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03.01.2026
17:47 Uhr
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US-Präsident droht mit noch viel größerem Angriff +++ Foto von gefangenem Maduro veröffentlicht +++ Pressekonferenz in Mar-a-Lago +++ Alle Entwicklungen im Liveblog

Abermals wird Trump auf der Pressekonferenz gefragt, ob es denkbar sei, dass die USA nun über Jahre hinweg Venezuela verwalten – und wie das zu seiner Amerika-zuerst-Politik passe. Der Präsident verneint nicht, dass es so lange dauern könne. Aber darin liege kein Problem, „denn das Geld sprudelt aus dem Boden“, sagt Trump mit Blick auf sein Vorhaben, die Ölindustrie des Landes zu beleben. „Wir werden eine Menge Wohlstand aus dem Boden holen“, sagt Trump. Das Geld diene teils dazu, die Vereinigten Staaten zu „entschädigen“, und teils solle es den Venezolanern zugutekommen. Die Verwaltung Venezuelas werde die USA „gar nichts“ kosten. Eine „Präsenz am Boden“ sei vor allem bei den Ölanlagen notwendig. Trump lässt offen, ob er dabei von Soldaten spricht. „Amerika zuerst“ bedeutet auch, „dass wir uns mit guten Nachbarn umgeben“, erläutert Trump außerdem.
Verwirrung um Maduros Stellvertreterin Delcy Rodríguez: Trump berichtet, sie sei soeben als Präsidentin vereidigt worden und habe daraufhin „mit Marco“ telefoniert, also mit Trumps Außenminister und Nationalem Sicherheitsberater Rubio. Delcy Rodríguez sei bereit zu guter Kooperation mit den Vereinigten Staaten. Das widerspricht diametral ihren öffentlichen Äußerungen vom Samstagmorgen. Trump aber sagt: \"Letztlich ist sie bereit das zu tun, was wir für nötig halten, um Venezuela wieder großartig zu machen.\" Mit Oppositionsführerin María Corina Machado, die im Dezember in Oslo den Friedensnobelpreis verliehen bekommen hatte, habe man dagegen keinen Kontakt gehabt, sagt Trump. Sie könne das Land nicht führen, ihr fehlten die Kontakte, urteilt Trump. Der Präsident hatte selbst den Nobelpreis angestrebt.
Amerika werde Venezuela für eine längere Weile führen müssen, sagt Trump – denn die Infrastruktur sei völlig marode. Abermals macht er deutlich, dass ein Hauptziel der US-Verwaltung Venezuelas der Verkauf von Öl auf dem Weltmarkt ist, um US-Konzerne zu entschädigen und um Geld zu haben, um das Land zu regieren.
Auf die Frage, ob die Kongressführer vorab in die Angriffspläne eingeweiht worden seien, antwortet Außenminister Marco Rubio ausweichend: Man habe zum Beispiel wegen der Wetterbedingungen nicht vorher absehen können, wann man zuschlagen werde. Abermals mischt sich Trump ein: Man habe dem Kongress nichts gesagt, weil dann die Informationen geleakt worden wären, sagt der Präsident.
Trump wird gefragt, ob er jetzt Bodentruppen nach Venezuela schicke, die berühmten „Stiefel am Boden“ (boots on the ground). Er antwortet: „Wir haben keine Angst vor Stiefeln auf dem Boden.“ Es seien ja auch einige Elitesoldaten in der Nacht auf Samstag auf dem Boden tätig gewesen. Amerika werde Venezuela sehr „umsichtig führen“, bekräftigt Trump. Durch wen, wollen die Reporter wissen. „Vor allem durch die Leute, die hier hinter mir stehen“, sagt Trump: Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Dan Caine.Wieder und wieder macht Trump klar, dass die Ölindustrie zum Laufen gebracht werde und dass enteignete US-Amerikaner von den Erlösen entschädigt werden sollen. Das soll offenbar vor einer Machtübergabe geschehen.
Laut CNN soll das Kriegsschiff U.S.S. Iwo Jima mit dem gefangenen Nicolás Maduro an Bord zunächst die Militärbasis Guantánamo auf Kuba anlaufen. Von dort solle der venezolanische Präsident voraussichtlich mit einem Flugzeug nach New York gebracht werden, berichtet der Sender unter Berufung auf zwei mit den Plänen vertraute Quellen. So könnte Maduro, heißt es, direkt einem Haftrichter in New York vorgeführt werden, wo eine Anklage gegen ihn vorliegt. Maduro werde noch heute in New York erwartet, so CNN weiter, und dort wahrscheinlich ins Bundesgefängnis in Brooklyn gebracht.
Außenminister Marco Rubio rühmt in Mar-a-Lago gerade die Entschlossenheit von Donald Trump, als dieser ihm ins Wort fällt. Rubio hatte die 50-Millionen-Dollar-Belohnung erwähnt, welche die Trump-Regierung auf Hinweise zur Ergreifung Maduros ausgesetzt hatte. „Pass auf, dass niemand die einfordert“, sagt Trump. „Wir sind die Einzigen, die die Belohnung verdienen.“
General Dan Caine, der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs, erläutert nun den Verlauf der Operation. 150 Flugzeuge seien an der Mission beteiligt gewesen. Nur ein US-Flugzeug sei getroffen worden, es habe aber weiterfliegen können. Auch der Generalstabschef stellt den Einsatz der Streitkräfte nur als Unterstützung der Strafverfolgungsbehörden dar. Die Mission gehe auf einen Antrag des Justizministeriums zurück. Sie habe „Absolute Resolve“ geheißen – Absolute Entschlossenheit.
Trump nimmt für die USA in Anspruch, die venezolanische Ölindustrie aufgebaut zu haben. Doch Caracas habe US-Konzerne enteignet und frühere US-Präsidenten hätten nichts dagegen unternommen. Es sei der größte Diebstahl an den USA in der Geschichte. Das Ölembargo gegen Venezuela bleibe in Kraft. Die US-Industrie werde die Ölindustrie aber wieder aufbauen, zum Wohle der Venezolaner.Trump erinnert an die Monroe-Doktrin, die nun „Donroe-Doktrin“ heiße, wie Trump mit Blick auf seinen Vornamen scherzt. Die USA beanspruchten „Dominanz“ über die gesamte westliche Hemisphäre. Zum Abschluss seiner einleitenden Worte droht Trump noch einmal anderen Vertretern des Maduro-Regimes: „Was Maduro passiert, kann euch auch passieren.“ Das venezolanische Volk sei nun frei. Die westliche Hemisphäre sei nun so sicher wie nie zuvor.
Trump macht deutlich, dass er den Regimewechsel in Venezuela als Projekt der inneren Sicherheit ansieht. Maduro sei ein Verbrecher, dessen Drogen und dessen Drogenbanden Amerikaner gefährdet hätten. Trump rühmt ausführlich seine Bemühungen, die US-Hauptstadt Washington sicher zu machen. Er hatte dort die Nationalgarde mobilisiert. Außerdem verweist er auf Amerikanerinnen, die von Mitgliedern der Verbrecherorganisation Tren de Aragua vergewaltigt oder getötet worden seien. Maduro habe seine Gefängnisse und Irrenanstalten geöffnet, um die Insassen in die Vereinigten Staaten gelangen zu lassen, behauptet Trump. Das Weiße Haus hat keine Beweise für Trumps Behauptung vorgelegt, dass Maduro die Bande \"Tren de Aragua\" kontrolliert habe.
Trump droht mit einem noch viel größeren Angriff, sollte sich Widerstand formieren. Amerikas Einsatz werde Venezuela „reich, unabhängig und sicher“ machen. Er mokiert sich darüber, dass Venezuelas Ölindustrie zuletzt beinah brachlag. Das werde sich ändern. Maduro sei ein Drogenboss gewesen, sagt Trump. Der gestürzte Machthaber sei persönlich verantwortlich für den Schmuggel von „tödlichen Drogen“ in die USA. Hunderte oder Tausende Amerikaner seien wegen Maduro gestorben.
Trump sagt, dass die USA Venezuela vorerst führen werden. „Wir werden das Land führen, bis eine sichere, ordentliche und umsichtige Machtübergabe möglich ist.“ Amerika werde nicht die Gefahr eingehen, dass jemand die Macht übernehme, der nicht „das Beste für die Venezolaner“ im Sinn habe. „Wir bleiben, bis der Übergang stattfinden kann.“ Der Präsident führt auf der Pressekonferenz nicht näher aus, wie die Vereinigten Staaten in Venezuela die Regierungsgewalt ausüben könnten. Nach Berichten aus Caracas sind dort keine amerikanischen Truppen. Die US-Botschaft in dem Land wurde schon 2019 geschlossen.
Außerdem hat Trump dieses Foto gespostet, das den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro an Bord des amerikanischen Kriegsschiffs U.S.S. Iwo Jima zeigen soll:
Trumps Pressekonferenz hat begonnen. Er spricht vom mächtigsten Angriff der Vereinigten Staaten seit dem Zweiten Weltkrieg. „Keine Nation der Welt könnte erreichen, was die Vereinigten Staaten ... in kurzer Zeit erreicht haben.\"