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06.01.2026
05:40 Uhr
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US-Präsident Trump vorerst gegen Neuwahlen in Venezuela +++ Berichte über Schüsse in der Nähe des Präsidentenpalastes +++ Öl-Aktien legen nach US-Intervention in Venezuela zu +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado will nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA „so schnell wie möglich“ wieder in ihre Heimat zurückkehren. Das sagte sie dem Moderator Sean Hannity vom US-Sender Fox News am Montag (Ortszeit) von einem unbekannten Ort aus. Sie fügte hinzu, dass sie die kurz zuvor vereidigte Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez als „eine der Hauptverantwortlichen für Folter, Verfolgung, Korruption und Drogenhandel“ halte.Weiter sagte Machado, dass ein „freies Venezuela“ das Land zum „Energiezentrum“ von Nord- und Südamerika machen werde. Venezuela verfügt über die größten bekannten Erdöl-Vorkommen der Welt.
In Venezuela wird es nach Einschätzung von US-Präsident Donald Trump in den nächsten 30 Tagen keine Neuwahl geben. „Wir müssen das Land zuerst wieder in Ordnung bringen. Man kann keine Wahlen abhalten“, sagte er dem US-Sender NBC News. Venezuelas Regierung betrachtet den von den USA festgenommenen Staatschef Nicolás Maduro weiter als legitimen Präsidenten. Laut Verfassung übernimmt bei einer dauerhaften Abwesenheit des Präsidenten zunächst die Vizepräsidentin die Amtsgeschäfte und setzt innerhalb von 30 Tagen eine Neuwahl an. Ob die neue Staatsführung die aktuelle Lage als eine solche dauerhafte Abwesenheit bewertet, ist allerdings unklar.
Die Aktien von US-Ölkonzernen legen zu. Anleger setzen auf einen möglichen Zugang zu den riesigen Ölreserven Venezuelas. Die Papiere von Chevron, dem einzigen großen US-Konzern, der derzeit noch in Venezuela tätig ist, steigen um fünf Prozent. Die Aktien der Raffineriebetreiber Marathon Petroleum, Phillips 66 und Valero Energy gewinnen zwischen drei und neun Prozent. Auch die Papiere der Öldienstleister Baker Hughes, Halliburton und SLB legen zwischen vier und neun Prozent zu. Der Ölpreis steigt um einen Dollar je Barrel.
Wenige Tage nach der Festnahme des autoritären venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro ist es Berichten in sozialen Medien zufolge in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores zu heftigen Schusswechseln gekommen. In im Internet veröffentlichten Videos waren Schüsse zu hören und gepanzerte Fahrzeuge der Sicherheitskräfte in den Straßen der Hauptstadt Caracas zu sehen. Die Hintergründe blieben zunächst unklar. In Venezuela gibt es eine Reihe bewaffneter Gruppen, darunter kriminelle Organisationen und der Regierung nahe stehende Paramilitärs, die sogenannten Colectivos. Schießereien sind zumindest in einigen Vierteln von Caracas nicht so ungewöhnlich.
US-Präsident Donald Trump stellt Subventionen für Ölkonzerne in Aussicht, um die Energieinfrastruktur Venezuelas wieder aufzubauen. Ein solches Projekt könne in weniger als 18 Monaten abgeschlossen werden, sagt Trump in einem Interview mit dem Sender NBC. Die US-Regierung plant Insidern zufolge noch in dieser Woche Treffen mit Vertretern von US-Ölkonzernen, um über eine Steigerung der venezolanischen Ölförderung zu beraten. Die Regierung habe den Konzernen bedeutet, dass sie für eine Entschädigung für vor zwei Jahrzehnten verstaatlichte Vermögenswerte rasch nach Venezuela zurückkehren und erheblich investieren müssten, hatte die Nachrichtenagentur Reuters zuvor berichtet.
Grönlands Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen erwartet trotz des erneuerten Interesses der USA an der Arktisinsel nach eigenen Angaben keinen baldigen Vorstoß der Regierung in Washington. „Wir gehen nicht davon aus, dass eine Übernahme des Landes über Nacht geschehen könnte“, sagte Nielsen am Montag in der Hauptstadt Nuuk. Er reagierte damit auf die Sorge, der autonomen dänischen Insel könne nach der US-Militäraktion in Venezuela ein ähnliches Szenario drohen. „Man kann Grönland nicht mit Venezuela vergleichen“, sagte Nielsen. „Wir sind ein demokratisches Land.“
Zwei Tage nach der Entmachtung und Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA haben tausende Anhänger des langjährigen Staatschefs dessen Freilassung gefordert. Die Demonstranten versammelten sich am Montag während der Vereidigung von Interimspräsidentin Delcy Rodríguez vor dem Parlament in der Hauptstadt Caracas. Zu der Kundgebung hatte die Regierung aufgerufen. Maduros Sohn, der Abgeordnete Nicolás Maduro Guerra, hielt eine Rede vor den Demonstranten. Er stehe mit seinem in New York inhaftierten Vater über einen „indirekten“ Kommunikationskanal in Kontakt, sagte er. Mehr könne er nicht dazu sagen.
Bei dem Angriff der USA auf Venezuela sind knapp 200 amerikanische Einsatzkräfte im Zentrum der Hauptstadt Caracas gewesen. Dies sagte Verteidigungsminister Pete Hegseth bei einer Veranstaltung in Newport News im US-Bundesstaat Virginia. Ob es sich dabei ausschließlich um Soldaten handelte, sagte er nicht. Früheren Angaben zufolge waren unter anderem die Bundespolizei FBI und Eliteeinheiten der Streitkräfte am Wochenende an der Gefangennahme von Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro und dessen Ehefrau beteiligt.
Der US-Militärschlag gegen Venezuela hat an den US-Aktienmärkten einen Run auf Rüstungswerte und Ölkonzerne ausgelöst. Wie steht es nach dem US-amerikanischen Angriff um den Dax? Archibald Preuschat analysiert.
Nach der Gefangennahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch US-Spezialeinheiten ist seine Nachfolgerin Delcy Rodríguez als geschäftsführende Präsidentin vereidigt worden. Sie legte ihren Amtseid in der Nationalversammlung in der Hauptstadt Caracas ab. „Ich werde nicht ruhen, bis Frieden und Ruhe für die Republik gewährleisten sind“, sagte die 56-Jährige bei ihrer Vereidigung durch ihren Bruder, den Parlamentspräsidenten Jorge Rodríguez. Venezuelas Oberster Gerichtshof hatte die bisherige Vizepräsidentin Rodríguez bereits am Wochenende damit beauftragt, die Aufgaben des Staatschefs vorübergehend wahrzunehmen.Das US-Militär hatte in der Nacht auf Samstag den autoritären Präsidenten Maduro in Caracas gefangenen genommen und in die Vereinigten Staaten gebracht. Am Montag wurde er in New York zu einer ersten Anhörung von Gericht gebracht, wo ihm wegen „Drogenterrorismus“ der Prozess gemacht werden soll.
Inmitten der schweren Regierungskrise in Venezuela nach dem Angriff der USA ist der Linkspolitiker Jorge Rodríguez als Präsident der Nationalversammlung wiedergewählt worden. Damit führt der 60-jährige Psychiater das Parlament des südamerikanischen Landes bis 2031. Rodríguez ist der Bruder der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez, die nach der Gefangennahme von Staatschef Nicolás Maduro durch US-Spezialkräfte am Wochenende vom Obersten Gerichtshof mit der Leitung der Regierungsgeschäfte betraut wurde. Jorge Rodríguez gehört wie seine Schwester seit Jahren zu der Machtelite in Caracas. Er war bereits Leiter der Wahlbehörde, Vizepräsident und Kommunikationsminister. Die Geschwister Rodríguez stammen aus einer politisch engagierten Familie: Ihr Vater Jorge Antonio Rodríguez gilt als Märtyrer der linken Bewegung in Venezuela, nachdem der marxistische Guerillakämpfer 1976 unter umstrittenen Umständen in Polizeigewahrsam starb.
Die Sitzung hat wie erwartet nicht lange gedauert. Beim Verlassen des Saales soll Maduro auf Spanisch gesagt haben, er sei ein „Kriegsgefangener“. Laut Anwälten brauchen er und seine Ehefrau beide medizinische Betreuung für bestehende gesundheitliche Probleme. Die nächste Anhörung ist für den 17. März angesetzt.
Maduro versucht zu Beginn des Gerichtstermins, inhaltlich auszuholen. Er spricht Spanisch, bezeichnet sich selbst als „Präsident der Republik Venezuela“ und sagt, er sei „entführt“ worden. Als er weiterredet, unterbricht Richter Alvin Hellerstein – der 92 Jahre alt ist – ihn. Damit werde man sich zu einem anderen Zeitpunkt befassen. Nun gehe es erst mal darum, sich zu identifizieren. Maduros Anwalt, Barry Pollack, sagt, er werde vorerst keine Entlassung auf Kaution beantragen. Es gilt als äußerst wahrscheinlich, dass diese abgelehnt würde.
Üblicherweise ist die Frage des Richters oder der Richterin nach dem Zeitpunkt der Festnahme eine Formalie. Diesmal geht es jedoch um eine Festnahme durch amerikanische Spezialkräfte auf venezolanischem Boden. Der Staatsanwalt sagt, Maduro und seine Ehefrau seien am 3. Januar um 23.30 Uhr festgenommen worden. Er kommentiert die besondere Lage nicht. Der amerikanische Angriff auf Venezuela war in der Nacht zum Samstag bekanntgeworden.