Auch Peking sei überrascht worden von dem Angriff und zeige sich erschüttert über die Gefangennahme Maduros, schreibt unser Korrespondent Jochen Stahnke. Venezuelas wichtigster Handelspartner reagiere scharf:
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04.01.2026 17:58 Uhr |

Auch Peking sei überrascht worden von dem Angriff und zeige sich erschüttert über die Gefangennahme Maduros, schreibt unser Korrespondent Jochen Stahnke. Venezuelas wichtigster Handelspartner reagiere scharf:
Die EU-Kommission und 26 der 27 EU-Staaten fordern alle Akteure im Venezuela-Konflikt zur Zurückhaltung auf. Alle Beteiligten müssten eine Eskalation vermeiden und eine friedliche Lösung sicherstellen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die von allen EU-Mitgliedern mit Ausnahme Ungarns getragen wird. Die Achtung des Willens des venezolanischen Volkes sei der einzige Weg, in dem Land die Demokratie wiederherzustellen.
Der UN-Sicherheitsrat hat nach dem US-Angriff auf Venezuela und die Gefangennahme des autoritären Präsidenten Nicolás Maduro eine Sondersitzung für Montag einberufen. Die Sitzung zu Venezuela ist für 10.00 Uhr Ortszeit (16.00 Uhr MEZ) angesetzt, wie aus einer Übersicht des UN-Sicherheitsrates hervorgeht.Die Regierung in Caracas hatte zuvor die Sondersitzung beantragt. Die Attacke stelle einen Verstoß gegen die UN-Charta dar und gefährde den Frieden in der Region und der ganzen Welt, hieß es in einem Schreiben des Außenministeriums an den ständigen Vertreter Somalias bei den Vereinten Nationen, der im Januar dem Weltsicherheitsrat vorsteht. Der UN-Sicherheitsrat solle die Aggression verurteilen und die Einstellung der Angriffe fordern. Russland und China unterstützten die Forderung nach einer Sitzung.
Spanien und eine Reihe lateinamerikanischer Staaten haben den US-Einsatz zur Festnahme des autoritären Staatschefs Nicolás Maduro in Venezuela verurteilt. „Wir weisen unilaterale Militäreinsätze auf venezolanischem Territorium zurück. Sie verstoßen gegen das Völkerrecht, speziell gegen das Gewaltverbot, den Respekt vor der Souveränität und die Achtung der territorialen Integrität“, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Regierungen von Spanien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Mexiko und Uruguay. Die Lage in Venezuela müsse ohne äußere Einmischung ausschließlich durch Dialog und unter Achtung des Volkswillens gelöst werden. Die Unterzeichner seien besorgt über jeglichen Versuch, die Kontrolle über die Regierungsgewalt und wichtige Bodenschätze zu erlangen, hieß es in dem Schreiben weiter.
Die Potentaten im Sport sähen in Donald Trump gerne einen der Ihren und über Betrügereien hinweg, schreibt unser Autor Anno Hecker. Dahinter stecke wohl eine Hoffnung, die in diesen Tagen illusorisch scheint. Ein Kommentar.
US-Präsident Donald Trump droht der venezolanischen Vizepräsidentin Delcy Rodríguez. Sie könne einen höheren Preis als der gefangen genommene Präsident Nicolás Maduro zahlen, „wenn sie nicht das Richtige tut“, sagt Trump in einem Interview mit der Zeitschrift „The Atlantic“. Rodríguez hat Maduros Amtsgeschäfte übernommen und betont, Maduro sei weiterhin Präsident des Landes. Sie hat Trumps Behauptungen widersprochen, sie sei bereit, mit den USA zusammenzuarbeiten. Rodríguez ist zugleich Ölministerin und gilt aufgrund ihrer Kontakte und ihrer Erfahrung als eine zentrale und pragmatische Führungsfigur in Venezuela.
Für den US-Angriff auf Venezuela ist nach Darstellung von US-Außenminister Marco Rubio keine Zustimmung des Kongresses vonnöten gewesen. „Sie war nicht erforderlich, weil es sich nicht um eine Invasion handelte. Wir haben kein Land besetzt. Es war eine Festnahme“, sagte er im Gespräch mit dem Fernsehsender ABC News. Der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro sei von Einheiten der US-Bundespolizei FBI festgenommen worden. Zudem seien ihm seine Rechte vorgelesen und er dann außer Landes gebracht worden, führte Rubio aus.
„Natürlich haben die Vereinigten Staaten ein Recht auf Selbstverteidigung. Es gilt im Falle eines bewaffneten Angriffs. Doch davon kann keine Rede sein.“ Die Intervention der Vereinigten Staaten verletze das Gewaltverbot, die Integrität und die Souveränität Venezuelas, kommentiert Reinhard Müller.
Nach dem US-Angriff auf Venezuela hat es in mehreren Städten in Deutschland Proteste gegen die Attacke der USA gegeben.In München versammelten sich schätzungsweise 400 Menschen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Die Demonstranten zogen durch die Straßen, es blieb den Aussagen zufolge friedlich. In Nürnberg versammelten sich einer ersten Einschätzung zufolge rund 120 Teilnehmer zu einer Kundgebung, in Düsseldorf protestierten rund 240 Menschen gegen den Angriff der USA auf Venezuela. Die Teilnehmer zogen durch die Innenstadt, bevor sie vor dem US-Generalkonsulat nahe dem Hauptbahnhof die Abschlusskundgebung abhielten.Auch in anderen deutschen Städten waren für Sonntag Proteste angekündigt, unter anderem in Hamburg. Dort waren bereits am Samstagabend rund 300 Menschen auf die Straße gegangen.
US-Außenminister Marco Rubio hat die Regierung in Kuba als „riesiges Problem“ bezeichnet. Das sagte er beim US-Sender NBC News auf die Frage, ob nach dem US-Angriff auf Venezuela nun Kuba folge. Zwar wolle er nicht über zukünftige Schritte der US-Regierung mit Blick auf Kuba sprechen. „Aber ich denke, es ist kein Geheimnis, dass wir keine großen Fans des kubanischen Regimes sind.“ Dieses habe Venezuelas nun entmachteten Staatschef Nicolás Maduro unterstützt, sagte Rubio weiter. Rubios Eltern stammen aus Kuba. Sie wanderten 1956 während der Diktatur von Fulgencio Batista in die Vereinigten Staaten aus. Sein Vater schlug sich als Barkeeper durch, seine Mutter als Zimmermädchen.Kuba wird seit dem Sieg der Revolution 1959 autoritär regiert. Die Kommunistische Partei kontrolliert Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Andere Parteien sind auf der sozialistischen Karibikinsel nicht zugelassen. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten sind über 1000 politische Gefangene in Haft. Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit Jahrzehnten angespannt — Schritte zu einer vorsichtigen Annäherung unter US-Präsident Barack Obama hat Donald Trump wieder rückgängig gemacht.
Die USA wollen nach Angaben von US-Außenminister Marco Rubio die venezolanische Ölindustrie nicht aus wirtschaftlichem Interesse kontrollieren. Die Vereinigten Staaten verfügten selbst ausreichend über eigenes Öl, sagte Rubio in einem Interview des US-Senders NBC News nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Es gehe vielmehr darum, dass die riesigen Ölreserven Venezuelas nicht weiter unter Kontrolle von Gegnern der USA stünden.Washington werde nicht zulassen, dass Venezuela zu einem Stütz- und Operationspunkt für Länder wie China, Russland oder Iran sowie für die proiranische Miliz Hizbullah werde, so Rubio. Die Ausbeutung von Ressourcen durch externe Akteure, wie sie in anderen Weltregionen zu beobachten sei, werde Washington in Lateinamerika nicht akzeptieren. „Hier leben wir, und wir werden nicht zulassen, dass die westliche Hemisphäre als Operationsbasis für Gegner, Konkurrenten und Rivalen der Vereinigten Staaten dient“, sagte Rubio.Das südamerikanische Land verfügt mit schätzungsweise 303 Milliarden Barrel (je 159 Liter) über die größten Ölreserven der Welt. Wegen Sanktionen, Missmanagement und fehlender Investitionen bleibt die Förderung allerdings weit hinter den Möglichkeiten zurück.
Internationale Regeln interessieren Donald Trump nicht. Unser Autor Michael Hanfeld fragt: Was bedeutet das für Europa und Deutschland?
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sieht bei dem US-Angriff auf Venezuela samt Festnahme des Staatschefs Nicolás Maduro keine Parallelen zum US-Einsatz im Irak. Auf die Frage, ob der Einsatz tatsächlich anders war als beim Intervenieren der US-Streitkräfte im Irak, sagte er beim Sender CBS News: „Es ist genau das Gegenteil. Wir haben jahrzehntelang Unsummen ausgegeben und mit Blut bezahlt, ohne wirtschaftlich etwas dafür zu erhalten.“ Präsident Donald Trump habe die Spielregeln geändert.Hegseth, der sich seit einiger Zeit als Kriegsminister bezeichnet, machte keinen Hehl aus den wirtschaftlichen Absichten der USA in Venezuela. „Wir können ihnen helfen und gleichzeitig die Vereinigten Staaten in der westlichen Hemisphäre stärken“, sagte er. Er rechtfertigte den Einsatz damit, dass Venezuela eine lange Geschichte als reiches und wohlhabendes Land gehabt habe. „Dies wurde seinen Bürgern durch eine schreckliche Führung gestohlen.“
Die USA haben sich nach der Gefangennahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch das US-Militär grundsätzlich zur Zusammenarbeit mit der verbleibenden Führung in dem südamerikanischen Land bereit erklärt. „Wir werden alles anhand ihrer Taten beurteilen, und wir werden sehen, was sie tun“, sagte US-Außenminister Marco Rubio am Sonntag dem TV-Sender CBS News. „Wenn sie nicht die richtige Entscheidung treffen, werden die Vereinigten Staaten weiterhin über mehrere Einflussmöglichkeiten verfügen.\"