FAZ 05.12.2025
02:24 Uhr

Weißes Haus: Trump beauftragt neuen Ballsaal-Architekten


Mit dem alten Architekten soll sich der Präsident über die Größe des Anbaus zerstritten haben. Jetzt stellt die Regierung einen neuen Verantwortlichen für den Prunkbau vor.

Weißes Haus: Trump beauftragt neuen Ballsaal-Architekten

Der amerikanische Präsident Donald Trump hat einen neuen Architekten für den geplanten Ballsaal am Weißen Haus angeheuert. Für den 300-Millionen-Dollar-Bau sei nun die Firma von Shalom Baranes zuständig, teilte das Weiße Haus am Donnerstag in Washington mit. Medienberichten zufolge hatte sich Trump mit dem alten Architekten James McCrery über die Größe des Anbaus zerstritten. Trump hatte im Oktober überraschend den gesamten Ostflügel des Weißen Hauses abreißen lassen, um Platz für den Ballsaal zu schaffen. Er soll laut Trump Platz für 1000 Gäste bieten. In den ersten Plänen vom Sommer war lediglich von 650 Gästen und Kosten von 200 Millionen Dollar die Rede, also rund einem Drittel weniger als nun veranschlagt. Mit 90.000 Quadratfuß (8360 Quadratmeter) — das entspricht rund der Fläche von eineinviertel Fußballfeldern — soll der Neubau die 55.000 Quadratfuß große Präsidentenresidenz deutlich übertreffen. Das ist weit mehr Raum, als für einen Ballsaal mit den 1000 Gästen nötig wäre, die Trump dort unterbringen will. Offizielle Zeichnungen zeigen einen prunkvollen Festsaal, dessen Dimensionen jedoch eher an ein Kongresszentrum oder ein Hotelkonferenzzentrum erinnern. Laut offiziellen Angaben sollen in dem Gebäude auch Büros und weitere Einrichtungen untergebracht werden, Details dazu wurden jedoch noch nicht genannt. Neuer Architekt soll Arbeiten „auf die nächste Stufe“ heben Medienberichten zufolge hatte der bisherige Architekt McCrery gewarnt, der Neubau dürfe das Weiße Haus nicht in den Schatten stellen. Nun soll der Nachfolger Baranes die Arbeiten „auf die nächste Stufe“ heben, wie das Präsidentenbüro mitteilte. Er präge das Gesicht der US-Hauptstadt „seit Jahrzehnten“. Der Ballsaal soll nach dem Willen Trumps mit viel Gold, Stuck und üppigen Lüstern ausgestaltet werden. Der Präsident hat dafür nach eigenen Angaben umfangreiche Spenden aus der Privatwirtschaft eingeworben. Das Bauvorhaben wird unter anderem vom Denkmalschutz scharf kritisiert, der in die Pläne nicht eingebunden war. Die Opposition im Kongress und Stimmen aus der Zivilgesellschaft werfen dem Präsidenten Verschwendung vor. Der Ballsaal ist eine von mehreren baulichen Veränderungen, die Trump seit seinem Amtsantritt vorgenommen hat. So ließ er den Rasen des Rosengartens pflastern und im Oval Office goldene Verzierungen anbringen. Ein Mitspracherecht bei der endgültigen Größe des Projekts könnte die Nationale Hauptstadt-Planungskommission (NCPC) haben. Das Weiße Haus hat seinen Vorschlag für den Ballsaal der NCPC jedoch noch nicht zur Genehmigung vorgelegt. Ein ranghoher Trump-Mitarbeiter, Will Scharf, leitet die Kommission. Anfang November hatte Trump Fotos des von ihm renovierten Lincoln-Badezimmers mit Marmorpaneelen und goldenen Armaturen veröffentlicht. Auch in anderen Teilen des historischen Gebäudes ließ er Marmorfußböden und neue Beleuchtung installieren und das Oval Office mit zahlreichen Goldverzierungen neu dekorieren.