FAZ 09.12.2025
16:48 Uhr

Waffenverbotszonen: Weniger Ideologie, mehr Vernunft


Nach Ansicht von Polizei, Geschäftsleuten und Bürgern haben sich Waffenverbotszonen bewährt. Das Linksbündnis im Wiesbadener Rathaus will das nicht einsehen.

Waffenverbotszonen: Weniger Ideologie, mehr Vernunft

Wenn Ideologie die Politik prägt, dann ist allzu häufig die Folge, dass für die Verantwortlichen nicht sein kann, was nicht sein darf. Waffenverbotszonen wie in Wiesbaden sind für ein ideologisches Herangehen an eine Herausforderung ein gutes Beispiel. Denn die Bilanz der Ordnungshüter, die das Verbot durchsetzen müssen, spricht für sich. Jedes Messer, das bei einer Durchsuchung in der Innenstadt beschlagnahmt wird, senkt die Gefahr schwerer Verletzungen und ist ein Gewinn für mehr Sicherheit. Die bloße Zahl der bislang beschlagnahmten Waffen muss bedenklich stimmen. Wer geht ganz selbstverständlich mit einer Waffe aus dem Haus? Es geht um das Sicherheitsgefühl Die Waffenverbotszone ist nur ein Element von vielen für ein besseres Sicherheitsgefühl der Bürger und Besucher, um das es inmitten der Landeshauptstadt nicht immer zum Besten bestellt ist. Viele halten die schon vor sechs Jahren beschlossene Waffenverbotszone für ein Erfolgsmodell. Die Befragung der Industrie- und Handelskammer hat das – wenig überraschende – Ergebnis erbracht, dass die Geschäftsleute in der Innenstadt die Waffenverbotszone nicht nur für ein gutes und bewährtes Instrument halten. Sie plädieren überdies für eine Ausweitung auf das gesamte historische Fünfeck. Das ist nicht unvernünftig. Waffenverbotszonen liefern nachweislich Erfolge bei der Entwaffnung und mindern die Gefahr für Leib und Leben. Wenn bei Skeptikern bisweilen der Verdacht aufkommt, dass die Mitglieder von sozial schwachen und migrantisch geprägten Gruppen unverhältnismäßig häufig kontrolliert werden, dann ist das ein Anlass zur Aufsicht, aber kein Argument gegen die Waffenverbotszone an sich. Doch das Linksbündnis in Wiesbaden tut sich schwer damit, die Wirkungen der Zone zu akzeptieren. Die Vehemenz, mit der brüsk abgelehnt wurde, basierte aber nicht auf nachvollziehbaren Fakten. Es ist vielmehr so ein Fall, in dem die Ideologie die Politik prägt.