In einem mitreißenden Schlagabtausch hat der 1. FC Nürnberg zum Rückrundenstart in der zweiten Fußball-Bundesliga ein Ausrufezeichen gegen Aufstiegskandidat SV Elversberg gesetzt. Die Mannschaft von Trainer Miroslav Klose, der spät wegen Meckerns sogar auf die Tribüne geschickt wurde, belohnte sich beim furiosen 3:2 (0:1) für eine starke Leistung. Elversberg verpasste es, die Tabellenführung vom FC Schalke 04 zu übernehmen. Julian Justvan (56. Minute) und Matchwinner Piet Scobel gleich mit ihren zwei Toren (71. und 90.+3) waren für spielbestimmende Nürnberger erfolgreich. Tom Zimmerschied (39.) und Jarzinho Malanga (65.) brachten die schnörkellos auftretenden Elversberger zumindest ganz nah an den Auswärtssieg. Beide Treffer der Gäste vor 25.369 Zuschauern bereitete Lasse Günther dynamisch über die linke Seite vor. Elversberg verschießt Elfmeter, Nürnberg trifft noch In einer hektischen Schlussphase musste Klose mit Gelb-Rot (84.) vom Platz. Schlussmann Jan Reichert bewahrte den 1. FC Nürnberg mit einem gehaltenen Foulelfmeter von Otto Stange (85.) vor der möglichen Niederlage, ehe Startelfdebütant Scobel zuschlug. Kloses Mannschaft hätte eigentlich mit einer Führung in die Halbzeit gehen müssen. Alleine Youngster Scobel, der für den erkrankten Adriano Grimaldi im Sturm auflief, ließ anfangs noch beste Chancen liegen. Nach dem Wechsel ließen Justvan und endlich Scobel, der nach einem Pfostenschuss von Lubach abstaubte, die Club-Fans jubeln. Nürnbergs Torwart Reichert (76.) bügelte einen eigenen Aussetzer gegen den einschussbereiten Malanga aus, ehe es in der Schlussphase noch einmal richtig wild wurde. Am Ende jubelte sogar der Club. Der Karlsruher SC beendete derweil seine Sieglos-Serie bei Preußen Münster. Die Mannschaft von Trainer Christian Eichner bezwang die am Ende in Unterzahl agierenden Westfalen mit 2:0 (0:0). Für den KSC war es der erste Sieg nach zuvor fünf Niederlagen und einem Unentschieden. Münster blieb zum vierten Mal nacheinander ohne dreifachen Punktgewinn. Marvin Wanitzek traf per Freistoß in der 79. Minute und per Elfmeter in der 88. Minute. Münsters Paul Jaeckel hatte kurz vor dem 0:1 die Rote Karte gesehen. Karlsruhe hat nun 25 Punkte. Die Preußen liegen mit 20 Zählern nur knapp vor den Abstiegsrängen. Schiedsrichter erkennt Münster-Tor nicht an Vor 10.231 Zuschauern im Preußenstadion erarbeiteten sich die Gastgeber zunächst ein klares Übergewicht. Münster hatte zahlreiche Gelegenheiten, um in Führung zu gehen. Die Preußen scheiterten jedoch entweder am starken Karlsruher Torwart Hans Christian Bernat oder zielten nicht genau genug. Kurz nach der Pause nahm Schiedsrichter Eric Weisbach zudem einen Preußen-Treffer nach Ansicht der Videobilder wieder zurück. Ein Fehlpass von Münsters Torwart Johannes Schenk leitete dann die Niederlage für die Preußen ein. Jaeckel versuchte zu retten, foulte Lilian Egloff bei dessen Comeback nach langer Pause und musste vom Platz. Wanitzek nutzte den Freistoß sehenswert. Per Elfmeter sorgte der KSC-Kapitän kurz darauf für die Entscheidung. Dynamo Dresden reichte zudem den letzten Tabellenplatz an die Spielvereinigung Greuther Fürth weiter. Im Kellerduell zu Beginn der Rückrunde gewannen die Sachsen das direkte Aufeinandertreffen gegen Fürth mit 2:0 (1:0). Winterneuzugang Thomas Keller hatte Dynamo nach 35 Minuten in Führung gebracht. Jakob Lemmer erhöhte vor 30.811 Zuschauern mit einem strammen Distanzschuss kurz nach Wiederbeginn (49.). Beide Teams begannen abwartend. Bei Dresden merkte man, dass die vier in der Winterpause ausgeliehenen Neuen sich erst an das Dynamo-Spiel gewöhnen mussten. Fürth hatte durch Noel Futkeu (7.) die erste Chance, danach neutralisierten sich beide Teams im Mittelfeld. Tormöglichkeiten blieben so aus. Dynamo wurde nur bei Standards gefährlich und dann über den Mann, den Fürth offenbar nicht ausreichend auf der Rechnung hatte: Thomas Keller. Der neue Dynamo-Abwehrchef gab nicht nur der Hintermannschaft sichtlich mehr Sicherheit, er war bei Eckbällen und Freistößen auch immer im gegnerischen Strafraum zu finden. Scheiterte er nach 25 Minuten noch am Rücken von Fürths Philipp Ziereis, traf er dann per Kopf nach der dritten Ecke. Kurz vor der Pause hatte er noch eine weitere Kopfballchance (44.), die aber Timo Schlieck im Tor vereitelte. Nach dem Wechsel nahm Dresden den Fürther Angriffsbemühungen durch das 2:0 von Lemmer schnell den Wind aus den Segeln. Auch danach hielt man den Ball weit vom eigenen Strafraum entfernt. Erst nach rund einer Stunde schlichen sich Unkonzentriertheiten ein, der Deckungsverbund wirkte nicht mehr so sortiert. Nur einmal konnten die Gäste daraus etwas machen, doch Futkeu (86.) traf nur den Pfosten.
