Selbstverständlich. Selbstverständlich fliegt ein Airbus der A-320-Familie von Frankfurt nach Barcelona, nach Stockholm, nach Mallorca, in die Welt. Für die weiten Strecken hat er größere Geschwister, aus dem eigenen europäischen Nest, oder von Boeing aus Amerika. Drinnen sitzen viele Menschen, draußen ist der Vogel allein, so soll es sein. Für gebührenden Abstand im Sinne der Sicherheit sorgen Lotsen der Flugsicherungen wie die der DFS. Am Boden beladen, tanken, putzen und enteisen fleißige Hände, ja, Fliegen ist eine Selbstverständlichkeit geworden. Wirkt jedenfalls so. Das war nicht immer so, früher war mehr Abenteuer, auch wenn der Fliegerei noch immer ein Hauch davon innewohnt. Die Lufthansa startete vor 100 Jahren als Luft Hansa, von den Gründungstagen künden derzeit Flieger in spezieller Lackierung, die ihre Botschaft rund um den Globus tragen. Feierlichkeiten gab es schon, doch der Blick fällt nicht nur zurück auf den Januar, sondern auch voraus auf den 6. April. An jenem Tag im Jahre 1926 startete das erste Flugzeug der Luft Hansa. Eine Fokker-Grulich F II von Berlin über Halle, Erfurt und Stuttgart nach Dübendorf, also Zürich. Beladen von Hand, mit Karren für die Koffer und jeder Menge Enthusiasmus im wirtschaftlich schweren Gepäck. Bald kommt eine aufgefrischte Businessklasse 100 Jahre später heißt die modernste Kabinenausstattung Allegris, der schon als ausgemustert betrachtete Riesenvogel A 380, acht Stück davon sind noch im Einsatz, bekommt zwischen April 2026 und Mitte 2027 eine aufgefrischte Businessklasse und die Lufthansa als Gesellschaft hat die Aussicht, alsbald wieder in die erste Liga der Aktienindizes, den Dax, aufgenommen zu werden. Die Flugzeuge und ihre Triebwerke werden relativ zu ihrer Leistung immer sparsamer und sind doch Gegenstand ständiger Beobachtung, bisweilen auch spürbaren Gegenwinds, ob sich denn die CO2-Belastung nicht noch weiter reduzieren lasse, respektive überhaupt in die Zeit passe, etwa durch SAF genannten nachhaltigen Kraftstoff. So wird schnell klar: Die einzige Konstante ist die, auch technische, Veränderung. Nur auf den Kranich, auf den ist Verlass. Der hält an der Lufthansa seinen Schnabel in den Wind. Diese Woche nun, gefühlt ein bisschen früh vielleicht, zog einer übers Haus. Richtung Norden. Es ist Anfang Februar, geht der Winter etwa schon? Gefolgt von einem weiteren, einem Dutzend. Es werden schließlich hunderte. Sie fliegen in V-Formation, einer muss in den Wind an der Spitze, die anderen können in dessen Schatten Kraft sparen, der gemeine Rennradfahrer denkt an den Belgischen Kreisel. Als die Kraniche und der Kranich über dem Balkon in einer Linie zu stehen scheinen, löst die Kamera aus. Warum wir das alles erzählen? Weil wir die Vögel bewundern. Die Fliegerei auch in Zukunft lieben mögen. Und das Foto so schön ist.
