FAZ 08.12.2025
16:39 Uhr

Wellen Gesichtet: Schweres Erdbeben und Tsunami-Warnung in Japan


Der Norden Japans bangt vor einem Tsunami, der auf die Küste zurollen soll. Zuvor hatte es ein schweres Erdbeben gegeben, das in weiten Teilen des Landes zu spüren war.

Wellen Gesichtet: Schweres Erdbeben und Tsunami-Warnung in Japan
Der Dom St. Stephan in Passau. (Foto: Armin Weigel/dpa)

Ein schweres Erdbeben hat am späten Montagabend den Norden Japans erschüttert. Die Behörden warnen aktuell vor einem bis zu drei Meter hohen Tsunami, der die Küste erreichen könnte. Hohe Wellen seien bereits 30 Kilometer vor der Ostküste der Präfektur Aomori gesichtet worden und bewegten sich schnell auf das Land zu, hieß es im öffentlich-rechtlichen Fernsehsender NHK. „Die Wellen sind unterwegs dahin, wo Sie sind“, warnten die Sprecher im Fernsehen. Im Büro von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi habe die Regierung einen Krisenstab einberufen, berichtet der Sender weiter. Demnach möchte die Meteorologie-Behörde über weitere Maßnahmen informieren. Auch die Bewohner anderer Küstenregionen im Norden der Hauptinsel Honshu sowie in Teilen der nördlichen Insel Hokkaido wurden dringend aufgerufen, sich in höher gelegene Gebiete zu flüchten. „Bringen Sie sich sofort in Sicherheit. Unterschätzen Sie nicht die Kraft eines Tsunamis und die Zerstörung, die er bringen kann“, sagten die Fernsehkommentatoren in eindringlichem Ton. Das Beben um 23.15 Uhr Ortszeit hatte laut den Behörden eine Stärke von 7,6 und lag im Pazifischen Ozean vor der Ostküste Japans. In einigen Städten auf dem Festland erreichten die Erdstöße auf einer eigenen japanischen Skala die Intensität 6+. Die höchste Stufe dieser Skala ist 7. Von Opfern und Schäden war zunächst nichts bekannt. Entlang des Küstenstreifens liegen zwei Atomkraftwerke. Gegen Mitternacht gab die Atombehörde des Landes bekannt, dass sie in einem davon, dem Kraftwerk Onagawa, Stand 23.30 Uhr keine Unregelmäßigkeiten festgestellt habe. Das andere Kraftwerk wurde zu dem Zeitpunkt noch überprüft. Das Beben war in weiten Teilen Japans zu spüren. Selbst in der 700 Kilometer südlich der Präfektur Aomori gelegenen Hauptstadt Tokio wurden noch Erdstöße der Stärke 3 gemessen, durch die etwa Lampen wackeln und Gläser klappern. Nicht weit von dem Epizentrum entfernt liegt auch die Stelle, wo im Jahr 2011 die schwerste Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in der jüngeren Geschichte des Landes in der Region Fukushima ihren Ausgang nahm. Das Beben damals hatte eine Stärke von 9 erreicht.