|
20.12.2025
09:30 Uhr
|
Das „Avatar“-Videospiel „Frontiers of Pandora“ hat einen zu Unrecht schlechten Ruf. Eine kleine Anleitung, wie man darin Spaß haben kann.

Irgendwie hat es „Avatar: Frontiers of Pandora“ geschafft, als eines der hübschesten Spiele dieser Konsolengeneration weitgehend unter dem Radar zu fliegen. Eigentlich sollte „Avatar: Frontiers of Pandora“ ebenso Mainstream sein wie die Filme, die Rekord um Rekord gebrochen haben. Und doch blieb das 2023 erschienene Open-World-Spiel von vielen ungespielt und ungeliebt. Das ist aus mehreren Gründen schade. Jetzt, wo Avatar in die Kinos zurückkehrt und pünktlich mit „Ash and Fire“ der dritte und voraussichtlich letzte DLC für „Frontiers of Pandora“ erscheint, ist der perfekte Zeitpunkt, diesem unterschätzten Spiel eine neue Chance zu geben.
Die größte Stärke von „Frontiers of Pandora“ ist offensichtlich. Doch es wäre falsch, die Freude am Spiel auf oberflächlichen Technik-Voyeurismus zu reduzieren. Ohnehin ist es nicht nur die harte Grafik, die das Avatar-Spiel so schön macht. Einen ebenso großen Anteil trägt das visuelle Design der Spielwelt, der verschiedenen Pflanzen, der Baumstümpfe, der Steine, Wurzeln und Gräser, die das virtuelle Pandora zieren und damit einen wirklich einzigartigen Schauplatz zum Leben erwecken. Hier steckt großartige Handwerkskunst in jedem Zentimeter.
Natürlich soll hier niemand verblendet werden: Die Figuren in „Avatar: Frontiers of Pandora“ sind blass, die Story nicht besonders mitreißend, das Shooter-Gameplay etwas lahm. Aber Ubisoft hat sich Mühe gegeben, zumindest ein wenig von der eigenen Formel abzuweichen. „Frontiers of Pandora“ ist weniger kampflastig als „Far Cry“ oder „Assassin’s Creed“. An die Stelle dauernder Kämpfe rücken hier zumindest ab und an meditative Spielmechaniken wie die Geschicklichkeit erfordernde Pflanzensammelei, Kletterabschnitte und Entdeckungsmissionen.
Ein besonderes Highlight ist eine frühe Mission, in der man sein Flugtier bekommt, den Ikran: Sie ist völlig frei von Geschleiche und Geballer. Stattdessen erklimmt man schwebende Inseln in einer wundervollen Abfolge kleiner Kletter-Puzzles, während man die Aussicht genießt. Sich mit dem Ikran dann zum ersten Mal in die Lüfte zu schwingen, ist eine tolle Belohnung. Solche Abschnitte machen „Frontiers of Pandora“ trotz der nicht wegzudiskutierenden Schwächen spielenswert.
Manchmal steht sich „Frontiers of Pandora“ leider selbst im Weg, weil es die eigenen Stärken hinter uninspiriertem Ubisoft-Spieldesign versteckt. Um das meiste aus diesem Spiel herauszuholen, braucht es die richtige Herangehensweise und etwas Disziplin. Ein paar gut gemeinte Tipps, um das meiste aus „Frontiers of Pandora“ herauszuholen:
Mit der richtigen Erwartungshaltung bietet „Frontiers of Pandora“ ein charmantes Spielerlebnis, das sich eine zweite Chance wirklich verdient hat. Uneingeschränkt empfehlen kann man das Spiel nicht. Wer sich darauf einlässt, kann sich aber auf viele vergnügliche Stunden Videospieltourismus freuen.
(dahe)