Der Profifußball und seine Preisträger – das ist so ein klares Missmatch, dass sich alle Anwärter auf die Weltmeisterschaft fragen sollten, wie sie Weltmeister werden können. Indem sie das Finale gewinnen? Oder indem sie Gianni Infantinos „Today I feel“-Rede auswendig aufsagen? Kleiner Tipp für alle, die die neuesten Preisverleihungen noch nicht kennen: „today I feel disabled“ folgt auf „today I feel gay“. Denn was bekommt ein Präsident, wenn er durchs WM-Land paramilitärische Banden fahren lässt, die in dieser Woche, wie immer vermummt, einen Fünfjährigen benutzten und diesen als Köder an der Haustür seiner Eltern klopfen ließen? Den Friedenspreis der FIFA! Was bekommt ein Team, wenn es sich im Finale daran beteiligt, dem Torhüter des Rivalen das Handtuch zu klauen, damit der im Regen die Handschuhe nicht abtrocknen kann? Den Fair-Play-Preis des Afrika-Cups! Und was bekommt Yehvann Diouf? Nichts. Er, Ersatztorhüter der Senegalesen, hat sich zuletzt im Finale gegen die angeblich so fairen Marokkaner hinter das Tor seiner Elf gestellt, um das Handtuch zu beschützen. Er hat es auch dann behauptet, als sich Balljungen auf ihn stürzten. Und er hat, weil sein Torhüter mit halbwegs trockenen Handschuhen einen Elfmeter gehalten hat, der Welt im WM-Jahr gezeigt, dass es sich lohnt, Widerstand zu leisten.
