FAZ 03.01.2026
13:31 Uhr

angriff auf Venezuela: Trump: Haben Maduro „gefangen genommen und ausgeflogen“


Russland kritisiert „Akt der bewaffneten Aggression“ +++ Venezuela fordert Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrat +++ Trump bestätigt „großen Angriff“ +++ Alle Entwicklungen im Liveblog

angriff auf Venezuela: Trump: Haben Maduro „gefangen genommen und ausgeflogen“

Dass ein Staat das Oberhaupt eines anderen Staates entführt, passiert sehr selten. Washington begründet die Gefangennahme von Nicolás Maduro einerseits mit dessen angeblichen kriminellen Drogengeschäften. Andererseits sehen die Vereinigten Staaten – wie auch europäische Länder – in Maduro ohnehin nicht den legitimen Präsidenten Venezuelas. Außenminister Marco Rubio hatte das immer wieder betont.Noch unter Joe Biden entschieden die USA 2024, Maduro nicht mehr als rechtmäßigen Präsidenten Venezuelas anzuerkennen. Als solchen sehen die Vereinigten Staaten Edmundo González, der bei der Wahl 2024 als Kandidat angetreten war, nachdem die Bürgerrechtlerin María Corina Machado nicht antreten durfte. Sie erhielt später den Friedensnobelpreis. Trotz seines Wahlsiegs wurde González von Maduros Regime die Präsidentschaft verwehrt. Vor Maduros Verfolgung floh er ins Ausland. 

Das russische Außenministerium hat das militärische Eingreifen der USA in Venezuela als „Akt der bewaffneten Aggression“ bezeichnet, der „tiefe Besorgnis und Verurteilung“ hervorrufe. „Die zur Rechtfertigung solcher Maßnahmen angeführten Gründe sind unhaltbar“, hieß es in einer Erklärung weiter, die noch nicht auf die angebliche Ergreifung von Machthaber Nicolás Maduro durch die Amerikaner eingeht. „Ideologische Feindseligkeit hat die Oberhand über geschäftlichen Pragmatismus und die Bereitschaft gewonnen, vertrauensvolle und berechenbare Beziehungen aufzubauen.“ Venezuela müsse das Recht haben, „sein Schicksal selbst zu bestimmen, ohne irgendeine destruktive oder gar militärische Einmischung von außen“, forderte das Außenministerium. Russland und Venezuela verbindet unter anderem ein „Vertrag über eine strategische Partnerschaft und Zusammenarbeit“. Doch hatte sich Wladimir Putins Machtapparat angesichts der militärischen Drohkulisse der USA gegen das Maduro-Regime mit einer offenen Parteinahme zurückgehalten. Bei einem Telefonat Putins mit Maduro im Dezember benannte der russische Herrscher dann nicht einmal die Amerikaner direkt, sondern versicherte Maduro nur seiner „Solidarität“ und „Unterstützung“.  Grund dürfte die Rücksichtnahme auf die Beziehungen zu US-Präsident Donald Trump gewesen sein, auf die man setzt, um im Angriffskrieg gegen die Ukraine voranzukommen. Zuletzt haben die Moskauer Bemühungen allerdings mit Blick auf die Verhandlungen über ein hypothetisches Friedensabkommen Dämpfer erlitten und neben Venezuela bedroht Trumps Regierung nun auch noch einen weiteren russischen Partner: Iran. 

In ihrer ersten Reaktion hat die EU-Außenbeauftragte einerseits betont, dass das Völkerrecht geachtet werden muss. Andererseits erinnert Kaja Kallas daran, dass „Herrn Maduro“ die Legitimität fehlt, um Venezuela zu regieren.

Trump hat hervorgehoben, dass der Angriff auf Venezuela und die Gefangennahme des Machthabers Nicolás Maduro „zusammen mit den Strafverfolgungsbehörden“ erfolgt sei. Die Vereinigten Staaten suchen Maduro seit 2020 unter anderem wegen angeblichen Rauschgifthandels. Noch während Trumps erster Amtszeit wurde Maduro vor einem Bundesbezirksgericht in New York wegen Korruption, Rauschgifthandel und anderer Delikte angeklagt. Das Außenministerium setzte eine Belohnung von zuletzt 50 Millionen Dollar aus auf Hinweise, die zu seiner Ergreifung oder Verurteilung führen würden. 

Mitglieder der venezolanischen Regierung haben die Bevölkerung aufgefordert, Ruhe zu bewahren. Innenminister Diosdado Cabello sagte zum Beispiel, die Amerikaner hätten „mit ihren Bomben und Raketen“ nur einen Teil ihrer Ziele erreicht. Es sei den USA nicht gelungen, die Bevölkerung Venezuelas in Angst zu versetzen. „Bleibt bitte ruhig. Vertraut uns, wir kriegen das hin“, sagte Diosdado Cabello. Aufnahmen des venezolanischen Staatsfernsehens zeigen ihn mit schusssicherer Weste und Helm, umgeben von Sicherheitskräften.

Die Kollegen der „New York Times“ haben schon kurz mit Donald Trump telefoniert: „Viel gute Planung und viele großartige, großartige Soldaten und großartige Menschen“, sagte der US-Präsident über den Angriff auf Venezuela. „Es war tatsächlich eine brillante Operation.“ Auf die Frage, ob er für die Operation die Zustimmung des Kongresses eingeholt habe und wie es nun weitergehe, antwortete Trump, er werde diese Fragen bei einer Pressekonferenz um 11 Uhr in Mar-a-Lago beantworten. Nach 50 Sekunden habe Trump aufgelegt.

Venezuela fordert eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates wegen der „kriminellen Aggression“ durch die Vereinigten Staaten. Das gab Außenminister Yván Gil auf Telegram bekannt.

Der republikanische US-Senator Mike Lee schreibt auf X, Maduro werde sich in den Vereinigten Staaten wegen seiner Straftaten verantworten müssen. Das habe ihm Außenminister Marco Rubio mitgeteilt. Die Luftangriffe auf Caracas seien ihm zufolge notwendig gewesen, um diejenigen zu schützen, „die den Haftbefehl vollzogen haben“. 

In den vergangenen beiden Stunden hat es in Caracas offenbar keine größeren Explosionen mehr gegeben. Das berichtet der Fernsehsender CNN, der eine Reporterin vor Ort hat. 

Christopher Landau, Stellvertreter von US-Außenminister Marco Rubio, kündigt auf X an, der „Tyrann“ – gemeint ist Maduro – werde zur Rechenschaft gezogen. Maduro ist laut Präsident Trump gefangen genommen worden und wurde aus Venezuela ausgeflogen. Der Sender CBS News berichtet, es seien Einheiten der US-Elite-Truppe Delta Force gewesen, die Maduro und offenbar auch seine Frau aufgegriffen haben. 

Nachdem das amerikanische Militär den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und dessen Frau aufgegriffen und aus dem Land geflogen hat, sammeln sich in der venezolanischen Hauptstadt Caracas zahlreiche Menschen auf den Straßen.

Iran hat die US‑Angriffe auf Venezuela verurteilt. „Die militärische Intervention der USA gegen einen unabhängigen Staat und Mitglied der Vereinten Nationen stellt einen klaren Verstoß gegen die Prinzipien der UN‑Charta sowie gegen grundlegende Regeln des Völkerrechts dar“, erklärte das Außenministerium in Teheran laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Dieser „aggressive Akt“ müsse umgehend und eindeutig verurteilt werden, so das Ministerium weiter. Iran und Venezuela sind enge Verbündete.