Barcelona ist nicht Casablanca. Aber die Partnerschaft von Xiaomi und Leica ist wohl der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Auf dem Mobile World Congress präsentierte Xiaomi nicht nur neue Smartphones, Tablets, Uhren oder Scooter, sondern auch das Leitzphone von Leica. Es ist „powered by Xiaomi“. Was konkret heißt: Es basiert auf dem Xiaomi 17 Ultra. Denn das in der gleichen Veranstaltung vorgestellte Flaggschiff der Chinesen wirkt wie ein zweieiiger Zwilling des neuen Smartphones von Leica. Das Erstgeborene hatte Vortritt, schließlich ist es die Show der Chinesen. Kamera steht im Fokus Wie schon das Vorgängermodell mit der Nummer 15 zeigt das Xiaomi 17 Ultra schon äußerlich, um welche technische Fokussierung es dem Hersteller geht. Es dreht sich fast alles um die Kamera. Auf dem Rücken dominiert wieder eine großzügige Erhebung in Kreisform mit drei Optiken und Sensoren in der Mitte. Ein Schriftzug weist daraufhin, wer wie bei den letzten Modellen seine Finger im Spiel hat: die Entwicklungsabteilung von Leica. Weil es im Wesentlichen beim bekannten Kreis und dem kaum veränderten Äußeren bleibt, haben die Chinesen das gleiche Problem wie alle anderen Hersteller. Der Unterschied zum Vorgänger Xiaomi 15 Ultra ist eher gering, aber die neuen Eigenschaften müssen groß gemacht werden. Dünner Rand, stabiles Gehäuse Am Gehäuse ändert sich wenig, der Rand ist feiner, schmaler und versteckt sich fast vollständig hinter dem Bildschirm. Das Ultra lag schon immer gut, aber jetzt noch besser in der Hand. Dass es dünner und leichter als der Vorgänger ist, erscheint logisch. Ohne den Buckel der Optikeinheit kommt es auf nur 8,29 Millimeter, auf die Waage bringt es 218 Gramm. Die neue Farbe Starlit Green ergänzt die üblichen Varianten schwarz und weiß. Damit das Ultra nach einem Sturz möglichst heil bleibt, hat Xiaomi ein noch festeres Glas, einen verstärkten Rücken und stabileren Rahmen integriert. Es ist IP68 zertifiziert. Optischer Zoom der Tele-Optik Der Hauptgrund für den Kauf eines Ultras von Xiaomi dürfte also nach wie vor die Kamera sein. Die haben wir schon ausprobiert und sind wieder einmal beeindruckt. Schon die Daten lassen die Qualität erahnen. Den ein Zoll großen Sensor haben die Chinesen abermals verbessert. Für die Technologie geben sie ihm den Namenszusatz Lofic. Neben der Hauptkamera mit 50 Megapixel und dem Ultraweitwinkelobjektiv mit der gleichen Auflösung steckt in dem Modul eine Telelinse mit 200 Megapixel und ein optischer Zoom mit einer Brennweite von 75 bis 100 Millimeter. Das Teleobjektiv ist das Highlight des Gerätes. Auch damit haben wir schon gespielt. Es macht viel Spaß beim Fotografieren. Der Zoom, der rechnerisch auf 400 Millimeter kommt, holt sich Unterstützung von der KI, um weit entfernte Objekte scharf zu zeichnen. Das gelingt häufig gut. Neuester Prozessor von Snapdragon Ebenso hat Xiaomi ein paar Milliamperestunden bei der Batterie draufgepackt. 6000 Milliamperestunden stehen nun zur Verfügung. Auf diese Energiekapazität greift unter anderem die Prozessoreinheit von Qualcomm zu. Wie nicht anders zu erwarten, ist mit dem Snapdragon 8 Elite Gen 5 die neueste Generation an Bord. Der Bildschirm erfüllt alle technischen Kriterien wie etwa eine dynamische Bildwiederholfrequenz von 1 bis 120 Hertz, um mindestens auf dem Level der rivalisierenden Flaggschiffe Webseiten, Bilder und Videos auf einer Größe von 6,9 Zoll darzustellen. Der Arbeitsspeicher kommt auf 16 Gigabyte, für den Einstiegspreis von 1500 Euro stehen 512 Gigabyte interner Speicher zur Verfügung. Mit einer Erhöhung auf ein Terabyte steigt der Preis auf 1700 Euro. Photography Kit mit Zusatzakku Wie schon für den Vorgänger bietet Xiaomi weiterhin das Photography Kit für 100 Euro an. Wir mögen dieses Zubehör. Es wird um das Smartphone wie eine Hülle gepackt. Das Kit hat einen zweistufigen Auslöser und eine spezielle Videotaste. Die etwas dickere Pro-Version kostet 200 Euro, hat einen Kunstledergriff und vor allem einen zusätzlichen Akku mit 2000 Milliamperestunden. Der Auslöseknopf lässt sich abnehmen und das Photography Kit Pro ergänzt die Software um Funktionen wie eine Fastshot-Modus-Oberfläche. Wenn es schon ein Kit sein soll, empfehlen wir die Pro-Variante. Leica will es wissen Und was es nun mit dem Leitzphone auf sich? Das neue Smartphone von Leica kostet mit 2000 Euro deutlich mehr als sein Zwilling Xiaomi 17 Ultra. Dafür bekommen Kunden ein Terabyte internen Speicher und ein paar zusätzliche Features. So ist zum Beispiel die Bedienungsoberfläche von Leica gestaltet. Auch beim Äußeren hatten die Deutschen ihre eigenen Vorstellungen. Mit dem Gehäuse aus Aluminiumlegierung und nickel-eloxierter Oberfläche erinnert es an die M-Serie von Leica. Damit man in manchen Momenten daran glauben könnte, eine Leica in der Hand zu haben, lässt sich der Ring, der beim 17 Ultra das Kameramodul nur dekorativ auf der Rückseite einfasst, beim Leitzphone drehen. Dann reagieren unterschiedliche Softwareparameter im Pro-Modus wie etwa manueller Fokus, Zoom oder Weißabgleich, indem der Nutzer das Rad wie an einer Kamera mit zwei Fingern dreht. Das klingt klasse. Wir sind gespannt, das Rad im Alltag zu testen. Des Weiteren bietet Leica Essential Modi an, die Fotos machen sollen, als wären sie mit Modellen wie der M9 oder M3 aufgenommen. Viel Akku, wenig interner Speicher Nun will nicht jeder 1500 oder gar 2000 Euro für ein Smartphone ausgeben. Deswegen hat Xiaomi ebenso wie die Konkurrenz von Apple, Samsung und anderen ein Nicht-Ultra im Angebot. Das Xiaomi 17 kostet 1000 Euro, hat 12 Gigabyte Arbeitsspeicher und 256 Gigabyte für die Daten. Für den Aufpreis von 100 Euro sind es dann 512 Gigabyte interner Speicher. Xiaomi gönnt dem Produkt die gleiche Prozessoreinheit wie dem Ultra, also den Snapdragon 8 Elite Gen 5. Beide Geräte kommen mit HyperOS 3 auf Android 16. Erstaunlich ist die Leistungskapazität des Akkus. 6330 Milliamperestunden versprechen viel Ausdauer. Die Qualität des Bildschirms entspricht nicht ganz dem des Ultras, zudem ist er wegen des kompakten Gehäuses kleiner: 6,3 Zoll. Das Xiaomi 17 ist knapp über 8 Millimeter dünn, wiegt 192 Gramm und schmiegt sich mehr in die Hand als das Ultra. Quadratur des Kreises Dass die Chinesen für die Kamera des 17 ein anderes Konzept als für ihr Flaggschiff im Sinn gehabt haben, sieht man sofort, wenn man auf dem Rücken das Kameramodul betrachtet. Aus dem Kreis wird ein Quadrat mit vier Augen, drei davon nehmen Licht für die Kamerachips entgegen. Die Ausstattung sieht nicht nur anders aus, sondern klingt auch weniger spektakulär als bei den beiden Flaggschiffen. Der Sensor der Hauptkamera ist nicht ganz auf Augenhöhe mit dem des Ultra. Alle drei Objektive lösen mit 50 Megapixel auf. Auf 60 Millimeter Brennweite kommt die Telelinse. Insgesamt werden Nutzer im Alltag dennoch mit der Qualität der Bilder zufrieden sein, weil nicht nur die Flaggschiffe der Hersteller hohes Niveau liefern. Allerdings kommen Fotografen, die professionelle Ansprüche an ihr Smartphone haben und dieses als Kameraersatz für manche Gelegenheiten sehen, an dem Xiaomi 17 Ultra und dem Leitzphone von Leica nicht vorbei. Für welchen Zwilling sich die Mehrheit entscheidet, muss sich noch zeigen. Wir haben einen Favoriten.
