FAZ 22.11.2025
02:59 Uhr

Zerwürfnis mit Trump: Marjorie Taylor Greene kündigt Rücktritt aus US-Kongress an


Die rechte Hardlinerin Marjorie Taylor Greene galt lange als eine der engsten Verbündeten von US-Präsident Donald Trump. Doch dann kam es zum Streit über die Epstein-Akten. Nun will die Abgeordnete ihr Amt niederlegen.

Zerwürfnis mit Trump: Marjorie Taylor Greene kündigt Rücktritt aus US-Kongress an

Nach einem Zerwürfnis mit US-Präsident Donald Trump hat die bekannte rechte Hardlinerin Marjorie Taylor Greene ihren Rücktritt als republikanische Abgeordnete im Repräsentantenhaus angekündigt. Sie lege ihr Amt zum 5. Januar 2026 nieder, kündigte sie in einer Video-Botschaft auf der Plattform X an. Trump hatte seiner Parteifreundin Greene vor einer Woche seine Unterstützung entzogen und sie als „durchgeknallt“ und als Verräterin bezeichnet. Hintergrund war ein öffentlich ausgetragener Streit um die Veröffentlichung aller Akten zum Fall um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Greene ging dabei gegenüber dem Präsidenten auf Konfrontationskurs. Trump hatte die Veröffentlichung der Unterlagen zunächst vehement abgelehnt. Er lenkte jedoch schließlich ein, als absehbar wurde, dass sich im Repräsentantenhaus eine überparteiliche Mehrheit dafür finden würde. Trump hatte Greene heftig attackiert Greene sagte in ihrer Erklärung: „Wenn ich mich für amerikanische Frauen einsetze, die mit 14 Jahren vergewaltigt, verschleppt und von reichen, mächtigen Männern missbraucht wurden, sollte ich dafür nicht als Verräterin bezeichnet und vom Präsidenten der Vereinigten Staaten, für den ich gekämpft habe, bedroht werden.“ Trump hatte die 51-jährige Abgeordnete aus Georgia zuvor scharf attackiert. „Ich entziehe der ‚Kongressabgeordneten‘ Marjorie Taylor Greene meine Unterstützung“, schrieb Trump vergangene Woche in seinem Onlinenetzwerk Truth Social. Falls ein parteiinterner Konkurrent Greene bei einer Vorwahl in Georgia herausfordere, würde er diesen unterstützen. Trump beschimpfte Greene außerdem als „zeternde Irre“, die „weit nach links“ abgedriftet sei, und behauptete, die Wähler in Georgia hätten „die Nase voll von ihr und ihren Mätzchen“. Greene erlangte nach ihrem Einzug ins Parlament 2021 schnell landesweit Bekanntheit als eine der führenden Hardlinerinnen des rechten Flügels ihrer Partei. Über Jahre hinweg tat sie sich als glühende Unterstützerin Trumps hervor und vertrat erzkonservative Positionen – etwa im Abtreibungs- und Waffenrecht sowie in der Einwanderungspolitik. Die Abgeordnete aus dem südlichen Bundesstaat Georgia äußerte sich dabei auch immer wieder gewaltverherrlichend und rassistisch.