Seit dieser Woche nimmt das amerikanische Start-up „Gru Space“ Anzahlungen für Übernachtungen in einem Hotel auf dem Mond entgegen. Die große Eröffnung ist für 2032 avisiert. Eine Reservierung für einen fünftägigen Aufenthalt kostet eine Million Dollar. Das mag wie eine abstrus hohe Summe für den Urlaub in einem Hotel erscheinen, das bisher nur als Skizze auf dem Papier existiert. Aber „Gru Space“ scheint es ernst zu meinen und zählt bereits das in San Francisco ansässige Gründerzentrum „Y Combinator“, das auch schon Unternehmen wie Airbnb investiert hat, zu seinen frühen Unterstützern. Die Frage, die sich potenzielle Mondfahrer nun stellen werden, ist aber: Lohnt sich das überhaupt? Als preisbewusster Urlauber liest man Bewertungen auf Booking.com. Die gibt es für das Mond-Hotel zwar noch nicht, aber wir können uns vorstellen, wie sie ausfallen werden. Personal Die Angestellten sind in Ordnung, wenn man kein Problem mit humanoiden Robotern und Sprachassistenten hat. Einer namens Hal 9000, vermutlich ein Animateur, versuchte, mich andauernd zu Mondspaziergängen zu überreden. Sehr aufdringlich. (5 von 10 Punkten) Ausstattung „Authentisches Ambiente“ heißt hier wohl, dass der Spa-Bereich aussieht wie ein NASA-Experiment. Wer braucht bei 130 Grad Außentemperatur eine Sauna? Außerdem zieht es ständig, wenn jemand die Luftschleuse offen stehen lässt. (4/10) Komfort Die Betten sind eine Katastrophe. Habe kaum geschlafen – zumal die Sonne nie unterging. Es half auch nicht, dass ab der dritten „Nacht“ der Sauerstofffilter in meinem Zimmer brummte. Sollte bei 7,5 Millionen Dollar für fünf Tage nicht passieren. (2/10) Essen Besser als man denkt. Gefriergetrocknete Trump-Steaks schmecken toll. Normalerweise lege ich im Urlaub immer ein paar Kilo zu. Hier konnte ich mich am Büfett austoben und wog knapp ein Sechstel meines Wohlfühlgewichts. Punktabzug für die stumpfen Messer. Das Personal meinte, es sei eine Sicherheitsmaßnahme, weil das Hotel aufblasbar ist. (8/10) Sauberkeit Eigentlich dachte ich, „Mondstaub“ ist jedem ein Begriff. Beim Personal lag ich da offensichtlich falsch. Sehr nachlässig, obwohl wir nur vier Gäste waren. Ich möchte hier nicht darauf eingehen, was „Wasser-Recycling“ in Wirklichkeit bedeutet, aber beim nächsten Mal würde ich eigene Getränke mitbringen. (1/10) WLAN Genau so schlecht wie auf der Erde (wenn man mit der Deutschen Bahn zwischen Berlin und Hamburg unterwegs ist). (3/10) Aktivitäten Habe die „Neil-Armstrong-Experience“ gebucht. War in Ordnung, aber „Kleiner Schritt für einen Menschen“, von wegen. Man hüpft herum wie eins von Elons Kindern auf dem Trampolin. Die Anzüge sehen auch ein bisschen peinlich aus. (5/10) Lage Die Broschüre verspricht „atemberaubende Ausblicke auf die umliegende Mondlandschaft“ – und das stimmt. Es war toll. Der Blick auf die Erde war leider von den Atomreaktoren verdeckt, die Trump in seiner dritten Amtszeit auf dem Mond bauen ließ. Ein Punkt Abzug. (9/10) Fazit Ein – zum Glück – einmaliges Erlebnis. (4/10)
