FAZ 17.02.2026
15:35 Uhr

Wahlumfrage: CDU in Frankfurt vier Wochen vor der Wahl auf Platz eins


Bei der Kommunalwahl am 15. März ist mit erheblichen Verschiebungen bei den Sitzen im Frankfurter Römer zu rechnen. So ist die Lage laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der F.A.Z.

Wahlumfrage: CDU in Frankfurt vier Wochen vor der Wahl auf Platz eins

Der Sieger der Kommunalwahl in Frankfurt könnte die Union werden, der Verlierer die Grünen. Im Auftrag der F.A.Z. hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa zwischen dem 2. und 10. Februar 1014 Bürgern der Stadt online und per Telefon die Frage gestellt, welche Partei sie am 15. März wählen möchten. Dabei gaben 24 Prozent die CDU an, 20 Prozent nannten die SPD und 19 Prozent die Grünen. Das wäre eine erhebliche Verschiebung gegenüber der Kommunalwahl vor fünf Jahren, als die Grünen mit 24,6 Prozent auf Platz eins gekommen waren, gefolgt von der CDU mit 21,9 und der SPD mit 17,0 Prozent. Diese beiden Parteien würden mithin zulegen. Mit Zugewinnen können auch die Parteien am äußersten Rand des Parteienspektrums rechnen. Die AfD kommt bei der Forsa-Umfrage auf elf, die Linke auf zwölf Prozent nach 4,5 und 7,9 Prozent vor fünf Jahren. Der Anteil der FDP wiederum schrumpft deutlich. Nachdem sie bei der Kommunalwahl 2021 7,6 Prozent erhalten hatte, gaben bei der Umfrage nur noch drei Prozent der Befragten an, sie würden voraussichtlich die Liberalen wählen. Der gleiche Anteil entfällt auch auf die Partei Volt, was in ihrem Fall aber nur einen leichten Rückgang bedeuten würde. Forsa-Geschäftsführer Manfred Güllner hebt hervor, dass die Umfrage eine Fehlertoleranz von drei Prozentpunkten nach oben und unten habe. Die Angaben der Befragten, wem sie voraussichtlich ihre Stimme geben werden, darf auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Skepsis gegenüber den Parteien beachtlich ist. Auf die Frage, wer mit den Problemen in Frankfurt am besten fertig werde, gaben 41 Prozent an: keine einzige Partei. 16 Prozent entfielen auf die SPD, 15 auf die CDU, zehn auf die Grünen und je sieben auf die Linke und die AfD. 41 Prozent trauen keiner Partei etwas zu Schaut man sich die Angaben auf die Frage nach der Problemlösungskompetenz genauer an, so ergibt sich zum einen das naheliegende Ergebnis, dass die Anhänger einer Partei genau dieser am ehesten zutrauen, gute Arbeit zu machen. Doch ist dieses Zutrauen unterschiedlich ausgeprägt. So halten die CDU-Anhänger viel von der CDU, 74 Prozent meinen, sie würde die Probleme in der Stadt am besten lösen. Die Führung der Grünen hingegen ist bei den Grünen-Anhängern weitaus weniger gut angesehen, hier meinen nur 60 Prozent derjenigen, die sich als Grünen-Anhänger verstehen, dass diese Partei am besten mit den Schwierigkeiten in der Stadt fertigwerde. Am meisten überzeugt sind AfD-Anhänger von ihrer Partei. Auf die Frage, wer mit den Problemen in Frankfurt am besten fertigwerde, nannten 77 Prozent die AfD. Die an 100 fehlenden Zahlen bedeutet in der Regel nicht, dass jemand die eine Partei wählt und einer anderen mehr zutraut, sondern dass er meint, niemand könne die Probleme der Stadt in den Griff bekommen. Generell darf das Interesse an der Kommunalwahl nicht überschätzt werden. Bei der Umfrage in der ersten Februarhälfte gaben lediglich 57 Prozent an, sie wüssten, dass die Wahl am 15. März stattfinde. Besonders hoch war der Anteil bei denjenigen, die 60 Jahre und älter waren, mit 72 Prozent, besonders niedrig bei den Bürgern zwischen 18 und 34 Jahren mit 48 Prozent. Schaut man nach den Anhängern der Parteien, so kannten vor allem diejenigen, die sich der SPD und der Linken zurechnen, den Wahltermin, dort waren es jeweils 66 Prozent. Am niedrigsten lag der Anteil bei den AfD-Anhängern mit 52 Prozent. 60 Prozent wollen zur Wahl gehen Nicht viel höher als der Anteil derjenigen, die den Wahlterminen kannten, war der Anteil derjenigen, die bei der Befragung angaben, an der Wahl teilzunehmen: 60 Prozent. Auch hier liegt der Anteil bei den Älteren mit 70 Prozent über dem Schnitt, der Anteil bei den Jüngeren mit 54 Prozent darunter. Die tatsächliche Wahlbeteiligung hatte in Frankfurt zuletzt noch deutlich niedriger gelegen, 2016 bei 39,0 und 2021 bei 45,1 Prozent. Deutlich signalisierten die Befragten den Meinungsforschern von Forsa, dass für ihre Wahlentscheidung örtliche Themen den Ausschlag geben, nicht die Landes- oder Bundespolitik. 75 Prozent gaben an, für sie sei die Kommunalpolitik am wichtigsten, die Bundespolitik nannten 14 Prozent, die Landespolitik gerade fünf Prozent. Allerdings variiert der Anteil, wenn man die Zahlen nach den Anhängern der verschiedenen Parteien aufgliedert. Diejenigen, die sich der CDU, der SPD, den Grünen oder der Linken verbunden fühlen, unterscheiden sich dabei nicht signifikant. Deutlich abgesetzt davon sind aber die Zahlen der AfD-Anhänger, die zu 31 Prozent angeben, die Bundespolitik sei für sie entscheidend. Forsa-Geschäftsführer Güllner hebt in der Analyse der von seinem Institut erhobenen Umfragewerte hervor, dass die Daten zwar die augenblickliche politische Stimmung in der Stadt spiegeln, nicht aber so interpretiert werden dürften, dass die Stimmen für die Parteien schon gesichert seien. „Vor allem dürfte auch den meisten Wahlberechtigten noch gar nicht klar sein, welche Wählergruppen neben den bekannten etablierten Parteien bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung noch kandidieren.“ Daher sei es gut möglich, dass sich die Stimmenanteile bis zum 15. März noch deutlich verändern würden. Die F.A.Z wird in den nächsten Tagen weitere Ergebnisse der Befragung durch Forsa veröffentlichen.