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04.01.2026
03:59 Uhr
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Oberstes Gericht ernennt Rodríguez zur Interimspräsidentin +++ Maduro kommt in New Yorker Haftanstalt an +++ UN-Sicherheitsrat berät am Montag über US-Angriff auf Venezuela +++ Alle Entwicklungen im Liveblog

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat mit der venezolanischen Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado telefoniert. Er unterstütze ihren Aufruf zur Freilassung und zum Schutz der politischen Gefangenen in Venezuela, teilte Macron auf X mit. Zudem könne Machado bei ihren Bemühungen um einen friedlichen Übergang auf die Unterstützung Frankreichs zählen. Zuvor hatte Macron gesagt, der Oppositionspolitiker Edmundo González Urrutia solle die Verantwortung in dem Land übernehmen Die Oppositionspolitikerin bedankte sich auf X bei Macron. Sie hat ebenfalls die Einsetzung des Oppositionspolitikers González als Nachfolger von Maduro gefordert. US-Präsident Donald Trump hatte sich zuvor skeptisch über Machados eigene künftige Rolle in Venezuela geäußert. „Ich denke, es wäre sehr schwierig für sie, die Führungsposition zu übernehmen, da sie weder die nötige Unterstützung noch den nötigen Respekt im Land genießt“, sagte er.
Bei dem US-Militäreinsatz in Venezuela und der Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro sind nach Angaben von US-Präsident Donald Trump „viele“ kubanische Staatsbürger getötet worden. „Viele Kubaner haben letzte Nacht ihr Leben verloren“, sagte Trump am Samstag in einem Interview mit der „New York Post“. „Sie haben Maduro beschützt. Das war kein guter Zug“, fügte der US-Präsident hinzu. „Kuba war immer sehr abhängig von Venezuela. Von dort bekamen sie ihr Geld, und sie haben Venezuela beschützt, aber in diesem Fall hat das nicht so gut funktioniert“, sagte Trump weiter. Nähere Angaben zur Zahl der mutmaßlich Getöteten machte Trump jedoch nicht. Militärische Maßnahmen gegenüber dem wirtschaftlich geschwächten Kuba ziehe er jedoch nicht in Betracht, sagte Trump weiter gegenüber der „New York Post“: „Nein, Kuba wird ganz von selbst fallen.“
Der bei einem US-Angriff in Venezuela gefangen genommene Staatschef Nicolás Maduro ist am Samstag in den USA eingetroffen. Das berichten mehrere US-Medien übereinstimmend. Fernsehbilder zeigen die Ankunft der Maschine auf dem Stewart International Airport, rund 100 Kilometer nordwestlich von New York City. Von dort aus wurde er mit einem Hubschrauber nach Manhattan geflogen, wo ihn zahlreiche Sicherheitskräfte erwartetenDer 63-jährige Maduro soll US-Medienberichten zufolge zunächst in die Büros der US-Antidrogenbehörde DEA gebracht und im Anschluss in die berüchtigte Haftanstalt Metropolitan Detention Center im New Yorker Stadtteil Brooklyn eingeliefert werden. Dort saß auch der wegen zahlreicher sexueller Übergriffe angeklagte US-Rapper Sean „Diddy“ Combs in Untersuchungshaft.Nach Angaben des US-Justizministeriums soll Maduro in New York zu einem nicht näher definierten Zeitpunkt vor Gericht gestellt werden. Er wird der „Verschwörung zum Drogenterrorismus“ beschuldigt. Zudem wird Maduro vorgeworfen, tonnenweise Kokain in die USA importiert zu haben sowie illegale Waffen zu besitzen.
Große US-Fluggesellschaften annullieren nach dem Militäreinsatz in Venezuela Hunderte Flüge. Betroffen sind unter anderem American Airlines, Delta, Spirit Airlines und JetBlue Airways. Die US-Luftfahrtbehörde FAA sperrt den Luftraum über der Karibik und verweist auf Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit dem Militäreinsatz, der andauere. US-Verkehrsminister Sean Duffy teilt auf der Plattform X mit, die Beschränkungen würden aufgehoben, „wenn es angemessen ist“.
Nach der Entmachtung des Staatspräsidenten Nicolás Maduro in Venezuela sollte nach Worten von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron der Oppositionspolitiker Edmundo González Urrutia die Verantwortung in dem Land übernehmen. „Der bevorstehende Übergang muss friedlich, demokratisch und unter Achtung des Willens des venezolanischen Volkes erfolgen“, teilte Macron mit. „Wir wünschen uns, dass der 2024 gewählte Präsident Edmundo González Urrutia diesen Übergang rasch sicherstellen kann.“Macron hob hervor, das venezolanische Volk können sich freuen, von der Diktatur Maduros befreit worden zu sein. Dieser habe die Würde seines eigenen Volkes schwer verletzt, schrieb Macron auf der Plattform X. US-Präsident Donald Trump verbreitete Macrons Stellungnahme auf seiner eigenen Plattform Truth Social weiter.
Venezuela hatte in einer öffentlichen Erklärung von einer „eklatanten Verletzung der Charta der Vereinten Nationen“ gesprochen. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen wird nun am Montag um 16 Uhr deutscher Zeit zu einer Sitzung zusammenkommen, um das Thema zu besprechen.
Der britische Premierminister Keir Starmer begrüßt das Ende der Herrschaft des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. „Wir betrachteten Maduro als einen illegitimen Präsidenten und wir vergießen keine Träne über das Ende seines Regimes“, heißt es in einer auf der Regierungswebseite veröffentlichten Mitteilung Starmers. Starmer erklärt, er plädiere für einen sicheren und friedlichen Übergang zu einer legitimen Regierung, die den Willen des venezolanischen Volkes widerspiegele. Die britische Regierung werde die Lage in den kommenden Tagen mit den USA erörtern.
Venezuelas Vizepräsidentin Delcy Rodríguez hat dem durch das US-Militär entmachteten Staatschef Nicolás Maduro den Rücken gestärkt. Maduro sei „der einzige Präsident Venezuelas“, sagte Rodríguez am Samstag bei einer live im venezolanischen Fernsehen übertragenen Ansprache. Sie forderte die „sofortige Freilassung“ Maduros und seiner Frau Cilia Flores.
Jetzt äußert sich auch Kanzler Friedrich Merz zur Gefangennahme Maduros durch die USA. Nicolás Maduro habe sein Land ins Verderben geführt, schreibt er bei X. „Die letzte Wahl wurde gefälscht. Die Präsidentschaft haben wir – wie viele andere Staaten auf der Welt – daher nicht anerkannt.“ Maduro habe in der Region eine problematische Rolle gespielt. Vor einer Bewertung des amerikanischen Angriffs auf Venezuela drückt sich Merz. Die rechtliche Einordnung sei komplex, schreibt er, dazu nehme sich die Regierung Zeit. „Maßstab bleibt das Völkerrecht. Jetzt darf in Venezuela keine politische Instabilität entstehen. Ziel sollte ein geordneter Übergang hin zu einer durch Wahlen legitimierten Regierung sein.“
Während Nicolás Maduro nach New York transportiert wird, kritisiert der neue Bürgermeister der Stadt, Zohran Mamdani, die Militäroperation in Venezuela als „Akt des Krieges“, der gegen amerikanisches und internationales Recht verstoße:
Während der Pressekonferenz wurde Trump übrigens auch auf den früheren honduranischen Präsidenten Juan Orlando Hernández angesprochen. Der war 2024 von einem amerikanischen Gericht zu 45 Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er von Drogenkartellen, die Kokain durch Honduras in Richtung USA schmuggelten, Millionen Dollar Schmiergeld angenommen hatte. Vor wenigen Wochen begnadigte Trump Hernández.Auf die Frage eines Journalisten, was nun der Unterschied zu Nicolás Maduro sei, dem die US-Behörden ja ebenfalls die Beteiligung am Drogenhandel vorwerfen, sagte Trump: „Der Mann, den ich begnadigt habe, wurde so behandelt, wie die Biden-Regierung einen Mann namens Trump behandelt hat.“ Und weiter: „Dieser Mann wurde total unfair behandelt.“
Abermals wird Trump auf der Pressekonferenz gefragt, ob es denkbar sei, dass die USA nun über Jahre hinweg Venezuela verwalten – und wie das zu seiner Amerika-zuerst-Politik passe. Der Präsident verneint nicht, dass es so lange dauern könne. Aber darin liege kein Problem, „denn das Geld sprudelt aus dem Boden“, sagt Trump mit Blick auf sein Vorhaben, die Ölindustrie des Landes zu beleben. „Wir werden eine Menge Wohlstand aus dem Boden holen“, sagt Trump. Das Geld diene teils dazu, die Vereinigten Staaten zu „entschädigen“, und teils solle es den Venezolanern zugutekommen. Die Verwaltung Venezuelas werde die USA „gar nichts“ kosten. Eine „Präsenz am Boden“ sei vor allem bei den Ölanlagen notwendig. Trump lässt offen, ob er dabei von Soldaten spricht. „Amerika zuerst“ bedeutet auch, „dass wir uns mit guten Nachbarn umgeben“, erläutert Trump außerdem.
Verwirrung um Maduros Stellvertreterin Delcy Rodríguez: Trump berichtet, sie sei soeben als Präsidentin vereidigt worden und habe daraufhin „mit Marco“ telefoniert, also mit Trumps Außenminister und Nationalem Sicherheitsberater Rubio. Delcy Rodríguez sei bereit zu guter Kooperation mit den Vereinigten Staaten. Das widerspricht diametral ihren öffentlichen Äußerungen vom Samstagmorgen. Trump aber sagt: \"Letztlich ist sie bereit das zu tun, was wir für nötig halten, um Venezuela wieder großartig zu machen.\" Mit Oppositionsführerin María Corina Machado, die im Dezember in Oslo den Friedensnobelpreis verliehen bekommen hatte, habe man dagegen keinen Kontakt gehabt, sagt Trump. Sie könne das Land nicht führen, ihr fehlten die Kontakte, urteilt Trump. Der Präsident hatte selbst den Nobelpreis angestrebt.