Heise 03.06.2026
22:27 Uhr

Amazon-App zeigt KI-generierte Produkte, die es so nicht gibt


Bilderkennung, KI-generierte Darstellungen und Collagen sollen Kunden helfen, ihre Spendierhosen anzuziehen. Darauf setzt Amazon.com.

Amazon-App zeigt KI-generierte Produkte, die es so nicht gibt

Computer, show me a table”. In der Star-Trek-Folge Schisms (TNG S06E05) bilden Crewmitglieder am Holodeck eine Folter- und Experimentierkammer nach, um sich verdrängte Erinnerungen daran wachzurufen. Auf ähnliche Weise möchte Amazon.com Kauflust wecken: Die Amazon Shopping App wird in den USA mit neuen generativen KI-Funktionen ausgestattet.

Sobald man etwas in die Suchleiste eingibt, erscheinen Darstellungen von Sachen, vorerst aus den Abteilungen Gewand und Haushaltsgegenstände des Online-Kaufhauses. Die gezeigten Dinge gibt es aber gar nicht, die Bilder sind KI-generiert. Ein Klick auf eine Darstellung soll zu ähnlichen Produkten aus dem Amazon-Katalog führen. Mitunter zeigt die Anwendung auch Zusammenstellungen verschiedener Kleidungsstücke und Accessoires, ebenfalls KI-generiert, die in der Form also gar nicht bestellbar sind.

Alternativ können Kauflustige die Kamera ihres Smartphones auf echte Gegenstände richten, um zu versuchen, sie bei Amazon zu bestellen. „Visuelle Suchfunktionen machen Einkaufen unterhaltsamer”, hofft das Unternehmen. Diese Funktionen sind inspiriert von Google Lens und heißen entsprechend Amazon Lens Live. Auch Amazons Lens erlaubt, Bildteile durch Einkreisen hervorzuheben. Zudem kann die optische Suche durch Eingabe von Text fokussiert werden, beispielsweise durch Angabe einer gewünschten Farbe oder Marke. „Computer, make this a metal table.

Hat man endlich Produkte gefunden, die einem Zusagen, blendet Amazons Shopping App bisweilen einen Link ein, der zu weiteren, ähnlichen Produkten führen soll. So kann die Konsumtour reibungslos weitergehen. Wann die neuen Funktionen der Amazon Shopping App im deutschen Sprachraum verfügbar werden, sagt der Konzern in seiner Mitteilung vom Mittwoch nicht. Erst einmal geht es nur in den USA und nur auf Englisch: „Type it, see it, and shop it”.

Im Ausgedinge landet derweil der Einkaufs-KI-Assistent Rufus. Er wird durch Alexa for Shopping abgelöst. Dieser Bot soll Fragen beantworten können, beispielsweise zur Fleckentfernung, für die Amazon selbstredend probate Reinigungsmittel feilbietet. „We've all been here before.

heise online hat von Amazon.com erfahren können, dass die neuen KI-Dienste in der Shopping App vorerst nur in den USA verfügbar sind. Der Artikel wurde entsprechend angepasst. Weitere Länder sollen später hinzukommen, einen Fahrplan dafür verrät das Unternehmen allerdings nicht.

(ds)