FAZ 15.02.2026
11:25 Uhr

zu Besuch in Bayern: Scharfe Kritik an Weißwurstfrühstück mit Höcke


Die AfD-Fraktion hat im Landtag einen parlamentarischen Frühschoppen veranstaltet – mit Gast Björn Höcke. Am Sonntagabend will er im Allgäu auftreten.

zu Besuch in Bayern: Scharfe Kritik an Weißwurstfrühstück mit Höcke

Aus den Landtagsfraktionen von CSU und Grünen kommt scharfe Kritik an einem Auftritt von Thüringens AfD-Chef bei einer Veranstaltung im Landtag am Samstag. Die bayerische AfD hatte ein Weißwurstfrühstück mit Höcke im Parlament veranstaltet. Am Abend trat Höcke noch im Landkreis Bayreuth auf. Die Gemeinde Seybothenreuth hatte die Rede juristisch verhindern wollen, der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) entschied aber anders. „Wir brauchen kein rechtsextremes Geschwätz im bayerischen Landtag“, sagte CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek. „Es reichen schon die Landtagsabgeordneten der AfD, die wirres Zeug reden.“ Er sagte aber auch: „Wir sollten aber den Auftritt eines Radikalen nicht größer machen als er ist – unsere Demokratie ist stärker.“ Die AfD suche ohnehin nur eine neue Opferrolle. Aus der Landtagsverwaltung hatte es am Freitag geheißen, die AfD-Fraktion habe zu einem „parlamentarischen Frühschoppen“ eingeladen, ähnliche Veranstaltungen gebe es auch bei anderen Fraktionen. Grundsätzlich sei es keiner Fraktion erlaubt, Werbe- oder Wahlkampfveranstaltungen im Landtag abzuhalten. Man gehe davon aus, dass sich auch die AfD-Fraktion daran halten werde. Demonstration für Sonntagnachmittag angekündigt Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze warnte: „Die AfD hat Böses im Sinn – mit unseren Menschen, unserem Land und unserer Demokratie. Sie spuckt auf unsere Werte und lässt es zu, dass der Thüringer Faschist Björn Höcke mit seinen menschenfeindlichen und rassistischen Positionen die Ehre unseres Landtags beschmutzt.“ Die AfD sei eine Schande für Bayern. Weder die AfD noch Höcke hätten im Landtag etwas zu suchen. Schulze forderte erneut, ein AfD-Verbotsverfahren zu prüfen. „Daran werden wir Grüne weiter arbeiten.“ Hauptredner bei der AfD-Veranstaltung am Samstag waren die bayerische Fraktionschefin Katrin Ebner-Steiner sowie Höcke. Er attackierte vor allem Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU). Am Sonntagabend soll Höcke nun noch einmal in Lindenberg im Allgäu auftreten. Das hatte das Verwaltungsgericht Augsburg am Freitag entschieden. Auch in Lindenberg hatte die Stadt beschlossen, Höcke ein Redeverbot zu erteilen. Für den Nachmittag wird eine Demonstration mit 2000 Teilnehmern gegen den Auftritt Höckes erwartet. In Seybothenreuth (Landkreis Bayreuth) demonstrierten am Samstagabend nach Polizeiangaben etwa 300 Menschen gegen den Auftritt Höckes. In der Veranstaltungshalle waren etwa 200 Teilnehmer dabei.