Bei einem Straßenbahn-Unglück in Mailand ist wenige Tage nach dem Ende der Olympischen Winterspiele zwei der Insassen ums Leben gekommen. Mindestens 38 Menschen wurden nach ersten Angaben der Feuerwehr in der norditalienischen Stadt verletzt. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung ein. Die Unglücksursache war zunächst unklar, erste Hinweise deuteten aber auf den Fahrer. Das Unglück ereignete sich am Freitagnachmittag im Zentrum der 1,3-Millionen-Einwohner-Stadt. Medienberichten zufolge hatte der Fahrer womöglich einen Gleiswechsel nicht aktiviert. Die Straßenbahn habe auch schon an der letzten Haltestelle vor dem Unglücksort nicht gehalten, sondern sei einfach durchgefahren. „Es sieht nicht so aus, als ob es ein technisches Problem war, sondern eher mit dem Fahrer zusammenhing“, sagte Bürgermeister Giuseppe Sala. Bei den beiden Todesopfern handele es sich um einen Fahrgast sowie einen Passanten, der von der entgleisten Bahn mitgerissen wurde. Augenzeugen berichteten zudem, dass die Straßenbahn mit hoher Geschwindigkeit gefahren sei. Einer der verletzten Passagiere schilderte der italienischen Nachrichtenagentur Ansa den Hergang so: „Ich dachte, das sei ein Erdbeben. Ich landete zusammen mit den anderen Passagieren auf dem Boden. Es war schrecklich.“ In Mailand fanden bis zum vergangenen Sonntag zwei Wochen lang die Olympischen Winterspiele statt. Von den ausländischen Besuchern nutzten auch viele die Straßenbahnen. Zweite Gastgeberstadt war Cortina d'Ampezzo in den Dolomiten. Derzeit findet in Mailand die Modewoche statt.
