FAZ 17.01.2026
01:32 Uhr

Waffenruhe: Trump beruft Blair und Rubio in „Friedensrat“ für Gazastreifen


Der neu gegründete Friedensrat soll die Übergangsregierung im Gazastreifen überwachen. Als Mitglieder hat Trump nicht nur einige seiner Getreuen berufen, sondern auch einen ehemaligen Premierminister Großbritanniens.

Waffenruhe: Trump beruft Blair und Rubio in „Friedensrat“ für Gazastreifen

US-Präsident Donald Trump hat am Freitag seinen Außenminister Marco Rubio sowie den früheren britischen Premierminister Tony Blair zu Gründungsmitgliedern des „Friedensrates“ für den Gazastreifen ernannt. Wie das Weiße Haus mitteilte, berief Trump zudem seinen Sondergesandten Steve Witkoff, seinen Schwiegersohn Jared Kushner und den Präsidenten der Weltbank, Ajay Banga, in den siebenköpfigen Vorstand des sogenannten Friedensrates. Die US-Regierung hatte am Mittwoch den Beginn der zweiten Phase der Waffenruhe im Gazastreifen bekanntgegeben. Gemäß dem im Oktober von Trump vorgestellten 20-Punkte-Plan soll die Übergangsverwaltung von dem „Friedensrat“ überwacht und beaufsichtigt werden, den Trump nach eigenen Angaben selbst leiten wird. Das Gremium soll den Wiederaufbau und die Verwaltung in dem vom Krieg zwischen Israel und der islamistischen Terrororganisation Hamas großflächig zerstörten Gebiet steuern. Zweite Phase soll Gazakrieg beenden Die von der US-Regierung zuvor ausgerufene zweite Phase des Friedensplans von Trump soll zu einem endgültigen Ende des Gazakriegs führen. Sie sieht auch die Entwaffnung der Terrororganisation Hamas vor, was diese jedoch weiterhin ablehnt. Am Donnerstag war eine neu gebildete Übergangsregierung aus 14 palästinensischen Technokraten, die keine Verbindung zur Hamas haben sollen, erstmals in Kairo zusammengekommen. Ihr Leiter ist Ali Schaath. Er war früher stellvertretender Verkehrsminister der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), die Teile des Westjordanlandes verwaltet. Der frühere UN-Nahostgesandte Nikolaj Mladenow soll künftig als Vertreter des „Friedensrats“ die Umsetzung von Trumps Friedensplan in dem Küstengebiet überwachen. Der Bulgare werde als Verbindungsmann zwischen dem „Friedensrat“ und der Technokratenregierung vor Ort fungieren, teilte das Weiße Haus mit. Zu ihrer Unterstützung werde ein weiteres Gremium namens „Gaza Executive Board“ eingerichtet, hieß es. Auch ihm gehören Witkoff, Kushner, Mladenow und Blair an. Zu den anderen Mitgliedern zählen der türkische Außenminister Hakan Fidan, der qatarische Diplomat Ali Thawadi sowie der ägyptische Geheimdienstchef Hassan Rashad. Wadephul hofft auf deutschen Platz im „Friedensrat“ Weitere Mitglieder der beiden Gremien würden in den kommenden Wochen ernannt, teilte das Weiße Haus mit. Bislang nicht bekanntgegeben wurde die Zusammensetzung des sogenannten „Friedensrats“, hielt die „Times of Israel“ fest. Dieser solle kommende Woche am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos zusammentreten. Außenminister Johann Wadephul hofft auf einen deutschen Platz in dem Rat. Deutschland sei bereit, Verantwortung in dieser „wichtigen Einrichtung“ zu übernehmen, sagte der CDU-Politiker in Berlin. Unter Blair hatten britische Truppen an der Seite der USA an den Kriegen in Afghanistan und in Irak teilgenommen. Insbesondere der Irak-Einsatz sorgte damals innenpolitisch für große Kritik. Witkoff und Kushner wiederum spielten eine große Rolle in den Bemühungen um die Freilassung der letzten Geiseln der Hamas, der Waffenruhe und der Einführung des Trump-Friedensplans.