Latham & Watkins holt sich in Deutschland prominente Private-Equity-Spezialisten vom Konkurrenten Freshfields . Markus Paul, Wessel Heukamp, Verena Nosch und Carsten Haak verstärken die US-Kanzlei im ersten Quartal, je zwei Fachleute in Frankfurt und München, den beiden wichtigsten deutschen Private-Equity-Zentren. Das teilte die Kanzlei der F.A.Z. am Dienstag mit. Die vier Partner bringen in Summe Jahrzehnte an Erfahrung mit Transaktionen unter Beteiligung von Private Equity (PE) mit. Heukamp gehört außerdem zu den renommierten deutschen Anwälten im Fusionsgeschäft der Versicherungsbranche. Paul hat für Freshfields etwa die Investoren Permira und Warburg Pincus beraten, Heukamp unter anderem Cinven und EQT. Nosch weist zum Beispiel General Atlantic und – vor ihrer Freshfields-Zeit – Bain Capital vor und war auch für Siemens und WMF tätig. Haaks Liste reicht von Hellman & Friedman über TPG bis zu Blackstone und Permira. Die Zugänge folgen einem für Latham wirtschaftlich sehr erfolgreichen, aber von vielen Wechseln geprägten Zeitraum. So verlor man 2024 ein Team von Kapitalmarktrechtlern an die Kanzlei White & Case, das jedoch im gleichen Jahr nach nur wenigen Monaten geschlossen zurückkehrte. In diesem Herbst musste Latham mehrere Abgänge von PE-Anwälten zu US-Konkurrent Weil, Gotshal & Manges hinnehmen. Zu ihnen zählte Sebastian Pauls, ein im Markt besonders anerkannter jüngerer Partner. Nicht die erste Abwerbung Dennoch bleibt die Westküstenkanzlei mit Stammsitz in Los Angeles und rund 200 Anwälten einer der größten US-Vertreter in Deutschland. Blickt man auf die vielen Quereinsteiger der vergangenen zehn Jahre zurück, dürfte der Zugang des Freshfields-Quartetts besonders signifikant sein. Wenn sich Latham bei der britischen Topkanzlei bediente, dann immer mit strategischem Weitblick. 2016 kam von dort Michael Esser, einer der führenden Köpfe für Fusionskontrollen. Zwei Jahre später folgte der Transaktionsanwalt Tobias Larisch, der mittlerweile Partner bei Kirkland & Ellis ist. Über ihn baute Latham von Düsseldorf aus die Infrastruktur- und Energiepraxis aus. Wie im aktuellen Fall standen mit M & A (Fusionen und Übernahmen) und Kartellrecht wichtige Säulen für das Transaktionsgeschäft im Vordergrund, genau dort, wo sich die Großkanzlei als attraktive Plattform für Partner anderer Einheiten mit internationalem Geschäft und Finanzinvestoren im Mandatsportfolio positioniert hat. Die jetzigen Zugänge stärken wieder dezidiert das deutsche PE-Geschäft, dessen Gesicht von Burc Hesse und Oliver Felsenstein geprägt wird – beide einst von Clifford Chance gekommen. Latham hat laut Bloomberg 2025 bisher in Europa mit Abstand den größten Anteil an abgeschlossenen PE-Transaktionen gemessen am Volumen – und im gesamten M-&-A-Geschäft auf der Welt den zweithöchsten hinter Kirkland. Beide Häuser setzen sich gemessen am Weltumsatz (sieben beziehungsweise 8,8 Milliarden Dollar im Jahr 2024) und der Höhe der Partnervergütungen deutlich von anderen internationalen Kanzleien ab. Die Fachpublikation „Law.com“ weist für Freshfields rund drei Milliarden Dollar Umsatz für das Geschäftsjahr 2024/25 aus.
