FAZ 06.01.2026
01:29 Uhr

Winter-Chaos: Schnee sorgt für 1000 Kilometer Stau in Paris


Schnee und Eis im Nordwesten und im Zentrum Frankreichs sorgen für außergewöhnliche Situationen.

Winter-Chaos: Schnee sorgt für 1000 Kilometer Stau in Paris

Das Winterwetter hat Europa fest im Griff. Im Großraum Paris haben Schnee und Eis mehr als 1000 Kilometer Stau verursacht. Die Marke wurde laut dem Verkehrsdienst Sytadin am späten Nachmittag überschritten. Im Schnitt sind die Staus in der Region zu dieser Tageszeit insgesamt nur etwa 250 Kilometer lang. Im Verlauf des Abends nahm die Stau-Länge wieder ab. In der Region rund um Paris mit ihren eher milden Wintern haben Autos meist keine Winterreifen. Für Autofahrerinnen und Autofahrer in der Region gab es wegen der widrigen Wetterbedingungen ein strengeres Tempolimit: Sie durften nach einer Anordnung der Pariser Polizeipräfektur höchstens 80 Kilometer pro Stunde fahren. Schneefall und Eis hatten auch den Nordwesten Frankreichs - die Normandie und Bretagne – fest im Griff. Auch dort kam es zu Verkehrsstörungen. Busverkehr in Paris unterbrochen In Paris wurde zudem zwischenzeitlich der Busverkehr unterbrochen, wie die Verkehrsbetriebe RATP mitteilten. Auch auf den regionalen Bahnstrecken gab es demnach Störungen. Die Wetterbedingungen hatten auch Auswirkungen für den Flugverkehr, da die Zahl der Flüge an den Flughäfen Charles de Gaulle und Orly bis in den Abend hinein um 15 Prozent reduziert werden musste, wie der französische Verkehrsminister Philippe Tabarot mitteilte. Grund dafür sei, dass die Start- und Landebahnen geräumt und die Flugzeuge enteist werden müssten. Die Schneedecke in der französischen Hauptstadt sorgte aber nicht nur für Ärger, sondern auch für Vergnügen: An der berühmten Basilika Sacré-Coeur, die sich auf dem Montmartre-Hügel befindet, bestaunten Passanten einen Skifahrer, der den Hügel für eine Abfahrt inklusive Sprung nutzte. In den Niederlanden ist derweil der Zugverkehr durch das Winterwetter und eine technische Störung fast vollkommen lahmgelegt. Bis 10 Uhr werde im ganzen Land kein Zug der niederländischen Bahn fahren, teilte diese mit. Zu zahlreichen Problemen an Weichen durch das heftige Winterwetter kam nach Angaben der Bahn am frühen Morgen noch eine Computer-Störung. Internationale Züge seien von der Störung vorläufig nicht betroffen. Auch können andere Verkehrsunternehmen lokal ihre Züge fahren lassen. Das Winterwetter sorgt zudem auf den Straßen und am Amsterdamer Großflughafen Schiphol weiter für Probleme. Rund 350 Flüge seien bereits annulliert worden. Auch in Deutschland bleibt es derweil eisig. Die Temperaturen in Berlin und Brandenburg bleiben im Minusbereich, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilt. Demnach startet der Tag mit Tiefstwerten zwischen minus sechs und minus neun Grad, im Süden vereinzelt bis minus zwölf Grad. Im Tagesverlauf steigen die Werte zwar etwas an, erreichen aber maximal minus drei bis minus ein Grad. Vereinzelt soll es Schneeschauer geben. Auf den Straßen ist Vorsicht geboten, denn Schneematsch oder überfrierende Feuchtigkeit können zu Glätte führen. Im Südwesten Berlins haben derzeit nach einem Anschlag Zehntausende Menschen keinen Strom. Und auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kehrt der Schnee vorübergehend zurück. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fällt am Morgen in einigen Regionen, darunter auch in Leipzig und Magdeburg, leichter Schnee. Die Neuschneemengen bleiben dabei gering und liegen meist unter einem Zentimeter. Doch auch in Sachsen wird vor den Gefahren des Winters gewarnt: Nach tagelangem Dauerfrost sind dort zahlreiche Gewässer zugefroren, die Behörden warnen aber vor dem Betreten der Eisflächen. Das Betreten der Tümpel, Seen, Flüsse und Weiher erfolge auf eigene Gefahr, teilte die Stadt Leipzig auf Anfrage mit. Stärke und Tragfähigkeit der natürlichen Eisflächen sind demnach nur schwer einschätzbar und selbst die dicksten Eisflächen gäben keine Garantie auf ausreichende Belastbarkeit.