Die Frankfurter Buchmesse erhält Ende 2026 einen neuen Geschäftsführer. Der Hamburger Verleger Joachim Kaufmann, bisher Geschäftsführer des Carlsen Verlags, tritt zum 1. September 2026 in das Unternehmen ein und folgt nach Abschluss der diesjährigen Bücherschau auf Juergen Boos, der die Geschäfte der Buchmesse seit mehr als 20 Jahren führt und für die Messe 2026 verantwortlich bleibt. Der 1972 geborene Kaufmann übernahm nach Stationen in Vertrieb und Marketing bei Herder, Christophorus, Bertelsmann und Ravensburger 2006 die Geschäftsführung des zur schwedischen Bonnier-Gruppe gehörenden Carlsen Verlags, für den er von Polen bis China neue Märkte erschloss. Jahrelang vertrat er die deutschen Verlage in der International Publishers Association, derzeit spricht er in der Federation of European Publishers für sie. Als „außerordentlich erfolgreicher und international bestens vernetzter Verlagsmanager“ sei Kaufmann der ideale Nachfolger für Juergen Boos, äußerte Karsten Schmidt-Hern, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Beteiligungsgesellschaft, der Muttergesellschaft der Bücherschau: „Wir sind überzeugt, dass Joachim Kaufmann die Erfolgsgeschichte der Frankfurter Buchmesse fortschreiben und zugleich neue Impulse setzen wird, damit die Messe traditionsbewusst und zukunftsfähig bleibt.“ Die Messe als „größtes Festival für Buch und Lesen“ Da Kaufmann im Börsenverein, der die Buchmesse seit 1949 in Frankfurt ausrichtet, dem Ausschuss für Verlage angehört und mit Carlsen zu den Ankerkunden der Bücherschau zählt, dürfte er seine Stimme auch zum neuen Messekonzept beigetragen haben, das die Publikumsverlage in diesem Jahr erstmals in den Erdgeschossen der Messehallen konzentriert und den Geschäftskunden die oberen Geschosse überlässt. Er freue sich darauf, die Arbeit von Boos fortzuführen und die „bedeutendste Buchmesse der Welt“ weiterzuentwickeln, teilte Kaufmann mit. Sie müsse in ihrer Funktion als wichtigstes internationales Treffen der Buchbranche auch weiterhin der zentrale Ort für den Rechtehandel und den persönlichen Austausch der gesamten Buchwelt bleiben, sich den Bedürfnissen ihrer Kunden aber auch permanent anpassen: „Außerdem sehe ich für den deutschsprachigen Markt beste Chancen, sie als größtes Festival für Buch und Lesen weit über Frankfurt hinaus auszubauen.“ Der 1961 geborene Boos tritt nach dem Ende der diesjährigen Buchmesse in den Ruhestand. Sie wird am 7. Oktober eröffnet. Er freue sich über die Wahl Kaufmanns, den er seit vielen Jahren schätze: „Er versteht es wie nur wenige andere Führungspersönlichkeiten in unserer Buchwelt, Menschen für seine Ideen und Überzeugungen zu gewinnen.“ Kaufmann wird auch die Aufgabe zukommen, den nächsten Vertrag der Buchmesse mit ihrer Gastgeberin, der Messe Frankfurt, auszuhandeln. Der aktuelle läuft bis 2028.
