Schulstreik? Eher handelt es sich um Schwänzen aus selbst gesetzten, vermeintlich höheren Motiven. Was unlängst noch das Klima war, ist nun also ein neuer Wehrdienst. In beiden Fällen gilt: Gut, wenn sich die Schüler engagieren und an den Debatten beteiligen, die tatsächlich künftig vor allem sie betreffen. Gern auch organisiert. Und wer will etwas gegen Spontanversammlungen sagen, auch die stehen unter dem Schutz des Grundgesetzes, nicht nur in der Freizeit. Der Kern des Streiks Aber Kern dieser Streiks ist stets gewesen, über Protest und Debatte die Rechte anderer und die eigenen Pflichten zu vergessen. Im demokratischen Rechtsstaat, erst recht in einer internetbasierten öffentlichen Kommunikation, kann jeder seine Stimme zur Geltung bringen. So zu tun, als müsse man „Widerstand“ leisten und auf das Feld des Unrechts ausweichen, bringt zum Ausdruck, wie wenig man von unserer freiheitlichen Grundordnung hält. Das zeigt sich vor allem in der Debatte über den Wehrdienst beziehungsweise ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr. Hier geht es ja gerade um die Frage, ob wir unsere Art zu leben für schützenswert halten. Es ist bezeichnend, dass gerade der rechte Saum dieses Land offenbar nicht verteidigen will. Damit entlarven sich alle pseudopatriotischen Schwüre von selbst. Damit ist das Verdikt nicht nur aus soldatischer Sicht klar: Untauglich.
