Hilfe tut not. Im kommenden Monat soll sich das Erscheinungsbild des Eintracht-Kaders verändern. Dass es zu einigen Zu- und Abgängen kommen wird, gilt als ausgemacht. Auch Michy Batshuayi ist zum Verkauf vorgesehen, doch nach dem Wochenende sind die Chancen auf einen Wechsel stark gesunken. Der Belgier, der in den vergangenen Monaten zumeist gar nicht berücksichtigt wurde, verletzte sich bei der 0:6-Niederlage in Leipzig am Fuß. In diesem Jahr wird Batshuayi nicht mehr zum Einsatz kommen können. Ob die Klubs aus Saudi-Arabien und der Türkei, die jüngst Interesse an seiner Verpflichtung signalisierten, ihre Offerten unter diesen Bedingungen aufrechterhalten, ist schwer absehbar. Sein Vertrag in Frankfurt ist bis Ende Juni 2027 gültig. Auch wenn er nicht zu den Großverdienern zählt, würde es der Eintracht in die Karten spielen, wenn sie ihn zeitnah von der Gehaltsliste bekäme, um im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten ihre personelle Umstrukturierung im Januar so voranzutreiben, dass im zweiten Teil der Fußballsaison mehr Wünsche als zuletzt wahr werden. Der Däne William Osula gilt als mögliche Neuerwerbung, die zunächst auf Leihbasis von Newcastle United verpflichtet werden könnte. Dazu Younes Ebnoutalib von der SV Elversberg; der gebürtige Frankfurter, der über den FC Gießen den Weg zurück in den Profifußball fand, führt aktuell die Torschützenliste der Zweiten Bundesliga an (elf Tore). Bislang ist er jedoch vor allem eine Wette auf verborgene Talente, wie sie auch beim Kölner Saïd El Mala zunächst unentdeckt blieben. Brot und Butter in der Bundesliga Der Angriff ist nicht die einzige Problemzone im Team von Trainer Dino Toppmöller, das an diesem Dienstag zum sechsten Gruppenspiel der Champions League beim FC Barcelona antritt (21 Uhr, Amazon Prime und im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League). Bislang belegt die Eintracht mit vier Punkten den 28. Platz des Tableaus. Mindestens der 24. Platz muss es werden, um über die Play-offs die Chance aufs Erreichen des Achtelfinales zu wahren. Barcelona kommt als Achtzehnter auf sieben Zähler und ist laut Trainer Hansi Flick fest vom dritten Sieg überzeugt. Bei der Königsklasse, daran ließen alle Frankfurter Beteiligten nie einen Zweifel, handelt es sich um die Kür in diesem Sportjahr. In der Bundesliga stehen sie dagegen in der Pflicht. Auf jeden Fall soll abermals ein internationaler Startplatz in der Endabrechnung herausspringen, was trotz allem kein Ding der Unmöglichkeit zu sein scheint, weil auch Konkurrenten wie Freiburg oder Stuttgart sich schwertun, Konstanz zu zeigen. Die Reise nach Spanien ist in Anbetracht eigener Schwachstellen und der Ambitionen des wiedererstarkten Tabellenführers der Primera División, der seinen Spitzenplatz durch ein 5:3 bei Betis Sevilla festigte, für die Hessen mit der Erwartungshaltung verbunden, dass es vor allem darauf ankommen wird, eine abermalige Abreibung in der Königsklasse zu vermeiden. Sie wollen die Partie im Kopf und am Körper so hinter sich bringen, dass dadurch die Erfolgsaussichten beim kommenden Einsatz im Brot-und-Butter-Geschäft nicht beeinträchtigt werden. Gesprächstermin für Hardung Die Begegnung am dritten Adventswochenende vor eigenem Publikum gegen den FC Augsburg wird maßgeblich darüber entscheiden, ob die vorweihnachtliche Harmonie insoweit gewahrt wird, dass alle Strategie- und Personalfragen im Anschluss an die kurze Verschnaufpause nach Silvester weiter vorangetrieben werden – oder der Handlungsdruck unmittelbar steigt. Während des Aufenthalts in Barcelona gehört für Sportdirektor Timmo Hardung ein Gesprächstermin dazu, bei dem ausgelotet werden soll, ob ein im August nicht zustande gekommener Transfer alsbald im zweiten Anlauf über die Bühne gehen kann: Sergi Altimira gehört zu den Profis, von denen die Frankfurter Führungsleute annehmen, dass sie dem Auftreten der Mannschaft eine stabilere Komponente verleihen würden. Sein bevorzugtes Arbeitsgebiet auf dem Fußballfeld ist das zentrale Mittelfeld – seit geraumer Zeit nicht unbedingt die Kraftquelle des Eintracht-Ensembles. Altimira kam am 25. August 2001 unweit von Barcelona zur Welt, er durchlief die Jugendakademie des 27-maligen Meisters, seit Sommer 2023 trägt er das Betis-Trikot. Auch wenn sich sein Einsatzprotokoll in La Liga in dieser Runde ziemlich unspektakulär liest – neun Spiele, ein Tor, eine Vorlage, gegen Barça wurde er nach der ersten Hälfte ausgewechselt –, haben neben den Frankfurtern einige weitere Interessenten ein Auge auf ihn geworfen; unter anderem bietet der VfB Stuttgart mit. Vor rund vier Monaten war die Eintracht bereit, Altimira für 20 Millionen Euro abzuwerben, ehe kurz vor Unterzeichnung der Papiere Betis den Preis auf 25 Millionen erhöhte, woraufhin Sportvorstand Markus Krösche dankend abwinkte. Nun wird Hardung, seine rechte Hand in Verhandlungsfragen, den neuen Sachstand näher eruieren. In der Zone des Übergangs zwischen Offensive und Defensive herrscht besonderer Eingriffsbedarf. Für Farès Chaïbi und Ellyes Skhiri beginnt in Barcelona der erste Teil ihrer vorerst letzten Arbeitswoche für die Eintracht: Der Algerier und der Tunesier werden gegen den Hamburger SV am 20. Dezember nicht mehr dabei sein und sich stattdessen mit ihren Nationalteams auf den Afrika-Cup in Marokko vorbereiten. Das Endspiel des Turniers findet am 18. Januar in Rabat statt. Bis dahin haben die Frankfurter Spiele gegen Dortmund (9. Januar), in Stuttgart (13. Januar) und in Bremen (16. Januar) zu absolvieren. Termine, die bei der Stippvisite in Spanien weit weg wirken – deren Bedeutung für die Eintracht in den Planungen jedoch kaum hinter Barcelona zurückbleibt.
