fürs Schlafzimmer.

Weitere Informationen zu smarten Thermostaten und Energiesparpotentialen mithilfe smarter Technik bieten folgende Beiträge:

Kai Schmerer von 20.09.2022

Für das Heizkörperthermostat Homematic IP Evo hat Hersteller eQ-3 einen Schrittmotor verbaut, der besonders zügig reagiert. Und ein neues Bedienkonzept gibt es auch.

Mit intelligenten Heizkörperthermostaten können Räume nicht nur effizienter geheizt werden (Ratgeber). Der Einsatz solcher Geräte erhöht auch den Wohnkomfort, da man sich dank individueller Heizpläne das manuelle Einstellen der Temperatur am Thermostat sparen kann. Und wer in Kombination mit Tür-/Fenster- sowie Temperatur- und Luftfeuchtigkeits-Sensoren das Raumklima steuern (Ratgeber) möchte, benötigt ein Heizkörperthermostat, das sich problemlos in ein Smart-Home-System (Ratgeber) integrieren lässt. Das Heizkörperthermostat Homematic IP Evo (HmIP-eTRV-E) der deutschen eQ-3 AG bietet genau das: Für den Betrieb ist ein Gateway oder eine Zentrale von Homematic (Test) erforderlich, mit dem man noch weitere Smart-Home-Produkte des Herstellers kombinieren kann.

Während bisherige Heizkörperthermostate von eQ-3 oft groß und unförmig daherkamen (Testbericht) weiß das Homematic IP Evo mit den Abmessungen 97 × 71 × 58 mm durch ein schlankes und modernes Design zu gefallen. Auch die manuelle Bedienung hat eQ-3 verbessert: Statt über einen Drehregler wippt man das Thermostat kurz in die eine oder andere Richtung, um die Temperatur in 0,5-Grad-Schritten einzustellen. Ein langes Wippen beschleunigt die Temperatureinstellung auf das gewünschte Niveau. Dabei reagiert der neue Schrittmotor zur Anpassung des Ventils sehr flott, sodass das Thermostat zügig auf Einstellungen reagiert. Sehr nützlich ist außerdem, dass man die LED-Anzeige für die Temperatur drehen kann, sodass man, je nachdem wie das Thermostat am Heizkörper montiert ist, die Temperatur-Anzeige immer im Blick hat, ohne sich den Hals verrenken zu müssen.

Für die Inbetriebnahme wird entweder ein Homematic IP Access Point oder die leistungsfähigere Zentrale Homematic CCU3 benötigt. Erstere kann ausschließlich die Cloud-basierten Smart-Home-Komponenten des Unternehmens koppeln, während letztere auch ohne Cloud auskommt und auch dann funktioniert, sollte das Internet einmal ausfallen.

Wir haben das Heizkörperthermostat Evo mit dem Homematic IP Access Point getestet. Die Inbetriebnahme ist sehr einfach und nach wenigen Minuten abgeschlossen. Letztlich muss man das Gateway über das mitgelieferte Ethernet-Kabel mit dem heimischen WLAN-Router verbinden und anschließend mit der Homematic IP-App koppeln. Ein Installationsassistent hilft dabei, den QR-Code auf der Unterseite des Gateways einzuscannen, sodass es von der App eingebunden wird und nun von dieser gesteuert werden kann. Das Anlernen des Thermostats an den Access Point verläuft ähnlich. Allerdings mussten wir die letzten Ziffern der Seriennummer zusätzlich manuell eingeben. Zuvor muss man allerdings die linke Abdeckung am Thermostat lösen, um den Kontaktschutz des Batteriefachs, in dem sich zwei AA-Batterien von Energizer befinden, lösen, sodass das Thermostat mit Energie versorgt wird. Jetzt verschraubt man das Thermostat am Heizkörper. Am Display leuchten nun die Buchstaben AdA, die signalisieren, dass das Thermostat für eine Adaptierfahrt bereit ist, um den internen Stellantrieb für das Ventil zu kalibrieren. Mit Betätigung der einzigen Taste am Thermostat beginnt die Kalibrierung, was im Display mit Adu angezeigt wird. Die Kalibrierung ist nach wenigen Sekunden abgeschlossen. Jetzt zeigt die Anzeige die Temperatureinstellung an und das System ist betriebsbereit. Die Temperatur kann man jetzt durch leichtes Wippen des Thermostats in die eine oder andere Richtung einstellen. Durch ein langes Drücken der Thermostat-Taste können Anwender den Modus von automatisch auf manuell wechseln. Ein kurzes Drücken aktiviert den Boost-Modus für fünf Minuten. Dabei wird der Heizkörper voll aufgedreht, um ihn schneller aufzuheizen. Beide Statusänderungen signalisiert das LED-Display entsprechend mit MANU respektive BOOST. Die Dauer des Boost-Modus können Anwender in der App anpassen.

Auf der App-Startseite erscheint das Thermostat mit der eingestellten Solltemperatur. Nach einem Tipp darauf lässt sich diese ändern. Den Boost-Modus kann man hier ebenfalls aktivieren. Unten im Bildschirm erreichen wir über die Schaltfläche GERÄTE und Auswahl von Heizkörperthermostat Evo weitere Geräteeinstellungen. Unter Zuordnung kann man den Raum definieren. Die Aktivierung von Bediensperre verhindert die manuelle Steuerung am Thermostat. Wer Kinder im Haushalt hat, wird sich über dieses Feature freuen. Außerdem können noch Displayausrichtung und -Helligkeit sowie ein Temperatur-Offset justiert werden. Zudem stehen noch verschiedene Heizprofile zur Auswahl: Standardmäßig stehen dort die Optionen Standardprofil, Manuell und Partymodus parat. Der Partymodus ist eine Art Timer mit einer bestimmten Temperatur- und Zeiteinstellung. Ist die Zeit abgelaufen, wird wieder das zuvor ausgewählte Profil geladen.

Die Anpassung der Heizprofile ist etwas umständlich über das Hauptmenü und der Auswahl Mehr im Abschnitt Raumklima möglich. Dort lässt sich die Temperatur nach Wochentag und Uhrzeit definieren. Pro Tag sind bis zu 13 Temperaturänderungen möglich. Zudem können Anwender noch zwei weitere Alternativprofile anlegen.

Unter Raumklimakonfiguration stehen noch weitere Anpassungsmöglichkeiten parat. Hier können Anwender etwa einen energiesparenden Eco-Betrieb festlegen. Interessant ist auch die Optimum-Start-/Stopp-Funktion, die automatisch die Vorlaufzeit für eine gewünschte Temperatur zum eingestellten Zeitpunkt berechnet. Die Funktion Heizungsausfallwarnung verschickt eine Push-Nachricht, sofern die gewünschte Temperatur innerhalb von 24 Stunden nicht erreicht wird. Unter Raumkonfiguration können Anwender die grundsätzlichen Heizparameter wie minimale und maximale Temperatur sowie die Fenster-auf-Temperatur definieren und die Boost-Dauer festlegen. Bei der Fenster-auf-Temperatur legt man fest, wie stark die Temperatur am Thermostat gedrosselt wird, wenn das Fenster, etwa fürs Lüften, geöffnet wird. Die Information erhält das Thermostat beispielsweise über einen entsprechenden Homematic-IP-Sensor.

Das Heizkörperthermostat Homematic IP Evo können Anwender auch über Amazon Alexa und Google Assistant per Sprache steuern. Auf Apple Homekit mit Siri muss man leider verzichten. Dafür lässt es sich in Home Assistant (Testbericht) integrieren.

Mit aktuell 82 Euro fällt der Preis für das Homematic IP Thermostat Evo vergleichsweise hoch aus. Zudem wird für den Betrieb noch ein Gateway oder eine Zentrale benötigt. Die von der Cloud abhängigen Gateways kosten 30 Euro (maximal 20 Geräte) respektive 49 Euro (maximal 120 Geräte). Die CCU3 (maximal 250 Geräte) für 177 Euro unterstützt einen lokalen Zugriff ohne Cloud. Das beherrscht auch die neue HCU (maximal 350 Geräte) für 276 Euro.

Dafür erhält man allerdings die Möglichkeit, weitere Smart-Home-Komponenten von eQ-3 (Test) zu integrieren. Außerdem ist das Homematic-IP-Thermostat förderfähig (PDF) und unterstützt einen dynamischen hydraulischen Abgleich, sodass man bei der Optimierung der Heizung keine Ventile wechseln muss.

An Design, Funktionalität und Bedienung lässt sich kaum etwas beim Homematic IP Thermostat Evo kritisieren. Im Gegenteil: Es überzeugt mit einem schlanken und modernen Aussehen und reagiert zügig auf Benutzereingaben und unterstützt einen dynamischen hydraulischen Abgleich. Der Hauptvorteil liegt allerdings in der Smart-Home-Plattform Homematic IP begründet. Wer diese im Einsatz hat oder plant damit sein Smart Home aufzubauen, macht mit dem Homematic IP Thermostat Evo keinen Fehler. Wer allerdings bereits eine andere Lösung wie Homey Pro (Testbericht), Smartthings (Testbericht), Homekit (Testbericht) oder Home Assistant (Testbericht) verwendet, wird zu einem günstigeren Modell greifen.

Kai Schmerer von 19.12.2025

Mit Matter und Thread ist das Heizkörperthermostat Tado X kompatibel zu Matter-kompatiblen Smart Home Systemen wie Apple Home, Home Assistant und Co. Wie gut es in der Praxis funktioniert, zeigt der Test.

Tado X funkt mit Thread und ist kompatibel zum relativ neuen Smart-Home-Standard Matter. Dadurch können Anwender das smarte Heizkörperthermostat mit zahlreichen Smart-Home-Systemen (Bestenliste) steuern. Wer noch keinen Thread-Border-Router wie Apple TV 4K, Apple Homepod, Home Assistant (Testbericht) oder Homey Pro (Testbericht) im Einsatz hat, benötigt die Tado-Bridge, die das Thermostat mit dem heimischen WLAN verbindet.

Wie gut das smarte Heizkörperthermostat von Tado funktioniert, zeigt unser Test. Dabei legen wir den Fokus auf die Inbetriebnahme mit verschiedenen Smart-Home-Systemen und begutachten das Heizverhalten. Weitere Details zu den einzelnen Funktionen, die teilweise nur über ein kostenpflichtiges Cloud-Abo zur Verfügung stehen, gibt es auch im Testbericht zum älteren Modell Tado V3+.

Das Design des Heizkörperthermostats Tado X unterscheidet sich erheblich von der Vorgängerversion Tado V3+. Das M30-Gewinde befindet sich nicht am Ende des Thermostats, sondern in der Mitte. Und so wird das runde Thermostat mit weißem Gehäuse und kompakten Abmessungen von 67 × 67 × 49 mm in T-Form quer zum Heizkörper montiert. Dank der sechs mitgelieferten Adapter ist es fast zu jedem Heizkörper kompatibel. Die Verarbeitung ist einwandfrei und das Display, dessen Ausrichtung man an die jeweilige Montagesituation anpassen kann, gut ablesbar. Und so hat man ganz ohne App die wesentlichen Betriebsdaten wie gemessene und eingestellte Temperatur, Stärke der Funkverbindung, Betriebsmodus (manuell oder nach Zeitplan) und Heizstufen im Blick. Die kontrastreiche Anzeige ist auch bei direkter Lichteinstrahlung und bei Dunkelheit leicht ablesbar. Die Beleuchtung des Displays erlischt nach kurzer Zeit, sodass keine unnötige Energie verschwendet wird.

Anders als bei den meisten Modellen des Mitbewerbs wird das Tado X nicht über Batterien mit Energie versorgt, sondern mittels eines 1000 mAh starken Akkus. Über einen USB-C-Anschluss kann dieser bei Bedarf mit einem handelsüblichen USB-Netzteil geladen werden. Dabei können Anwender auch moderne Varianten mit Power Delivery (PD) verwenden. Allerdings muss man dafür den Akku aus dem Gehäuse drehen, sodass das Thermostat während des bis zu 2,5 Stunden dauernden Ladevorgangs nicht gesteuert werden kann, wobei es aber die letzten Einstellungen beibehält. Der Akku soll bis zu einem Jahr durchhalten, sodass man den Akku am besten vor der Heizsaison auflädt.

An der Vorderseite sitzt ein Regler in Gehäusefarbe, mit dem man die Zieltemperatur nach unten ober oben korrigieren und zwischen manuellem Heizen und automatischem nach Heizplan wechseln kann.

Tippt man länger auf das schwarze Touch-Display, füllt sich ein gelber Kreis. Anschließend können Anwender die Sprache einstellen und die Displayausrichtung justieren.

Die Inbetriebnahme des Tado-Heizkörperthermostats ist einfach und nach wenigen Minuten abgeschlossen (siehe auch Bildergalerie). Wer keinen Thread-Border-Router wie Apple TV 4K, Homey Pro oder Home Assistant verwendet, benötigt die Tado-Bridge, die das Thermostat mit dem WLAN-koppelt.

Beim direkten Anschluss an einen Thread-Border-Router ist die Bridge nicht nötig. Im Test haben wir das Thermostat zunächst über den beiliegenden QR-Code direkt mit Homey Pro per Thread verbunden. Mit demselben Code gelingt auch die Koppelung mit der Tado-App. Allerdings konnten wir im Test keine weiteren Smart-Home-Zentralen mit dem Thermostat verbinden. Das gelingt allerdings, wenn das Gerät direkt an ein Apple TV 4K angebunden ist. Damit haben wir das Gerät auch mit Home Assistant verbunden. Eine Koppelung an Samsung Smartthings und Amazon Echo Hub, die ebenfalls einen Thread-Border-Router bieten, hat hingegen nicht funktioniert.

Mit einem Matter-System bietet Tado X allerdings weniger Funktionen als mit der App. So gibt es derzeit keinen Zugriff auf den Batteriestatus und auch Heizpläne, die mit der Tado-App angelegt wurden, stehen unter einer Matter-kompatiblen Smart-Home-Zentrale nicht zur Verfügung. Doch diese lassen sich durch einfache Automatisierungen abbilden. Das ist zwar etwas aufwendiger, doch in der Regel erstellt man Zeitpläne für ein Thermostat nur einmal. Auch andere relevanten Funktionen, wie die mit einem Tado-Abo zur Verfügung stehenden Fenster-offen-Erkennung, lassen sich mit einer Matter-kompatiblen Smart-Home-Zentrale wesentlich besser umsetzen. Denn bei einem durch ein offenes Fenster verursachten Temperaturabfall ist die Wärme bereits entwichen, bevor das Thermostat den Betrieb stoppt. Schließlich dauert es sehr lange, bis ein Temperaturabfall registriert wird. Somit heizt das Thermostat unnötig bei einem geöffneten Fenster. Wesentlich besser ist daher eine Automatisierung auf Basis eines Tür-/Fenstersensors. Zwar hat Tado keinen eigenen Tür-/Fenstersensor zu bieten, doch mit einem Modell eines Drittherstellers kann man eine Automatisierung erstellen, die das Thermostat ausschaltet, respektive das Heizungsventil schließt, sobald ein geöffnetes Fenster erkannt wird.

Die Matter-Integration bietet also nicht sämtliche Funktionen, die Tado X mit der eigenen App bietet. Allerdings wird Matter ständig weiterentwickelt, sodass mit zukünftigen Updates weitere Funktionen an entsprechende Zentralen weiter gereicht werden können. Home-Assistant-Anwender können damit schneller rechnen, da die bereits vorliegende Tado-Integration zukünftig auch Unterstützung für das Tado-X-Thermostat bieten soll.

Mit der Tado-App stehen sämtliche Funktionen wie Heizpläne, Auswertungen und Statistiken zum Temperatur- und Heizverlauf zur Verfügung. Mit dem für 4 Euro monatlich oder 30 Euro jährlich kostenpflichtigen Abo stehen weitere Funktionen zur Verfügung. Sie umfassen ein automatisches Geofencing, womit je nach Standort das Thermostat an- oder ausgeschaltet wird, sowie eine automatisierte Fenster-offen-Erkennung. Hat man kein Abo abgeschlossen, stehen diese Funktionen aber dennoch zur Verfügung. Allerdings erreichen dann nur Push-Meldungen den Anwender, und er muss manuell eingreifen. Mit Care Protect und Energy IQ stellt das Abo weitere Funktionen zur Verfügung. Erstere bietet eine vorzeitige Störungserkennung der Heizungsanlage und benachrichtigt bei ungewöhnlichem Verhalten, während letztere Daten zum Verbrauch liefert, Ersparnisse anzeigt und einen Kostensimulator bietet. Grundsätzlich bietet die Tado-App auch ohne Abo schon mehr als manche Mitbewerber. So muss man bei Bosch etwa auf Verlaufsgrafiken in puncto Heizleistung und Temperatur verzichten.

Alles in allem ist die App nicht nur aus designtechnischer Sicht gut gelungen, sie lässt sich auch einfach bedienen und ist reaktionsschnell.

Das Heizverhalten von Tado X gibt kaum Anlass zu Kritik. Der leise Motor steuert das Heizkörperventil exakt so, dass die Zieltemperatur nicht nur erreicht, sondern auch gehalten wird. Trotzdem kann es passieren, dass die Temperatur etwas über den eingestellten Wert steigt. Tado analysiert die Temperaturentwicklung über einen bestimmten Zeitraum und passt die Ventilsteuerung für ein effizientes Heizen an. Dadurch wird weniger Heizenergie angefordert und ein Verschleiß der mechanischen Teile verhindert. Im Test ist das bei uns nicht passiert, was womöglich an der guten Isolierung unserer Testwohnung liegt.

Das neue Heizkörperthermostat Tado X ist inkompatibel zur bisherigen Variante Tado V3+. Damit ist Tado X für eine Erweiterung nicht optimal geeignet, da es ein separates Konto erfordert, für das man ein zusätzliches Cloud-Abo abschließen muss, um die Komfortfunktionen nutzen zu können. Allerdings sind diese auch nicht unbedingt nötig, wenn man Tado X mit einer leistungsfähigen Smart-Home-Zentrale wie Home Assistant betreibt. Damit lässt es sich beispielsweise mit einem Tür-/Fenster-Sensor koppeln, sodass eine deutlich effizientere Steuerung möglich ist. Schließlich basiert die im Abo zur Verfügung stehende Fenster-Offen-Erkennung in der Tado-App auf einem starken Abfall der Temperatur. Bis dieser von der App bemerkt wird, dauert es aber sehr lange. Während dieser Zeit entweicht nicht nur die Wärme aus dem Raum, sondern der Heizkörper heizt auch noch. Mit einem Tür-/Fenster-Sensor kann man mithilfe einer Automatisierung den Heizvorgang hingegen sofort stoppen, sobald dieser ein geöffnetes Fenster signalisiert.

Aktuell kostet das Starter-Set mit zwei Thermostaten und einer Bridge bei Tink 100 Euro. Leider abgelaufen. Bei Amazon ist das Set für 104 Euro erhältlich. Und bei Tink Plus (Anmeldung erforderlich) kostet das 3er-Set mit Bridge nur 140 Euro. Einzeln gibt es Tado X mit Versand für 55 Euro. Und wer sich bei Tado registriert, kann die zweijährige Garantie auf 10 Jahre ausdehnen. Das Tado-Abo für Auto-Assist kostet jährlich 30 Euro.

Das smarte Heizkörperthermostat Tado X überzeugt im Test nahezu restlos. Es lässt sich mit oder ohne Bridge einfach in Betrieb nehmen und dank intuitiver App leicht steuern. Auch wenn man Tado X in Verbindung mit einer Smart-Home-Zentrale für Automatisierungen verwendet, kann man die App weiterverwenden. Ebenso überzeugt auch die Heizleistung, die nahezu punktgenau den Raum wärmt. Zudem ist es relativ kompakt, einwandfrei verarbeitet, im Betrieb leise und genügt auch ästhetischen Ansprüchen. Und last but not least kostet es aktuell mit 140 Euro im 2er-Set mit Bridge oder einzeln für 55 Euro nicht die Welt.

Mit einem Firmware-Update unterstützt das Tado X wie das Homematic IP Evo einen automatischen hydraulischen Abgleich. Die Zertifizierung soll Anfang 2026 erfolgen, sodass es damit auch förderfähig ist. Einen integrierbaren Tür-/Fenster-Sensor hätten wir uns für eine effiziente Erkennung eines geöffneten Fensters auch gewünscht. Letzteres ist in Kombination mit einer Smart-Home-Zentrale und einem Modell eines Drittherstellers aber möglich.

Hinweis: Der Testbericht erschien am 17.12.2024. Bei attraktiven Angeboten wird er aktualisiert (siehe Artikeldatum).

Kai Schmerer von 12.11.2024

Das Heizkörperthermostat Eve Thermo gibt es nun auch als Matter-Variante. In Kombination mit Eve Thermo Control gelingt die Temperatursteuerung noch exakter. Wie gut zeigt der Test.

Der in München ansässige Smart-Home-Spezialist Eve Systems vermarktet sein Heizkörperthermostat Eve Thermo nun auch als Matter-Variante. Die bislang erhältlichen Homekit-Modelle der 4. Generation können per Firmware-Update auf den neuen Standard aktualisiert werden. Mit Matter ist Eve Thermo außerdem nicht länger auf die Apple-Zentralen wie Homepod oder Homepod mini oder Apple TV 4K (2. Generation oder 3. Generation mit 128 GB) begrenzt. Stattdessen kann man das Thermostat auch mit anderen Matter-kompatiblen Smart-Home-Systemen (Bestenliste) wie Home Assistant (Testbericht), Homey Pro (Testbericht) und Samsung Smartthings (Testbericht) in Betrieb nehmen. Einzige Voraussetzung: Da Eve Thermo über Thread funkt, müssen die Smart-Home-Zentralen einen entsprechenden Thread-Border-Router bieten.

Doch ganz ohne Apple geht es auch beim neuen Eve Thermo noch nicht. Wer sämtliche Funktionen des Thermostats nutzen möchte, benötigt die Eve-App. Und die gibt es bislang nur für iPhone und iPad. Eine Android-Version ist zwar angekündigt, bislang aber nicht verfügbar. Die Android-App gibt es inzwischen, doch sie benötigt zur Ansteuerung von Eve Thermo einen Thread-Border-Router von Google.

Für ein effizientes Heizen bietet die Firma mit Eve Thermo Control einen optional erhältlichen Temperatur- und Luftfeuchtsensor, der ebenfalls mit Thread funkt und zum Kommunikationsprotokoll Matter kompatibel ist. Dieser wird mit Eve Thermo lokal ohne Cloud gekoppelt und liefert Temperaturdaten, die anders als die direkt im Heizkörperthermostat integrierten Temperaturfühler nicht von der hohen Abstrahlwärme direkt am Heizkörper betroffen sind. Somit kann Eve Thermo die Temperatur anhand realistischer Werte steuern. Der Clou daran: Über zwei Touchschalter am Eve Thermo Control können Anwender auch manuell die Zieltemperatur des Thermostats bequem vom Sofa aus regeln.

Wie gut die aktuell für 151 Euro erhältliche Lösung, bestehend aus Thermostat und externem Temperatursensor respektive -regler funktioniert, zeigt der Test. Dieses Bundle enthält Eve Thermo mit Matter-Firmware. Einzeln kostet Eve Thermo etwa 70 Euro.

Das Heizkörperthermostat Eve Thermo entspricht mit den Maßen 54 × 67 × 85 mm den üblichen Abmessungen von Heizkörperthermostaten. Es passt auf die hierzulande vorwiegend genutzten Heizkörperventile mit M30-Anschluss und 1,5 mm Gewindeabstand. Im Lieferumfang befinden sich aber auch diverse Adapter für Ventile von Danfoss.

An der Oberseite bietet Eve Thermo zwei Touchbedienfelder, mit denen man die Zieltemperatur in 0,5°-Schritten auch ganz ohne App regulieren kann. Die eingestellte Temperatur wird an der Oberseite durch darunterliegende LEDs angezeigt. Dementsprechend sollte man das Thermostat so montieren, dass sie anschließend auch gut zu sehen sind.

Letztlich ist das aber nicht so wichtig, wenn man das Thermostat über die App steuert. Schließlich kann man per App Heizpläne für das smarte Thermostat erstellen oder die Temperatur regulieren. Letzteres gelingt auch mit Eve Thermo Control, sodass man die LED-Anzeige am Thermostat für eine manuelle Temperatureinstellung nur selten ablesen muss.

Außerdem bietet Eve Thermo Control ebenfalls eine Einstellung der Zieltemperatur. Das mit 54 x 54 x 19 mm kompakte Gehäuse bietet auf der Vorderseite ein E-Ink-Display, das Temperatur, Zieltemperatur, Luftfeuchte, Verbindungsstatus sowie Heizstatus der verknüpften Thermostate anzeigt.

Für die Inbetriebnahme legen wir zunächst die mitgelieferten zwei AA-Batterien in das Thermostat ein. Dafür ziehen wir die vordere Abdeckung des Thermostats ab. Die Inbetriebnahme erfolgt mit der Eve-App, die im Test nach wenigen Minuten ohne Probleme erledigt ist. Eve Thermo Control wollte sich beim ersten Versuch nicht mit der Eve-App einrichten lassen. Nach einem Reset war das aber problemlos möglich. Die Zuweisung von Eve Thermo Control zu Eve Thermo erfolgt während des Set-ups (siehe Bildergalerie). Nun sind beide Geräte miteinander verbunden und kommunizieren über Thread/Matter direkt miteinander ohne Umwege über eine Cloud. In puncto Datenschutz geht es also nicht besser. Mit der Koppelung verwendet Eve Thermo nicht mehr den integrierten Temperatursensor zur Steuerung der Heizung, sondern verwendet die Daten, die Eve Thermo Control übermittelt.

Die Eve-App ist in puncto Bedienung und Bereitstellung von Gerätedaten erstklassig. Damit können Anwender nicht nur Geräte von Eve Systems steuern, sondern sämtliche unter Apple Home installierten Smart-Home-Komponenten. Sie zeigt zu den einzelnen Geräten deutlich mehr Details und ist vor allem dann nützlich, wenn man ein bestimmtes Gerät sucht. Denn, ob man es glaubt oder nicht: Apple Home bietet keine Suchmaske für installierte Smart-Home-Komponenten.

Mit der Eve App lassen sich sowohl Eve Thermo als auch Eve Thermo Control umfassend konfigurieren. Damit können Anwender etwa Heizpläne erstellen respektive aus standardmäßig vier Vorlagen einen auswählen und diesen für eigene Bedürfnisse anpassen. Dabei kann man sogar andere Kalender, etwa Feiertage, integrieren und einem Zeitplan zuordnen. So muss man nicht manuell die Heizpläne anpassen, wenn etwa auf einen Wochentag ein Feiertag fällt, und man dafür den Heizplan des Wochenendes verwenden möchte. Etwas irritierend ist, dass die Eve-App bei einem aktiven Heizplan den Temperatur-Zielwert des mit Eve Thermo Control oder am Thermostat eingestellten Wert anzeigt. Weitere Tipps, nicht nur zu Heizplänen, liefert Eve Systems in seinem Blog und im Support-Bereich für Eve Thermo und Eve Thermo Control.

Einen Heizplan kann man darüber hinaus zusätzlich anhand der Anwesenheit von Personen im Haushalt optimieren. Da dieser Dienst allerdings auf der Verwendung von iOS-Geräten basiert, ist das nur interessant, wenn sämtliche Mitbewohner ein iPhone nutzen. Zudem erlaubt Matter derzeit keine Aussetzung von Heizplänen, sodass man dies derzeit über Automatisierungen regeln muss. Auch hierzu bietet Eve Systems in seinem Support-Bereich eine detaillierte Beschreibung.

Die Eve-App liefert detaillierte Daten zum Verlauf von Temperatur und Luftfeuchte von Eve Thermo Control an. Damit hat man einen guten Überblick, wie schnell die eingestellte Temperatur erreicht wird und was für viele noch wichtiger ist, ob diese auch gehalten wird. Ersteres ist natürlich abhängig von der Raumgröße und Raumtemperatur. Das Halten der Temperatur stellt für das Gespann aus Thermostat und externem Temperatursensor jedenfalls im Test kein Problem dar.

Standardmäßig bieten smarte Heizkörperthermostate in der Regel eine Fenster-Offen-Erkennung. Diese basiert aber auf einem starken Abfall der Temperatur und kann sich in der Praxis, je nachdem wie gut die Wohnung gedämmt ist und wie kalt es draußen ist, hinziehen. Wer ganz sicher sein will, dass bei offenem Fenster nicht geheizt wird, installiert zusätzlich einen Eve-Fenstersensor, der gekoppelt mit dem Heizkörperthermostat dieses sofort über ein geöffnetes Fenster informiert, sodass das Thermostat abschaltet.

Eve Thermo wird über zwei AA-Batterien mit Energie versorgt. Diese sollen laut Hersteller mindestens für eine Heizperiode den Betrieb des Heizkörperthermostats gewährleisten. Eve spricht von 9 bis 12 Monaten. Akkus sollte man nicht verwenden, da diese keine ausreichende Spannung für einen zuverlässigen Betrieb bieten. Eve Thermo Control bietet einen integrierten Akku, der über das mitgelieferte USB-C-Ladekabel und ein USB-Netzteil wieder geladen werden kann.

Wer Energie sparen möchte, kann die Sendeleistung der beiden Geräte reduzieren. Diese steht voreingestellt auf "Hoch", kann aber auf "Standard" und "Niedrig" gesetzt werden.

Wenn ein Heizkörper schon länger im Einsatz ist, kann es passieren, dass der Ventilstift, der während der Sommermonate meist nicht bewegt wird und zum Öffnen und Schließen des Ventils dient, aufgrund von Kalkablagerungen klemmt. Dann muss man das Thermostat abschrauben und mit einer Zange versuchen, den Stift herauszuziehen, um etwas Schmiermittel aufzutragen, damit sich der Stift zur Steuerung des Ventils wieder bewegt. Um dem vorzubeugen, bieten viele smarte Heizkörperthermostate einen sogenannten Ventilschutz, der in regelmäßigen Abständen das Ventil öffnet und wieder schließt. Im Fall des Eve Thermo geschieht dies alle drei Wochen. Diese Funktion müssen Anwender in den Einstellungen unter "Ventilschutz" allerdings aktivieren. Leider signalisiert die App nicht, ob der Ventilschutz aktiviert ist.

Dank Matter-Kompatibilität lassen sich Eve Thermo und Eve Thermo Control auch mit anderen Smart-Home-Systemen (Bestenliste) wie Home Assistant (Testbericht), Homey Pro (Testbericht) und Samsung Smartthings (Testbericht) integrieren. Das Matter-Protokoll ist allerdings eingeschränkt, sodass die in der Eve-App integrierten Heizpläne nicht weitergegeben werden. Außerdem zeigt die Eve-App mehr Betriebsdaten wie den Öffnungsgrad des Ventils an und bietet mehr Optionen zur Konfiguration, etwa die Einstellung einer Temperaturabweichung, Ventilschutz, Kindersicherung und Sendeleistung.

Im Test haben wir die Heizlösung von Eve Systems auch mit den oben genannten Plattformen ausprobiert. Home Assistant zeigt dabei die meisten Daten wie die Ventilstellung und den Batteriestatus an. Obendrein hat die Open-Source-Plattform noch ein Firmware-Update auf Version 3.50 signalisiert, sodass wir die beiden Geräte damit aktualisieren konnten. Interessanterweise ist das Update in der Eve-App nicht angezeigt worden. Unter Smartthings wird immerhin der Batteriestatus übermittelt, während man unter Homey Pro darauf verzichten muss. Dafür gelang die Integration in Homey Pro besonders schnell und ohne Probleme, während wir mit Smartthings mehrere Anläufe benötigt haben, um die Geräte über Matter zu integrieren.

Was die fehlenden Zeitpläne anbelangt, kann man mit den genannten Plattformen natürlich eigene Routinen respektive Automatisierungen erstellen. Doch das erfordert etwas mehr Zeit als mit den vordefinierten Zeitplänen in der Eve-App.

Regulär kostet Eve Thermo etwa 80 Euro. Aktuell ist es für 70 Euro erhältlich. Im 3-er-Set bei Tink kostet es einzeln nur 50 Euro. Wer Eve Thermo Control zur Steuerung verwenden möchte, kauft gleich das Bundle, bestehend aus Thermostat und externem Temperatursensor respektive -regler für aktuell 151 Euro.

Eve Systems liefert mit Eve Thermo ein leistungsfähiges Heizkörperthermostat, mit dem man in Kombination mit der Eve-App bequem die Raumtemperatur justieren kann. Ferner bietet Eve Thermo Control eine komfortable Möglichkeit, die Temperatur zu regulieren, wenn einem der aktuelle Zeitplan nicht zusagt, und man keine Lust hat, die Einstellung am Smartphone zu ändern. Zudem bedeutet die Koppelung der Zieltemperatur an den externen Sensor eine genauere Steuerung der Raumtemperatur, da diese nicht von Abstrahleffekten des Heizkörpers beeinflusst wird, wie dies beim im Heizkörperthermostat integrierten Temperatursensor der Fall ist. Mit einem Preis von jeweils knapp 80 Euro für die beiden Geräte ist die Heizlösung zwar nicht gerade günstig, dafür erhält man aber ein Thermostat Made in Germany und darf sich zudem auf einen ausgezeichneten Hersteller-Support in Form zahlreicher Tipps & Tricks rund um die Geräte freuen.

Android-Anwender können Eve Thermo inzwischen auch ansteuern. Allerdings klappt das nur mit einem Thread-Border-Router von Google.

Hinweis 13.12.2024: Preise und Angaben zur Android-App aktualisiert.

Kai Schmerer von 14.01.2025

Das smarte Heizkörperthermostat Homematic IP Flex ist günstiger als das Premium-Modell Evo, bietet aber ebenfalls einen automatischen hydraulischen Abgleich. Dank E-Paper-Display soll die Batterielaufzeit bis zu drei Jahre betragen.

Mit dem Homematic IP Flex liefert der deutsche Hersteller eQ-3 ein neues smartes Heizkörperthermostat, das wie das Premium-Modell einen automatischen hydraulischen Abgleich bietet. Damit sind die Homematic-IP-Modelle förderfähig.

Was das neue Homematic IP Flex sonst noch zu bieten hat, und wo die Unterschiede zum Premium-Modell Evo liegen, zeigt unser Test.

Während das Evo mit einem runden Gehäuse kommt, ist das Flex eher eckig mit abgerundeten Kanten. Die Abmessungen von 53 × 52 × 94 mm entsprechen in etwa dem des Evo. Mit 180 Gramm ist es 10 Gramm leichter als das Evo.

Das Heizkörperthermostat Homematic IP Flex bietet im Unterschied zum Evo statt einer LED-Anzeige ein E-Paper-Display. Damit soll es bis zu drei Jahre halten, bevor die zwei AA-Batterien getauscht werden müssen. Beim Evo liegt die Batterielaufzeit hingegen nur bei zwei Jahren. Außerdem können Anwender dank des Displays das Flex auch direkt am Gerät konfigurieren. Mit der App gelingt das natürlich einfacher. Doch als Notfall-Option ist diese Möglichkeit begrüßenswert, zumal man auch ohne Access Point einen Fenster-Sensor mit dem Gerät koppeln kann. Wenn das Thermostat allerdings mit einem Access Point gekoppelt ist, funktioniert die manuelle Konfiguration nicht. Dann können Anwender lediglich die Temperatur am Gerät über die Plus- und Minus-Taste an der Gehäuseoberseite einstellen, und über die Systemtaste an der Gehäusevorderseite zwischen manuellem und Automatik-Betrieb wählen sowie den Boost-Modus aktivieren. Mehr zur Konfiguration verrät das ausführliche Handbuch (PDF).

Wer das Heizkörperthermostat über die Homematic-IP-App bedienen möchte, benötigt entweder einen Access Point oder einen Smart-Home-Hub (CCU oder HCU). Damit ist auch eine Bedienung aus der Ferne möglich. Während CCU und HCU eine lokale Ansteuerung des Thermostats erlauben, basiert der Access Point auf der Cloud des Herstellers.

Für den Test haben wir das Homematic IP Flex in Verbindung mit einem HMip Access Point in Betrieb genommen. Das ist nach wenigen Minuten erledigt (siehe auch Bildergalerie). Mehr Details zur Inbetriebnahme bietet außerdem der Testbericht zum Evo.

Auf der App-Startseite erscheint das Thermostat mit der eingestellten Solltemperatur. Nach einem Update zeigt die Homematic IP-App nun auch die Ist-Temperatur an. Tippt man in der App auf das Thermostat, kann man nicht nur die Temperatur manuell einstellen, sondern auch den Boost-Modus aktivieren. Unten im Bildschirm erreichen wir über die Schaltfläche GERÄTE und Auswahl von HMIP-eTRV-F Flex weitere Geräteeinstellungen. Unter Zuordnung kann man den Raum definieren.

Die Aktivierung der Bediensperre verhindert die manuelle Steuerung am Thermostat. Wer Kinder im Haushalt hat, wird sich über dieses Feature freuen. Zudem können noch Displayausrichtung sowie Display-Modus konfiguriert werden. Unter letzterer Einstellung stehen zwei Modi parat. Wählt man Reduzierter Modus aus, erscheint im Display nur die aktuell aktive Zieltemperatur, während die Einstellung Funktioneller Modus, Batterie- und Funkstatus, das aktive Heizprofil sowie den Heizstatus anzeigt. Mit der Option Displayfarben invertieren können Anwender den Hintergrund der Anzeige auf Hell (Light) oder Dunkel (Dark) einstellen.

Last but not least bietet das Thermostat auch einen Temperatur-Offset, mit der man die vom Gerät gemessene Temperatur mit bis zu +- 3,5 Grad in 0,5-Grad-Schritten anpassen kann. Das ist etwa dann sinnvoll, wenn die direkt am Heizkörperthermostat gemessene Temperatur nicht mit der von einem vorhandenen Raumthermostat unterscheidet. Das kann durch Abstrahleffekte oder aufgrund der Montage hinter einem Vorhang passieren.