In Hongkong sind am Mittwoch mindestens fünf Hochhäuser in Flammen aufgegangen. Aufnahmen zeigten, wie das Feuer über die Baugerüste aus Bambus übergriff, mit denen die Hochhäuser für Renovierungsarbeiten eingerüstet waren. Nach ersten Angaben der Behörden kamen durch das Feuer mindestens 13 Menschen ums Leben, darunter ein Feuerwehrmann. Mindestens 28 weitere Bewohner wurden zum Teil schwer verletzt. Örtliche Medien berichteten von mindestens einem weiteren Dutzend Menschen, die in ihren brennenden Gebäuden eingeschlossen waren. Die Anlage sollte schon lange renoviert werden Die Ursache des Feuers blieb zunächst unklar. In Hongkong ist die Verwendung von Bambusgerüsten für Renovierungs- oder Bauarbeiten von jeher üblich. Bambus ist leicht und stabil, aber auch leicht entflammbar. Der Brand ereignete sich im Bezirk Tai Po in den New Territories, im Norden von Hongkong. Die Anlage Wang Fuk Court stammt aus den achtziger Jahren und umfasst knapp 2000 Wohnungen in acht Wohnblocks, in denen rund 4000 Menschen wohnen. Hongkong ist einer der am dichtesten besiedelten Orte der Erde. Seit Monaten soll die betroffene Anlage schon renoviert worden sein. Das Feuer brach am Nachmittag aus, Flammen schlugen auch am Mittwochabend noch durch die Dunkelheit. Die Stadtregierung richtete Notlager für die in Sicherheit gebrachten Menschen ein. Die „South China Morning Post“ zitierte Bewohner der Anlage, die von nicht funktionierenden Feuermeldern berichteten. Mehr als 760 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Von den ausgefahrenen Drehleitern der Leiterwagen aus lenkten sie Wasser auf die Flammen. Bis in den späten Abend hinein blieb es den Rettungskräften aufgrund von starkem Rauch und großer Hitze kaum möglich, in die oberen der insgesamt gut dreißig Stockwerke zu gelangen. Ein Rentner sagte der „South China Morning Post“, schon lange habe er die Hausverwaltung auf die mangelhaften Bauarbeiten an der Außenwand der Gebäude hingewiesen. Zudem hätten die Arbeiter auf dem Bambus-Baugerüst geraucht. Doch seien alle seine Warnungen ignoriert worden. Im Frühjahr hatten die Behörden angekündigt, bei öffentlichen Bauvorhaben Bambus-Gerüste abzuschaffen und nach und nach durch Metallgerüste zu ersetzen. Diese böten einen besseren Brandschutz. Eine gänzliche Abschaffung sei jedoch nicht geplant, hieß es.
