Die Tage werden kürzer, die Gelegenheiten, mit dem Wohnmobil oder dem Wohnwagen nette Tage zu verleben, seltener. Alle, die keine passionierten Wintercamper sind, machen sich Gedanken: Wohin mit dem guten Stück, wenn es nicht genutzt wird? Man kann es sich natürlich einfach machen und es schlicht auf der Straße vor dem Haus stehen lassen. Da spricht rechtlich nichts dagegen, sofern ordnungsmäßig geparkt wird. Aber längst stehen mancherorts so viele „Womos“ herum, dass mitunter beim Ordnungsamt angerufen und Beschwerde geführt wird. Aber klar, zugelassene Camper und Wohnmobile dürfen auf öffentlichem Grund abgestellt werden, so wie jedes Auto auch. Nicht so aber Wohnwagen oder Anhänger, die dürfen streng genommen nur 14 Tage am gleichen Ort geparkt werden. Und saisonzugelassene Fahrzeuge dürfen gar nicht auf die Straße. So schön zweieinhalb Monate Langzeit-Urlaub im Süden Europas auch waren, jetzt steht der Camper nutzlos herum und kostet Steuer und Versicherung. Jeden Morgen scheint er einem zuzurufen: „Fahr mich endlich wieder.“ Doch die nächste Tour ist erst fürs Frühjahr 2026 geplant. Und natürlich würde sich auch das zugelassene Wohnmobil in einer warmen Halle wohler fühlen als auf der kalten Straße. Doch solche Stellplätze sind noch schwieriger zu finden als Garagen für Oldtimer. Mit denen gibt es wenigstens keine Probleme wegen der Höhe. 200 Euro und mehr im Monat kosten Unterstellmöglichkeiten für Wohnmobile, doch sie sind mehr als rar gesät. Kein Wunder bei der hohen Nachfrage. In diesem Jahr im April hat das Flensburger Kraftfahrtbundesamt erstmals einen Bestand von mehr als einer Million Wohnmobile gemeldet, doppelt so viele wie 2017. Und die Wohnwagen sind noch gar nicht mitgezählt. Der Neubau von Hallen mit Mietplätzen für Wohnmobile könnte eine clevere Geschäftsidee sein.
