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06.01.2026
20:57 Uhr
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Venezolanische Streitkräfte veröffentlichen Fotos der getöteten Personen +++ Trump stellt Subventionen für Ölkonzerne in Aussicht +++ UNO kritisiert US-Militäreinsatz +++ Geschäftsführende Präsidentin Venezuelas erklärt Ausnahmezustand +++ alle Entwicklungen im Liveblog

US-Präsident Donald Trump hat mögliche Subventionen für Ölkonzerne in Aussicht gestellt, die den Wiederaufbau der Energieinfrastruktur Venezuelas unterstützen. Dieses Vorhaben könne in weniger als 18 Monaten abgeschlossen werden, sagte er dem US-Sender NBC News am Montag in einem Interview. Trump gab sich nach Angaben des Senders überzeugt, dass die USA dieses Ziel schneller erreichen könnten, es allerdings viel Geld erfordern wird. „Eine enorme Summe Geld muss ausgegeben werden und die Ölunternehmen werden diese ausgeben und dann werden sie von uns oder durch Einnahmen entschädigt.\"
CSU-Parteichef Markus Söder und CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann begrüßen den Sturz des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA. „Gut, dass Maduro weg ist. Gut, dass Maduro weg ist. Das ist das Positive“, sagt Söder zum Auftakt der Klausurtagung der CSU-Bundestagsabgeordneten im bayerischen Kloster Seeon. „Er war kein Präsident, sondern ein Diktator, und wenn ein Diktator weg ist, dann ist das eine gute Nachricht“, fügt Hoffmann hinzu. Denn Maduros Macht habe sich auf Wahlmanipulation gegründet. Eine Parallele der US-Intervention in Venezuela mit der Situation in der Ukraine sieht Hoffmann nicht. „Das in der Ukraine ist ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg, dem Zigtausende zum Opfer fallen, Zigtausende an Toten“, sagt er. Das sei „eine Kategorie, die nicht auf der Ebene beurteilt werden kann, wie das, was wir jetzt in Venezuela erleben“.
Die UNO hat den US-Militäreinsatz in Venezuela kritisiert und gewarnt, er habe eindeutig „ein grundlegendes Prinzip des Völkerrechts untergraben“. Staaten dürften „Gewalt gegen die territoriale Integrität oder politische Unabhängigkeit anderer Staaten nicht androhen oder einsetzen“, sagte die Sprecherin der UN-Menschenrechtskommission, Ravina Shamdasani, am Dienstag vor Journalisten in Genf. Die Weltgemeinschaft müsse klarstellen, dass ein solches Vorgehen die Staaten weltweit unsicherer mache. Das US-Vorgehen sende das Signal, dass die Mächtigen tun könnten, was immer sie wollten, sagte Shamdasani.
Der demokratische Minderheitsführer im US-Senat, Chuck Schumer, hat die Pläne der US-Regierung, Venezuela vorübergehend zu führen, als vage und auf Wunschdenken beruhend kritisiert. Er habe keine Zusicherungen erhalten, dass die US-Regierung in anderen Ländern nicht dasselbe versuchen würde, sagte der Senator am Montagabend (Ortszeit) nach einem Briefing der Kongressführer. Das Briefing sei zwar sehr umfassend und lang gewesen, habe aber weitaus mehr Fragen aufgeworfen als Antworten gegeben.
Nach der Gefangennahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch US-Elitetruppen festigt seine ihm loyale Nachfolgerin ihre Macht im Land. Als eine der ersten Amtshandlungen erklärte die als geschäftsführende Präsidentin vereidigte Delcy Rodríguez den Ausnahmezustand und wies die Polizei an, Kollaborateure zu verfolgen. Nach Angaben des venezolanischen Journalistenverbands SNRP wurden 14 Journalisten festgenommen, später aber wieder freigelassen.Im Dekret zur Verkündung des Ausnahmezustands hieß es, alle Polizeidienststellen sollten nach Personen suchen, die den Angriff der Vereinigten Staaten unterstützten. Medienberichten zufolge hatte das US-Militär bei der Kommandokation am Wochenende, bei der Staatschef Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores gefangengenommen wurden, Unterstützung vor Ort. Unter anderem soll eine Person im direkten Umfeld von Maduro ständig Informationen über seinen gegenwärtigen Aufenthaltsort übermittelt haben.
Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado will nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA „so schnell wie möglich“ wieder in ihre Heimat zurückkehren. Das sagte sie dem Moderator Sean Hannity vom US-Sender Fox News am Montag (Ortszeit) von einem unbekannten Ort aus. Sie fügte hinzu, dass sie die kurz zuvor vereidigte Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez als „eine der Hauptverantwortlichen für Folter, Verfolgung, Korruption und Drogenhandel“ halte.Weiter sagte Machado, dass ein „freies Venezuela“ das Land zum „Energiezentrum“ von Nord- und Südamerika machen werde. Venezuela verfügt über die größten bekannten Erdölvorkommen der Welt.Bei Trump bedankte sich Machado überschwänglich für die Festnahme von Staatschef Nicolás Maduro. „Der 3. Januar wird als der Tag in die Geschichte eingehen, an dem die Gerechtigkeit die Tyrannei besiegt hat“, sagte die Friedensnobelpreisträgerin. An dem Tag hatten US-Einheiten Ziele in Venezuela angegriffen, Maduro und dessen Frau festgenommen und in die USA gebracht, wo sie sich jetzt vor einem Gericht in New York wegen mutmaßlicher Drogendelikte verantworten müssen. Machado hatte Trump bereits in der Vergangenheit für dessen harten Kurs gegen ihr Land gelobt.
In Venezuela wird es nach Einschätzung von US-Präsident Donald Trump in den nächsten 30 Tagen keine Neuwahl geben. „Wir müssen das Land zuerst wieder in Ordnung bringen. Man kann keine Wahlen abhalten“, sagte er dem US-Sender NBC News. Venezuelas Regierung betrachtet den von den USA festgenommenen Staatschef Nicolás Maduro weiter als legitimen Präsidenten. Laut Verfassung übernimmt bei einer dauerhaften Abwesenheit des Präsidenten zunächst die Vizepräsidentin die Amtsgeschäfte und setzt innerhalb von 30 Tagen eine Neuwahl an. Ob die neue Staatsführung die aktuelle Lage als eine solche dauerhafte Abwesenheit bewertet, ist allerdings unklar.
Die Aktien von US-Ölkonzernen legen zu. Anleger setzen auf einen möglichen Zugang zu den riesigen Ölreserven Venezuelas. Die Papiere von Chevron, dem einzigen großen US-Konzern, der derzeit noch in Venezuela tätig ist, steigen um fünf Prozent. Die Aktien der Raffineriebetreiber Marathon Petroleum, Phillips 66 und Valero Energy gewinnen zwischen drei und neun Prozent. Auch die Papiere der Öldienstleister Baker Hughes, Halliburton und SLB legen zwischen vier und neun Prozent zu. Der Ölpreis steigt um einen Dollar je Barrel.
Wenige Tage nach der Festnahme des autoritären venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro ist es Berichten in sozialen Medien zufolge in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores zu heftigen Schusswechseln gekommen. In im Internet veröffentlichten Videos waren Schüsse zu hören und gepanzerte Fahrzeuge der Sicherheitskräfte in den Straßen der Hauptstadt Caracas zu sehen. Die Hintergründe blieben zunächst unklar. In Venezuela gibt es eine Reihe bewaffneter Gruppen, darunter kriminelle Organisationen und der Regierung nahe stehende Paramilitärs, die sogenannten Colectivos. Schießereien sind zumindest in einigen Vierteln von Caracas nicht so ungewöhnlich.
US-Präsident Donald Trump stellt Subventionen für Ölkonzerne in Aussicht, um die Energieinfrastruktur Venezuelas wieder aufzubauen. Ein solches Projekt könne in weniger als 18 Monaten abgeschlossen werden, sagt Trump in einem Interview mit dem Sender NBC. Die US-Regierung plant Insidern zufolge noch in dieser Woche Treffen mit Vertretern von US-Ölkonzernen, um über eine Steigerung der venezolanischen Ölförderung zu beraten. Die Regierung habe den Konzernen bedeutet, dass sie für eine Entschädigung für vor zwei Jahrzehnten verstaatlichte Vermögenswerte rasch nach Venezuela zurückkehren und erheblich investieren müssten, hatte die Nachrichtenagentur Reuters zuvor berichtet.
Grönlands Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen erwartet trotz des erneuerten Interesses der USA an der Arktisinsel nach eigenen Angaben keinen baldigen Vorstoß der Regierung in Washington. „Wir gehen nicht davon aus, dass eine Übernahme des Landes über Nacht geschehen könnte“, sagte Nielsen am Montag in der Hauptstadt Nuuk. Er reagierte damit auf die Sorge, der autonomen dänischen Insel könne nach der US-Militäraktion in Venezuela ein ähnliches Szenario drohen. „Man kann Grönland nicht mit Venezuela vergleichen“, sagte Nielsen. „Wir sind ein demokratisches Land.“
Zwei Tage nach der Entmachtung und Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA haben tausende Anhänger des langjährigen Staatschefs dessen Freilassung gefordert. Die Demonstranten versammelten sich am Montag während der Vereidigung von Interimspräsidentin Delcy Rodríguez vor dem Parlament in der Hauptstadt Caracas. Zu der Kundgebung hatte die Regierung aufgerufen. Maduros Sohn, der Abgeordnete Nicolás Maduro Guerra, hielt eine Rede vor den Demonstranten. Er stehe mit seinem in New York inhaftierten Vater über einen „indirekten“ Kommunikationskanal in Kontakt, sagte er. Mehr könne er nicht dazu sagen.
Bei dem Angriff der USA auf Venezuela sind knapp 200 amerikanische Einsatzkräfte im Zentrum der Hauptstadt Caracas gewesen. Dies sagte Verteidigungsminister Pete Hegseth bei einer Veranstaltung in Newport News im US-Bundesstaat Virginia. Ob es sich dabei ausschließlich um Soldaten handelte, sagte er nicht. Früheren Angaben zufolge waren unter anderem die Bundespolizei FBI und Eliteeinheiten der Streitkräfte am Wochenende an der Gefangennahme von Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro und dessen Ehefrau beteiligt.
Der US-Militärschlag gegen Venezuela hat an den US-Aktienmärkten einen Run auf Rüstungswerte und Ölkonzerne ausgelöst. Wie steht es nach dem US-amerikanischen Angriff um den Dax? Archibald Preuschat analysiert.